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  • KUNDENZEITUNG DER NATURGRTNEREI WEDENIG Ausgabe 8/Mrz 2018

    Sensibel ist die Erdeber den Quellen.Kein Baum darf gefllt,keine Wurzel gerodet werden. Die Quellenknnten versiegen.Wie viele Bume werden gefllt, wie viele Wurzeln gerodet in uns?Reiner Kunze

    Nhrstoffe und Dnger Seite 4

    Baum und Baumpflege Seite 6

    Superfood Yakon Seite 7

  • Bin im Garten, Ausgabe 8/Mrz 2018 www.facebook.com/NaturgaertnereiWedenig/Bin im Garten, Ausgabe 8/Mrz 20182

    EDITORIAL

    Bioexperte Arthur Schnitzer, der bei unserem Frhlingsstart sein neues Buch ber Schnecken vorstellen wird, schreibt unter der berschrift Hektik:

    Niemand freut sich, wenn der Salat ange-knabbert wurde, oder wenn die Schnecken sich im gehegten Gemsebeet breitma-chen. Da kommt leicht Panik auf und man begibt sich auf die Suche nach einer schnellen Lsung. Behalten Sie jedoch die Ruhe. berlegen Sie den gesamten Kreislauf Ihres Gartens durch und passen Sie den Manahmenkatalog den Bedrf-nissen Ihres Gartens an. Die Schnecken sind ja auch nicht ber Nacht in Ihren Garten gekommen!

    Das ist ein gutes Motto fr die gesamte Garten-arbeit oder wie Mahat-ma Gandhi sagte: Es gibt wichtigeres im Leben, als bestndig die Geschwin-digkeit zu erhhen!

    Darber hinaus ist der Garten ein gedul-diger Lehrmeister. Beim Garteln drfen Fehler gemacht werden und sie werden gemacht. Anders als im restlichen Leben kann der Fehler auch darin bestehen, dass wir zu perfekt und genau sind, und das auch auf den Garten bertra-gen. Wenn wir hundert Prozent Kontrolle und Erfolg haben wollen, wehrt sich die Natur, denn die Gesetze des Lebens sind anders, und das lehrt uns der Garten.

    So wnschen wir ein gutes Gartenjahr und dass wir auch als Menschen an unserem Garten reifen.

    Das wnschen die alten und die jun-gen Wedenigs, und das ganze Team der Naturgrtnerei!

    Ein neues Gartenjahr beginnt, voller Hoffnungen, Plne und Erwartun-gen. Und so wie bei den Wasserquel-len Achtsamkeit gefragt ist, ist es auch bei unserer Arbeit als Grtner -einerlei ob Berufs- oder Hobbygrt-ner. Wenn man Erfolg haben will, mssen Aussaat- und Pflanztermine eingehalten werden (siehe Bin im Garten 2017). Der Pflegezustand des Bodens bzw. die Qualitt der Erde im Hochbeet oder Topf muss passen. Nhrstoffe und Dnger mssen in der richtigen Menge fr die Pflanzen verfgbar sein. Dazu soll die heurige Ausgabe der Gartenzeitung Ihnen Hilfe und Anregungen bieten.

    Wir haben uns naturnahes Grtnern auf die Fahnen geschrieben, das soll auch so bleiben und wir wollen es mehr vertiefen. Wir verwenden beim Gemse schon lange Biosaatgut und Bioerde.

    Ab 2019 wollen wir zustzlich ein geprfter Bio-Betrieb werden. Heuer werden wir einen Testlauf starten und probieren auch bei den Blumen nur mit Naturdngern zu arbeiten. Schaf-wollpellets sind da ein heies Thema um nchstes Jahr dann auf biologi-sche Wirtschaftsweise umzustellen. Zertifiziert werden Gemsepflanzen und Kruter, also alles Essbare. Bal-konblumen und Beetpflanzen nicht. Da scheitert es daran, dass die Jung-pflanzen die wir zukaufen, nicht in

    Bio zu kriegen sind. Bei Gemse ist es kein Problem, auerdem sen wir nahezu alles selber aus.

