Diplomarbeit: Eine Analyse der Einsatzmöglichkeiten von Wikis zur Geschäftsprozessunterstützung

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    28-Jul-2015

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Diplomarbeit von Sandra Tgel

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<p>FREIE WISSENSCHAFTLICHE ARBEIT ZUR ERLANGUNGDES GRADES EINER DIPLOM-WIRTSCHAFTSINGENIEURIN MIT DEM THEMA:</p> <p>EINE ANALYSE DER EINSATZMGLICHKEITEN VON WIKIS ZUR GESCHFTSPROZESSUNTERSTTZUNG</p> <p>EINGEREICHT BEI:</p> <p>PROF. DR. ERIC SCHOOPLEHRSTUHL FR WIRTSCHAFTSINFORMATIK,INSBES. INFORMATIONSMANAGEMENT</p> <p>FAKULTT WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFTEN TECHNISCHE UNIVERSITT DRESDEN</p> <p>EINGEREICHT AM:</p> <p>21.04.2011</p> <p>EINGEREICHT VON: SANDRA TGEL</p> <p>EXTENDED ABSTRACT: EINE ANALYSESCHFTSPROZESSUNTERSTTZUNG</p> <p>DER</p> <p>EINSATZMGLICHKEITEN</p> <p>VON</p> <p>WIKIS</p> <p>ZUR</p> <p>GE-</p> <p>EINE ANALYSE DER EINSATZMGLICHKEITEN VON WIKIS ZUR GESCHFTSPROZESSUNTERSTTZUNGSANDRA TGEL</p> <p>1. Kontext der Arbeit und Motivation zu diesem Thema Die Arbeit ist dem Fachgebiet der Wirtschaftsinformatik sowie Organisationslehre zu zuordnen. Sie beschftigt sich mit den Themenkomplexen Enterprise 2.0 (insbesondere der Anwendungsklasse der Wikis) sowie Geschftsprozessmanagement. Das Organisationsgestaltungskonzept Geschftsprozessmanagement hat seit den 90er Jahren zunehmend an Popularitt gewonnen und ist ein anerkanntes Managementkonzept zur Steuerung der innerbetrieblichen Ablufe. Jedoch stt das Konzept vor dem Hintergrund der zunehmenden Dynamik der Umweltbedingungen sowie dem steigenden Anteil an Arbeit mit Projektcharakter (Kurz, 2009, S. 1) auf immer mehr Probleme und Grenzen. Es soll deshalb in dieser Arbeit untersucht werden, wie sich das Verstndnis des Geschftsprozessmanagements im Enterprise 2.0 wandelt und wie mit den neuen Technologien und Prinzipien des Enterprise 2.0 diesen Problemen begegnet werden knnen. 2. Zielstellung der Arbeit Diese Arbeit verfolgt das gestaltungsorientierte Ziel, ein Konzept fr ein Wikiuntersttztes Geschftsprozessmanagement im Enterprise 2.0 zu entwickeln. Dabei soll kein einseitiger Fokus auf Technologien (Social Software) gelegt werden, vielmehr soll ein ganzheitliches Verstndnis geschaffen werden, welches vor allen Dingen organisationskulturelle Aspekte des Enterprise 2.0-Konzeptes einschliet. Das zu entwickelnde Konzept soll dabei einen initialen, prototypischen Charakter aufweisen. Eine anschlieende empirische Erprobung des Konzeptes ist nicht Ziel dieser Arbeit. 3. Vorgehensweise Zur Erreichung des Forschungsziels wurden folgende Forschungsfragen gestellt, welche mittels einer literaturbasierten argumentativ-deduktiven Analyse (Wilde &amp; Hess, 2007, S. 284) in qualitativer Form beantwortet wurden:</p> <p>EXTENDED ABSTRACT 1</p> <p>EXTENDED ABSTRACT: EINE ANALYSESCHFTSPROZESSUNTERSTTZUNG</p> <p>DER</p> <p>EINSATZMGLICHKEITEN</p> <p>VON</p> <p>WIKIS</p> <p>ZUR</p> <p>GE-</p> <p>F1. Was versteht man unter dem Begriff "Enterprise 2.0"? F2. Auf welche Probleme und Grenzen stt das klassische Geschftsprozessmanagement? F3. Wie knnen Enterprise 2.0-Tools und -Prinzipien genutzt werden, um den aktuellen Problemen des Geschftsprozessmanagements zu begegnen? F4. Welche Kategorien von Geschftsprozessen knnen in ihrer Durchfhrung durch den Einsatz von Wikis untersttzt werden? 