Nebenwirkungen in der ästhetischen Dermatologie

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    07-Feb-2017

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  • Hautarzt201364:144144DOI10.1007/s00105-012-2481-1Onlinepubliziert:15.Mrz2013Springer-VerlagBerlinHeidelberg2013

    K.Fritz1,2M.Landthaler31HautarztpraxisLandau,Landau2UniversittsklinikfrDermatologie,Inselspital,Bern3KlinikundPoliklinikfrDermatologie,UniversittsklinikumRegensburg

    NebenwirkungenindersthetischenDermatologie

    sthetisch korrektive Wunschleistun-gen sind in den beiden letzten Jahrzehn-ten vermehrt zu einem wichtigen Schwer-punkt in der Dermatologie, vor allem von Hautarztpraxen geworden.

    In Bezug auf Behandlungsrisiko, Er-wartungshaltung der Patienten, der Kos-tenerstattung, ethisch, rechtlich sowie steuerlich stellen sthetische Eingriffe in der Regel strengere Anforderungen als kurative.

    Nebenwirkungen bei medizinisch s-thetischen Leistungen sind ein zentraler Punkt geworden, der allerdings in Publi-kationen und praktischen Kursen seltener so im Vordergrund steht, wie die Darstel-lung immer wieder neuer und nicht im-mer sicher evaluierter Behandlungsstra-tegien. In Deutschland trgt das Patien-tenrechtegesetz dazu bei, sehr viel stren-gere Mastbe an Aufklrung und Qua-litt besonders bei nicht lebensnotwendi-gen Leistungen anzulegen. In sterreich trat ab 01.01.2013 das sog. sthOp-Gesetz in Kraft, das sthetische Behandlungen und Operationen ohne medizinische In-dikation regelt.

    Fr Komplikationen macht der Patient in der Regel den behandelnden Arzt ver-antwortlich, es werden Behandlungs- und hufig in solchen Fllen zudem auch noch Aufklrungsfehler unterstellt. Da-mit wird die Beweislast dem Arzt zuge-schoben.

    Die Rechtsprechung stellt an die Auf-klrung vor einer kosmetischen Opera-tion sehr strenge Anforderungen.

    Ein Patient sei umso ausfhrlicher und eindringlicher ber die Erfolgs-aussichten eines Eingriffs und etwaiger

    schdlicher Folgen zu informieren, je we-niger ein rztlicher Eingriff medizinisch geboten ist, was im besonderen Mae fr kosmetische Operationen gilt, die nicht medizinisch indiziert sind, sondern in erster Linie einem sthetischen Bedrf-nis des Patienten entsprechen. Der Pa-tient muss in einem solchen Fall darber unterrichtet werden, welche Verbesse-rungen er gnstigstenfalls erwarten kann, und ihm mssen mgliche Risiken deut-lich vor Augen gefhrt werden, damit er genau abwgen kann, ob er einen mgli-chen Misserfolg des Eingriffs und darber hinaus denkbare bleibende Entstellungen oder gesundheitliche Beeintrchtigungen in Kauf nehmen will, selbst wenn diese auch nur entfernt als Folge des Eingriffs in Betracht kommen. Dabei ist anerkannt, dass der Arzt, der eine kosmetische Ope-ration durchfhrt, seinem Patienten das Fr und Wider mit allen Konsequenzen darzulegen hat.

    DJewenigerdringlichundnotwendigderEingriffist,destohherundstrengersinddieAnforderungenderRecht-sprechunginpunctoAufklrung.

    Das hat auch Bedeutung fr den, der die Kosten trgt. Weder private noch gesetz-liche Kassen bernehmen in der Regel s-thetisch korrektive Leistungen und dem-entsprechend auch nicht evtl. Folgekos-ten zur Behandlung von Nebenwirkungen.

    Um Seriositt in diesem Bereich zu si-chern, gab die Bundesrztekammer Emp-fehlungen fr Patienten im Umgang mit solchen Angeboten:

    FAufklrung ber Nutzen und Kosten der Leistung,

    FFreiwilligkeit der Entscheidung,Fordnungsgeme Rechnungsstellung

    nach GO,Fschriftliche Zustimmung vor

    Behandlungsbeginn.

    Die Zuordnung medizinischer Leistung entweder zur sthetik oder kurativen Medizin gelingt aber nicht immer; auch in verschiedenen Lndern differieren sie vieles bleibt in einer Grenzzone des Er-messens. Es ist somit nicht unwesentlich fr den behandelnden Arzt, selbst festzu-legen und zu dokumentieren, ob es sich im individuellen Fall um eine kurative oder eine sthetische Behandlung handelt mit allen oben genannten Folgen.

    Dr. Klaus Fritz

    Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Landthaler

    Korrespondenzadressen

    Dr.K.FritzHautarztpraxisLandauReduitstr.,76829Landaudrklausfritz@t-online.de

    Prof.Dr.Dr.h.c.M.LandthalerKlinikundPoliklinikfrDermatologie,UniversittsklinikumRegensburgFranz-Josef-Strau-Allee11,93053Regensburgmichael.landthaler@ukr.de

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