Z£“RCHER HOCHSCHULE F£“R ANGEWANDTE WISSENSCHAFTEN z£“rcher hochschule f£“r angewandte wissenschaften

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  • ZÜRCHER HOCHSCHULE FÜR ANGEWANDTE WISSENSCHAFTEN

    DEPARTEMENT LIFE SCIENCES UND FACILITY MANAGEMENT

    INSTITUT UMWELT UND NATÜRLICHE RESOURCEN

    moMo

    Mobiles Modul für den Nutzpflanzenanbau in Schweizer Städten

    Master Thesis

    von

    Franziska Matter

    Masterstudiengang: LS 2009-2011

    Abgabedatum: 16. Dezember 2011

    Studienrichtung: Umwelt und Natürliche Ressourcen

    Fachkorrektoren: 4

    1. Prof. Bächtiger, Jean-Bernard

    ZHAW, Life Sciences und Facility Management Grüental, 8820 Wädenswil

    2. Treichler Bratschi Regula

    ZHAW, Life Sciences und Facility Management Grüental, 8820 Wädenswil

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    Zitiervorschlag

    Masterthesis von Franziska Matter (gelernte Gärtnerin, BA in Arts of Design, MSc in Life Sciences, Natural Resource Sciences);

    moMo - mobiles Modul für den Nutzpflanzenanbau in Schweizer Städten.

    Adresse Franziska Matter, Mattweg 25, 4144 Arlesheim, skamat3(at)yahoo.com

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    1 Mobiles Modul für den Nutzpflanzenanbau in Schweizer Städten

    1.1.1 Zusammenfassung Die Umgebung, in der die meisten Menschen leben, ist urban, überbaut und in gewissen Gegenden spärlich bepflanzt. In der städtischen Lebenswelt ist jedoch oft Allmend-Gebiet, d.h. ein Gut das der Stadtbevölkerung gehört, vorzufinden. Diesen Raum heisst es zu nutzen. Warum also nicht die direkte Wohnumgebung selber gestalten? Die Pflanzen eignen sich durch ihre Wachstumsdynamik hervorragend dafür, eine ästhetische Wohnumgebung zu gestalten und einen Kontrast zu der Statik der Häuser zu kreieren. Eine partizipative Stadtgestaltung mit der Bevölkerung wird angestrebt. Um den Aufwand des Gärtnerns in der Stadt, der auch ‚meditativ’ sein kann, zu belohnen, sind Konsumpflanzen eine Anbaumöglichkeit. Eine Ernte direkt neben der Haustüre erspart einige Transportstrecken und auch das Verpackungsmaterial für die Nutzpflanzen. Nebenbei wird ein Bezug zur Umgebung, der Natur und den Nahrungsmitteln hergestellt. Das Naturerlebnis in der Stadt soll ein umweltbildnerisches Ziel verfolgen, die natürlichen Kreisläufe zu verstehen, um eine positive Haltung zur Umwelt und der Natur aufzubauen, sodass diese respektvoll und nachhaltig genutzt wird. Die Vernetzung der Nachbarschaft ermöglicht, eine Soziokultur die in den gemeinsam genutzten Stadträumen ‚gedeihen’ kann. Es werden essbare Umgebungen von der Stadtbevölkerung kreiert und die Natur wird erlebt. Damit können die Ausflugsstrecken reduziert und der Stadtbevölkerung die Natur, im doppelten Sinn, näher gebracht werden. Dem Verdichtungsprozess der Siedlungsfläche und einer beschleunigten Bodenbeanspruchung durch das Bevölkerungswachstum(1) in den Städten kann begegnet werden, indem öffentlicher Raum um- und zwischengenutzt wird. Die Industriebrachen, Flachdächer und Hinterhöfe sind ein geeigneter Raum, um urbane Gärten anzulegen und die unmittelbare Wohnumgebung den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Diese Räume können zum Teil nicht direkt bepflanzt werden, da entweder andere Pläne in naher Zukunft zur Nutzung vorhanden sind oder kein geeigneter Boden vorhanden ist. Mit bepflanzbaren Modulen, die an allen Orten auf- und abbaubar sind, einzeln oder zu ganzen Anbaufeldern kombiniert werden können, wird der Raum umgenutzt. Dies ist das beabsichtigte Ziel mit den Mobilen Modulen und dem Projekt moMo, dessen Prozess unter anderem in dieser Arbeit beschrieben wird. Um mehr über Urban Farming, eine ‚junge’ Disziplin, zu der es wenige Daten gibt, zu erfahren, werden die Tests, Versuche und Analysen breit gefächert. Das heisst, viele Themen werden angeschnitten, die jedoch weiter vertieft werden könnten. Es werden die Nutzpflanzen aufgelistet, die durch städtische Anpflanzungen in Testbeeten auf ihre Tauglichkeit getestet wurden. Die Pflanzen wurden aufgrund der Standortbedingungen, die in den Städten und den Modulen vorherrschen, getestet. Einige Faktoren sind klimatisch (Stauhitze, Trockenheit durch Winde), und andere Standort bedingt (geringe Wurzeltiefe und Wachstumshöhe durch Platzmangel). Die spezielle Situation des Anbauens im Stadtraum bedingt eine Planung der Beethöhe, -form, -funktion und -mobilität. Um eine Anpflanzmöglichkeit zu konzipieren, wurden weitere Tests unternommen, die Resultate ausgearbeitet, um Prototypen eins mobilen Moduls zu bauen. Diese wurden dann an verschiedenen Standorten getestet. Die Stadtbevölkerung wurde durch eine Stichbefragung nach ihren Bedürfnissen in Bezug auf Nutzpflanzen in den Städten und einer Anpflanzmöglichkeit mit Modulen befragt, um mögliche Zielgruppen und Kunden für eine Weiterentwicklung des mobilen Moduls zu erkennen. Auch konnten mit den Daten der Stichbefragung Hypothesen bezüglich der Wohnumgebung und die gärtnerische Aktivität der StadtbewohnerInnen analysiert werden. Diese statistisch ausgewerteten Daten wurden dann grafisch in dieser Thesis-Arbeit dargestellt.

