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Hopf, Hans H. Träume in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit prä- ödipalen Störungen Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie 34 (1985) 4, S. 154-160 urn:nbn:de:bsz-psydok- 31041 Erstveröffentlichung bei: http://www.v-r.de/de/ Nutzungsbedingungen PsyDok gewährt ein nicht exklusives, nicht übertragbares, persönliches und beschränktes Recht auf Nutzung dieses Dokuments. Dieses Dokument ist ausschließlich für den persönlichen, nicht- kommerziellen Gebrauch bestimmt. Die Nutzung stellt keine Übertragung des Eigentumsrechts an diesem Dokument dar und gilt vorbehaltlich der folgenden Einschränkungen: Auf sämtlichen Kopien dieses Dokuments müssen alle Urheberrechtshinweise und sonstigen Hinweise auf gesetzlichen Schutz beibehalten werden. Sie dürfen dieses Dokument nicht in irgendeiner Weise abändern, noch dürfen Sie dieses Dokument für öffentliche oder kommerzielle Zwecke vervielfältigen, öffentlich ausstellen, aufführen, vertreiben oder anderweitig nutzen. Mit dem Gebrauch von PsyDok und der Verwendung dieses Dokuments erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an. Kontakt: PsyDok Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek Universität des Saarlandes, Campus, Gebäude B 1 1, D-66123 Saarbrücken E-Mail: [email protected] Internet: psydok.sulb.uni-saarland.de/

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  • Hopf, Hans H.

    Träume in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit prä-ödipalen Störungen

    Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie 34 (1985) 4, S. 154-160 urn:nbn:de:bsz-psydok- 31041 Erstveröffentlichung bei:

    http://www.v-r.de/de/

    Nutzungsbedingungen

    PsyDok gewährt ein nicht exklusives, nicht übertragbares, persönliches und beschränktes Recht auf Nutzung dieses Dokuments. Dieses Dokument ist ausschließlich für den persönlichen, nicht-kommerziellen Gebrauch bestimmt. Die Nutzung stellt keine Übertragung des Eigentumsrechts an diesem Dokument dar und gilt vorbehaltlich der folgenden Einschränkungen: Auf sämtlichen Kopien dieses Dokuments müssen alle Urheberrechtshinweise und sonstigen Hinweise auf gesetzlichen Schutz beibehalten werden. Sie dürfen dieses Dokument nicht in irgendeiner Weise abändern, noch dürfen Sie dieses Dokument für öffentliche oder kommerzielle Zwecke vervielfältigen, öffentlich ausstellen, aufführen, vertreiben oder anderweitig nutzen.

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    Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek Universität des Saarlandes, Campus, Gebäude B 1 1, D-66123 Saarbrücken

    E-Mail: [email protected] Internet: psydok.sulb.uni-saarland.de/

  • INHALT

    Aus Praxis und Forschung

    Barthe, H J Giuppenprozesse in der Teamsupervision -

    konstruktive und destruktive Effekte (Processes in the

    Course of 1 eamsupervision-Constiuctive and Des

    tructive Effects)

    Beck, B, Jungjohann E E Zur Inanspruchnahme emci

    regionalen kinderpsychiatrischen Behandluiigseinnch

    tung (A Longitudinal Study on Discharged Patients

    from a Residental Treatment Center foi Children and

    adolescents)

    Bovenstepen, G Die Einleitung der stationären kinder

    und jugendpsvchiatnschen Behandlung durch das Ea

    mihen Erstmterview (Ehe Eirst Family-Intervtews as

    Introduction to the Psychiatric Inpatient Treatment of

    Children and Adolescents)

    Biaun, H SoziaKeiteilung einiger Psychosomatosen im

    Kindes- und Jugendalter (Social Distribution of Some

    Psychosomatic Disorders in Childhood and Adoles¬

    cence)

    Castell, R, Meier, R, Bienei, A, Artnei, K, Dilltng, H,

    Weyerer, S Sprach und Intelligenzleistungen gegenuber sozialer Schicht und Eamihensituation (Languageand Intelligence Peiformance in 3-14 Years old Chil¬

    dren Coirelated to Social Backgiound Variables)

    Deutsch, H Zwei Eoimen einer frühen Störung der El¬

    tern Kindbeziehung und ihre Auswirkung auf die

    Schule (Two Eorms of Early Interference in Parent-

    Child Relationship and Their Consequences on the

    School Age Level)

    Duhsler K Von den Anfangen der Kinderpsychothe

    rapie- aufgezeigt am Schicksal eines elternlosen Mad¬

    chens (The Beginnmg of Child Psychotherapy in Ger

    man) -Illustrated with the Case Historv of an Orpha-ned Gnl)

    Fertfch Rover Berger, C Famihendvnamik und Lernsto

    rungen (Familv and Learning-disorders)

    Flügge, I Nach dem Terroranscfilag auf eine Schul

    klasse (Aftei a Murdeious A.ssult in a School Class)

    Friedrich, H Chronisch kranke Kinder und ihre Fann

    lien (Children with Chronic Diseases and Their Eami

    lies)

    Haar, R Die theiapeutisthe Beziehung in der analytisehen Kinder und Jugendhchenpsychotherapie -

    Ubeilegungen zur Behandlungstechnik (The Thera

    peutic Relationship in Analytic Child and Adolescent

    Psychotheiapy)

    Heigel Evers, A , Heigl, F, Beck, W Psvchoanalvtisch-in

    teiaktionelle Therapie bei Patienten mit praodipalen

    Storungsanteilen (Psychoanalytic Interaction Therapywith Patients Suffenng from Disorders with Preodipal

    Components)

    Hobrucker, B Kühl, R Eine Emschatzungshste fur Er

    ziehet bei stationärer kindeipsychiatrischer Behand¬

    lung (Rating-List for Lducators During a Stationary

    Treatment in a Child Psychiatry)

    142

    187

    172

    269

    120

    256

    317

    90

    296

    303

    288

    37

    Hopf, H H Traume in der Behandlung von Kindetn

    und Jugendlichen mit praodipalen Störungen (Ditamsin Psvthotheiapv of pie oedipal disturbed Childicn

    and Adolescents)

    Jorswieck, E Veiteilung von Madthen und lungen bei

    Kindern, die «ahrend Langzeitanalvsen geboren vvut

    den (The Distnbution of Girls and Bov s among Chil

    dren born while longtime Anahses)

    Kammerer E, Gobel, D Stationaie jugendpsvchiatrrscht

    Therapie im Urteil der Patienten (Catamnestic I valu-

    ation ot an Adolescent Psvchiatnc Inpuient 1 reat-

    ment)

    Knoll, H Zur Entwicklung der anaiv tischen Kmdet

    und Jugendhchenpsychotherapie in dei Bundesrcpublik Deutschland und Westberlin (On Development of

    Analvtic Children and Juvenile Theiapv in the I edenl

    Republic of Germanv and in West Berlin)

    Kogiet, M, Leipeisbergei, Fl Integiierte Psvchothetapiein der stationären Kinder- und Jugendpsychiatne -

    Die Bedeutung der Gruppenversammlung (Psvchothe

    iapv Integtated nto Inpatient Child and Vdolescent

    Psychiatry The Signiftcance of the Group Meeting)

    Krause, M P Stottern als Beziehungsstorung - Psycho

    therapeutische Arbeit mit Eltern stotternder Kindei

    (Stuttenng as an Expression of Disturbed Parent Chil

    dren Relationship)

    Kunz, D, Ktemp, M, Kampe, H Darstellung des Selbst¬

    konzeptes Drogenabhängiger in ihien Lebenslauten

    (Selfconcept Variables in Petsonal Rccords of DrugAddicts)

    Langenmayi A Gtschvvisteikonstellatton aus empinscher und khnisch-ps)chologischet Sicht (Empinctland Chnical Aspects of Silbing Constellation)

    Lehmkuhl, G, Bonnev, H, Lehmkuhl, L Wie beeintlus

    sen Videoaufnahmen die Wahrnehmung familiärer Be

    Ziehungen' (How do Video Recordings mfluence the

    Perception of Familv Relationships')

    z Lupke, H Vuffalhge Motorik - Veisuch einet Eivvti

    terung der Perspektive (Unusual Motonuty-New

    Perspectives)

    Metjer A Psychotherapie von adoles^enten Asthmapatienten (Psychotherapy of Adolescent Asthma Patien

    tes)

