Museum Reusskraftwerk Bremgarten

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Die AEW Energie AG renovierte die Museumsanlage mit Unterstützung der Aargauischen Denkmalpflege und mit beträchtlichem Einsatz und viel Kleinarbeit der Mitglieder des Museumsvereins.

Text of Museum Reusskraftwerk Bremgarten

  • Museum Reuss-kraftwerk Bremgarten

  • 2Ein Denkmal der GeschichteDie AEW Energie AG renovierte

    die Museumsanlage mit Unter-

    sttzung der Aargauischen Denk-

    malpflege und mit betrchtlichem

    Einsatz und viel Kleinarbeit der

    Mitglieder des Museumsvereins.

    Im Demonstrationskraftwerk kann

    die Nutzung von Wasserkraft und

    die Wandlung der mechanischen

    in elektrische Energie vorgefhrt

    werden.

    Vom Mittelalter bis ins 19. JahrhundertDas Museum Bruggmhle zeich-

    net auf eindrckliche Weise die

    Entwicklung vom Mittelalter (ab

    1281) bis hin zur industriellen Re-

    volution im frhen 19. Jahrhun-

    dert nach. Man nutzte die Was-

    serkraft in der Bruggmhle als

    direkten Antrieb der Mhle, des

    Sgewerkes und der Textilma-

    schinen. Seit 1892 dient die Was-

    serkraft der Stromproduktion.

    Zeuge der IndustrialisierungIm Reusskraftwerk Bremgarten-

    Bruggmhle nutzte man die

    Wasserkraft fr erste industriel-

    le Pionierleistungen. 1892 bau-

    te Casper Hausherr zwei erste

    Gleichstromgeneratoren ein, wobei

    der Strom einem Trinkwasser-

    pumpwerk, zur Strassenbeleuch-

    tung und spter gar der Elektrifi-

    zierung der Stadt diente.

    Erlebnisort Kraftwerks-museum

  • 3Tropfler

    Fliehkraftregler mit Steuerwaage

  • 4Technik hautnah erleben

    Was wird gezeigt? Technische Einrichtungen

    (Wasserzufuhr, Turbine, Regler,

    Kraftbertragung, Generator,

    Schaltanlage und Steuerung) in

    funktionstchtigem Zustand.

    Die industriegeschichtliche

    Bedeutung der Nutzung der

    Wasserkraft an der Reuss vom

    Mittelalter bis in die Neuzeit.

    Die Rolle des Kraftwerkes

    Bruggmhle fr die Elektrifizie-

    rung der Stadt und die Zusam-

    menarbeit mit der Bremgarten-

    Dietikon-Bahn.

    Die romantische Umgebung

    mit Fllbaum, Seitenwehren,

    Holzbrcke, Bollhaus, Reuss-

    front der Altstadt.

    Die Energiewandlung von

    Wasserkraft in Strom mit Hilfe

    der alten Turbine und dem

    Generator mit den alten rotie-

    renden Maschinen.

    Verschiedene Turbinentypen,

    die an der Reuss zur Nutzung

    der regenerativen Energie aus

    Wasserkraft eingesetzt wurden.

    Generator mit Getriebekasten

  • 5 Nutzanwendungen des

    Stromes verbunden mit der

    Vorfhrung von Elektrogerten

    aus der Grnderzeit.

    Physikalische Effekte in der

    Nutzung von Wasserkraft

    anhand von Modellen.

    Winkelgetriebe

  • 6So funktioniert die Francis-turbineVon der Oberwasserseite (links)

    fliesst das Wasser durch den Re-

    chen und die Leitschaufeln ber

    das Francis-Turbinenrad und das

    Saugrohr in den Unterwasserka-

    nal. Dabei wird ein Geflle von ca.

    2 m zur Erzeugung des Drehmo-

    mentes genutzt. Das Kammrad

    oberhalb der Turbine bertrgt

    das Drehmoment auf die 24 m

    lange, quer ber die Insel ange-

    ordnete Antriebswelle.

    Die oben dargestellte, im Kanal

    auf der Stadtseite der Insel ein-

    gebaute Francisturbine ist im

    Kraftwerksmuseum zu sehen und

    heute noch funktionsfhig.