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    Abb. 03 Animation der mobilen Modulen kombiniert zu einem Feld. Autorin.

    1.1.2 Motivation Das Thema Urban Farming lag naheliegend für meine Masterarbeit, da ich gelernte Gärtnerin bin und als Selbständige im urbanen Raum tätig war. Als ich das Bachelorstudium in Design aufnahm und meine Arbeit zum Thema Zwischenräume im Bereich Stadtgestaltung schrieb, erkannte ich das Potential der Städte mit den willkürlich entstandenen Räumen durch unterschiedliche Bauvorhaben und -zeitintervallen. Mit einem Kartenspiel zeigte sich das Interesse nach sinnvoller nachhaltiger Grüngestaltung des Lebensraumes durch die Bewohner von Städten. Dies warf meine Frage auf: „Wie kann ich diese Bewegung und das Bedürfnis nach Aktivität und Natur in den Städten mit dem Potential von Zwischenräumen verbinden?“. Ich wollte mit meiner Arbeit dazu beitragen, dass die Städte vermehrt von den Bürgern gestaltet werden können und Hindernisse (Startschwierigkeiten, Unwissenheit, Zeitmangel) aus dem Weg geschafft wurden. Genauso war es mir ein Anliegen, die Stadtbewohnenden für den fairen und nachhaltigen Konsum von Nahrungsmitteln zu sensibilisieren. Dabei beobachtete ich in den Städten den vermehrten Anbau von Gemüse und Früchten anstelle von Zierpflanzen. Mein Vorschlag im Gespräch mit der Stadtgärtnerei Basel, Nutzpflanzen in den Rabatten anzubauen, kam nicht an. Aber die selbstorganisierte Bewegung war am wachsen, gedieh in allen Formen und an vielen Orten, und es ging nur noch darum, Hürden der Verwaltung zu überwinden. Mein Beitrag mit dieser Masterarbeit war es, herauszufinden, welche Nutzpflanzen sich für Schweizer Städte eignen. Die Bedürfnisse der Stadtbewohner in Bezug des Urban Farming zu befragen sowie eine Möglichkeit des Nutzpflanzenanbaus zu schaffen, die der Situation der Städte gerecht wird. Dabei wollte ich das Ziel nicht verlieren, den Naturbezug in den Städten herzustellen, die Natur in die Städte zu bringen, da die Naturschutzzonen in denen ich anfangs arbeiten wollte, für die vielen Stadtbewohner nicht ausreichend sind. Da kam die Frage auf, warum es so viele wissenschaftliche Arbeiten in den kleinen Naturschutzzonen gibt, jedoch die städtischen Zonen selten in Bezug auf die Natur untersucht werden. Warum beispielsweise gibt es kein Label zum Schutz der Biodiversität auf Brachflächen in den Städten? Bräuchte es eine Sensibilisierung und einen Bezug für die Natur in Städten. Und wie können StadtbewohnerInnen für die Natur in den Städten sensibilisiert werden? Um die Natur- Räume in Schweizer Städten, mit der Bevölkerung zu vergrössern.

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    Abb. 04 Schweizer Schutzgebiete (Ramsar, Nationalpark, Biosphärenreservate, UNESCO Welterbe Naturstätten) und Pärke. Bundesamt für Umwelt, BAFU.(2)

    2 Abstract The moMo project contains a mobil module for urban farming. With self-made gardening, urbanity gets a livable surrounding and a socioculture of selfmade and Bottom-up initiatives. The mobile module works with a capillarsystem to wattering the plants and reduce the maintance work. It has a cole substrat to support the natural microorganism, and captureing nutriens and water in soil. To rebuild ecosystems on a small space the ecocycles of nutrients, water and reproduction of plants have to be supported. To build a stable balance of the mobile Module-System. It`s necessary to plant the seeds in early springtime, and use the whole vegetationtime of switzerland. This means choosing useful plants for this clima and the condition of poor soil-depth. The spontaneous use of a module on roof decks, in courts or on urban fallow ground supports the inhabitants to create the environment, helps the urban biodiversity of old and rear usefull plants to increase. Citicens learn more about cultivated nature and its natural cycles. And finally the projekt moMo brings natur into the cities.Urban farming is a socioculturel gardening to grow useful plants and create a green live quality, in cities. The Projekt moMo involves different needs: clean food supply, local food for local people, do it yourself, plant and create the own surrounding and environmental education, in one context. The fields of environment, socioculture and urbandesign get involved, by participating the urban stakeholder in a bottom up process. In this Master-Thesis the crops suitable for Swiss cities were researched by test bed plantings and a rating list of the crops has been created. The needs of the city population was examined by a random survey and some Prototypes have been builed, teste