Was Sie als Patient wissen sollten - kzbv.de .6 DIE THERAPIE IM ÜBERBLICK Die Therapie im Überblick

Embed Size (px)

Text of Was Sie als Patient wissen sollten - kzbv.de .6 DIE THERAPIE IM ÜBERBLICK Die Therapie im...

Was Sie alsPatient wissen sollten

Zahnfllungen2

Patienteninformation >> Kassenzahnrztliche Bundesvereinigung

2Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient!

dass Bakterien in das Innere des Zahns eindringen. Das beugt einem Fortschrei-ten der Karies vor.

Die Verantwortung fr Ihre Zahnge-sundheit tragen Sie und Ihre Zahnrztin oder Ihr Zahnarzt gemeinsam. Fr eine Therapieempfehlung sind dabei viele Faktoren mageblich, die im Einzel-fall abgewogen werden mssen: Ihre Zahnsituation, Ihre allgemeine Gesund-heit, die jeweiligen Eigenschaften der Fllungsmaterialien und Ihre Ansprche an die sthetik.

Ihre Zahnrztinnen und Zahnrzte

Gesunde und schne Zhne gehren zu einem gepflegten Aussehen, denn sie wirken sympathisch und unterstreichen Ihre positive Ausstrahlung.

Mit eigenen Zhne lsst sich am besten lachen, beien, kauen und sprechen. Jedoch lautet die Diagnose nach der zahnrztlichen Untersuchung auch heute immer noch zu hufig Karies. Mit einer geeigneten Fllungstherapie stellt Ihre Zahnrztin oder Ihr Zahnarzt die Funktion und die Form Ihres Zahnes wieder her. Damit wird auch verhindert,

VORWORT

3

ZAHNAUFBAU

Zahn fr Zahn: Harte Schale empfindlicher Kern

> Wurzelzement [4] umfasst vom Zahnhals [5] bis zur Wurzelspitze [6] den nicht sichtbaren Teil des Zahnes. Er ist nach innen mit dem Zahnbein und nach auen durch Fasern [7] mit der Wurzelhaut (Desmodont) verbunden.

> Jeder Zahn ist in ein Zahnfach (Alveole [8]) eingebettet, das gemeinsam mit dem Wurzelzement und dem Zahn-fleisch (Gingiva [10]) den sogenannten Zahnhalteapparat (Parodontium) bildet. Dieser sorgt dafr, dass der Zahn im Kieferknochen [9] fest verankert ist.

> Zahnschmelz [1] berzieht den sichtbarenTeil Ihrer Zhne und schtzt ihr Inneres. Er ist nicht nur die hrteste Substanz Ihres Krpers, er ist auch einmalig: Zahnschmelz wchst nicht nach. Er besteht fast ausschlielich aus dem Mineral Kalziumphosphat (Hydroxylapatit) und Spurenelementen wie Magnesium und und Fluorid.

> Zahnbein (Dentin [2]) ist hrter als Knochengewebe, aber elastisch und wird bis ins hohe Alter immer wieder neu gebildet. In den feinen Dentinkanl-chen (Tubuli) befinden sich Nerven- fasern und Gewebsflssigkeit (Dentin-liquor).

> Zahnmark (Pulpa [3]) besteht aus Blutgefen, Nervenbahnen, Binde-gewebe und Zellen zur Bildung von Zahnbein. Das relativ weiche Zahnmark liegt in einem Hohlraum im Inneren des Zahnes der Pulpahhle und versorgt das Zahnbein mit Nhrstoffen. Die Nerven leiten Reize wie Hitze oder Klte weiter. Das Zahnmark ist ber den Blutkreislauf mit dem gesamten Organismus verbunden.

4

KARIES

> Speichel und ZeitDer Speichel ist mit Mineralstoffen angereichert und hat unter anderem die wichtige Funktion, den Zahnschmelz immer wieder zu hrten (remineralisie- ren). Wiederholt sich durch den hufigen Verzehr von zuckerhaltigen Zwischen-mahlzeiten oder Getrnken der Sure-angriff auf die Zhne zu oft, bleibt fr die natrliche Remineralisation der Zhne durch den Speichel nicht gen-gend Zeit: Das Gleichgewicht zwischen Entkalkung (Demineralisation) und Reparatur ist gestrt das Loch im Zahn, die Karies, entsteht.

