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Einführung: Empirisch Forschungsmethoden Ariane S. · PDF fileEinführung: Empirisch Forschungsmethoden Grundlagen von SPSS WS 2008/2009 Ariane S. Willems Lothstraße 17 80335 München

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  • Einfhrung: Empirisch Forschungsmethoden Grundlagen von SPSS WS 2008/2009

    Ariane S. Willems

    Lothstrae 17

    80335 Mnchen Telefon: 089/289-24374 Email: [email protected]de

    Technische Universitt Mnchen TUM School of Education

  • Einfhrung: Empirisch Forschungsmethoden Grundlagen von SPSS WS 2008/2009

    Ariane S. Willems

    Lothstrae 17

    80335 Mnchen Telefon: 089/289-24374 Email: [email protected]

    Inhalt:

    1. Dateitypen, Menstruktur, grundlegende Einstellungen

    2. Erstellen einer Datenmaske und Dateneingabe

    3. Zusammenspielen mehrerer SPSS Dateien: Hinzufgen von Fllen oder

    Variablen

    4. Kontrolle und Aufbereitung der eingegebenen Daten

    5. Rekodierung von Variablen

    6. Item- und Skalenanalyse

    a. Bestimmung der Reliabilitt

    b. Skalenbildung

    7. Deskriptive Statistik und Univariate Analysen

    a. Hufigkeiten

    b. Maxima und Minima

    c. Mittelwerte und Standardabweichungen

    8. Kurzer Ausblick: Inferenzstatistik und Hypothesenprfung

    a. Bivariate Korrelationen

    b. Vergleichen von Mittelwerten: t-Tests

    c. Vergleichen von Mittelwerten: Einfaktorielle Varianzanalysen

    Technische Universitt Mnchen TUM School of Education

  • Grundlagen von SPSS 1

    1. Dateitypen, Menstruktur, grundlegende Einstellungen

    Dateitypen:

    SPSS unterscheidet verschiedene Dateitypen und -formate, die jeweils in einem eigenen Fens-

    ter angezeigt werden und mit eignen Dateikennungen abgespeichert werden.

    Datendatei/Daten-Editor (Dateikennung: .sav): In diesem Fenster wird der Inhalt der Daten-

    datei in einer tabellarischen Form (vgl. EXCEL) angezeigt. Im Daten-Editor knnen neue Da-

    tendateien erstellt (Definition von Messvariablen und Eingabe von Fragebogendaten) und vor-

    handene Datendateien bearbeitet werden. Ein leeres Datenfenster wird automatisch geffnet,

    wenn Sie eine SPSS-Sitzung beginnen.

    In diesem Fenster kann zwischen zwei verschiedenen Ansichten gewhlt werden (zwei

    Reiter im angezeigten Datenfenster unten links):

    In der Variablenansicht werden die einzelnen Messvariablen zu einer sogenannten

    Datenmaske definiert.

    In der Datenansicht findet man eine Datenmatrix, in die die durch Fragebgen

    erhobenen Daten eingegeben werden knnen. Dies kann nach der Definition der

    einzelnen Messvariablen geschehen.

    Abb. 1: Dateneditor (Datenansicht)

  • Grundlagen von SPSS 2

    Syntaxdatei/Syntax-Editor (Dateikennung: .sps): Hier werden die statistischen Befehle

    (Kommandos) als Befehlssyntax angezeigt und ausgefhrt. Sie knnen die Befehlssyntax be-

    arbeiten und so alle statistischen Funktionen von SPSS nutzen. Sie knnen allerdings auch zu-

    stzlich zur Befehlssyntax die Menstruktur von SPSS (vergleichbar mit der Struktur gngi-

    ger Office Produkte) nutzen. In einer Syntaxdatei sollten alle Berechnungen, die an einem Da-

    tensatz durchgefhrt werden, gespeichert werden, um so wichtige Schritte immer wieder

    nachvollziehen zu knnen (z.B. nach einem Computerabsturz).