    Mullei Küppers, VI Der Kindeipsychtater als \ ater -

    Der Vatei als Kinderpsychiater (the Child Psvchiatnst

    as a Father-the Tather as a Child Psvchiatnst)

    Panagtotopoulos, P Integrative Eltein-Kind TherapieEm Modell zur Behandlung des Erziehungsprozesses

    (A Modell of Integrative Parents-Chtld Therapv)

    Paul, G Möglichkeiten und Gienzen tageskltnischer Be¬

    handlung in der Kinder- und Jugendpsychiatne (Possibihties and Limits of Day patient Treatment in Child

    Psychiatry)

    P/assmann, R, Teismg M, Freyberget H Ein ,Mimi

    krv' Patient Bericht uber den Behandlungsvetsuch ei¬

    ner selbstgemachten Krankheit (The Mimicry Patient

    A Repoit on the Attempt at Treating i Seif inflicted

    Illness)

    154

    315

    121

    320

    15

    254

    12

    210

    49

    309

    263

    84

    131

    Vandenhoeck&Ruprecht (1985)

  • IV Inhalt

    Reinhard, H G Zur Daseinbewaltigung bei Kindei n mitL nkopresis (Coping Styles of Childien with Encoresis) 183

    Schattner Aieinke, U Uber die psychoanalytische Be

    handlung eines lOjahngen Jungen mit Gilles de la1 ourette-Syndiom (Psychoanalytic Treatment ot an

    tenyear-old Bov suffenng from Tourette's Svndiome) 57

    Sehcrnw:, R Ei leiden und Gestalten bei Anfallskrank¬

    heiten im Kindesalter (Sufrenng and Constructiong onConvulstve (Lpilepttc) Illness Amongst Childien) 19

    Schmitt, G AI Psychotherapie der Pubertatsmagersuchtaus der Sicht kognitiver Theorien (Treatment of Ano-

    lexia Nervosa from Point of V lew of Cognitive Theo¬

    ries) 176

    Schweitzer, J, Weber, G Scheidung als Famihenkriseund klinisches Problem - Ein Überblick uber die neu¬

    ere nordameiikamsche Literatur (Divorce as Familv

    Cnsis and Chnical Problem A Survey on the American

    Letiature) 44

    Schweitzer J, Weber, G Familientherapie mit Schei-

    dungfamilien Ein Überblick (Family Thetapy with Fa¬mihes of Divorce A Survey) 96

    Steinhausen, H -Ch Das Selbstbild Jugendlicher (TheSeif Image of Adolescents) 54

    Thimm, D, Lang, R Angst vor dem EEG - Beispiel ei¬

    ner systematischen Desensttivterung (Fear of EEG

    Recording-An Example of Systematic Desensitiza-

    tton) 225

    Zschiesche, S Psychologische Probleme bei Kindern und

    Jugendlichen in der Kteferorthopadie (PsychologieProblems Caused by Defective Development of Teeth

    or Jaws in Children and Adolescents) 149

    Pädagogik und Jugendhilfe

    Brunner, R Uber Versagung, optimale Versagung und

    Erziehung (Frustration, Optimum Frustiation and

    Edueation) 63

    Huffner, U, Mayr. T Formen integrativer Arbeit im Ele¬

    mentarbereich - eiste Eindrucke von der Situation in

    Bayern (rorms of Integrative Preschool Edueation -

    fast Impressions of the Situation in Bavana) 101

    Imhof, M Erziehung zur Konfhktfahigkeit mit Hilfevon Selbsterfahrungsarbeit in der Schule (Edueationtowards the Abihty to Conflict with the Ais of En¬counter Groups in School) 231

    Schntedermcyer, P Vergessene' -Jugendliche im Maßre¬

    gelvollzug (The Forgotten Ones'-Adolescents undeiConective Punishment) 239

    Tagungsberichte

    Kindei- und Jugendpsvchiatrisches Symposium am 15Mai 1985 in Berlin 195

    Bericht uber das internationale Symposium „Psychobiologv and Early Development" vom 21 -23 Januai 1985in Berlin 243

    2 Europäisches Symposium uber Entwtcklungsneurolo-gte vom 15-18 Mai 1985 in Hamburg 244

    Ehrungen

    Thea Schonfelder zum 60 Geburtstag 70

    Manfred Muller-Kuppers zum 60 Geburtstag 71

    Curt Weinschenk zum 80 Geburtstag 276

    In memonam Marianne Frostig 277

    Rudolf Adam zum 65 Geburtstag 286

    Buchbesprechungen

    Baake, D Die 6-bis 12jahngen 200

    Biener, K (Hrsg) Selbstmorde bei Kindern und Jugend¬lichen 281

    Brezovsky, P Diagnostik und Therapie selbstverletzen¬den Verhaltens 282

    Buchholz, M B Psychoanalytische Methode und Fami¬

    lientherapie 23

    Cremerms, ] Vom Handwerk des PsychoanalytikersDas Werkzeug der psychoanalytischen Technik 279

    Datler, W (Hrsg ) Interdisziplinare Aspekte der Sonder¬und Heilpadagogik 245

    Eggers, Ch (Hrsg ) Bindungen und Besitzdenken beimKleinkind 75

    Einsiedeln, W (Hrsg ) Aspekte des Kinderspiels 280

    Farau, A, Cohn, R C Gelebte Geschichte der Psycho¬

    therapie Zwei Perspektiven 247

    Friedmann, A Leitfaden der Psychiatrie 25

    Fntz, A Kognitive und motivationale Ursachen der

    Lernschwache von Kindern mit einer minimalen cere¬

    bralen Dysfunktion 248

    Freundeskreis Peter-Jurgen Boock und die Fachgruppe Knastund Justiz der Grün- Alternativen Liste (GAL) Hamburg(Hisg ) Der Prozeß - Eine Dokumentation zum Pro¬zeß gegen Peter-Jurgen Boock 113

    Gang, M Heilpadagogisches Reiten 163

    Gerhcher, K (Hrsg) Schule - Elternhaus - Beiatungs-dienste 76

    Goldstein, S, Solnit, A J Divorce and Your Child 24

    Hafer, H Die heimliche Droge - Naturphosphat 114

    Hartmann, H A , Haubl, R (Hrsg ) Psychologische Be¬

    gutachtung 24

    Heim, H -D Pflegekinder im Heim 28

    Hurme, H Life Changes dunng Childhood 161

    Jaffe, D T Kräfte der Selbstheilung 27

    Jager, S Der diagnostische Prozeß 246

    Jager, R S, Hörn, R, Ingenkamp, K-H (Hrsg) Testsund Trends Bd IV 281

    Jochimsen, R P Spiel- und Verhaltensgestortenpadago-gik 199

    Klosinski, G Warum Bhagwan' Auf der Suche nach

    Heimat, Geborgenheit und Liebe 249

    Konrad, R Erziehungsbereich Rhythmik Entwurf einerTheorie 199

    Lagenstein, I Diagnostik und Therapie cerebraler An¬falle im Kindesalter 78

    Lazarus, H Ich kann, wenn ich will 326

    Lempp, R (Hrsg) Psychische Entwicklung und Schi¬

    zophrenie 163

    Vandenhoeck&Ruprecht (1985)

  • Inhalt

    Mangold, B Psychosomatik nicht epileptischer Anfalle

    Michaelis, R, Nolte, R, Buchwald-Saal, M, Haas, G H

    (Hrsg) Entwicklungsneuiologie

    Mortier, W (Hrsg) Moderne Diagnostik und Theiapiebei Kindei n

    Nissen, G (Hrsg ) Psychiatrie des Schulalters

    Paschet, W, Bauer, H (Hisg) Diffeientialdiagnose von

    Sprach-, Stimm- und Horstorungen

    Petermann, F, Petermann, U Tiaining mit aggressivenKindern

    Seifert, W Der Charakter und seine Geschichten - Psy-

    chodiagnostik mit dem thematischen Apperzeptions¬test (TAT)

    26

    325

    246

    200

    201

    78

    Simon, t B, Stieihn, H Die Spiache der Familienthe¬

    rapie- Ein Vokabular 110

    Tinbergen, N, Tinbergen, L A Autismus bei Kindei n 110

    Voß, R (Hrsg) Helfen aber nicht auf Rezept 246

    Westphal, R Kieativitatsfordeinde Methoden in dei Be¬

    ratungsarbeit 326

    Ziehe, T Pubeitat und Naizißmus 324

    Diskussion/Leserbriefe: 73, 161, 196

    26 Mitteilungen: 29, 80, 115, 165, 202, 250, 283, 328

    Vandenhoeck&Ruprecht (1985)

