EIN PRIESTER DER MAGNA MATER AUS .EIN PRIESTER DER MAGNA MATER AUS SMYRNA. Seit längerer Zeit besitzt

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    EIN PRIESTER DER MAGNA MATER AUS SMYRNA

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    OVERGEDRUKT uiT: OUDHEIDKUNDIGE MEDEDEELINGEN UIT 's RIJKSMUSEUM VAN OUDHEDEN LEIDEN (NUNTII EX MUSEO ANTIQUARIO LEIDENSI) NIEUWE REEKS XIII 1932 j / 7 .- v . '; _ __ _

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  • EIN PRIESTER DER MAGNA MATER AUS SMYRNA.

    Seit lngerer Zeit besitzt das Rijksmuseum van Oudheden in Leiden ein ausgezeichnetes Portrt ' ) , welches bis jetzt nur wenig be-achtet wurde. Es wird im Fhrer des Museums 2) nur kurz erwhnt als mutmassliches + Bildnis eines lor-beerbekrnzten, sy-rischen Knigs oder Feldherrn" and et-wa dem 2. Jhrh. v. Chr. zugeschrieben. Das Stck, das hier mit freundlicher Er-laubnis von Dr. J. H. HOLWEBDA zum ersten Male abge-bildet wird3), wurde im J. 1826 von Kolo-nel Rotiers dem Mu-seum aus Smyrna gesandt und stammt also dem Anschein nach aus Klein-asien. Der Marmor ist verhltnismssig fein-krystallinisch und hat einen war-men, gelblichenTon. >>.

    1) N. R 0. III. 10. 2) Griekenland, Rorne, Etrurie". Gids voor de

    klass. afd. (1925), S. , 3. 3) Auch Frulein J. Brants bin ich fr freundliche

    Auskunft und Hilfe bei der Untersuchung des Origi-nals zu aufrichtigem Dank verpflichtet.

    Der Kopf, der im jetzigen Zustand noch etwas ber 0.36 M. misst '), stammt wahrscheinlich von einer Statue. Die Brachflche ist roh zu-gehauen und zeigt ein viereckiges, wahrschein-

    lich modernes Loch. An der r. Seite des Halses ist jedoch der Schulteransatz noch erhalten. Auch die Tatsache, dass die Rckseite des Kopfes und das Haupthaar hinter dem Kranz vernach-lssigt sind, weist m. E. darauf hin, dass der Kopf von einer Statue herrhrt.

    Die Oberflche, namentlich in der Stirn- und Mundpar-tie, ist leicht corro-diert, ohne dass der Eindruck dadurch wesentlich beein-trchtigt wird. Auch die Beschdigung an der Nasenspitze,

    1. dem Kinn und dem rechten Ohr, ist nicht strend. Auf'der rechten Backe ist die ursprngliche Oberflche noch teilweise erhalten; es zeigt sich dort, dass

    1) Lnge des Gesichts von der Unterseite des Kinns bis zum Haaransatz, 0.22 M.

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    die Epidermis mit besonderer Sorgfalt matt poliert war. Die Enden des steifgewundenen Lorbeerkranzes werden ber der Stirn von einem grossen Medaillon zusammengehalten, das leider zum grssten Teil verloren gegangen ist.

    Dargestellt ist ein Mann in mittlerem Alter, voller Kraft und Energie (Abb. 1 und 2). Die Stirn flieht etwas zurck, die Nase ist gross und gebogen. Unter den khnen Brauen schauen die Augen scharf her-vor. Denn, obwohl die Pupillen nicht plastisch angedeu-tet sind, ist der Blick vollkommen bestimmt durch den Schnitt der Augen-lider. Das linke Auge ist etwas weiter geffnet, das untere Lid des rech-ten Auges hingegen etwas angezogen, sodass es fast eine horizontale Linie bildet. Dadurch be-kommt der Blick etwas Scharfes, fast Stechendes. Der Abb. Mund ist breit und fest geschlossen, die Unter-lippe schiebt sich etwas vor, das Kinn scheint absichtlich gespannt und aggressiv vorgestreckt. In den Zgen um Nase und Mund, besonders in den Mundwinkeln, spielt leise ein versteckter, beweglicher Spott. Man mchte auf eine ange-borene Ironie schliessen, die eines Anlasses kaum bedarf, sondern als kultivierte Charak-tereigenschaft allem, was kommt, entgegentritt.

