Personenorientierung in der zweiten Phase der ... Personenorientierung in der zweiten Phase der Lehrerausbildung

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  • Personenorientierung in der zweiten Phase der Lehrerausbildung Seminar für das Lehramt an Grundschulen

    Seminar für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen

    Lars Buchalle, Susanne Kleinhans, Göde Klöppner, Birgit Koenig

    2. geänderte Fassung Dezember 2013

  • Personenorientierung in der zweiten Phase der Lehrerausbildung

    Seminar für das Lehramt an Grundschulen Stand: 26. November 2014 Seminar für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen Seite 2 von 22

    ZfsL Rheine

    Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Rheine – April 2013

    2. geänderte Fassung Dezember 2013

    Stand 26. November 2014

    Dieses Werk ist lizenziert unter einer

    Creative Commons Namensnennung-Nicht kommerziell 4.0 International Lizenz. Für mehr Informationen besuchen Sie: http://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/deed.de

    Herausgeber: Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Rheine Beethovenstraße 29

    48431 Rheine

    Telefon: 05971 51022

    Fax: 05971 913249

    E-Mail: poststelle@zfsl-rheine.nrw.de

    Homepage: www.zfsl-rheine.nrw.de

    http://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/deed.de http://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ mailto:%20poststelle@zfsl-rheine.nrw.de

  • Personenorientierung in der zweiten Phase der Lehrerausbildung

    Seminar für das Lehramt an Grundschulen Stand: 26. November 2014 Seminar für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen Seite 3 von 22

    ZfsL Rheine

    Verantwortung Unterstützung Entwicklung

    Das Leitbild des ZfsL Rheine1

    Verantwortung

    Verantwortung ist ein zentrales Anliegen des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung. Wir setzen darauf, dass Professionalisierung immer gewissenhaft geschieht und alle für sich, füreinander und die Sache eintreten.

    Verantwortung ist die Zuversicht in die Absicht und Kraft aller an der Ausbildung Beteiligten, Fragen und infrage zu stellen, Antworten zu geben und Perspektiven zu entwickeln und zu er- proben.

    Verantwortung ist gemeinsame Verantwortung.

    Unterstützung

    Unterstützung ist ein zentrales Anliegen des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung. Wir setzen darauf, dass Professionalisierung durch eigene Anstrengung und Förderung der per- sönlichen beruflichen Kompetenz geschieht.

    Unterstützung ist, der allseitigen Kompetenzentwicklung verlässliche Stütze zu sein.

    Unterstützung ist gegenseitige Unterstützung.

    Entwicklung

    Entwicklung ist ein zentrales Anliegen des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung. Wir setzen darauf, dass Professionalisierung eine fortschreitende und dauerhafte Aufgabe ist.

    Entwicklung ist kreative weitere Entfaltung einer vorhandenen Idee und zeitgemäßes Fort- schreiben eines Kompetenzgefüges.

    Entwicklung ist gemeinsame Entwicklung.

    1 Auszug aus dem Programm des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung Rheine, http://www.zfsl- rheine.nrw.de/Ausbildungsrahmen/ZfsLprogramm/index.html (10. April 2014)

    http://www.zfsl-rheine.nrw.de/Ausbildungsrahmen/ZfsLprogramm/index.html http://www.zfsl-rheine.nrw.de/Ausbildungsrahmen/ZfsLprogramm/index.html

  • Personenorientierung in der zweiten Phase der Lehrerausbildung

    Seminar für das Lehramt an Grundschulen Stand: 26. November 2014 Seminar für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen Seite 4 von 22

    ZfsL Rheine

    Inhalt

    Einleitung .................................................................................................................................... 5

    1 Personenorientierung als leitendes Prinzip ........................................................................... 5

    2 Ihre Rolle ................................................................................................................................ 6

    3 Die Rolle der Ausbilderinnen und Ausbilder .......................................................................... 7

    4 Kernelemente des neuen Vorbereitungsdienstes und Bezug zur Personenorientierung ..... 8

    4.1 Personenorientierte Beratung mit Coachingelementen (POB-C bzw. Coaching) ........ 8

    4.2 Leitfaden zur Durchführung des Eingangs- und Perspektivgesprächs (EPG) (gem. § 15 OVP) .......................................................................................................... 11

    4.3 Fachliche und überfachliche Ausbildung .................................................................... 13

    4.3.1 Seminargestaltung .......................................................................................... 13

    4.3.2 Unterrichtsbesuche ........................................................................................ 14

    4.3.3 Unterrichtshospitation ................................................................................... 16

    4.3.4 Sonstige Beratungssituationen ....................................................................... 17

    4.4 Professionelle Lerngemeinschaften (PLG).................................................................. 17

    4.5 Portfolio ...................................................................................................................... 20

  • Personenorientierung in der zweiten Phase der Lehrerausbildung

    Seminar für das Lehramt an Grundschulen Stand: 26. November 2014 Seminar für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen Seite 5 von 22

    ZfsL Rheine

    Einleitung

    Die zweite Phase der Lehramtsausbildung findet in vier grundlegenden Dimensionen statt. Sie ist personenorientiert, wissenschaftsorientiert, kompetenzorientiert und standardorientiert.