4. Ergebnisse und Schlussfolgerungen Alle gestellten Forschungsfragen konnten beantwortet werden. Durch eine literaturbasierte Recherche konnten vier Probleme des klassischen Geschftsprozessmanagements identifiziert werden: 1. Prozesse veralten rapide aufgrund hoher Umweltdynamik, 2. der Anteil an Prozessen mit Projektcharakter steigt, 3. fehlendes Einbinden von Wissen ber Prozesse bei der Prozessgestaltung sowie 4. Unwissen ber Aktualitt der Prozesse bei den Mitarbeitern. Zur Lsung der identifizierten Probleme wurde das Instrument der Prozess Community entwickelt, welches auf den Prinzipien von Enterprise 2.0 basiert. Unter Prozess Community wird eine Organisationsform fr Prozessmanagement mit dem Ziel der Prozessverbesserung und Erhhung der Prozessorientierung verstanden, in der Mitarbeiter aus allen Hierarchieebenen und Abteilungen an der Prozessgestaltung mitwirken knnen. Die Konzeptbeschreibung beinhaltet: Ziele und Aufgaben der Prozess Community, ein Rollenmodell, welches sicherstellt, dass die notwendigen Kompetenzen und Ressourcen zur Verfgung stehen, verschiedene Szenarien, wie eine Wiki-Plattform die Prozess Community untersttzen kann sowie Gestaltungshinweise fr den Betrieb der Prozess Community.</p> <p>5. Implikationen und weiteres Forschungspotenzial Auf Basis des entwickelten Konzeptes sind verschiedene Anstze fr Anschlussforschungen denkbar. Die Durchfhrung einer Fallstudie, in der die reale Erprobung des Konzeptes untersucht wird, kann weitere Potentiale fr die Weiterentwicklung der EXTENDED ABSTRACT 2</p> <p>EXTENDED ABSTRACT: EINE ANALYSESCHFTSPROZESSUNTERSTTZUNG</p> <p>DER</p> <p>EINSATZMGLICHKEITEN</p> <p>VON</p> <p>WIKIS</p> <p>ZUR</p> <p>GE-</p> <p>Gestaltungselemente der Prozess Community aufdecken. Zustzlich knnen weitere Aspekte wie die Kosten- und Ressourcensicht oder ein Meta-Prozess der Selbsterneuerung der Prozess Community untersucht werden, welche in dieser Arbeit bewusst nicht betrachtet wurden. 6. Fnf wichtigste (verwendete) Literaturquellen ALLWEYER, T. (2009). Geschftsprozessmanagement: Strategie, Implementierung, Controlling (3. Auflage.). Herdecke; Bochum: W3L. Entwurf,</p> <p>BUHSE, W., &amp; STAMER, S. (2008). Enterprise 2.0 - Die Kunst, loszulassen. Berlin: Rhombos. KOCH, M., &amp; RICHTER, A. (2009). Enterprise 2.0: Planung, Einfhrung und erfolgreicher Einsatz von Social Software in Unternehmen (2. Auflage). Mnchen: Oldenbourg. KOMUS, A., &amp; WAUCH, F. (2008). Wikimanagement: Was Unternehmen von Social Software und Web 2.0 lernen knnen. Mnchen: Oldenbourg. KURZ, M. (2009). BPM 2.0. Organisation, Selbstorganisation und Kollaboration im Geschftsprozessmanagement. Bamberg, Regensburg, Erlangen.</p> <p>EXTENDED ABSTRACT 3</p> <p>INHALTSVERZEICHNIS</p> <p>INHALTABKRZUNGEN ABBILDUNGEN TABELLEN 1 1.1 1.2 2 2.1 2.2 2.3 2.4 2.4.1 2.4.2 2.4.3 3 3.1 3.1.1 3.1.2 3.1.3 3.2 3.2.1 3.2.2 3.3 3.3.1 3.3.2 3.3.3 III IV V</p> <p>Einleitung ........................................................................................................ 1 Problemstellung und Zielsetzung ..................................................................... 2 Aufbau der Arbeit ............................................................................................. 3 Enterprise 2.0 und Wikis ................................................................................ 5 Vom Web 2.0 zum Enterprise 2.0 ..................................................................... 5 Enterprise 2.0 als Einsatz neuer Technologie .................................................. 6 Enterprise 2.0 als neue Organisationsphilosophie ........................................... 9 Wikis ............................................................................................................... 10 Gestaltungsprinzipien .................................................................................. 11 Funktionen ................................................................................................... 12 Besonderheiten von Enterprise Wikis .......................................................... 13 Theorie des Geschftsprozessmanagements ........................................... 15 Historische Entwicklung.................................................................................. 15 Scientific Management Funktionsorientierung der Organisation ............... 16 Von der Aufbau- zur Ablauforganisation ...................................................... 