  • 154 Hans H Hopf Fraume in der Behandlung von Kindein und Jugendlichen mit pra odipalen Störungen

    With all the disorders and dysfunctions mentioned Or¬

    thodontie tieatment always results in improving both the

    patient's oral functions and the State of Ins psychichealth

    Literatur

    [1] Biermann, G Die Mundwelt des Kindes Psychohygieni-sche Überlegungen zu diagnostrschen und therapeutischenMißnahmen In Eoitschi Kiefeiorthop 43 (1982) 91-103 -[2]Bibel Übetsetzung Martin Luther 2 Mose 21,27, Klagehe-der2,16, Klagelieder 3, 16, Hoheshed 4,2 -[3] Bosma, J Oral

    and Pharyngeal Development and Function In J dent Res

    Supplement to Ni 1, 375-380 - [4] Castillo Moialcs.R, E

    Crotti, C Avalle, G Limbiock Oiofaciale Regulation beim

    Dovvn-Svndrom duich Gaumenplatte In Sozialpadiatne 4

    (1982) Ni 1 - [5] Fleischer-Peters, A, S Zschiesche Ist Lutschen

    wirklieh schädlich' In Fortschr Kieferorthop 41 (1980),563-569 - [6] Fleischet Peters,A Der Patient, insbesondeie das

    Kmd und seine Piobleme bei der kieferorthopadischen Behand¬

    lung In Fortschr Kiefeioithop 43 (1982), 3-7 - [7] FletschetPete is A Dei orale Bereich in psychosomatischer Sicht VortiagI\ Kongreß Psychologie in der Medizin, Hannover 1982 Im

    Druck - [8] Fuchs,AI Funktionelle Entspannung Stuttgart

    Hippokiates (1974) -[9] Gethcher.K Zahn-, Mund und Kie

    ferprobleme aus der Sicht psychoanalytisch orientierter Farm

    Iientherapie In Fortschr Kieferorthop 43 (1982), 232-239 -

    [10] Liacopoulos, I Tiefenpsychologie dei frühen Kindheit

    München Reinhaidt (1978) - [11] Piause,G Der goldeneTratschke Hambuig Hoffmann und Campe (1979) - [12]Piers,M Die Entwicklung des Menschen nach Enksons Pha

    senlehre München Reinhardt (1979) - [13] Raetzke, P Ein

    fluß von Streß auf die oralen Strukturen Vortrag IV Kongreß

    „Psychologie in dei Medizin" Hannover (1982), im Diuck -

    [14] Schenk-Danztngei, L Entwicklungspsychologie 5 AuflWien Österreichischer Bundesverlag (1981) - [15] Scholz, U

    Psychologische Studien in einer kieferorthopadischen Pohkhnik In Fortschr Kiefeiorthop 43 (1982), 477-484 - [16]Schwamtz, G, K Kreft, A Fleischer Peters, S Zschiesche Familiäre

    Zahnstellungsanomalien beim Orang Utan Kieferoithopadi-sche, zytogenetische und anthropologische Untersuchungen InFortschi Kieferorthop 44 (1983), 172-183 -[17] Zschiesehe.SDas Spaltkind in kieferoithopadischer Behandlung - eine Be¬

    treuung uber entscheidende Lebensjahie In Stomatol DDR 29

    (1979), 878-882 - [18] Zschiesche, S Kieferorthopadische Be

    handlungsmoghchkeiten von Säuglingen mit Pieire Robin Syndrom In Tortschr Kiefeioithop 41 (1980), 474-480 -

    [19] Zschiesehe.S Gedanken zum Umgang mit SpaltpatientenIn Fortschr Kieferoithop 43 (1982), 74-81 - [20] Zschiesche,S Die Geburt eines Spaltenkindes - ein deprimierendes Ereigms fm die Familie Vortrag IV Kongreß „Psychologie in deiMedizin" Flannover (1982), im Druck - [21] Zschiesehe.S

    Möglichkeiten neuiomuskularei Stimulation im Mundbereichbei Kindern mit Moibus Down In Erfahrungshellkunde6/1984, 397-405

    \nschr d Veif OA Dr Sighnde Zschiesche, Poliklinik fur

    Kieferoithopadie, Gluckstr 11, 8520 Eilangen

    Träume in der Behandlung von Kindern und Jugendlichenmit prä-ödipalen Störungen

    Von Hans H Hopf

    Zusammenfassung

    Neben dem freien Spiel kommt der Trauminterpreta-tion in der Kinderpsychoanalyse nur eine untergeordneteRolle zu Dies hat vielfaltige Ursachen, der wichtigsteGrund durfte wohl sein, daß es kaum gelingt, Kinder

    zum verbalen Assoziieren anzuleiten

    Seit Enksons bahnbiechender Arbeit (1955) hat sich

    das Interesse innerhalb der Psychoanalyse zunehmendauf die im manifesten Traum sichtbar werdenden Ich-

    Strukturen und Ich-Leistungen verlagert Damit kommteiner A'erwendung des Kindertraums fur die Diagnoseund die Therapie, insbesondere bei pra-odipalen Störun¬

    gen, eine ganz neue Bedeutung zu Im vorhegenden Bei¬

    trag wnd aufgezeigt, wie sich Traume in der Psychothe¬rapie von Kindern und Jugendlichen in veischiedenster

    Weise nutzen lassen So können mit Hilfe des manifesten

    Ttaumes die Subjekt-Objekt-Diffetenzierungen, symbio¬tische Bedürfnisse und Probleme von Individuation und

    Loslosung erkannt und besser beaibeitet werden Es wirdzudem dargestellt, wie in der Psvchotheiapie von über¬

    wiegend pra-odipal gestörten Kindern und JugendlichenTraume genutzt werden können, um das Ich zu starken

    und weiteizuentwickeln, wie eine Integration von disso¬

    ziierten Objektvorstellungen eingeleitet und eine Verbes¬

    serung des Reahtatsbezuges bewirkt werden kann

    1 Traume in der Psychotherapie von Kindern und

    Jugendlichen - Historischer Ruckblick

    Zwai wurde dem Kindertraum seit dem Entstehen der

    Psychoanalyse Aufmerksamkeit geschenkt, seine Bedeu¬

    tung fur die Therapie wurde jedoch eher gering einge¬schätzt Sigmund Freud (1916/1917) charakterisiert dieTraume der Kindei bis etwa zum fünften Lebensjahr als

    kurz, klar, kohärent, leicht zu veistehen und unzweideu¬

    tig Er versteht die Kindertiaume als einfache, meist an

    Pni Kindeipsychol Kinderpsiehiu 14 134-160 (19Ss) ISSN 0032 70>4© \lnclenhocck & Ruprecht 1983

    Vandenhoeck&Ruprecht (1985)

  • Hans H Hopf Frvume in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit pra odipalen Stotungen 155

    ein Vortageseieignis anknüpfende unverhuUte Wunsch

    erfullungen und eiwahnt, daß bis zum fünften Lebens¬

    jahr manifester und latenter Tiauminhalt zusammenfal¬

    len, erst dann setzt in der Regel die Traumentstellung einund die Traume weiden komplizierter Insofern sindauch die Traume der kleinen Kindei fur Fiettd nicht in¬

    teressant, als daß sie eben fui das Studium dei Traume

    dei Etwachsenen von Nutzen sein konnten „Die allei-

    einfachsten Formen von Traumen darf man wohl bei

    Kindern erwarten, deren psychische Leistungen sicher

    lieh minder kompliziert sind als die Erwachsend Die

    Kinderpsychologie ist nach meiner Meinung dazu beru¬

    fen, fur die Psychologie der Erwachsenen ahnliche Dingezu leisten wie die Untei suchungen des Baues oder dei

    Entwicklung niederei Tiere fur die Erfoischung derStruktui der höchsten Tieiklassen Es sind bis jetzt we

    mg zielbewußte Schritte geschehen, die Psychologie derKinder zu solchem Zwecke auszunutzen

    "

    (Freud 1900,S 145)

    Auch die Pioniere der Kinderanalyse beschäftigtensich mit den Tiaumen dei Kinder, wie Hetmme von Hug-Hellmuth, Anna Freud, Melanie Klein und Hans Zulltgerund verwendeten ähnliche Definitionskritenen fur den

