of 12 /12

 · Web viewDenn nur mit deinem Beistand, dem Heiligen Geist können wir diese Einheit erlangen. Dir vertrauen wir und danken Dir jetzt und in Ewigkeit. Amen. Vater unser L.:Lasset

  • Author
    others

  • View
    0

  • Download
    0

Embed Size (px)

Text of  · Web viewDenn nur mit deinem Beistand, dem Heiligen Geist können wir diese Einheit erlangen....

Gebetskette im Januar 2015: Ökumene

Lied

· Gott ruft sein Volk zusammen, GL 477

Kreuzzeichen

L.:Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

A.:Amen.

Gebet

L.:Lasset uns beten

- Stille -

Barmherziger Gott,

als Kirche von Speyer sind wir auf dem Weg durch die Zeit.

Schenke du uns den Geist, der lebendig macht

und uns mit Freude und Zuversicht erfüllt.

Lass uns die Zeichen der Zeit verstehen

und uns mit ganzer Kraft für das Evangelium einsetzen.

Mache uns offen für das, was die Menschen bewegt,

für ihre Trauer und Angst,

für ihre Freude und Hoffnung.

Schenke uns Entschiedenheit und Mut,

heute Zeugen deines Sohnes Jesus Christus zu sein.

(Auszug aus dem Bistumsgebet)

Hinführung (kann nach dem Kreuzzeichen vorgetragen werden)

Wir sind heute in besonderer Weise mit allen Christinnen und Christen im Bistum Speyer verbunden. Wir sind Teil einer Gebetskette, die vom 1. Advent 2014 bis zum 1. Advent 2015 Beterinnen und Beter miteinander verbindet. Diese Gebetskette ist Zeichen dafür, dass wir in allem, was wir tun, auf Gottes Hilfe und seinen Beistand angewiesen sind. So wie wir heute in den Anliegen des Bistums beten, so tragen in diesem Jahr jeden Tag eine andere Gruppe, Pfarrei oder auch Einzelpersonen die Anliegen des Bistums vor Gott.

In diesem Monat widmet sich die Gebetskette einer der drei grundlegenden Dimensionen des Seelsorgekonzepts Gemeindepastoral 2015, der Ökumene. Sie ist nicht nur eine Aufgabe neben anderen. Bei allem, was Kirche tut, soll das ökumenische Anliegen mitschwingen.

Bei all unserem Reden und Handeln soll das größere Ganze im Blick sein: die Einheit aller, die an Christus glauben. Denn: je näher wir uns als Christen und als Kirchen kommen, je mehr wir mit einer Stimme sprechen und gemeinsam handeln, umso mehr erfüllen wir seinen Auftrag und umso wirkungsvoller ist unser Zeugnis.

Stellen wir uns dem Ruf zur Einheit, und lassen uns diesen Auftrag von Gott, durch sein Wort zusagen:

Schriftlesung (Joh 17,20-26)

Lesung aus dem Johannesevangelium

In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Heiliger Vater, ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich. Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt.

Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.

Wort des lebendigen Gottes

Dank sei Gott

- Stille – (evtl. Liedruf: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht, GL 450)

Besinnung

Bevor Jesus sein Leben hingegeben hat, betet er für alle, die an ihn glauben. Er bittet seinen Vater im Himmel: "Alle sollen eins sein" (Joh 17,21). Er hat seiner Kirche am Abend vor seinem Tod das Sakrament der Eucharistie hinterlassen, durch das die Einheit der Kirche bezeichnet und bewirkt wird. Seinen Jüngern hat er das neue Gebot der gegenseitigen Liebe gegeben und den Geist als Beistand, verheißen, der in Ewigkeit bei ihnen bleiben sollte (vgl. Dekret über den Ökumenismus, Artikel 2).

„Alle sollen eins sein“ diese Aufforderung ergeht auch an uns. Wir haben als Kirche den Auftrag, die Einheit der Menschen zu bewirken. Kirche ist dafür da, dass die Menschen sich mit Gott und untereinander vereinen. Die Spaltungen innerhalb der Kirche Jesu Christi widersprechen seinem Willen, sind ein Ärgernis für die Welt und ein Schaden für die Verkündigung des Evangeliums. Wir sind dankbar für das Aufbrechen der ökumenischen Bewegung und für die Einsicht, dass wir alles dafür tun müssen, dass der Glaube an den dreieinen Gott in einer sichtbar geeinten Kirche bezeugt und gefeiert wird. Auf dem Weg zur Einheit haben wir inzwischen viele Gräben überwunden und viele Gemeinsamkeiten wiederentdeckt. Deshalb müssen wir als Christen nicht mehr fragen, ob wir das eine oder andere auch ökumenisch tun können, sondern wir müssen begründen, warum wir es nicht ökumenisch tun. Das heißt nicht, dass alles zusammen oder auf gleiche Weise gemacht werden soll. Ganz im Gegenteil, die Vielfalt innerhalb der eigenen Kirche sowie unter den Kirchen ist etwas sehr wertvolles und für die Menschen mit ihrer je eigenen und unverwechselbaren Identität sehr wichtiges.