    In Ihrer Universitätszeit lag der Akzent vermutlich vor allem auf der Wissenschaftsorientierung, der Kompetenzorientierung und der Standardorientierung, in gewissem Grad sicherlich auch auf der Personenorientierung. In Ihrer Ausbildung im Zentrum für schulpraktische Lehrerausbil- dung (ZfsL) und in der Schule liegt im Vergleich zur ersten Phase ein stärkerer Akzent auf der Personenorientierung. Alle vier Dimensionen stehen gleichberechtigt nebeneinander.

    Diese Informationen sollen Ihnen die Idee der Personenorientierung und die Elemente erläu- tern, die Sie in der Entwicklung Ihrer Lehrprofessionalität unterstützen.

    1 Personenorientierung als leitendes Prinzip

    Im Rahmen der Ausbildung entwickeln Sie Ihre Lehrkompetenz und Selbstkompetenz auf der Grundlage Ihrer persönlichen Ressourcen weiter. Ihre bisherige Lernbiographie – Ihre Erfahrun- gen und Kenntnisse aus Schule, Universität und anderen Lebensbereichen – bildet hierbei die Basis für das Entwickeln einer individuellen und authentischen professionellen Lehrpersönlich- keit.

    Sie entwickeln Ihre Lehrerrolle individuell. Ihre Selbstwahrnehmung wird durch Fremdwahr- nehmung reflektierend ergänzt.

    Die Ausbildung ist dabei ressourcenorientiert. Entwicklungsbereiche werden individuell festge- legt.

    Im Sinne des humanistischen Menschenbildes nach Carl R. Rogers2 trauen wir Ihnen zu, die für Sie wichtigen Lernaspekte auszuwählen, Fragen zu stellen und so Ihre Kompetenzen zu entwi- ckeln. Wir nehmen Sie als erwachsene autonome Lernerin bzw. Lerner ernst.

    Die Personenorientierung beruht hierbei auf wechselseitigem Vertrauen und auf Freiwilligkeit.

    Der Grad der individuellen Beratung wird von Ihnen selbst bestimmt.

    Die Ausbildung findet im Sinne individueller Förderung bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Standard-, Wissenschafts- und Kompetenzorientierung statt.

    Dies bedeutet, dass Sie sowohl Ihre fachlichen und überfachlichen Kompetenzen (z. B. Lehr- kompetenz, Beratungskompetenz) als auch Ihre Selbstkompetenzen (z. B. wie ist mein Zeitma- nagement, mein Konfliktmanagement, wie gehe ich mit bestimmten Situationen um) reflektie- rend entwickeln.

    Ihre Ausbilderinnen und Ausbilder sind offen, Sie als Person kennenzulernen. Dabei entschei- den Sie, welche Aspekte Ihrer Person in diesem Kontext eine Rolle spielen sollen.

    Personenorientierung ist also eine Grundhaltung, die sich in allen Elementen des Vorberei- tungsdienstes zeigt. Eine vertrauensvolle Lernatmosphäre ist hierbei wichtig. Die Kommunikati- on findet möglichst auf Augenhöhe statt.

    2 vgl. Rogers, Carl R.: Lernen in Freiheit, München 1974

  • Personenorientierung in der zweiten Phase der Lehrerausbildung

    Seminar für das Lehramt an Grundschulen Stand: 26. November 2014 Seminar für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen Seite 6 von 22

    ZfsL Rheine

    Es wird eine für Sie stimmige Verbindung von Persönlichkeit und Lehrerrolle angestrebt, mit ei- nem ganzheitlichen Blick auf Sie als Menschen, auf Ihre Kenntnisse, Erfahrungen, Bedürfnisse und Gefühle.

    Die Personenorientierung bedeutet also:

    1. Sie entwickeln eigenverantwortlich Ihr persönliches pädagogisches Selbstverständnis / Ihre Lehrerrolle

     durch Förderung Ihrer Reflexionsfähigkeit und Metakognition,

     indem Sie sich für eigene Wertsysteme und Haltungen sensibilisieren und sie entwi- ckeln,

     indem Sie Ihre eigene Rollenwahrnehmung und Ihren Umgang mit den verschiedenen Rollen und unterschiedlichen Akteuren im Schulsystem entwickeln,

     indem Sie die Persönlichkeitsmerkmale