Die Neigung, Karies zu entwickeln, ist nicht bei allen Menschen gleich. Das hngt damit zusammen, dass Men-schen schon von Natur aus einen sehr unterschiedlichen Suregrad (pH-Wert) des Speichels haben knnen. Je nied-riger der natrliche pH-Wert, desto strker wirken sich die Sureangriffe nach der Nahrungsaufnahme auf die Zhne aus.

Karies ist eine durch den Stoffwechsel von Bakterien verursachte Erkrankung der Zhne. Sie entsteht, wenn am Zahn von den im Zahnbelag enthaltenen Bak-terien ber lngere Zeit Zucker aus der Nahrung in Sure umgewandelt wird. > Plaque oder BiofilmBakterien in der Mundhhle heften sich aneinander, bilden Netzwerke und eine zhklebrige Substanz, die sich vor allem auf den Zhnen festsetzt: Aus Bakterien, Nahrungsresten und Bestandteilen des Speichels entsteht so ein Zahnbelag, auch Plaque oder Biofilm genannt.

> Zucker und BakterienDie im Zahnbelag enthaltenen Bakte-rien gewinnen ihre lebensnotwendige Energie aus den Kohlehydraten in der Nahrung, hauptschlich aus leicht vergrbarem Zucker. Dabei wandeln sie Zucker zunchst in Suren um. Diese Suren entkalken (entmineralisieren) den Zahnschmelz. Ist der Schmelz pors geworden, knnen Mikroorganis-men in den Zahn eindringen und ihn von innen heraus zerstren.

Karies

5

KARIES

> Kariesvorbeugung

ErnhrungHufige zuckerhaltige Zwischenmahl- zeiten meiden ber ausgewogenes Essen und Trinken freuen sich die Zhne und der gesamte Organismus.

Zahnpflegenach vorheriger Anleitung in der Zahn- arztpraxis; in der Regel mindestens zweimal tglich drei Minuten mit Zahnbrste und Zahncreme fr Plaque- Freiheit sorgen, systematisch alle Zahn-flchen putzen; Zahnzwischenrume mit Zahnseide oder Interdentalraum-brstchen reinigen.

ZahnschmelzTgliche Strkung durch Fluoride zum Beispiel mit fluoridhaltiger Zahn-pasta und fluoridiertem Speisesalz.

ZahnarztpraxisZweimal jhrlich Kontrolle in der Zahn-arztpraxis und regelmige professio-nelle Zahnreinigung.

> Der Stoffwechsel von Bakterien verursacht Karies

Fr die Entstehung von Karies ist nicht entscheidend, wie viel Zucker oder Kohlenhydrate auf einmal gegessen werden, sondern wie oft und wie lange die Zhne dem Zucker und den daraus entstehenden Bakteriensuren ausgesetzt sind. Der hufige Genuss kleiner Mengen ist daher viel schdlicher als der Verzehr einer groen Portion auf einmal.

6

DIE THERAPIE IM BERBLICK

Die Therapie im berblick

vorbereitet, kann er mit einem Fllungs-material versorgt und dauerhaft dicht verschlossen werden.

Grundstzlich unterscheiden Zahn-rzte zwischen plastischen Fllungen und Einlagefllungen. Die plastischen Fllungsmaterialien werden in formba-rem Zustand in den Zahn eingebracht und hrten dort aus. Einlagefllungen werden immer auerhalb des Mundes angefertigt, in den Zahn eingepasst und anschlieend befestigt. Beim Material wird zwischen metallischen und nicht-metallischen Werkstoffe unterschieden.