Ökumene, das ist die Vision des Beieinanderwohnens im selben Haus: „Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen“, sagt Jesus (Joh 14,1). Und all diese Wohnungen geben unterschiedlichen Ausdruckformen des einen Glaubens einen Raum.

Ökumene, heißt, den Weg zur sichtbaren Einheit weiterzugehen und gemeinsam den Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen. Denn wir sind als Kirche umso glaubwürdiger, je mehr wir uns mit unseren Glaubensgeschwistern vereinen.

Konkreter Ausdruck dafür wird der „Leitfaden für das ökumenische Miteinander in Bistum und Landeskirche“ sein, der am Ökumenischen Kirchentag 2015 in Speyer unterzeichnet wird.

Auch hier vor Ort können wir die geistliche Mitte der Kirchen jenseits aller Unterschiede erfahrbar machen, indem wir gemeinsam beten. So feiern wir jedes Jahr im Januar mit den Christinnen und Christen auf der ganzen Erde die Gebetswoche für die Einheit. Sie macht die weltweite ökumenische Verbundenheit sichtbar.

Besinnungsfragen

„Alle sollen eins sein“ (Joh 17,21) – diese Aufforderung ergeht auch an uns. Doch wie können wir als Kirche die Einheit der Menschen fördern? Ich lade Sie ein, mit den folgenden Fragen diesen Ruf zur Einheit in ihrem Leben zu erforschen:

· Wie können wir die Sehnsucht nach der Einheit unter den Christen wach halten?- Stille –

· Wo können wir dem ökumenischen Anliegen in unseren Pfarreien Raum geben? - Stille –

· Wie können wir als Kirchen den Herausforderungen in Kirche und Gesellschaft noch mehr gemeinsam begegnen? - Stille –

· Wo ist die gemeinsame geistliche Mitte der Kirchen erkennbar?

- Stille -

Gebetsanliegen des Bistums

Herr Jesus Christus, du hast zu deinem Vater im Himmel gebetet, „alle sollen eins sein“. Diese Bitte nehmen wir als Auftrag an, der uns in unserem Handeln herausfordert. Mit dir beten wir zu Gott unserem Vater:

· Stärke in uns den Mut zur Vielfalt innerhalb der katholischen Kirche und hilf uns, die Vielfalt unter den einzelnen Konfessionen als Bereicherung zu verstehen und zu fördern.

· Erhalte in uns die Sehnsucht nach der Einheit. Lenke unseren Blick immer wieder auf das, was uns bereits vereint, und lass uns erkennen wie kostbar diese Einheit ist.

· Vereine unsere Bemühungen für das gemeinsame Ziel, damit wir mit vereinter Stimme deine Botschaft verkünden können und die Menschen sich mit dir und einander vereinen.

· Bitten in besonderen Anliegen können eingefügt werden.

Denn nur mit deinem Beistand, dem Heiligen Geist können wir diese Einheit erlangen. Dir vertrauen wir und danken Dir jetzt und in Ewigkeit. Amen.

Vater unser

L.:Lasset uns beten, wie der Herr uns gelehrt hat.

A.:Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.Dein Reich komme. Dein Wille geschehe,wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute.Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.Amen.

Segensbitte

L.:Es segne uns der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Lied

· Lobt Gott, ihr Christen, GL 247

· Eine große Stadt ersteht, GL 479

· Dank sei dir, Vater, GL 484

· Seht, uns führt zusammen Christi Liebe, GL 845

Gebet zur Ergänzung

Gott, Du Urgrund und Kraft aller Einheit, wir rufen Dich an und bitten Dich, dass Du den voneinander getrennten christlichen Kirchen diejenige Einheit schenken mögest, die dem Willen unseres Herrn Jesus Christus entspricht. Wir wissen zwar, dass wir selber alles uns Mögliche tun müssen, damit diese Einheit Wirklichkeit wird. Denn von uns, nicht von Dir, kommt die Spaltung unter den christlichen Kirchen. Aber diese unsere Aufgabe ist das Geschenk Deiner Gnade. Und darum kann all unser Bemühen doch nur immer wieder mit dem Gebet beginnen: Gib, was Du von uns verlangst. Amen.

(Karl Rahner)

www.bistum-speyer.de/gebetskette8 / 8