    Alles in allem ein Mensch, dessen intellek-tuelle Begabung ihn entschieden ber den Durchschnitt erhebt, ein willenskrftiger, selbst-

    bewusster Mann. Die Wendung des Kopfes nach links, die wir in Bezug auf den Krper annehmen mssen, wird den Eindruck dieser Persnlichkeit, die, wenn auch nicht gerade Zuneigung, so doch jedenfalls Respekt einflsst, noch verstrkt haben. (Abb. 3.) Zeit- und Stil-bestimmung dieses Kopfes ist nicht ganz leicht, obwohl er in der Formbehandlung einen deutlich

    ausgeprgten, eige-nen Charakter zeigt. Nirgends dringt der Meissel tief in den Marmor ein, die Ar-beit hlt sich soviel wie mglich an der Oberflche. Die fei-neren Details der Gesichtszge, die Furchen in der Stirn, die Falten um Nase und Mund werden nicht durch scharf-eingegrabene Linien angedeutet, sondern bilden sich, kaum merkbar, durch die ausserordentlich zarte Modellierung der Oberflche: der Schatten schwillt langsam an, wird dunkler und ver-

    2. tieft sich zu einer Linie, die dann ebenso allmhlich sich wieder in die Ebene verliert. Der Schattenschlag der etwas vorstehenden Brauen durchluft gleichfalls alle Abstufungen von Hell bis Dunkel und ist nir-gends scharf begrenzt. Die Augenlider, die Mundspalte sind gerundet, sodass nie ein klarer Schnitt, eine scharfgezogene Linie, ein abrupt hervortretender Gegensatz von Licht und Schatten entstehen kann. Weich gleitet das Licht ber die zart-modellierte Oberflche, die mit der sie umgebenden Atmosphre wie ver-wachsen ist.

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    Durch diesen charakteristischen Stil steht das Leidener Portrt in scharfem Gegensatz zu der Mehrzahl der uns bewahrten, spthel-lenistischen Bildnisse. Ueber die allmhlich be-rchtigte Gruppe der auf Delos gefundenen

    ' Portrts ist schwer zu urteilen, da eine ge-ngende Verffentlichung immer noch aussteht. Aus den von Picard ') gegebenen Beispielen und der Beschreibung, die van Essen in diesen Mededeelingen2)" gegeben hat, geht jedoch hervor, dass sie in stilistischer Beziehung das gerade Gegenteil des Leidener Kopfes sind: sie charakterisieren mehr durch Linien als durch Oberflchengestaltung3). Die Portrts vom griechischen Festlande sind durchweg allgemeiner und sind gewhnlich mehr einem Idealstil angeglichen4). Ausserdem ist der Schnitt der Zge bis in die Kaiserzeit hinein schrfer5). Wagt sich der Knstler an eine mehr individuelle Charakterisierung heran, dann benutzt er, wenn auch mit weniger Ge-schick und geringerem Erfolg, denselben tief-eingrabenden Linearstil, der uns von Delos her bekannt ist Rhodische Portrts sind nicht gengend bekannt, aber die Werke, die man der Rhodischen Schule zuschreiben darf7), zeigen nicht die geringste Verwandtschaft mit der schlichten, einfachen Formgebung des Leidener Portrts. Es fragt sich, ob rhodische Knstler nicht ebenfalls verantwortlich sind fr den spteren pergamenischen Stil des Zeusaltares. Jedenfalls suchen wir in der spteren Ent-

    1) Monuin. Piot, XXIV. 1920. S. 83 f. 2) VIII. 2. 1927, S. 51 f; leider kann ich seinen

    Ausfhrungen ber den Kopf Leiden I. 128 nicht beistimmen. Ich halte diesen Kopf fr modern.

    3) Lawrence, Later Greek Sculpture, S. 32 f. 4) . B. Kopf aus Delphi, vgl. Poulsen, Delphi

    (1920), Abb. 158159; Kopf Kopenhagen, Arndt-Bruckmann ( = A . B.) 1061 1063.

    5) Vgl. . B. Tiberius, aus Athen, . B. 1920. 6) z.B. . B. 399400; 883884; 885886; vgl.

    dazu Poulsen, Ikonographische Miscellen (Kgl. Danske Videnskab. Selskab, Histor.-filol. Medd. IV. 1)S. 34 f ; Lawrence, Later Greek Sculpture, S. 34 f.