Feuerbrandsituation im Jahr 2007 Bericht أ¼ber die Bericht أ¼ber die Feuerbrandsituation im Jahr 2007

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  • Bericht über die Feuerbrandsituation im Jahr 2007

    Herausgeber

    Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)

    53123 Bonn

    Stand

    April 2008

    Druck

    BMELV

    Text

    BMELV, Referat 517

    Gestaltung

    BMELV

    Fotos

    BMELV

    DDiieessee PPuubblliikkaattiioonneenn kköönnnneenn SSiiee bbeesstteelllleenn::

    schriftlich: BMELV, Referat 517 Rochusstraße 1 53123 Bonn

    E-Mail: 517@bmelv.bund.de

    Die Broschüre steht im Internet zum Download zur Verfügung unter: www.bmelv.de, Rubrik Landwirtschaft / Pflanzenschutz / Berichte

    Weitere Informationen finden Sie im Internet unter

    www.bmelv.de

    Diese Broschüre wird im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Bundesregierung kostenlos herausgegeben. Sie darf weder von Parteien noch von Wahlwerbern oder Wahlhelfern während eines Wahlkampfes zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt für Europa-, Bundestags-, Landtags- und Kommunalwahlen. Missbräuchlich ist insbesondere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen, an Informationsständen der Parteien sowie das Einlegen, Ausdrucken oder Aufkleben parteipolitischer Informationen oder Werbemittel. Untersagt ist gleichfalls die Weitergabe an Dritte zum Zwecke der Wahlwerbung. Unabhängig davon, wann, auf welchem Wege und in welcher Anzahl diese Schrift dem Emp- fänger zugegangen ist, darf sie auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevorstehenden Wahl nicht in einer Weise verwendet werden, die als Parteinahme der Bundesregierung zu Gunsten einzelner politischer Gruppen verstanden werden könnte.

    Strategie zur Bekämpfung des Feuerbranderregers ohne Antibiotika

  • Vorwort

    Feuerbrand ist eine Bakterienkrankheit, die besonders beim

    Anbau von Kernobst zu großen Schäden und Ausfällen führen

    kann. In den vergangenen Jahren hat sich diese Krankheit so

    stark ausgebreitet, dass ganze Obstanlagen gerodet werden

    mussten. Solche Rodungen können für einen Obstbaubetrieb

    existenzbedrohend sein.

    Seit 2003 gibt es deshalb eine gemeinsam von Bundes- und Landesbehörden, Vertretern des

    konventionellen und ökologischen Obstbaus, des Verbraucherschutzes, der Imkerei sowie des

    Umwelt- und Naturschutzes erarbeitete Strategie zur antibiotikafreien Bekämpfung des

    Feuerbranderregers im Obstbau. Jährliche Berichte über die Feuerbrandsituation und die im

    Rahmen der Strategie ergriffenen Maßnahmen zur Vorsorge gegen Feuerbrand sind Teil

    dieses Ansatzes.

    Dazu gehört auch dieser vorliegende, fünfte Gesamtbericht, der den aktuellen Stand im

    Kampf gegen den Feuerbrand widerspiegelt. Dabei erstreckt er sich ergänzend auch auf

    Österreich und die Schweiz.

    Allen, die sich an der Erstellung des Berichtes 2007 beteiligt haben, danke ich herzlich für

    ihre Mitarbeit und Unterstützung. Denn eine effektive wie nachhaltige Bekämpfung des

    Feuerbranderregers ist der Grundstein für eine ertragreiche Obsternte. Mehr denn je brauchen

    wir heute wertvolle und gesunde Lebensmittel, die für eine ausgewogene Ernährung aller

    wichtig sind.

    Horst Seehofer

    Bundesminister für Ernährung,

    Landwirtschaft und Verbraucherschutz

  • Inhalt Seite

    Teil A Bundesrepublik Deutschland......................................................................................................1

    1. Infektionsbedingungen und Auftreten von Feuerbrand ..........................................................1

    2. Maßnahmen zur Umsetzung der Strategie..............................................................................10

    2.1 Beratungs- und Informationsangebot..............................................................................10

    2.1.1 Erkennung, Überwachung und Bekämpfung ..................................................................10

    2.1.2 Internet-Angebot und Pflanzhilfen für den Garten- und Landschaftsbau.......................16

    2.2 Forschung........................................................................................................................16

    2.2.1 Bekämpfung ....................................................................................................................16

    2.2.2 Forschungsprojekte des BMELV....................................................................................20

    2.2.3 Züchtung .........................................................................................................................22