Damit ein kariser Zahn mit einer Fllung versorgt werden kann, muss zuerst die erkrankte Zahnsubstanz entfernt werden. Diese vorbereitende Behandlung wird Prparieren ge-nannt. In der Regel kommen dabei klassische zahnrztliche Instrumente wie derBohrer zum Einsatz. Bei kleineren Kariesdefekten wird mitunter auch mit Lasertechnik oder chemischen Verfahren gearbeitet.

Ziel einer jeden Prparation ist es, von der Zahnsubstanz so viel wie mglich zu erhalten und so wenig wie ntig zu entfernen. Ist der Zahn entsprechend

> Prparation der hinteren Backenzhne

7

PLASTISCHE FLLUNGEN

Plastische Fllungen

Amalgam der Klassiker

> Amalgamfllung

Das silberfarbene Amalgam besteht aus einer Mischung der Metalle Silber, Kupfer, Zinn und Quecksilber. Es ist weich, leicht formbar und damit fr die direkte Fllung eines Zahnes geeignet. Fr ausgedehnte und schwer zugng- liche Kariesdefekte im Seitenzahnbereich, wo groer Kaudruck herrscht, gilt es nach wie vor als Mittel der Wahl.

Wegen des enthaltenen Quecksilbers hat es in Deutschland immer wieder Diskussionen um die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Amalgam gege-ben. Dabei ist Amalgam der lteste,

besterforschte zahnrztliche Werkstoff und wird in der Regel problemlos ver-tragen. Die Quecksilberaufnahme durch Zahnfllungen liegt durchschnittlich etwa in der gleichen Grenordnung wie die Quecksilberbelastung durch die Nahrung und ist auch nach neuesten internationalen wissenschaftlichen Erkenntnissen unbedenklich.

Dass die Anwendung fr Kinder und Schwangere sowie bei bestimmten Erkrankungen eingeschrnkt worden ist, dient lediglich dem vorsorglichen Gesundheitsschutz.

Alle plastischen Fllungsmaterialien werden direkt im Zahn verarbeitet. Sie sind zunchst weich und hrten erst im Zahn aus.

8

PLASTISCHE FLLUNGEN

Kompomer fr kleinere Defekte

Die Mehrzahl der zur Zeit auf dem Markt befindlichen Kompomere sind fr umfangreiche Fllungen im Seiten- zahnbereich nicht freigegeben. Sie eignen sich nicht zur endgltigen Ver-sorgung der kaubelasteten Zahnflchen. Ihr Einsatzgebiet ist deshalb wie bei den Glasionomerzementen auf die Milchzhne, den Zahnhalsbereich und provisorische Fllungen beschrnkt.

Kompomer ist ein Kombinationswerk-stoff aus Komposit und Glasionomer-zement.

Glasionomerzement die bergangslsung

Milchzhne verwendet. Auch bei kleine-ren Kariesdefekten am Zahnhals kann er eingesetzt werden, muss dann aber regelmig durch den Zahnarzt auf seine Haltbarkeit kontrolliert werden.

Glasionomerzemente enthalten Fluorid, das whrend der Liegezeit der Fllung langsam freigesetzt wird. Dies soll dazu dienen, der Entwicklung von Karies an den Fllungsrndern vorzubeugen.

Glasionomerzement ist ein mineralischer Zement, der speziell fr die zahnrzt- liche Anwendung entwickelt wurde. Das Material ist weich, und zeigt nach der Hrtung eine matte, helle Oberflche.

Glasionomerzement leistet gute Dienste bei der Befestigung von Zahnersatz, als Fllungswerkstoff ist er dagegen nur begrenzt haltbar. Deshalb wird er hauptschlich bei provisorischen Fllun-gen und bei der Versorgung kariser

> Kompomerfllung

9

PLASTISCHE FLLUNGEN

Komposit zahnfarbene Fllungen

> Kleine Kariesschden die einfache KompositfllungBei kleinen Kariesschden reicht es oft, den Zahnschmelz in der vorbereiteten Kavitt (dem kariesfreien Loch) aufzu- rauen und mit einem Kleber zu versehen. Anschlieend wird im so genannten Einschichtverfahren, also in einem Arbeitsschritt, das weiche Komposit in den Zahn eingefllt und mit eine