    Gemse ist sowieso ein Kernthema in der Naturgrtnerei. Es soll in den Verkaufsglashusern noch mehr Platz bekommen und es wird wie-der einiges an neuen Sorten geben.Bei den Blumen fr Balkon und Beet werden wir noch mehr Augen-merk auf Bienenpflanzen legen. In der Baumschule wird es neben Beerenstruchern und Obst einen Schwerpunkt auf Gehlze fr Bie-nen, Insekten und Vgel geben. Bei den Zimmerpflanzen wollen wir die Arten forcieren, die luftreinigend und somit besonders gesund fr uns sind. Rundum Gesundheit also.

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    Ein neuer Standort ist dazugekommen

    Unser Sohn Johannes hat mit einem Bio-Gemsehof begonnen, es ist wohl mehr eine Hube, wie man bei uns sagt, vlg. Zetmau in Tultschnig in der Nhe von Wlfnitz. Mit den Mitstreitern bzw. Mitgrtnern Jacob und Rosi lebt er dort. Sie beginnen im heurigen Jahr mit dem Anbau von Gemse, in Zusammenar-beit mit unserer Grtnerei. Zudem bie-ten Johannes und Jacob ihre Dienste als Baumpfleger und Rosi als Heilmasseurin an. Wir wnschen den jungen Idealisten einen guten Start!

    Wohin geht die Reise und wohinentwickelt sich die Naturgrtnerei

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    Liebe Freunde und Kunden unsererNaturgrtnerei, liebe Gartenfreunde!

  • Bin im Garten, Ausgabe 8/Mrz 2018 5Bin im Garten, Ausgabe 8/Mrz 20184

    PFLANZE UND ERNHRUNG

    V STARKZEHRENDE PFLANZEN: Da gehren alle stark wachsenden Pflanzen. Allen voran der Krbis, natrlich auch Melonen, Tomaten, Gurken, aber auch ziemlich alle Kohlgewchse, Sellerie und Porree. Wenn Porree beispiels-weise eine unterarmdicke Stange macht, ist jede Menge Futter da. Sind die Starkzehrer aber kmmerlich und klein, zeigt das einen herrschenden Nhrstoffmangel.

    V MITTELSTARK ZEHRENDE PFLANZEN sind oft gengsam und anpassungsfhig. Es gehren dazu Salat, Kohlrabi, Zwiebel und viele mehr. Wenn diese einmal kmmern, damit meine ich dass sie klein und mickrig bleiben, die Bltter nicht dunkelgrn sondern hellgrn oder gelblich sind, dann ist wirklich die Hungersnot ausgebrochen.

    V SCHWACHZEHRER zeigen sehr schnell ein zu viel an Nhrstoffen. Zu ihnen gehren die meisten Wurzelgemse wie Karotten, Pastinaken, Petersilie, Rote Rben und

    andere. Viele von ihnen, wie Karotten und Wurzelpeter-silie, kann man nicht verpflanzen, sondern nur direkt in die Erde sen. Sie keimen in einem berdngtem Boden sehr schlecht. Aber sogar Schwachzehrer knnen verkm-mern, wenn der Boden ganz arm an Nhrstoff und arm an Leben ist.

    V ES IST WICHTIG ZU BEOBACHTEN: welche Pflanzen wachsen gut, welche schlecht? Wenn ich dnge, wird es davon besser oder schlechter? Wichtige Zeichen sind auch, ob die Bltter dunkelgrn und die Triebe stark sind, oder ist alles eher gelb und dnn. Die Pflanzen zeigen wie es ihnen geht, man muss es nur lesen knnen und das lernt man mit der Zeit. Dazu sollte man Zeit mit den Pflanzen verbringen, beobachten, hineinfhlen und hor-chen, riechen und spekulieren. Schnell geht da nichts. Aber wenn man es gelernt hat, ist es der sprichwrtliche grne Daumen!

    Woran merke ich dass genug Nhrstoff im Boden ist?

    Wie macht es die Natur?