17 Business Process Reengineering und Wiederentdeckung der Prozesse .... 18 Geschftsprozessbegriff ................................................................................. 19 Klassifizierungsmglichkeiten ...................................................................... 21 Einsatzgebiete fr ein Wiki........................................................................... 24 Das klassische Geschftsprozessmanagement ............................................. 25 Der Geschftsprozessmanagement-Kreislauf ............................................. 26 Das Rollenverstndnis im klassischen Geschftsprozessmanagement ...... 28 Herausforderungen fr das Geschftsprozessmanagement ........................ 29</p> <p>4 Geschftsprozessmanagement im Zeitalter des Enterprise 2.0 ............... 32 4.1 Bewltigung der Herausforderungen .............................................................. 32 4.1.1 Empowerment .............................................................................................. 32 4.1.2 Weisheit der Vielen ...................................................................................... 33 4.1.3 Virtuelle Community ..................................................................................... 34 4.1.4 Chancen und Risiken durch Enterprise 2.0 .................................................. 35 4.2 Prozess Community ....................................................................................... 36 4.2.1 Ziele und Aufgaben ...................................................................................... 37</p> <p>SEITE I</p> <p>INHALTSVERZEICHNIS 4.2.1.1 Prozessverbesserung ................................................................................ 37 4.2.1.2 Prozessorientierung .................................................................................. 38 4.2.1.3 Verhltnis zum klassischen Geschftsprozessmanagement ..................... 39 4.2.2 Aufbau und Rollen ....................................................................................... 41 4.2.2.1 Prozessverantwortlicher ............................................................................ 43 4.2.2.2 Prozesspate .............................................................................................. 43 4.2.2.3 Moderator .................................................................................................. 44 4.2.2.4 Erweitertes Team ...................................................................................... 45 4.2.3 Das Wiki als Raum fr die Prozess Community ........................................... 45 4.2.3.1 Die Rolle des Wikis ................................................................................... 46 4.2.3.2 Anwendungsszenarien .............................................................................. 46 4.2.4 Notwendige Rahmenbedingungen ............................................................... 50 4.2.4.1 Untersttzung durch das Management ..................................................... 51 4.2.4.2 Motivation von Mitarbeitern ....................................................................... 52 5 5.1 5.2 5.3 Zusammenfassung und Ausblick ............................................................... 55 Ergebnisse der Arbeit ..................................................................................... 55 Kritische Anmerkungen .................................................................................. 58 Ausblick und weiterer Forschungsbedarf........................................................ 58 LITERATUR VI</p> <p>SEITE II</p> <p>ABKRZUNGSVERZEICHNIS</p> <p>ABKRZUNGENAjax CSCW ERP HTML RSS WFMS WWW WYSIWYG Asynchronous JavaScript and XML Computer Supported Collaborative Work Enterprise Resource Planning Hypertext Markup Language Really Simple Syndication Workflowmanagement-System World Wide Web What You See Is What You Get</p> <p>SEITE III</p> <p>DARSTELLUNGSVERZEICHNIS</p> <p>ABBILDUNGENAbbildung 1.1: Aufbau der Arbeit................................................................................. 