    Kindertraum wie Sigmund Freud Allerdings konnte deiKindei träum auch spater nie jene zentrale Bedeutung furdie Kinderanal) se gewinnen, wie sie die Traume der Er¬wachsenen in der Psychoanalyse einnehmen Zum einen,weil Kinder - wie Wolfgang Zierl (1973) schreibt - in der

    Wiedergabe ihier Tiaume ungenau und unzuverlässigsind „Ennnerungsfalschungen, Umdichtungen nach

    Maßgabe des Wachbewußtseins, konfabulatonsche Aus

    schmuckungen und Elemente des Wunschdenkens kon

    nen den Traumtext bis zur Unkenntlichkeit modifizie

    len"

    (Zierl, 1973, S 415) Entscheidend fur die geringeBedeutung des Kindertraumes fur die Psychotherapiewar jedoch der Ausfall der freien Assoziation So

    schreibt Anna Freud (1971) „Was fur den erwachsenen

    Patienten eine Giundregel ist, die Aufgabe, seine Einfallekritiklos mitzuteilen, stoßt bei Kindern auf staue Ver¬

    weigerung Sie finden sich in der Mehrzahl beieit, nicht

    andeis als die Erwachsenen, lhie Traume und Tagtraumein die Analyse zu bringen, aber im Gegensatz zu den Er¬

    wachsenen liefern sie nur selten Einfalle zu den einzel

    nen Traumelementen, eroffnen dem Analytiker also keinen verläßlichen Weg vom manifesten zum latenten

    Trauminhalt Sie teilen ihre Eilebnisse mit dem Analyti¬ker, vorausgesetzt, daß ein Veitrauensveihaltnis inner

    halb der Analyse hergestellt ist, aber ohne das Mittel derfreien Assoziation können lhie Mitteilungen nicht uberden Rahmen des Bewußtseins hinausgehen Daß Kindernicht frei assoziieren können oder wollen, ist eine allge¬meine Erfahrung und hat mehr als eine Ursache Fui dasBewußtsein ist es wahischeinlich die Position des Ei

    wachsenen als Autontats- und Uber Ich Figui, die eine

    uneingeschränkte Aufrichtigkeit von Seiten des Kindes

    verhindert Dahintei spielt es im Unbewußten eine Rolle,daß das kindliche Ich seiner eigenen Widei Standskraft

    dem Triebleben gegenüber mißtiaut und daß deshalb dasvolle Ausschalten von Kritik und Zensur dem unreifen

    Individuum eine gioßeie Gefahr bedeutet als dem teilenMensehen

    "

    (FreiufA 1971, S 37)In den letzten fünfzig Jahren gab es auch \ et suche,

    empirisch statistische, lllgememgultige Aussagen ubei

    die Traume dei Kinder zu gewinnen, zum Icil auch von

    außeihalb der Psychoanalyse (Fischet, 192b, Kimmiris,

    1931, Foulkes, 1979, Fahrig und Horri, 1983) /ui letzten

    Untetsuchung ist zu sagen, daß lahrig und Hörn mit

    Hilfe det Contentanalvse nach Jorswieck bei 200 Kindei

    tiaumen zum Lrgebnts kamen, daß Kindeittaum (ab dem

    6 Lebensjahi) und Erwachsenentiaum inhaltlich vvettgehend übereinstimmen und nur wenige alteisspczifischeMerkmale zu eikennen sind

    Die Traume der Kinder sind neben dem fteien Spiel -

    aus den zuvor zitierten Giunden - nut von gcnngei Be

    deutung in der Psychotherapie und spielen auch fur die

    Diagnostik im allgemeinen nur eine unteigeoidnete

    Rolle, die Trage ist dann wohl zu stellen, welchen piaktisehen Nutzen die Beschäftigung mit den Kindei träumen

    uberhaujat fut die Ktndeipsvchotheiapie bnngen kannVon praktischer Bedeutung sind seit |eher die 1 räume

    Jugendlichei fur die Psvchotheiapie Aber auch tut die

    Diagnostik und Psychothetapie des Kindes scheint die

    Beschäftigung mit dem Ttaum wieder von großeiei Be

    deutung, namlich auf dem Hmtergiund der Entwicklungder psychoanalytischen Theorie von einei Es-Psvcholo

    gie ubei eine Ich Psychologie zu einei Objektbezie

    hungspsychologie Dabei kommt dei Einbeziehung desmanifesten Tiauminhaltes ein ganz anderes Gewicht zu

    Seit Erikson (1955) die Strukturtheorie und lch-psvcho-logische Aspekte in die Traumanalyse einfühlte, wai dermanifeste Trauminhalt nicht mein ,die nutzlose Nuß

    schale', welche man wegwnft, um an den ,weitvollen lateilten Kern' zu gelangen Dei manifeste Tiauminhaltkann uns Auskunft geben ubei die individuelle Ich-Lei¬

    stung des Traumers bei dei Traumbildung, ubei seine typische Ich-Struktut und seine Ich Lunktionen Damit gewinnt die ich-psychologisehe Nutzung des Kinderttau-mes - insbesondere bei überwiegend ich-gestoiten Pa

    tienten - fur die Diagnostik und die Therapie einen ganzneuen Rang, weil ja der Ausfall dei freien Assoziation

    nun nicht mehr ins Gewicht fallt

    2 Störungen der Subjekt-Objekt-Differenzierungin den Traumen von Kindern und Jugendlichen

    Im folgenden mochte ich an zwei Beispielen aufzeigen,welche neuen Einsichten unter ich psychologischen Ge¬

    sichtspunkten der Ttaum eines Kindes in der Theiapie

    gew ahren kann

    Det lljahnge Michael kommt in die eiste Therapiestunde Ei wirkt schüchtern, verängstigt und unterwür¬

    fig Von seinen Eltern weiß ich, daß sie sich demnächsttrennen wollen Sie soigen sich allerdings sehr um Mi

    chael, wie er das überstehen wnd, et hatte überhauptkein Selbstbewußtsein, ieagiere scheu und übet ängstlichund versage zusehend in dei Schule Die Mutter ist vollei

    Selbstbezichtigungen, sie hatte das Kind nie haben wol

    Vandenhoeck&Ruprecht (1985)

  • 156 Hans H Hopf liaume in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit pta-odipalen Störungen

    len, hatte dann wegen Michael heiraten müssen und den

    Jungen schon immer abgelehnt, ja gehaßt, weil er an ih-

    lem vei pfuschten Leben Schuld waie

    Michael ei zahlt folgenden Traum „Ich war untei vie¬

    len, vielen Menschen Abet meine Eltern waren nicht mit

    dabei, ich war allein Da war eine schieckhche Sache Die

    Eide ist auseinandeigefallen und das wai der Weltunter¬

    gang"

    Es ist zu vermuten, daß die zunehmende Trieb¬

    starke der beginnenden Adoleszenz große Ängste und

    Schuldgefühle auslost und an der Entstehung des Kata¬

    st! ophentraumes mitbeteiligt ist Nach dei herkömmli¬

    chen Deutungsmethode winden die Symbole des manife¬

    sten Trauminhaltes mit Hilfe der Assoziationen des

    Tiaumers (so welche kamen1) enthüllt, um den sich im

    latenten Traum manifestierenden Triebkonflikt zu te-

    konstruieren Dabei wurden wahischeinhch die Themen

    Masturbation, Schuldgefühle, Kastrations- und Strafang-ste eine bedeutsame Rolle spielen Von einem solchen

    Vorgehen ist bei dem schwachen Ich des Jungen drin¬

    gend abzuraten, auch wenn man davon ausgehen kann,daß von dem 1 l|ahngen kaum vetbale Assoziationen ka¬

    men Aber das ist auch nicht notig, denn schon der mani¬

    feste Traum zeigt sehr eindiuckhch die aktuelle Situation

    des Tiaumers auf „Viele, viele Menschen, abei die Fltern

    sind nicht dabei, allein"

    Es ist einmal die Angst, die Eltern, welche sich ja schei¬

    den lassen wollen, zu verlieren Das ist dann so, als ob

    die Erde auseinanderfiele gleich dem Weltuntergang,also dem A'erlust der Existenz Diese Befuichtung for¬ciert gleichzeitig die durch die beginnende Adoleszenz

    eingeleitete Loslosung aus den infantilen Bindungen, was

    gleicheimaßen zu einem Anwachsen von Angst fuhrenmuß

    Direkt und unverschlüsselt stellt sich jedoch im mani¬

    festen Tiaum auch eine praverbale, in das erste Lebens¬

    jahr gehörende andete Eilebnisebene dar Die fehlende

    Entstellung erklart sich, wie Friedrich Beese (1983) meint,aus dei Unentwickeltheit der frühen undifferenzierten