    Auch fr mich als Berufsgrtner ist das eine Schlsselfrage. In meinem Klostergarten meinte ich nur mit Fruchtwechsel und Grndngung auszukommen, und musste feststellen, dass mein Junior der fleiig gedngt hat, viel bessere Ertrge zusammengebracht hat als ich. Bei mir war der Boden sichtlich zu mager und wenig nhrstoffreich gewesen. Es kommen auch unsere Kunden mit Fragen, die mir zeigen und zu den-ken geben, wo berall der Schuh drcken kann. Ein Mann war mit dem Ertrag seiner Tomaten in seinem Glashaus nicht zufrieden. Obwohl er betonte, dass er jedes Jahr eine groe Menge Tomatenerde ins Glashaus gbe. Dass die fr Tomaten im Topf konzipiert ist und krftig nach-gedngt werden muss, war ihm nicht klar, und so verwendete er Geld und Mhe frs Falsche. Diese Gartenzeitung dazu soll beitragen, dass so etwas nicht mehr passiert.

    Stellen wir uns einen Laubwald vor, in dem unter Bumen und Struchern verschiedene Pflanzen wachsen. Sie sind im Mutterboden verwurzelt und lsen mit den Wurzeln verschiedene Mineralstoffe aus dem Gestein und dem Boden. Viele Spurenelemente, von denen die Pflanze nur ganz wenig braucht. Sie sind trotzdem wichtig, wie die Vitamine fr den Men-schen. Und dann gibt es die Hauptnhrstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium. Phosphor und Kalium kann die Wurzel auch aus dem Boden bekommen, der Stickstoff kommt aus der verrottenden Bodendecke, also aus dem Laub und allen anderen Pflanzenresten, die auf den Boden fallen. Dazu braucht es unzhlige Lebewesen die die Pflanzenreste verarbeiten und Nhrstoffe freisetzen.

    DNGEN MIT MULCHWenn wir das System der Natur ber-nehmen, bedecken wir den Boden - bei-spielsweise mit Rasenschnitt. Aber nur gerade so dick, dass die Mulchschicht nicht fault. Meist lsst man den Rasen-schnitt nach dem Mhen liegen, damit er trocknet und verwendet ihn erst dann. Manche arbeiten auch mit einer dicken Schicht Heu und pflanzen dort hinein. Denn alle grnen Pflanzenteile enthalten viel Eiwei. Eiwei bedeutet vor allem das Vorhandensein von Stickstoff, des-halb muss man kaum mehr zustzlich dngen. Mit Stroh oder Laub funktioniert das allerdings nicht, denn da ist nichts Grnes dabei.

    KOMPOST DAS SCHWARZE GOLD?Kompost ist ganz wichtig fr eine Kreis-laufwirtschaft im Garten. Wenn er gut gemacht wird, duftet er nach Walderde und ist krmelig und enthlt viel Phos-phor und Kalium, aber wenig Stickstoff. Den Stickstoff mssen wir nachliefern - zum Beispiel in Form von Schafwollpel-lets, dem Ersatz fr Hornspne.

    STALLMIST ALS DNGER?Stallmist war in vergangenen Zeiten der Dnger schlechthin. Heute hat er kaum mehr Bedeutung, es sei denn, jemand hat selber eine Landwirtschaft. Stallmist ist super, wenn man ihn mit Gartenabfllen zusammen kompostiert. Allerdings sollte er frei von Sgespnen sein, denn diese verrotten nur langsam. Mit Stallmist haben sich anderseits aber schon viele Grtner Maulwurfsgrillen, den "Werrl", eingeschleppt.

    KUNSTDNGER ODER NATURDNGERKunstdnger sagen wir blicherweise zu Mineraldngern, das sind Nhrsalze, die sich im Bodenwasser auflsen oder die wir schon ins Giewasser geben. Die Pflanze muss die Nhrstoffe mit dem Wasser aufnehmen. Bei Blumen, speziell bei Balkonblumen wo es viel Pflanze in wenig Erde gibt, haben diese Dnger ihre volle Berechtigung. Sonst wrden Balkonblumen bald hungern. Um Pflanzen optimal zu ernhren, sollte man zu hochwertigen Dngern greifen wie sie auch der Grtner verwendet z.B. von Karaflor. Je billiger ein Dnger ist, desto mehr sind Substanzen dabei, die

    die Pflanze nicht braucht - vor allem Chlor, Schwefel und Natrium. Naturdn-ger oder organische Dnger kommen aus dem Kreislauf der Natur. Sie knnen tierischen Ursprungs sein: Schafwolle, Horns