    Die Turbinen-anlage

  • 7Schnitt durch die Turbinenanlage

    1 Wasserzufluss - Oberwasserseite2 Rechen3 Tafelschtz4 Francisturbine mit vom Regler

    gesteuerten Leitschaufeln

    5 Kammrad mit Holzzhnen6 Fliehkraftregler7 Saugrohr - Unterwasserseite8 Turbinenrad

  • 8Bereits 1281 wurde die Brugg-

    mhle als Stadtmhle urkundlich

    erwhnt, 1415 war sie Teil der

    Brckenbefestigung und wohl die

    lteste Flussmhle an der Reuss.

    Sdlich der Brcke liegt der

    Fllbaum, der die Reuss in drei

    Flusspartien teilt, wobei die zwei

    seitlich angelegten Kanle durch

    Lngsdmme oder Seitenwehre

    vom mittleren Flusslauf getrennt

    sind. Die vom Fllbaum erzeugte

    Stauhhe fhrte das Wasser ber

    die Seitenkanle zu mehreren auf

    beiden Reussufern und beidseitig

    der Insel angeordneten Wasserr-

    dern. Diese trieben ursprnglich

    eine Getreidemhle, spter eine

    Sgerei, eine Spinnerei, eine Pa-

    piermhle und sogar eine Kapuzi-

    nerkuttenwalke an.

    Das Bild von 1776 zeigt ein Was-

    serrad auf der Westseite der In-

    sel sowie jenes des Sgewerkes.

    Bis 1835 blieb die Mhle im Be-

    sitz der Stadt und wurde auch

    als Lostampfe, Walke und Rei-

    be bentzt. 1839 erwarb Martin

    Schwarzenbach die Bruggmh-

    le und wandelte sie um in eine

    Baumwollspinnerei. 1877 wur-

    de eine Garnzwirnerei und eine

    Spinnerei mit einem zugehrigen

    Garn- und Wollldeli betrieben.

    Hier baute Caspar Hausherr 1892

    zwei Gleichstromgeneratoren ein.

    Dieses Reusskraftwerk versorgte

    zuerst die Strassenbeleuchtung

    der Stadt und das Trinkwasser-

    pumpwerk an der Wohlerstras-

    se und ab 1902 die elektrische

    Bremgarten-Dietikon-Bahn. Auch

    erste Bremgarter Haushalte bezo-

    gen Strom fr Licht und Bgelei-

    sen. Nach dem Ausbau um 1920

    trieb das Wasser beiderseits der

    Kraftwerkinsel Turbinenrder an,

    die ber lange Antriebswellen

    auf einen gemeinsamen Genera-

    tor arbeiteten. Diese Bauart mit

    Geschichte des Kraft-werkes Bruggmhle

    Stich von Prignon um 1776

  • 9den Zwillingsturbinen ist eine

    technisch interessante, einmalige

    Lsung. Auf dem linken Reussu-

    fer lag das Sgewerk, welches

    man 1920 in die Anlage einbezog

    und mit einer separaten Turbine

    ausrstete.

    Im Jahre 1927 hat das Aargau-

    ische Elektrizittswerk (AEW) die

    AG Elektrizittswerk zur Brugg-

    mhle mit den Kraftwerkanlagen

    und dem Versorgungsnetz von

    Bremgarten bernommen.

    Eine neue 1997 bis 1998 erstellte

    Rohrturbinenanlage mit auf 650

    kVA erhhter Leistung und einer

    mittleren Jahresproduktion von

    3,5 Millionen Kilowattstunden

    ersetzt die Sgeturbine und die

    linksseitige Zwillingsturbine. Die

    rechtsseitige Turbine samt Zufhr-

    kanal, Rechen- und Abschluss-

    organen blieb beim Umbau

    unverndert erhalten. Die Kraft-

    werkanlage mit dem Zwillingsan-

    trieb, dem grossen Holzzahnrad,

    der Turbinenregulierung, den

    quer ber die Insel angeordneten

    bertragungswellen, dem Getrie-

    be mit Schwungrad und dem Ge-

    nerator wird heute nur noch von

    einer Francisturbine angetrieben.