    Vorphase dei Entwicklung, welche noch nicht uberIttnktionen und Fähigkeiten zur Traumarbeit verfugt,insbesondere auch noch nicht uber die semantische Fä¬

    higkeit, Gefühle in Sprache umzusetzten Das Auseinan¬derfallen der Erde, was ja den Weltuntergang, also eine

    existentielle Ui angst nach sich zieht, beruht auf der

    schockartigen Feststellung des Kleinkindes, daß ge-tiennte Objekte existieren Die angsterfüllte und feindse¬

    lige Mutter konnte keine ausreichende und ,gute' Sym¬biose bieten, so daß es zur Störung des primitiven Selbst¬

    gefühls kam

    Diese fiuhen, schockartigen Ängste beim vorzeitigenAuseinanderbrechen dei symbiotischen Beziehung wer¬den also im Bild der auseinandeifallenden Erde sichtbai

    und sind jetzt im Traum mit spateren Ausformungenähnlicher Themen verwoben Mit dem beginnenden Los-

    losungskonfhkt dei Adoleszenz und der bevorstehenden

    Tiennung der ritern

    Insofern etgeben sich entscheidende Konsequenzenfür das Vorgehen in der Therapie Die existentielle Be¬

    drohung des Patienten wnd hinreichend aus dem manife¬

    sten Tiauminhalt ersichtlich und braucht nicht durch

    eine komplizierte Deutungsarbeit enthüllt zu werden,welche nui Ängste freisetzen wurde, denen das schwache

    Ich nicht gewachsen wäre Es käme vielmehr darauf an,wie Beese meint, „mittels Aufgreifen der in den Tiaumensichtbai werdenden konstruktiven Ich-Anteile diese wei-

    tei zuentwickeln, zu oiganisieren, zu erproben und zu

    staiken" (Beese, 1983, S 31)Dies durfte bei dem voi liegenden Traum, dem eine po¬

    sitive Perspektive fehlt, jedoch noch nicht möglich sein,außei eben den Schutz der therapeutischen Beziehung zu

    gewahren und die Angst mitzutragen Aber wenn wir da¬

    von ausgehen, daß dieser Initialtraum die gesamte Psy¬

    chodynamik des Jungen aufzeigt und seinen Versuch, mitdem Therapeuten in Kommunikation zu treten, so ist erals Entwuif fur den künftigen Therapieverlauf von gro¬ßer Bedeutung Die zuvoi erwähnten konstiuktiven Ich-

    Anteile können jedoch durchaus in den Traumen von

    Kindern und Jugendlichen sichtbai weiden und dann

    therapeutisch genutzt werden

    Jens, vierzehneinhalb Jahie alt, litt an Migiane, manch¬

    mal von Übelkeit und Erbiechen begleitet, an depressi¬ven Verstimmungen, Gefühlen der Entfiemdung und an

    innerer Leeie Der Junge war nicht ehelich geboien, seineMuttei studierte damals noch und ieichte ihn deshalb

    von einer Pflegestelle zui anderen Erst mit fünf Jahrennahm sie ihn zu sich

    Auffällig war die Scheu des Jungen, mir in die Augenzu sehen, insgesamt wirkte er veiunstcheit, saß mir di¬

    stanziert gegenüber Zumeist schwieg er, gähnte auch

    schon mal und gab sich recht gelangweilt Die Stunden

    waren quälend lang, zurückgezogen in sein Schnecken¬haus schwieg der Junge vor sich hin, so als hatte er kein

    GegenüberNach dei 24 Stunde erkiankte Jens, er hatte hohes Fie¬

    ber, und in der Nacht träumte er den folgenden, ihn zu¬tiefst ei schreckenden Traum, welchen er in dei folgen¬den Stunde eizahlte „Es war vollkommene Dunkelheit

    um mich herum Ich hatte keinen Korper, aber gleichzei¬

    tig das Gefühl, als sei ich doppelt da Dieses ,Doppelte'war irgendwo außeihalb Alles wai zeit- und raumlos

    Dort, wo ich war, war irgendein Raum, in dem ich

    schwebte, irgendwelche Dimensionen Diese Dimensio¬

    nen waien unterteilt in einzelne Räume, die sich standigverandeiten und die wie Spinnenweben aneinander hin¬

    gen In einem kleinen Raum innerhalb dieser Spinnen¬netze war ich, wollte laus und druckte gegen die Wände

    Diese gaben zwar nach, doch nngends wai eine ÖffnungIch konnte nicht hinaus1 Ich geriet in panische Angst Ich

    fühlte in mir, wie sein ich rauswollte und daß es mir

    gleichzeitig unmöglich wai Und ich merkte, daß außer¬halb des Raumes ein Teil von mu war, vermutlich mein

    Gehirn, und ich wollte damit wieder vereinigt wetden

    Da plötzlich ertonte eine Stimme, die von irgendwoherkam, überall war, raumlos wai Jetzt kämpft der mit demWahnsinn1' Da wurde meine Angst noch gioßei, und ichhabe geschrien Unendlich spatei dann, meine Angst dau¬erte schon ewig, sah ich etwas Größeres, etwas Ovales

    Da habe ich hineinkriechen können, und ich fühlte mich

    Vandenhoeck&Ruprecht (1985)

  • Hans H Hopf Traume in dei Behandlung von Kindetn und Jugendlichen mit pra odipalen Störungen 157

    gebot gen und erleichtett Da wich alle Angst von mu

    Jetzt vei einigte ich mich wiedei mit dem ,andeien', und

    ich spulte dauibei unendliche Erleichterung" (Hopf,

    1980, S 66)

    Ganz sichei begünstigte die fiebrige Frkiankung des

    Jungen eine Regression des Ichs in sehr fiuhe Entwick¬

    lungsstufen, und die manifesten Tiauminhalte spiechenauch eine deutliche Sprache Korperlosigkeit, dann Dop

    pelheitsgefuhle, Llucht in die Liagmentterung, Angst voi

    dei Selbstauflosung Ls weiden offensichtlich |ene

    Angstvorlaufer erkennbar, welche wählend dei ungenü¬

    genden Symbiose im ersten Lebensjahi vom muttei liehen

    Partnei nicht ausreichend aufgefangen werden konnten,so daß es zu keinem Ui vei trauen kam Insofern ähnelt

    dieser Traumteil dem zuvor et wähnten Tiaum

    Im zweiten Tiaumteil, und das laßt diesen Traum

    dann doch noch prognostisch gunstiger wirken, weil sich

    eine Lysts andeutet, regrediert das Ich noch in eine tie-

    feie Ebene, offensichtlich bis in die Zeit im mutterlichen

    Uteius, wo Geborgenheit und Angstfreiheit vorfielt seh¬

    ten Dieser Traumteil zeigt die intensiven- kompensato-

    nsch zur bewußten Situation mit Beruhrungs- und Bezie-

    hungsangsten - Wunsche des Patienten nach Verschmel¬

    zung mit einem Objekt, also seine staiken symbiotischen

    Beduifnisse Andeteiseits ist denkbar, daß dieser Traum¬

    teil den von Michael Bahnt (1960) so bezeichneten Pio-

    zeß ,Neubeginn', eine gutartige Regiession und die Auf

    losung dei Grundstorung, einleiten konnte

    Die beiden zitieiten Traume haben gemeinsam, daß

    keine defnneiten Objekte in Ei scheinung tieten Im er¬

    sten Tiaum waien es nui fiemde Menschen, im zweiten

    Traum nui das Traum Ich und seine Tiagmente In bei¬

    den Tiaumen schlagen sich symbiotische ATerschmel-

    zungswunsche bzw Angst voi dem Auseinandeifallender Symbiose niedei, oder in der Terminologie von Ba¬

    hnt Die oknophile Welt mit ihren fuichterregendenLeeträumen Sie ist die Antwort auf die traumatische Er¬

    fahrung, weil vom mütterlichen Objekt nur ungenügendgemildert, daß die Objekte getiennt und unabhängigsind Duich seine Anklammerungswunsche verrat der

    Oknophile, daß zwischen ihm und dem Objekt keine ver¬

    trauensvolle Beziehung besteht, in der er sich gehaltenund sicher fuhien kann Solche ,oknophilen Traume' mit

