Internationales Falknertreffen Hochosterwitz vom 2.–6. Oktober 1963

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    19-Aug-2016

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  • 34 Nachrichten Z. Jagdwiss. Bd. 10 (1964), H. 1

    jagdhistorische Schau, sowie die Jagdkunstausstellung und ,,Jagd mit der Kamera" er- wiihnt.

    Es darf abschliet~end gesagt werden, dai~ Mtinchen in umfassender und eindrucks- roller Weise eine Gesamtschau des Jagdwesens in Deutschland bot. Nicht nur der J~iger fand Interessantes in reicher Ftille, sondern gerade auch dem Laien wurde Ein- sicht erm/Sglicht in all das, was den J~iger und die Jagd in Deutschland bewegt. Er konnte daraus ersehen, eine wie wichtige Aufgabe der J~iger heute in Zusammenarbeit mit Natur- und Tierschutz hat, in dem Miihen um die Erhaltung einer artenreichen, gesunden Tierwelt in einer gesunden Landschaf~. Das aufzuzeigen und der Offentlich- keit nahezubringen scheint mir die wichtigste Aufgabe der Ausstellung gewesen zu sein.

    R. SCHWARZ

    Internationales Falknertreffen Hochosterwitz vom 2.- 6. Oktober 1963

    ,,Wenn sich die Falknerei nach einem jahrhundertelangen Schlaf heute neuerlich zu einer Bliite zu erheben scheint, so mtissen wohl verschiedene Voraussetzungen dazu vor- liegen. Wir J~iger haben yon der ,,ars venandi", der Kunst des Jagens, in der letzten Zeit viel verlernt. Wir haben wohl unsere Waffen verbessert, wit haben Jagdgesetze zum Schutze des Wildes geschaffen, wir haben uns bemtiht, die Jagd den Erfordernissen einer neuen Zeit anzupassen, wir haben aber doch viel, was der J~iger einst besessen hat, ver- loren. Sie haben sich nun zur Pflege einer alten Jagdmethode verpflichtet und ida glaube, daf~ dies in der heutigen Zeit nur m~Sglich geworden ist, weil sich in den letzten Jahrzehnten das Verh~iltnis zwischen Mensch und Tier grundlegend geiindert hat,"

    Mit diesen Worten aus seiner Begriif~ungsansprache hat der Landesj~igermeister yon K[irnten, Dr. WERNER KNAUS, das innerste Wesen der Jagd m~t dem Falken beriihrt. Trotz oder viellei&t gerade wegen unseres technischen Zeitalters ist der Mensch heute wieder in der Lage, eine inhere Verbundenheit zum Tier zu gewinnen, welche allein die erfolgreiche Ausiibung der Beizjagd erm/Sglicht. Die Arbeit mit Beizv/Sgeln erfordert ein besonderes MaI~ an Einfiihlungsverm6gen, Beherrschung und Ausdauer, wie es uns im t~iglichen Leben nicht mehr gegeben ist. Der Umgang mit edlen Falken f/Srdert dem- nach EigenschaRen, wel&e sich auch auf andere Gebiete unseres Lebens auswirken. Die Beizjagd hat also auch in unserer materialistischen Zeit nichts von ihrem hohen ethi- schen Wert eingebtif~t. Der kommerzielle Wert ist im Vergleich zur Jagd mit der Btichse nur gering. Es konnten auch keine neuen Errungenschaf~en der Technik uncl des Fort- schrittes bei dieser edlen Art des Jagens zur Anwendung gebracht werden. Die Jagd- falken fliegen und jagen heute no& genau so wie vor Jahrhunderten. Das Wild hat heute dieselben Chancen dem jagenden Falken zu entkommen, wie zu den Zeiten, in denen no& mit der Armbrust gejagt wurde. Die Beizjagd z~ihlt demnach nicht nur zu den edelsten, sondern auch zu den fairsten Jagdarten.

    Die Anwesenheit der Vertreter yon dreizehn Nationen beim Internationalen Falk- nertreffen auf der Burg Hochosterwitz zeigte iiberw~iltigend, dat~ die edle Kunst der Beizjagd an keine Grenzen gebunden ist. Welche Wertsch~itzung sie in den Kreisen der J~igerschatc geniet~t, war aus der Ansprache des Pr~isidenten des Internationalen Jagd- rates, Graf GeORO THURN-VALsAssINA,ersi&tli&. In dieser wies er darauf bin, daft es unter den zahlreichen Fachkommissionen des Conseil International de la Chasse (C. I. C.) noch keine solche ftir die Falknerei gebe. Er werde sich beim Vorstand des C. I. C. in Paris dafiir einsetzen, daf~ auch dieser Zweig des Waidwerks als einer der edelsten unserer Zun~ im Internationalen Jagdrat seinen Platz finde.