    Als Belastung dient der renovierte

    Wasserwiderstand.

    Turbinenregler zur Regelung des Wasserzu-flusses auf die Turbine.

  • 10

    1281 Bruggmhle erstmals urkundlich

    erwhnt.

    1874 Konzession an Albert Mantel zur

    Flusswassernutzung durch die Re-

    gierung erteilt.

    1877 Conrad Mantel betreibt eine

    Garnzwirnerei und Spinnerei. Er

    ersetzt 1880 die rechtsufrigen

    Wasserrder durch eine Turbine

    mit 120 PS als Antrieb der Baum-

    wollspinnerei.

    1892 Caspar Hausherr baut zwei Gleich-

    stromgeneratoren je 2 PS und

    120 V ein. Diese liefern Strom fr

    die Strassenbeleuchtung und das

    Wasserpumpwerk an der Wohler-

    strasse.

    1895 Die AG Elektrizittswerk zur

    Bruggmhle wird gegrndet und

    bernimmt das Kraftwerk. Einbau

    einer Turbine mit 155 PS anstelle

    der linksseitigen Wasserrder. Es

    werden mehrere Gleichstromge-

    neratoren und 1 Dampfmobil mit

    60 PS samt Hochkamin installiert.

    Caspar Hausherr bernimmt die

    Kammgarnspinnerei im 1. Stock.

    1896 Vertrag der Reusskraftwerk Brugg-

    mhle AG mit der Gemeinde ber

    Energielieferung fr die elek-

    trische Strassenbeleuchtung (66

    Laternen). Zitat: 12 Laternen

    25 Kerzenstrken, 50 Laternen

    60 Kerzenstrken, 4 Laternen 10

    Kerzenstrken, 4 Bogenlaternen

    500 Kerzenstrken bis 12.00 h

    nachts gratis! Als Reserve hat das

    Elektrizittswerk zur Bruggmhle

    Geschicht-liche Hhe-punkte1281-1912

    Aufnahme ist ca. 1936 entstanden (Foto W. Wettstein). Deutlich zu erkennen das Holzlager der Sgerei.

  • 11

    bei Betriebsstrungen die alte

    Petrollampenbeleuchtung zu be-

    treiben!

    1896 Die Ortsbrger verkaufen die

    Sge an die AG Elektrizittswerk

    zur Bruggmhle.

    1897 Errichtung Gleichstrom-Verteiler-

    netz 2 x 130 V fr die Einwohner

    der Stadt (Dreileiternetz).

    1902 Stromlieferung fr die Brem-

    garten-Dietikon-Bahn. Durch die

    BDB werden zwei 65 kW Gleich-

    stromgeneratoren mit 750 V und

    eine Akkumulatorenbatterie ein-

    gebaut. Die Bruggmhle AG ga-

    rantiert der BDB eine Kraftliefe-

    rung von 100 PS.

    1907 Vertrag mit der Brombelfabrik

    ber Kraftlieferung 13 PS.

    1912 Neuer Vertrag mit der BDB. Lie-

    fergarantie an Werktagen 100 PS

    und an Sonntagen 170 PS. Preis

    pro kWh 5,75 Centimes. Die Ak-

    kumulatorenbatterie, die Schalt-

    anlage und die Generatoren sind

    Eigentum der BDB.

    1912 Jahresleistung des Kraftwerkes

    860 000 kWh. Neuinstallation

    von 2 Drehstromdynamos 380 V.

    7 Drehstrommotoren mit total

    78 PS werden in Bremgarten

    angeschlossen; Bau eines Dreh-

    stromverteilnetzes 500 V.

  • 12

    1913 Erste Drehstrom-Kraftleitung

    500 V zum Wasserpumpwerk.

    Umtausch des Gleichstrommotors

    im Pumpwerk durch einen Dreh-

    strommotor mit 40 PS Gratisstrom

    fr die Stadt-Strassenbeleuchtung

    (78 Lampen, davon 5 Bogenlam-

    pen zu 600 Kerzen