    Ängsten, den Boden zu verlieren, angstmachenden leeren

    Räumen, einsamen Llugen duich das Weltall, also mit

    heftigen Objektveilustangsten, lassen sich bei pra-odtpal

    gestörten Kindei n schon ab dem achten Lebensjahi be¬

    obachten Seltenei sind metnei Erfahrung nach tein ,philobatische Ttaume', mit fieundhchen Weiten und mit ge¬fährlichen Objekten

    So können Traume von Kindein und Jugendlichen der

    zuvor zitieiten Art zum einen in der Therapie genutzt

    weiden, andereiseits auch zur Diagnose und zui Pio-

    gnose des geplanten Behandlungsverlaufes herangezogenwerden, um etwa ungestillte symbiotische Beduifnisse,

    mißlungene Individuation und Loslosung festzustellen,odei auch um die Subjekt-Objekt Differenzierung und

    die spezielle Toim der Objektbeziehung zu beschi er¬ben

    3 Ich-Starkungdurch die therapeutische Arbeit mit dem Traum

    Mit den Traumen von lth-gestoiten Kindcin und Ju¬

    gendlichen, von Borderhne-Tallen und von naizißtisch

    gestörten Patienten muß mneihalb dei psychotherapeuti¬schen Behandlung andeis umgegangen weiden als mit

    den Traumen von sogenannten neuiotischen Patienten

    Christa Rohde-Dachsei (1983) begiundet ein modifizier¬

    tes Voi gehen so „Solche Patienten sind in dei Regelnicht in dei Lage, inkompatible Inhalte zu veidiangenund sie duich eine stabile Gegenbesetzungsbaincie vom

    Wiedeieintntt ins Bewußtsein fernzuhalten Ihi schwa

    ches Ich ist deshalb einer wiederkehl enden Bediohungdurch die LJberschvvemmung mit pnmar ptozeßhaftenInhalten ausgesetzt, welche sich insbesondeie in unstiuk

    tuneiten und damit legressionsfoidemden Situationen

    aktualisiert, wie sie untei andeiem duich das Setting des

    psychoanalytischen Standaidveifahiens beigestellt wei

    den Die Patienten reagicien auf diese Bediohung icgelhaft mit dem verstärkten Einsatz aichaischei Abwehtme

    chanismen, vor allem dei Spaltung und dei ptojekttven

    Indenttfizierung, aber auch mit 1 lagmcntieiungstenden-zen, Manövern also, die zwangsläufig mit einei Minde-

    iting dei Reahtatsprufung einhergehen und so die ohne¬

    hin prekäre Ich-Integration weiter schwachen Jede psy-

    chotheiapeutische Technik, welche die ^ufmeiksamkeit

    des Patienten vermehrt auf pnmaiprozeßhafte Inhalte

    lenkt und entsprechende regressive Prozesse anstoßt

    oder verstärkt, ist bei diesen Patienten deshalb kontrain-

    dizieit" (Rohdc-Daehsei, 1983, S 107) Die Autorin

    meint weiterhin, daß bei schvvei ich-gestoiten Patienten

    die Fähigkeit des Ichs zur Sy mbohsierung und zui

    Traumarbeit zumindest reduzieit, situativ sogai aufgehoben sein kann Solche Tiaume haben dann die Funktion

    einei primitiven Spannungsabfuhi, wobei ,Fs Impulsevon sadistischei odei mzestuosei \it häufig ganz unveihüllt zutage treten' (Green, 1977, zitiert nach Rohde-

    Dachser, 1983, S 107)Solche Traume sind dann fui das tiaumende Kind

    odei den Jugendlichen schockieiend und ei schreckend,weil das schwache Ich von ihnen gciadezu ubei flutet

    wird, und es ist eine wichtige Aufgabe des Fherapeutenhiei Zuflucht und Schutz zu bieten

    Die vieizehneinhalbjahnge Sandia ist wegen ihiei Ma

    geisuchtsproblematik auf dem Hindergrund einei gestoi-ten Individuation in psvchotheiapeutischei Behandlungund erzählt - etwa um die 30 Stunde - den folgendenTiaum „Ich muß etwas ganz Schreckliches eizahlen und

    ich hab das Gefühl von Ekel und daß es mu weh tut die

    ganze Zeit seit dem Traum Ich hab im Bett gelegen und

    war unten nackt Und dann wai da ein Mann, es wai viel¬

    leicht mein Vatei und hat auf mir gelegen Und dann hat

    es ganz aig wehgetan, ein furchtbaiei Schmerz und denSchmetz spuie ich jetzt noch

    "

    Dieset Tiaum weist veisclnedene Stiuktuimeikmale

    auf, wie sie fui I räume bei Jugendlichen mit pia odipa¬len Stoiungen typisch sind Das alptiaumhafte Entsetzen,welches duich nichts gemildert wird und sich noch tage

    Vandenhoeck&Ruprecht (1985)

  • 158 Hans H Flopf Traume in dei Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit pra-odipalen Störungen

    lang im Wachzustand fortsetzt, der manifeste, grob sexu¬

    elle Inzest im Traum und der sichtbare Mangel an Svm-

    bohsierungsfalngkeit Eine besondere Eigenait dieses

    Traumes ist zudem, daß nicht nur die Affekte bis in das

    Wachleben reichen, sondern sogai korpei liehe Schmerz¬

    empfindungen Dies erklart sich möglicherweise daraus,daß es dem Ich nicht gelingt, Sekundarprozesse zu be¬

    nutzen, und daß es und tragliche Konfliktspannungenmit Hilfe von prinntiv-somatischen Aktionen abreagiert

    Es ist davon abzuraten, an einen solchen Traum mit¬

    tels Assoziationen analysierend-deutend heranzugehen,weil, wie bereits erwähnt wurde, hierdurch die vorlie¬

    gende Ich Integiation eher noch geschwächt wurde Ge¬

    nauso schädlich wäre es jedoch, den Traum nicht zu be¬

    achten, was ebenfalls Krankungen und neue Ängste nach

    sich ziehen konnte, weil die Jugendliche sehr leicht die

    Unsicherheit und die Scheu des Therapeuten spurenwutde Es erscheint deshalb als angemessen, auf Assozia¬

    tionen völlig zu verzichten, den manifesten Trauminhalt

    zu betrachten und die dem Therapeuten bekannten an¬

    amnestischen Daten und Mitteilungen dei vergangenenStunden mit einzubeziehen So kann ich erkennen, daß

    verschiedene Erlebnisebenen in dem Traumbild verwo¬

    ben sind

    Als Sandra zwölf Jahre alt war, kurz vor Ausbruch der

    Magersuchtsproblematik, wurde sie uberfallartig von

    einem damals siebzehnjahngen Jugen geküßt und beta¬

    stet Tagelang, so weiß ich von ihr, hatte sie damals Ekel

    und Abscheu verspürt Mit sechs Jahren wai das Mad¬chen beim Schlittenfahren verunglückt und hatte sich andet Scheide verletzt Als es sich zu Hause auskleidete,

    war das Hoschen voller Blut und Sandra fürchtete, zu

    verbluten Unter entwürdigenden Bedingungen wurde

    das Kind in der Nacht auf dem Gang des Krankenhauses

    von einem wenig einfühlsamen, groben Arzt untersucht

    Anschließend fand eine schmerzhafte Operation statt

    Zum Vater hat das Madchen praktisch keine Bezie¬

    hung, als existiere er nicht Die Muttei bedeutet Sandra

    alles, diese Beziehung ist - was nicht verwundert - äu¬ßerst ambivalent Sandra hat voi einiger Zeit erzahlt, daß

    sie als kleines Kind oft voi der übermächtigen Mutter

    Angst, ja geheimes Grauen gespurt hatte Bis zum 4 Le¬

    bensjahr hatte sie geglaubt, die Muttei wäre ein verklei¬

    deter Mann

    Vor dem Hinteigrund diesei Erkenntnisse ergebensich wiederum verschiedene Konsequenzen fur das the-

    rajjeutische Vorgehen Zum einen, wie schon erwähnt, ist

    es notwendig, das Entsetzen und das Ausgehefertsein des

    Madchens mitzutragen Der Therapeut hat die Aufgabe,solange Geborgenheit und Schutz zu spenden, bis es

    diese Funktion allmählich verinnerlichen kann Sandra

    erzahlte beispielsweise spater den Fltern, sie stellte sich

    wahrend der Frzahlung von schieckhchen Traumen voi,sie säße auf dem Schoß des Therapeuten und hielte sich