    Abb. 2: Syntaxeditor

    Merke: Alle auszufhrenden Befehle in einer Syntaxdatei enden mit einem Punkt (.) Zum

    einfgen von Kommentaren verwendet man *.

    Ausgabedatei/Viewer (Dateikennung: .spo): Alle statistischen Ergebnisse, Tabellen und Dia-

    gramme werden im Ausgabe-Fenster angezeigt. Sie knnen die Ausgaben bearbeiten und zur

    spteren Verwendung speichern. Eine leere Ausgabedatei wird automatisch geffnet, wenn

    Sie eine SPSS-Sitzung beginnen.

  • Grundlagen von SPSS 3

    Menstruktur:

    SPSS besitzt die fr Windows-Anwendungen typischen Menleisten mit entsprechenden

    Menbefehlen (Optionen).

    Abb. 3: Menstruktur

    Typische Mens und Optionen sind:

    Datei: zum Erstellen neuer, ffnen bestehender und Speichern eingegebener Daten-

    dateien, zum Drucken

    Bearbeiten: zum Ausschneiden, Kopieren, Einfgen, Suchen in Daten- und Ausgabe-

    dateien und fr optionale Einstellungen

    Analysieren: zur Auswahl statistischer Prozeduren

    Grafiken: zur Auswahl und Erstellung von Diagrammen

    Daten: zum Einfgen neuer Variablen, zum Zusammenspielen mehrerer Datendateien,

    zum Umstrukturieren und Sortieren von Datendateien

    Transformieren: zur Neuberechnung oder Umkodierung von einzelnen Variablen oder

    Variablengruppen

    Grundlegende Einstellungen:

    Vor dem Arbeiten mit SPSS sollten einige Grundeinstellungen getroffen werden, die sich

    unter dem Menpunkt BEARBEITEN OPTIONEN konfigurieren lassen:

    Unter dem Reiter Allgemein:

    1. Variablenliste: Aktivierung des Kstchens Namen anzeigen

    2. Ausgabe: Aktivierung des Kstchens Keine wissenschaftliche Notation

    3. Maeinheit: Punkt

  • Grundlagen von SPSS 4

    Unter dem Reiter Beschriftung der Ausgabe:

    1. Gliederungsbeschriftung: Variablen in Objektbeschriftung anzeigen als: Namen und

    Labels; Variablen in Objektbeschriftung anzeigen als Werte und Labels

    Abb. 4: Optionenfenster

    2. Erstellen einer Datenmaske und anschlieende Dateneingabe

    Erstellen der Datenmaske: Definition der Messvariablen

    Bevor mit der Dateneingabe begonnen werden kann, mssen im Daten-Editor Fenster unter

    der Variablenansicht alle durch den Fragebogen erhobenen Messvariablen definiert werden.

    Unter einer Messvariablen versteht man zum Beispiel einzelne Fragen des Fragebogens

    (Items) aber auch Angaben zur befragten Person (Alter, Geschlecht, Klasse usw.).

  • Grundlagen von SPSS 5

    Abb. 5: Variablenansicht

    Tipp: Bei der Variablendefinition ist die Erstellung eines sogenannten Codeplans hilfreich

    (notwendig). Die Erstellung des Codeplans erfolgt auf einem leeren Fragebogen.

    Schritte zur vollstndigen Variablendefinition:

    1. Name: Jeder Frage im Fragebogen wird in einem ersten Schritt eindeutig ein Name

    zugeordnet. Dieser Name

    muss eindeutig sein

    muss mit einem Buchstaben oder dem Symbol @ beginnen (nicht mit einer

    Ziffer)

    darf nicht mit einem _ enden

    darf keine Umlaute enthalten

    muss so kurz wie mglich sein (max. 8 Zeichen, auch wenn bis zu 64 Zeichen

    von SPSS akzeptiert werden)

    muss bereits sinnvolle Rckschlsse auf die dahinterliegende Frage

    zulassen

    Beispiel: Items aus der Skala des situationalen Interesses sollten beispielsweise mit sitint1,

    sitint2 usw. oder noch besser mit catch1, catch2, hold1, hold2 usw. benannt werden.