4 Abbildung 2.1: Anzahl der Artikel in Wikipedia (Wikipedia, 2010) ............................. 10 Abbildung 3.1: Zusammenhnge zur Entwicklung des Geschftsprozessmanagements ....................................................... 15 Abbildung 3.2: Funktionale vs. prozessorientierte Sicht der Organisation (Komus &amp; Wauch, 2008, S. 237) ........................................................................ 17 Abbildung 3.3: Bezugspunkte des Geschftsprozessmanagements (Schmelzer &amp; Sesselmann, 2008, S. 5) ................................................................... 26 Abbildung 3.4: Der Geschftsprozessmanagement-Kreislauf (Allweyer, 2009, S. 91) ................................................................................................. 27 Abbildung 4.1: Das strategische und operative Geschftsprozessmanagement (Kurz, 2009, S. 34) ....................................................................................... 40</p> <p>SEITE IV</p> <p>DARSTELLUNGSVERZEICHNIS</p> <p>TABELLENTabelle 2.1: Beobachtungsmerkmale der Vernderungen im Web (Gissing &amp; Tochtermann, 2007, S. 12) ...................................................................... 6 Tabelle 2.2: Gegenberstellung Groupware und Social Software (in Anlehnung an Tscherteu, 2004, S. 6) ............................................................................. 9 Tabelle 2.3: Wiki-Gestaltungsprinzipien (Mller &amp; Dibbern, 2006, S. 48) .................. 12 Tabelle 3.1: Kategorisierungsrahmen fr Geschftsprozesstypen ............................ 23 Tabelle 3.2: Herausforderungen fr das Geschftsprozessmanagement ................. 31 Tabelle 4.1: Rollen in der Prozess Community.......................................................... 42 Tabelle 4.2: Wiki-Anwendungsszenarien .................................................................. 50 Tabelle 4.3: Einfluss des Transformationalen Fhrungsstils auf die Mitarbeitermotivation ............................................................................. 54 Tabelle 5.1: Potenziale der Prozess Community fr das Geschftsprozessmanagement ............................................................. 57</p> <p>SEITE V</p> <p>KAPITEL 1: EINLEITUNG</p> <p>1</p> <p>EINLEITUNGWenn Du wissen willst, was in deinem Unternehmen verbessert werden kann, frage deine Mitarbeiter. - Peter Drucker</p> <p>Im Laufe der letzten 150 Jahre hat sich das Bild der Arbeit radikal verndert. Der bergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft seit den Anfngen des industriellen Zeitalters war mit epochalen Fortschritten der Technologien, Produktivitt und Wissenschaften verbunden. Von der zweiten industriellen Revolution, in deren Mittelpunkt die Automatisierung und Massenproduktion von Gtern stand (Wende des 20. Jh.), ber die Entwicklung der Mikroelektronik und Informations- und Kommunikationstechnologie (1970er) bis hin zur heutigen global vernetzten Wissens- und Informationsgesellschaft hat die Arbeitswelt tiefgreifende Umbrche und Vernderungen erlebt (Niemeier, 2011). In gleichem Mae hat sich die Organisations- und Steuerungsform der modernen Arbeit in den Unternehmen gewandelt. Geschftsprozessmanagement als eine Steuerungsform der Unternehmensablufe hat sich von einer anfnglichen Managementmode in den 90er Jahren zu einem etablierten und anerkannten Konzept gewandelt. Verdeutlicht wird diese Entwicklung durch die Forderung der Prozessorientierung im Qualittsmanagement (vgl. EFQM) und die Aufnahme in die DIN ISO 9000-Norm. Ziel der Prozessorientierung ist es, durch das berwinden von Abteilungsgrenzen und Durchbrechen von aufbauorganisatorischen Strukturen eine hhere Fle...</p>

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