Off-Label-Use in der Dermatologie

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    21-Jul-2016

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  • Editorial 931

    Journal compilation Blackwell Verlag GmbH, Berlin JDDG 1610-0379/2009/0711 JDDG | 112009 (Band 7)

    Off-Label-Use in der DermatologieWolfram Sterry

    Die Restriktionen bzw. deren Mechanismen haben in der medizinischen Wirk-lichkeit viele Namen. Einer von ihnen heit: Off-Label-Use. Keiner von Ihnen,liebe Kolleginnen oder Kollegen, der nicht mindestens wchentlich mit diesemProblem konfrontiert wre. Grund genug fr JDDG, die Arbeit von Brockmeyerund Mitarbeitern, die ja seit langem sich dieses Themas angenommen haben, indiesem Heft zu verffentlichen. In sehr klarer Weise beschreiben die Autoren,auch Frau Dr. Ulrike Brucklacher als Juristin mit groem Sachverstand auf die-sem Gebiet, welche medizinischen, aber auch medizin-rechtlichen Implikationensich auf diesem schwierigen Gebiet ergeben. Sie geben nicht nur eine kritischeAnalyse der Situation, sondern auch Handlungsempfehlungen fr den prakti-schen Alltag. Diese mgen insbesondere jngeren Kolleginnen und Kollegen einewichtige Hilfe sein, aber auch manchem alten Hasen noch einmal den gegenwr-tigen Stand verdeutlichen.

    Alle im Gesundheitswesen ttigen rzte mssen naturgem nicht nur eine Verant-wortung fr ihre Patienten bernehmen, sondern auch mit Augenma die zur Ver-fgung stehenden Ressourcen einsetzen. Als besonders rgerlich muss es daherempfunden werden, wenn beispielsweise die Anwendung von Resochin beim dis-koiden Lupus erythematodes jedes Mal erstritten werden muss, und wir uns in ei-ner Situation befinden, wo das eingesetzte zeitliche Potential in keinerlei Verhltniszur wirtschaftlichen Tragweite des rezeptierten Medikamentes steht. Umgedrehtgibt es natrlich auch viele neue Medikamente, die in einzelnen, therapeutischauerordentlich schwierigen Situationen ein hervorragendes Ansprechen zeigen, allerdings von auerordentlich hohen Kosten belastet sind. Oft sind die Kosten sohoch, dass eine breite Anwendung eines solchen Medikamentes bei allen betroffe-nen Patienten allein aus Kostengrnden uerst schwierig wre. Hier muss meinesErachtens auch an Algorithmen gearbeitet werden, wie sie in guter und vorbildli-cher Weise bereits fr die Psoriasis entwickelt worden sind. Hier werden die Biolo-gicals erst dann eingesetzt, wenn die kostengnstigeren Systemtherapien unwirk-sam sind, kontraindiziert sind oder Nebenwirkungen aufgewiesen haben.hnliches muss meines Erachtens auch fr den Off-Label-Use mit teuren neuenPrparaten gelten, sollte dann aber auch entsprechend nach Durchlaufen der thera-peutischen Leiter mglich werden.

  • 932 Editorial

    JDDG | 112009 (Band 7) Journal compilation Blackwell Verlag GmbH, Berlin JDDG 1610-0379/2009/0711

    Die Dermatologie sollte ein Register einrichten, in dem alle ablehnenden oder auchbewilligenden Bescheide der Krankenkassen sowie entsprechende Gerichtsurteilesystematisch gesammelt werden. Aus der Analyse der Argumentation lieen sich sicherlich Verallgemeinerungen ziehen, die die Antragstellung auch fr uns Derma-tologen vereinfachen wrden. In dieser Hinsicht soll der Artikel von Brockmeyerund Mitarbeitern nicht nur aktuelle Hinweise geben, sondern auch zukunftswei-send wirken.

    JDDG wird an diesem und an anderen fachpolitischen Brennpunkten weiter aktivbleiben, und ist Ihnen auch dankbar, wenn Sie uns auf Bereiche hinweisen, die bis-lang noch nicht ausreichend behandelt sind.

    Mit den besten Gren und viel Freude bei der Lektre bin ich Ihr

    Prof. Dr. med. Wolfram Sterry

    KorrespondenzanschriftProf. Dr. med. Wolfram SterryKlinik fr Dermatologie, Allergologieund Venerologie Charit Universittsmedizin BerlinCharitplatz 1D-10117 BerlinTel.: +49-(0)30-450518061Fax: +49-(0)30-450518911E-Mail: wolfram.sterry@charite.de

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