T3V2 MP-Aufbereitung und Prionenproblematik - dgsv-ev.de .MP-Aufbereitung - Die Bedeutung von pathologischem

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  • MP-Aufbereitung- Die Bedeutung von pathologischem Prionprotein -

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    5. Oktober 2011Marc Thanheiser Fachgebiet Angewandte Infektions-und KrankenhaushygieneRobert Koch-Institut

  • Gliederung

    I. Grundstzliche Aspekte

    II. Nachweismethoden fr die Prioninaktivierung

    III. Reinigung

    IV. Desinfektion

    2

    IV. Desinfektion

    V. Sterilisation

    VI. Validierung

  • I. Grundstzliche Aspekte

    Die Wahrnehmung von Risiken und deren Beherrschbarkeit unterliegt einem zeitlichen Wandel(wissenschaftlicher und

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    (wissenschaftlicher und technischer Fortschritt)

    Die Aufbereitung von MP ist ein Bereich des voll beherrschbaren Risikos

  • Prionenproblematik

    -Risikogewebe? WHO Guidelines on Tissue InfectivityDistribution in Transmissible Spongiform Encephalopathies

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    -Risikogruppen, Risikoeingriffeund Manahmen ?Abschlussbericht der Task Force vCJK Bundesgesundheitsbl. 2002 45:376394

    Aktualisierung der Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten (KRINKO-BfArM)

  • Welche Manahmen sind zu ergreifen?

    1. Beim nachtrglichen Bekanntwerden einer CJK:

    Einzelfallentscheidung im Rahmen der Risikoanalyse (Eingriffam Risikogewebe? Wurden Prion-wirksame Verfahren angewandt?).

    Fr die Entscheidung einzubindenden Personen:

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    Fr die Entscheidung einzubindenden Personen:- Gesundheitsamt (meldepflichtiger Tatbestand)- der behandelnde Arzt- der Leiter der Einrichtung- ggf. der/die zustndige Krankenhaushygieniker/in- der fr die Aufbereitung unmittelbar zustndige Mitarbeiter- die fr die berwachung der Aufbereitung von Medizinproduktenzustndige Aufsichtsbehrde.

  • Welche Manahmen sind zu ergreifen?

    2. Generelle Manahmen bei nicht erkennbarem Risiko:

    Bei Eingriffen an Risikogeweben Einmalprodukte(Skalpelle, Biopsienadeln, Kanlen...) verwenden.

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    Ansonsten Kombination wenigstens zweier auch fr dieDekontamination bzw. Inaktivierung von Prionen zumindestpartiell geeigneter Verfahren (Reinigung, Desinfektion, Sterilisation).

  • II. Nachweismethoden

    In vivo im Hamstermodel (500 Tage) und als Ergebnis LD50-Reduktion

    Qualitativer und quantitativer Suspensionstest: Prion-inaktivierend

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    + Quantitativer Carrier-Test:Prion-dekontaminierend

    Bertram et al. Inaktivierung und Entfernung von Prionen bei der Aufbereitung von Medizinprodukten -Ein Beitrag zur Prfung und Deklaration geeigneter Verfahren-, Bundesgesundheitsbl. 2004, 47:3640

  • Alternative/ergnzende Nachweismethoden

    (s)PMCA (serial) protein misfolding cyclic amplification

    Amplifikationstechnik bei der PrPSc-haltiges Hirnhomogenat seriell mit einem vielfachen Hirnhomogenat gesunder Tiere verdnnt und

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    Hirnhomogenat gesunder Tiere verdnnt und die Umfaltung des PrPC in die Proteinase K-resistente Isoform durch eine zyklischeWiederholung von Inkubations- und Ultraschall-Behandlungsschrittenbeschleunigt wird.

    Emerg Infect Dis Vol. 15, No. 5 May 2009

  • Vorteile der (s)PMCA

    Mgliches Surrogat fr Versuche im Tiermodell:

    ethische Grnde,

    deutliche Zeitersparnis und

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    ermglicht den Nachweis der Seeding-Aktivitt noch bei einer 10 -12 Verdnnung von Scrapie-Hirnhomogenat,

    dadurch wre ein weiter Einsatzbereich denkbar.

  • III. Reinigung

    Dem Aspekt der Reinigung kommt auch im Hinblick auf die Problematik unerkannter Trgerpathologischen Prionproteins (Inzidenz 1-2 /1.000.000) eine herausragende Rolle zu, da die Effektivitt von Inaktivierungsverfahren durch eine

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    Effektivitt von Inaktivierungsverfahren durch eine vorausgehende thermische Trocknung oder die Anwendung proteinfixierender Desinfektionsmittel erheblich beeintrchtigtwird, andererseits ein geeignetes Reinigungsverfahren zu einer erheblichen Abreicherung von Prionprotein fhren kann.

  • Reinigung

    Proteine nicht fixierende (Vor-) Reinigung

    Reinigungsleistung kontrollieren

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    Reinigungsleistung kontrollieren (optische Sauberkeit/Warnwert)

    Bevorzugt alkalische Reinigung im RDG

  • Alkalische Reinigung

    Die alkalische Reinigung zeichnet sich durch hohe Wirksamkeit hinsichtlich der Lsung von Protein- und Fettrckstnden sowie eine gewisse antimikrobielle und prioninaktivierende Wirkung aus.