    2.2.4 Prognose..........................................................................................................................24

    2.2.4.1 Prognosemodelle .............................................................................................................24

    3. Situation des Pflanzenschutzmittelwirkstoffs Streptomycin auf EU-Ebene.........................25

    4. Streptomycin ..............................................................................................................................26

    4.1 Anwendung .....................................................................................................................26

    4.2 Untersuchungen von Honig auf Streptomycinrückstände ..............................................30

    4.3 Überwachung von Streptomycinresistenz des Feuerbranderregers ................................32

    5. Feuerbrandverordnung.............................................................................................................32

    6. Möglichkeiten zur Problemeingrenzung..................................................................................32

    7. Ergebnisse und Schlussfolgerungen .........................................................................................33

    8. Zusammenfassung .....................................................................................................................35

    Teil B Berichte aus Österreich und der Schweiz................................................................................37

    Feuerbrandsituation 2007 in Österreich .................................................................................................37

    Feuerbrandsituation 2007 in der Schweiz...............................................................................................42

  • Teil A Bundesrepublik Deutschland

    1. Infektionsbedingungen und Auftreten von Feuerbrand

    Befall mit Feuerbrand wurde in 2007 in nahezu dem gesamten Bundesgebiet beobachtet. Nach

    geringerem Befall in den vier Vorjahren trat die Krankheit vor allem in Süddeutschland massiv

    auf. Folge waren Teil- oder Flächenrodungen und hoher Arbeitsaufwand durch Schnitt- und

    Rissmaßnahmen. Durch Sekundärinfektionen von Trieben und Verletzungen durch Hagel traten

    Infektionen im Sommer bis in den Herbst hinein auf. Auch das Streuobst war teilweise massiv

    befallen.

    Nachfolgend werden die Berichte der Länder in zusammengefasster Form wiedergegeben. So-

    weit die Länder Angaben vorgenommen haben, werden in Tabelle 1 die ersten Tage mit Infekti-

    onsgefahr, der erste beobachtete Befall sowie die zur Beurteilung der Infektionsgefahr einge-

    setzten Feuerbrand-Prognosemodelle dargestellt.

    Baden-Württemberg

    Am 12. April 2007 gab das LTZ Augustenberg, Außenstelle Stuttgart, die Anwendung strepto-

    mycinhaltiger Mittel im Regierungsbezirk Freiburg und am 13. April 2007 in den übrigen drei

    Regierungsbezirken frei. Behandlungen wurden für den 13. bzw. 14. April 2007 empfohlen. Die

    Birnen waren zu diesem Zeitpunkt in der Vollblüte, bei den Äpfeln begann in Baden und Nord-

    württemberg sortenabhängig gerade die Blüte. Auch am Bodensee waren die allerersten Blüten

    früher Apfelsorten aufgegangen. Aufgrund der anhaltenden warmen Witterung wurden am

    17. April 2007 erneut Behandlungen empfohlen. Am 23./24. April 2007 wurde nochmals ge-

    warnt, ebenso am 26./27. April 2007 und am Bodensee nochmals am 29. April 2007. Insgesamt

    wurden an 5 Terminen Behandlungen für jeweils blühende Bestände empfohlen. Die Tempera-

    tursumme, die ein Maß für die Vermehrung der Feuerbrandbakterien in der Blüte darstellt, über-

    traf um ein Mehrfaches den Schwellenwert, der für Infektionen erreicht werden muss. Die Bakte-

    rien vermehren sich unter solchen Bedingungen explosionsartig. Je nach Blühzustand hätten die

    Anlagen meist dreimal behandelt werden müssen, was aber vielerorts nicht befolgt wurde. Die

    Blütezeit blieb ohne Niederschläge und an vielen Standorten wurde nicht einmal eine deutliche

    Taubildung gemessen. Die Obstbauern nahmen die Warnungen nicht ernst, da entgegen der offi-

    ziellen Beratungsinformation die Fehlinformation kursierte, dass ohne Niederschläge Infektionen

    nicht möglich seien.

    Die ersten Symptome an Äpfeln wurden in Südbaden bereits am 30. April 2007 von einem auf-

    merksamen Obstbauern beobachtet, der die Symptome noch aus der Befallssituation von 1993

    kannte. Der Befall trat flächig auf einer Fläche von 20 ar auf. Weitere Meldungen über großflä-

    chigen Befall aus Mittelbaden gingen am 5. Mai 2007 ein. Die Infektionen der letzten April-

    woche wurden in der Symptomausbildung durch die kühle Witterung Anfang Mai so verzögert,

  • - 2 -

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