    an dessen Bart fest Daß heißt allerdings nicht etwa, die

    Wirkung eines solchen Traumes herunter zuspielen Es ist

    vielmehr sogar wichtig, dem Patienten zu verstehen zu

    geben, daß ein solchei Traum berechtigterweise schwere

    Ängste auslosen kann, daß uns ein solcher Traum aber

    auch dazu verhelfen kann, starker zu werden und die

    schockierenden Impulse aus dem Es besser auszuhalten

    Anderetseits hat mir dieser Traum auch das immense

    Ausmaß von Krankung und Verletzung des Madchens

    aufgezeigt, duich sein Leben zieht sich eine Kette von

    Veigewaltigungen, welche mit der männlich identifizier¬

    ten Mutter ihren Anfang nimmt, die ja Sandra narzi߬

    tisch ausbeutet Der Traum zeigt auch, wie Jochen Stork

    (1977) schreibt, ,daß eine uberstarke Bindung an die

    Muttei sich wie ein Inzestwunsch darstellt, wenn der Va¬

    ter nicht vermittelnd eingreifen kann.' (Stork, 1977, S

    184)Ich werde bei der Bearbeitung dieses Traumes natur¬

    lich nicht auf diese ganz frühe infantile Erlebnisebene

    eingehen, sondern auf die Affekte in bezug zu den ver¬

    gangenen realen Erlebnissen und Traumen Ich gab San¬

    dra also zu verstehen, daß ich ihren Ekel nach dem Er¬

    lebnis mit dem Jungen nach diesem Traum noch besser

    verstünde Ich wurde jetzt auch begreifen, wie einsam siesich damals im Krankenhaus gefühlt habe und welche

    nicht nur körperliche Schmerzen sie erleiden mußte Ich

    vei suche damit, die sexuell grob dargestellte Vergewalti¬

    gung auf eine allgemeinere Ebene zu heben Nach einer

    Weile des Schweigens meinte das Madchen, daß es das

    Erlebnis mit dem Jungen inzwischen anders sehen wurde

    Neulich wäre sie ihm begegnet und hatte ihn sogar ange¬lacht Ich entnehme dieser Aussage, daß das von früher

    Kindheit in seiner Weiblichkeit verletzte Madchen die

    damalige Attacke des Jungen auch zärtlich gefärbt erin¬

    nern kann Ich hielte es jedoch in diesem Falle fur vei-

    fruht, auf die ambivalente Beziehung zur Mutter und die

    auf sie projizierten aggressiven Impulse einzugehen

    4 Integration von Objektvorstellungen

    Meiner Erfahrung nach werden Traume wie der vonSandra und die folgenden auch schon von kleineren Kin¬

    dern geträumt, oft erinnern sich Jugendliche daran, daß

    es früher solche Alptraume gab Sie werden jedoch im

    allgemeinen erst mit beginnender Praadoleszenz erzahlt,wahischeinhch weil im kleineren Kind noch die Angst zu

    machtig ist, Kritik und Zensur ganz auszuschalten und

    auch - wie Anna Freud meint - die Position des erwach¬

    senen Therapeuten als Uber-Ich-Figur volle Aufrichtig¬keit verhindert

    Ts gibt Traume bei Kindern und Jugendlichen, welche

    sehr deutlich die Neigung zur Spaltung in ein gutes und

    in ein böses mütterliches Objekt aufzeigen und welchesich darum eignen, den Reahtatsbezug zu vei bessern und

    eine Legierung der kontraien Voi Stellungen vorzubeiei-

    ten

    Mit 12 Jahren kam Klaus wegen schweren Stotterns in

    psychotherapeutische Behandlung Der Junge wirkte aus¬

    gesprochen feminin, unterwürfig und angepaßt Trotz

    seines Alters von 12 Jahren verbrachte Klaus die meiste

    Zeit gemeinsam mit dei Muttei, die er augenscheinlichabgottisch hebte Seit früher Kindheit litt er allerdingsunter Tiennungsangsten und fürchtete, die Mutter

    Vandenhoeck&Ruprecht (1985)

  • Hans H Hopf Traume in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit pra odipalen Störungen 159

    konnte überfahren werden oder getötet werden, wenn sie

    einmal abwesend wai Die Mutter war eine dominie¬

    rende, jegliche Individuation im Keime erstickende Fi au,die phasenweise zu depressiven Vet Stimmungen neigteund sich dann besonders eng an den Jungen klammerte

    Zu Beginn der Therapie erinnerte sich Klaus an zwei

    Angsttraume im Altei von 10-11 Jahren

    (1) „Ich hab den Film ,Der Wachsblumenstrauß' mit

    Miss Marple gesehen Dann kommt eine Szene voi Miss

    Marple hegt auf dei Couch und soll mit einer Hutnadel

    erstochen werden, weil sie herausgefunden hat, wei die

    Mörderin ist Es ist eine 30jahnge Trau, welche nicht be¬

    sonders hübsch ist Ich träumte, daß ich wie Miss Marpleauf der Couch hege Da kommt die Fi au, die Mörderin

    auf mich zu Sie ist im Traum etwas alter, so um die 40

    (wie meine Mutter') und versucht mich zu umschlingenund nicht mehr loszulassen Ich schreie vor lauter

    Angst"

    (2) „Voi einigei Zeit habe ich geträumt, daß meine

    Mutter dei Dracula ist Sie lag auf der Couch, hat ganzlangsam die Augen aufgeschlagen, langsam ihren Mund

    aufgemacht, und da habe ich gesehen, daß sie die Zahne

    von Dracula hat, spitz und lang Sie wollte bei mn Blut

    saugen"

    Die aktuelle Thematik wnd durch den manifesten

    Trauminhalt der beiden Traume deutlich beschneben

    Die Mutter, die Klaus bewußt so sehr hebt, daß er nicht

    von ihr lassen kann, ist jetzt eine Mörderin, klammert

    sich an ihn, umschlingt ihn, halt ihn fest und versucht ihn

    auszusaugen Er selbst ist das wehilose OpfeiEtwa in der 40 Stunde kam es zu einer kleinen häusli¬

    chen Auseinandersetzung Die Mutter wünschte, daß

    Klaus sein Zimmer aufräumen sollte, was der Junge vei

    weigerte Darauf wurde die Mutter wütend Wenn ei

    weiter so frech wäre, dann wurde er schon sehen, wei der

    Stärkere von beiden wäre Darauf fugte sich Klaus und

    räumte auf In dei folgenden Nacht hatte ei folgendenTraum, den ei in dei nächsten Stunde eizahlte

    „Ich bin in mein Zimmer hinaufgegangen Es war dun

    kel auf der Tieppe, und da stand auf einmal meine Mut¬

    ter Ihr Gesicht wai so fremd, schrecklich und wutvei-

    zerrt In der Hand hatte sie ein langes Messer, und das

    hat sie mir ohne Warnung in die Biust gestochen Ich

    spurte einen furchteiliehen Schmerz und wußte, daß ich

    jetzt sterben muß Von dem Schmerz in dei Biust bin ich

    aufgewacht"

    Der Junge spurte den Schmeiz in der Brust noch den

    ganzen folgenden Tag und glaubte, daß diesei Tiaum

    der schlimmste war, den ei je hatte

    Die Machtprobe mit der Mutter, bei der Klaus untei-

    lag, war dei aktuelle Anlaß und hefeite den Tagesrest,der sich mit den fruheten Fnnnerungsbildein und Ich

    Zustanden verquickte Die Muttei ist aufgespalten in ein

    gutes und in ein böses Objekt Sie wird zum gefahrhchen, ubeimachtigen Wesen, ja zur bedrohlichen Rache-

    gottin, welche uber Leben und Tod entscheidet, weil der

    Junge seine aggiessiven und sadistischen Impulse auf sie

    projizieit Alle Wunsche nach Loslosung, Individuation

    und Verselbstandigung bedeuten dann tatsächlich den

    Tod In diesem Traumbild spiegeln sich also sowohl dei

    Haß auf die Muttei, als auch die Ängste voi VergeltungDoch um es ganz einfach zu foimuheien Man kann

    nicht eine gute Mutter wollen, ohne gleichzeitig die an¬

    dere, die böse zu haben Damit eine Losung aus dei im

    wahrsten Sinne moidenschen Symbiose überhaupt moglieh eischeint, ist es notwendig, daß der Junge die beiden