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    aus. Die Behandlung in 2,5% Natriumhypochlorit-oder in 1M Natriumhydroxidlsung sind in der Routine oft nicht oder nur eingeschrnkt anwendbar. Lemmer et al. 2008, Rogez-Kreuz et al. 2009, Rutala et al. 2010

  • Reinigungsmittel

    Leider knnen desinfizierende Reiniger bzw. Desinfektionsmittel mit z. B. Ethanol oder Aldehyden aufgrund ihres Wirkungsmechanismus proteinfixierende Eigenschaften haben.

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    Entscheidend ist die Formulierung des Mittels und bei Reinigungsmitteln die nachgewiesene Reinigungsleistung!

    Ultraschallbehandlung kann die Reinigungsleistung erhhen.

  • FAQ Reinigung

    FAQ Reinigung von Medizinprodukten unter dem Aspekt einer potenziellen Verminderung von infektisem /

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    Verminderung von infektisem / pathologischem Prionprotein. Welche Anforderungen werden an ein geeignetes Reinigungsverfahren gestellt? (www.rki.de > Infektionsschutz > Krankenhaushygiene > FAQ -> Aufbereitung von Medizinprodukten)

    .

  • IV. Desinfektion

    Welche Desinfektionsmittel ?

    Aldehyde und Alkohole haben stabilisierende /fixierende Effekte.

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    Was ist mit PES? GdnSCN? H2O2? Ethylenoxid?und anderen Formulierungen?

  • Welche Desinfektionsmittel ?

    ?

    16Rutala et al. 2010

  • Fixierende Eigenschaften von Desinfektionsmitteln

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    Fixierung von koaguliertem Schafblut auf Glastrgern bei Anwendung verschiedener Desinfektionsmittel (Beekes et al. 2010)

  • Geeignete Desinfektionsmittel

    Reiniger/Desinfektionsmittel mit nachgewiesener Prion-inaktivierender oder dekontaminierender Wirkung sindverfgbar.

    Bertram et al. Inaktivierung und Entfernung von Prionen bei der Aufbereitung von Medizinprodukten -Ein Beitrag zur Prfung und Deklaration geeigneter Verfahren-, Bundesgesundheitsbl. 2004, 47:3640

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    Deklaration geeigneter Verfahren-, Bundesgesundheitsbl. 2004, 47:3640

    Beekes et al. Fast, broad-range disinfection of bacteria, fungi, viruses and prions. Journal of General Virology 2010; 91(2): 580-589.

    Rutala et al. SHEA GUIDELINE Guideline for Disinfection and Sterilization of Prion-Contaminated Medical Instruments. Infect Control Hosp Epidemiol 31:107 (2010)

    http://www.afssaps.fr/ (Agence francaise de securite sanitaire des produits de sante). Liste des produits inactivants totaux selon le PSP en vigueur, utilisables dans le cadre des procdures prvues par le projet de circulaire 138 rvise.

  • V. Sterilisation

    Von den zur Verfgung stehenden Sterilisationsverfahren wurde fr die Dampfsterilisation (134 C, 5-18 Min.) bzw. fr bestimmte Wasserstoffperoxid-basierte Verfahren

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    Wasserstoffperoxid-basierte Verfahreneine relevante Wirkung nachgewiesen

    Rogez-Kreuz et al. Inactivation of animal and human prionsby hydrogen peroxide gas plasma sterilization. Infect Control Hosp Epidemiol. 2009; 30(8):769-77.

    Rutala et al. SHEA GUIDELINE (2010)

    http://www.afssaps.fr/

  • VI. Validierung

    Weder das mit der Desinfektion angestrebte Ziel der Keimarmut noch das mit der Sterilitt angestrebte Ziel der Sterilitt ist dem Medizinprodukt anzusehen.

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    Der Erfolg kann nur durch Anwendung validierter Verfahren und durch berwachung von relevanten Prozessparametern, die im Rahmen der Validierung definiert wurden, belegt werden.

  • Validierung der Inaktivierung von Prionen?

    Im Rahmen der Validierung mssen die (physikalischen/chemischen) Parameter bzw. Kontrollen fr die Chargenfreigabe festgelegt werden.

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    werden.

    Welche sind das bei Prionen?

  • Validierung bei H2O2-Verfahren

    Die Validierung von H2O2-Verfahren erfolgt durch Messungen verfahrensbestimmender Gren (z.B. H202-Menge, Temperatur, Feuchte ber die Zeit).

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    Neben der Geometrie sind die Material-eigenschaften der Medizinprodukte fr den Sterilisiererfolg bedeutsam.

    Bioindikatoren mssen ergnzend eingesetzt werden.

  • D-Werte

    Geobac. stearoth.:

    121C > 1,5-2 Min.

    134C > wenige Sekunden

    Was ist mit D-Werten

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    Was ist mit D-Werten

    -von Prionen?

    -bei H2O2-Verfahren?

  • Bioindikatoren

    Sterilisation von Produkten fr die Gesundheitsfrsorge -Biologische Indikatoren - Teil 6: Biologische Indikatoren fr Sterilisationsverfahren mit Wasserstoffperoxid (ISO/NP 11138-6:2008)

    Beginn des Projekts

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    Beginn des Projekts 2009-01-12

    Geplante Dokumentnummer DIN EN ISO 11138-6

  • Prionen als Bioindikatoren?

    Was spricht fr sie?

    hohe ResistenzIndikator fr Fixierung bzw. Reinigung

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    Indikator fr Fixierung bzw. Reinigunggeringe Nachweisgrenze

    Denkbar durch den Einsatz der sPMCA.

  • Vielen Dank fr Ihre Aufmerksamkeit

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    Ich beantworte jetzt gerne Ihre Fragen.