    Diese Tagung konnte demnach ihren Teil dazu beitragen, daf~ der traditionsgebun- dene J~igerstand, welcher die Bedeutung der Beizjagd erkannt hat, dieser edlen Art

  • Nachrichten 35

    \\.fidwerkens seinen Schutz angedeihen l~iflt. Au& die enge Zusammenarbeit zwi- I,,H den Falknervereinigungen aus aller Welt konnte auf diesem Treffen get:estigt . ,den. Gemeinsame Arbeit auf internationaler Basis ist der einzige Weg, um bemer- . ,,,.wcrte Erfolge zu erzielen. Dies sowohl bei.Ausiibung der Beizjagd und Festigung .... ', Anerkennung derselben, als auch bei unseren Bemtihungen, den Greifv~Sgeln den so ,,,~ i~cn Schutz zu verschaffen. Neben der jagdlichen Bet~itigung wurde mit Hilfe einer \ .sstellung tiber Beizjagd einst und jetzt, Greifvogelkunde und Greifvogelschutz sowie . I~,,-& ein Schaufliegen die breite Offentlichkeit angesprochen,

    Wtirdiger Abschlufl der Tagung war eine zu Ftiflen der herrlichen Burg Hochoster- ,ritz abgehaltene Falkner-Feldmesse. Die Predigt des Herrn De&ant FOSSL war so , crst~indnisvoll und zu Herzen gehend, daft selbst Nichtkatholiken ergriffen waren.

    Der CJsterreichische Falknerbund hat sich bemtiht, das Internationale Falknertreffen ,uf der Burg Hochosterwitz so zu gestalten, daft jeder Teilnehmer mit einem inneren (;ewinn in seine Heimat zuriickkehrt. H. Pits

    Bericht fiber den Sechsten Kongrefl des Ringes Internationaler Jagdwissenschattler

    in Bournemouth (England)

    Der Sechste Kongrefi des Ringes Internationaler Jagdwissenschaffler fand vom 7. bis 12. Oktober 1963 in Bournemouth (England) statt. Die Zusammensetzung der Teil- nehmer wurde von dem Kongreflort insofern nicht unerheblich beeinfluf~t, als dieses Mal die Vertreter der Staaten des Vereinigten K6nigreiches stark in den Vordergrund traten und auch die USA eine ansehnliche Gruppe yon Wissenschafflern entsandte. Die Polen waren im Gegensatz zu frtiher nicht erschienen, daftir sah man wieder einmal einen Vertreter der TschechosIowakei. Die Kongreflsitzungen fanden im Pier Theater start, das im Meer liegt. Die Ausrichtung des Kongresses hatten die englischen Natur- schutz- und WiIdforschungs-Organisationen in vorbildlicher Weise besorgt, dabei mit- gewirkt hat auch die Eley Game Advisory Station, die auch den gesch~iffsfiihrenden Pr~isidenten Herrn Coitus stellte, den man yon frtiheren Kongressen her schon kannte.

    Bei der feierlichen Er~Sffnung begriiflte mit W~irme der Ehrenpr~isident Earl WAL- DEGRAVE, der Leiter der Forestry Commission, die Teilnehmer. Er appellierte an die J~iger, die Landwirtschaff und den Naturs&utz, auf internationaler Grundlage zusam- menzuarbeiten. Ebenso herzlich waren die anschlieflenden Begriiflungsworte des Btir- germeisters yon Bournemouth, der unter Anspielung auf das gute Wetter, das die G~iste zum Er/Sffnungstag mitgebracht batten, dem Kongrefl einen guten Verlauf wiinschte.

    Der Kongreflstoff war, wie friiher auch, nach verschiedenen Gesichtspunkten geord- net, wobei Symposien die Konzentration des Stoffes noch f6rderten. VortrS.ge und Dis- kussionen standen durchweg auf einem beachtlichen Niveau. Die Tatsache, daft die Vortr~ige vorher schon im Wortlaut (englisch und deutsch) vorlagen, kam der Diskus- sion zugute. Unter den Referaten verdient insbesondere hervorgehoben zu werden das yon H. BROLL (Deuts&land): ,,Studien zur Asung des Fasans (Phasianus colcbicus) in Landschaffen Deutschlands, Englands und Jugoslawiens." Hier wurde n~imlich zum ersten Mal ein Forschungsergebnis auf internationaler Grundlage zur Kenntnis ge- bracht (Gemeinschaffsarbeit BROLL -- COLES -- VALENTINe14) auf Grund einer Anregung, die beim Vierten Kongrefl des Ringes Int, ernationaler Jagdwissenschaffler in Arnheim gegeben worden war. Die Analysen der Kropfinhalte ergaben, daft der Fasan nicht nur als ,,Kulturfolger", sondern sogar als ,,Zivilisationsfolger" anzusehen ist, und daf~ er Wasserarmut nicht ertr~igt. Die Untersuchungen sollen noch erweitert

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