    Items aus den Skalen zu den verschiedenen Stufen selbstbestimmter Motivation sollten

    Namen tragen, aus denen die Motivationsstufen zu erkennen sind: z.B. Amot1, Amot2 usw.

    fr die Items der Skala Amotivation, Intro1, Intro2 usw. fr Items der Skala Introjektion etc.

  • Grundlagen von SPSS 6

    2. Typ: SPSS unterschiedet zwei grundlegende Typen von Variablen: Numerische Variablen

    (als Voreinstellung) und String-Variablen. Numerische Variablen beinhalten Zahlenwerte, mit

    denen arithmetische Operationen durchgefhrt werden knnen. String-Variablen hingegen

    sind reine Textvariablen. Ist eine Variable als numerisch definiert, so knnen als Werte nur

    Ziffern eingetragen werden, als Werte fr String-Variablen kommen beliebige Zeichen-

    ketten in Frage (auch Ziffern und Symbole). Fr diese Variablen stehen keine rechnerischen

    Operationen zur Verfgung.

    Bitte verwenden Sie ausschlielich numerische Variablen. Die einzige Ausnahme bildet ein

    Code, der fr Lngsschnittanalysen (bzw. Mehrfachbefragungen gleicher Personen) zu

    verwenden ist. Da dieser in der Regel aus einer Kombination von Buchstaben und Zahlen be-

    steht, muss diese Variable als String-Variable definiert sein.

    Um den Variablentyp zu ndern, kann durch Anklicken der Schaltflche eine entsprechen-

    de Dialogbox geffnet werden.

    3. Variablenlabel: Da sich die Funktion und der Inhalt einer Variable nur selten zweifelsfrei

    aus einem kurzen Namen erschlieen lsst (vgl. Schritt 1), erlaubt das Feld Variablenlabel

    das Einfgen zustzlicher Beschreibungen fr jede Variable. Aus diesem Grund wird in

    dieser Spalte fr jede Variable der genaue Wortlaut aus dem Fragebogen eingefgt (d.h.

    wortwrtliche bernahme der Fragen/Items, bis zu 256 Zeichen).

    4. Wertelabels: Mit der Angabe von Wertelabels werden die einzelnen Ausprgungen einer

    Variablen definiert. Die Wertelabels knnen ber die Schaltflche ... definiert werden. Ein

    Wertelabel kann bis zu 60 Zeichen lang sein.

    Durch die Definition von Wertelabels werden den Antworten bzw. den Antwort-

    mglichkeiten im Fragebogen eindeutig numerischen Werten zugeordnet.

    Bsp. 1: Die Variable Geschlecht hat zwei Ausprgungen, mnnlich und weiblich. Als Werte

    knnen in diesem Fall beispielsweise die Zahlen 1 und 2 vergeben werden. Wobei der Wert 1

    der Ausprgung (Label) mnnlich entspricht und der Wert 2 der Ausprgung (Label)

    weiblich, oder umgekehrt.

  • Grundlagen von SPSS 7

    Bsp. 2: Bei Variablen mit einer fnfstufigen Likertskala als Antwortformat (Bsp: Whrend

    der heutigen Unterrichtsstunde wurde ich ber die Lernziele der Stunde informiert; mit

    Antwortmglichkeiten von gar nicht zu bis sehr) wird jeder Antwortmglichkeit aufsteigend

    eine Zahl zugeordnet (nmlich genau die, die auch schon im Fragebogen verwendet wurde).

    (Wert) 1 = gar nicht (Label) (Wert) 2 = kaum (Label) (Wert) 3 = etwas (Label)

    (Wert) 4 = ziemlich (Label)