    Bilder, gute und böse Mutter, zu einem einzigen zusam

    menfugt umd Ambivalenz gegenubet einem einzigen Ob

    jekt erleben kann Naturlich ist es auch in diesem 1 all

    sehr wichtig, erst einmal den Patienten vor den eigenensadistischen Impulsen zu schützen und - wie zuvoi er

    wahnt - mit ihm die Angst gemeinsam aushalten, ihm zu

    verstehen zu geben, daß er in seiner Not nicht allein ist

    Dei Traum bietet jedoch auch die Gelegenheit, den |un

    gen mit seinem mangelhaften Bezug zui Realität zu kon

    frontieren Fs ist dabei naheliegend beim aktuellen Anlaß

    zu beginnen Ich sage also etwa „Du hast Dich geaigcit,als Deine Mutter gesagt hat, daß Du aufräumen sollst"

    Klaus antwortet „Ja, ich hab eine Wut auf sie gehabt,aber nui ganz kurz, ich hab sie ja eigentlich sein heb

    "

    Darauf ich „Das gibt es oft, daß man |emanden sehi

    gern hat und trotzdem auf ihn wütend wnd So war es

    auch bei Dir" Fs kommt dabei darauf an, die Existenz

    der beiden kontraren Gefühle, Wut und Liebe, gegenubeider einen Peison zu unterstreichen und das Gefühl mit

    schwingen lassen, daß dieses etwas Allgemeinmenschhches und Allgegenwaitiges ist Trst dann kann an den

    Ursachen der aggressiven Impulse gearbeitet werden

    Diese Impulse sind letztlich im allmachtigen Anspruchauf unendliche Befnedigung aller Bedurfnisse durch die

    Mutter zu suchen, gerade weil sie ja von dei emotional

    unsicheien und narzißtischen Muttei nie gestillt werden

    konnten Oiale Abhangigkeitswunsche und sadistische

    Vernichtungswunsche, das eine die Kehrseite des ande¬

    ren, sind dann der Analyse zuganglich, wenn dei Jungeuber längere Zeit mit seinei Neigung zui Spaltung und

    zui Aerleugnung konfrontieit wurde und wenn es ihm

    allmählich gelingt, gute und böse Muttei in ein ambiva

    lentes Bild zu integtieren

    Summary

    Dteams in Psychotherapy ofpie-oedipal disturbed Childienand Adolescents

    In companson to the free play the inteipretation of

    dteams in children's psychoanalysis is just of secondary

    impoitance Theie are many reasons The most nnpoi

    tant one might be that it is most difficult to lead a child

    to veibal association Since Etikson's pioneenng essay the

    inteiest within psv choanalysis has increasingly beentransferied to the ego-struetures and ego abilitv which

    giows evident bv the manifest dream The apphcation of

    the children's dteam foi diagnosis and theiapeutics asks

    foi a completely new impoitance especially as to pieoedipal distuibances The contnbution in hand is to

    show how dreams in psychotheiapv, of childien and adolescents can be used in the most different ways So it is

    Vandenhoeck&Ruprecht (1985)

  • 160 Autoren dieses Heftes

    possible by aid of the manifest dreams to find more ef¬

    fective ways in lecognizing and working subject-object-

    ditferentiation, symbiotic necessanes and problems of in¬

    dividuation and sepaiation Moieovei it presents how in

    psychotherapy it is possible to use dreams with pie-oedi-

    pal-disturbed childien and adolescents in oider to fortifyand develop the ego, how an Integration of dissociated

    object imagination can be mitiated and how an impiove-ment of the relation to reahty can be reached

    Literatur

    Bahnt,M (1960) Angstlust und Regiession Reinbek -

    Beese,F (1983) Neuere Aspekte des Traums bei Ubertragungs-

    neuiosen, narzißtischen Störungen und Psychosen In M Er¬

    mann (Fig ) Der Traum in Psychoanalyse und analytischer Psy-

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    FIoin.H (1983) Der Traum in Diagnostik und Therapie bei

    Kindern In AI Ermann (Hg) Der Traum in Psychoanalyseund analytischer Psychotherapie Berlin - Fischet,E (1928)Kindertraume Stuttgart - Foulkes, D (1979) Der Traum -

    Spiegelbild dei kindlichen Entwicklung In Psychologie heute,

    5, S 58-63 - Freud,A (1971) Wege und Irrwege in der Kindei-

    entwicklung Bein/Stuttgart - Freud, S (1900) Die Traumdeu¬

    tung Studienausgabe Bd II, Frankfurt, 1972 - Freud, S

    (1916/17) Vorlesungen zur Einfuhrung in die Psychoanalyse

    Studienausgabe Bd 1, Eiankfurt, 1969 - Geist, W B und Ka¬

    chele, H (1979) Zwei Traumserien in einer psychoanalytischen

    Behandlung In Jahibuch der Psychoanalyse, Bd XI, Bern -

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    7/(1913) Kindertraume In Internationale Zeitschrift fur arzt¬

    liche Psychoanalyse, 1, S 470-475 - Kimmiris, C M (1931)Childrens dreams In Murchison, C (ed ), Handbook of Child

    Psychiatry, Worcester/Massachussetts, Clark University Press -

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    Mahler,M S (1972) Symbiose und Individuation Stuttgart -

    Rohde-Dachset, C (1983) Traume in der Behandlung von Pa¬

    tienten mit schweren Ich-Storungen In M Ermann (Hg ) Der

    Traum in Psychoanalyse und Psychotherapie Berlin - Stoikf

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    analytischer Sicht In Tiefenpsychologie, 2, Weinheim, 1982 -

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    chotherapie des Jugendlichen In Bietmann.G (Hg) Hand¬

    buch der Kinderpsychotherapie, Bd 1, München - Zulhger,H

    (1972) Madchentraume im Vorpubei tatsalter In Die Pubertät

    der Madchen Bern

    Anschr d Verf Hans FI Hopf, rhederweg 3, 7121 Mundels-

    heim

    Autoren dieses Heftes

    Plans Juigen Barthe, geb 1953, Dipl-Psychologe, Dipl-Sozial-

    wnt, Doppelstudium der Psychologie und der Sozialwissen

    Schäften in Gottingen 1979-1984 wiss Mitarbeiter an der Abt

    f Kinder u Jugendpsychiatne der Univ -Kliniken Gottingen,seit 1984 Mitarbeiter in einem Kindei- u Jugendheim, z Zt

    Lehrbeauftragter fur Supervision an dei Hochschule Lüneburg

    Aibeitsschweipunkte klinische Psychologie, Psychotherapielon Kindern und Jugendlichen, Supervision und Teamsupervision

    Rolf Castell, Piof Di med, Arzt fur Kindei- und Jugendpsy¬chiatne, medizinisches Staatsexamen und Promotion 1963, Ha¬

    bilitation 1977, Ernennung zum außerplanmäßigen Professor

    1984 Aibeitsgebiete Kmderpsychiatrische Epidemiologie, kind¬

    liche Sprachentwicklung und Sprachpathologie

    Hellmuth Freyberger, geb 1923, Piof Dr med , Direktor der•\bt Psychosomatik am Zentrum Psychologische Medizin der

    Med Hochschule Hannover Arbertsgebiet Klinische Psychoso¬matik („Consultation-Liaison"), Familientherapie

    Dietmar Gobel, geb 1944, Dr, Dipl Math , Studium der Mathe¬

    matik, Infoimatik und Wirtschaftswiss an der TU Berlin und in

    Kiel, 1971-173 wiss Mitarbeiter am Inst f Informatik u Prak¬

    tische Mathematik an der Univ Kiel, 1973-1977 wiss Assistent

    am Fachbereich Mathematik der FU Berlin, seit 1977 wiss

    \ngst an der Abt f Psychiatrie und Neuiologie des Kindes-

    und Jugendalters der TL Berlin

    Hans Heinz Hopf, geb 1942, analytischer Kinder u Jugendli¬chen Psychotherapeut in freier Praxis Dozent und Kontroll¬

    analytiker an der Stuttgarter Akademie fur Tiefenpsychologieund Psychotheiapie

    Emil Kammerer, geb 1941, Dr med, \rzt fui Kmder- u Ju¬

    gendpsychiatne, 1969 Abschluß des Medizinstudiums und An¬

    erkennung als Verhaltenstheiapeut (DBV), bis 1984 Oberarzt-an

    der