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Krebs in Rheinland-Pfalz Inzidenz und Mortalität im Jahr 2000 Bericht des Krebsregisters Rheinland-Pfalz mit Schwerpunkt- auswertungen zu Brustkrebs bei Frauen

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  • Krebs inRheinland-Pfalz

    Inzidenz und Mortalitätim Jahr 2000

    Bericht desKrebsregisters

    Rheinland-Pfalzmit Schwerpunkt-auswertungen zu

    Brustkrebs bei Frauen

  • 2

    EinleitungDer vorliegende Bericht informiert über den aktuellenStand der Krebsregistrierung in Rheinland-Pfalz. Möglichwurde diese Veröffentlichung durch finanzielle Förderungdes Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Si-cherung.

    Bei allen bereits Meldenden möchten wir uns für ihre Mit-arbeit bedanken. Wir hoffen, dass auch die übrigen Ärz-tinnen und Ärzte künftig ihrer Meldepflicht nachkommen.

    Außerdem danken wir allen weiteren Mitarbeiterinnenund Mitarbeitern des Krebsregisters, ohne die die Erstel-lung dieses Berichts nicht möglich gewesen wäre:

    Borngässer, M., Bos, B., Brunzlow, H., Bülbül, O., Enste, P.,Knoll, U., Liese, R., Plachky, P., Sudhof, U., Thorwirth, B.,Unden, J.

    Gesetzliche Grundlagen und Finanzierung

    Das Krebsregister Rheinland-Pfalz arbeitet auf der Grund-lage des Landeskrebsregistergesetzes vom 22.12.1999.

    Seit 1.1.2000 besteht in Rheinland-Pfalz Meldepflicht,d. h. jeder Arzt1 ist verpflichtet, erkrankte Personen an dasKrebsregister zu melden. Die betroffenen Patienten müs-sen über die Meldung informiert werden, es sei denn, ge-sundheitliche Gründe sprächen dagegen.

    Die Betroffenen haben jederzeit ein Widerspruchsrechtgegen die beabsichtigte oder bereits erfolgte Meldung.Für Pathologen besteht ein Melderecht. Sie sollen ihrer In-formationsverpflichtung nachkommen, indem sie den ein-sendenden Arzt über die Meldung informieren.

    Die Finanzierung des Krebsregisters erfolgt über das Mi-nisterium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des LandesRheinland-Pfalz.

    Meldungen an das Krebsregister

    An das Krebsregister müssen alle neu aufgetretenen bös-artigen Neubildungen und deren Vorstufen (z. B. in-situ-Karzinome) gemeldet werden. Es sollten Tumorerkran-kungen aller Patienten – auch der Privatpatienten – undauch Krebserkrankungen der Patienten, die nicht amNachsorgeprogramm der Kassenärztlichen Vereinigungenteilnehmen, gemeldet werden. Mehrfachmeldungen ausunterschiedlichen Meldequellen (z. B. Hausarzt, Facharzt,

    Klinik, Pathologie etc.) zur gleichen Tumorerkrankung sindausdrücklich erwünscht.

    Durch jede Meldung erhöht sich die Vollzähligkeit und dieDatenqualität des Krebsregisters. Die Vollzähligkeit einesRegisters muss mindestens 90 % betragen. Nur dann sindvalide Aussagen z. B. zu Inzidenz (jährliche Neuerkran-kungsrate), Überlebensraten von Patienten und regiona-len Häufungen möglich.

    Ergebnisse

    Im vorliegenden Bericht werden alle im Jahr 2000 diag-nostizierten Neuerkrankungen analysiert, zu denen biszum 3. Juni 2002 Informationen in der Registerstelle vor-lagen.

    Die Daten des Krebsregisters Rheinland-Pfalz werden er-gänzt durch Daten des Kinderkrebsregisters über Erkran-kungen von Kindern und Jugendlichen. Die Daten wurdenanonym abgeglichen. Damit werden in beiden Registernerfasste Erkrankungen nur einmal gezählt.

    Die Auswertungen der im Krebsregister registrierten Neu-erkrankungen beschäftigen sich mit den Erkrankungshäu-figkeiten und der Vollzähligkeit der Erfassung. Ergänztwerden diese Auswertungen durch die Analyse von Datenzur Krebsmortalität, die das Statistische Landesamt zurVerfügung stellte.

    Die Vergleichszahlen für Deutschland sind der Broschüre„Krebs in Deutschland“, 3. Auflage 2002 entnommen.Die Angaben zu 5-Jahres-Überlebensraten finden sich imBuch „Entwicklung der Überlebensraten von Krebspatien-ten in Deutschland, Gesundheitsberichterstattung fürDeutschland – Schwerpunktbericht“, Robert-Koch-Institut1999. Aktuelle Daten zu Inzidenz und Mortalität vonKrebserkrankungen können beim Robert-Koch-Institut un-ter www.rki.de/KREBS abgerufen werden.

    Im Ergebnisteil des Berichts werden Daten zu Krebs ge-samt (ohne nicht-melanotische Hauttumoren) und ausge-wählte Krebserkrankungen präsentiert. Der Schwerpunktliegt dabei auf einer ausführlicheren Auswertung derBrustkrebsdaten.

    Weiterhin sind die in Rheinland-Pfalz registrierten Neuer-krankungszahlen und die Anzahl der Sterbefälle nach Al-ter und Geschlecht dargestellt.

    1 In diesem Bericht werden für Ärztinnen und Ärzte sowie für Patientinnen und Patienten - dem gängigem Sprachgebrauch folgend - meistens nur die männlichen

    Bezeichnungen verwendet, dabei sind Frauen jedoch stets eingeschlossen.

    Einl

    eitu

    ng

  • 3

    Krebs gesamt

    Trachea, Bronchien,Lunge

    Prostata

    Colon

    Pankreas

    Magen

    Rektum

    Leukämien

    Leber und intrahepati-sche Gallengänge

    Ösophagus

    Harnblase

    1527

    549

    493

    295

    259

    226

    196

    194

    166

    155

    Brustdrüse

    Colon

    Trachea, Bronchien,Lunge

    Pankreas

    Ovar

    Magen

    Rektum

    Leukämien

    Non-Hodgkin-Lymphome

    Gehirn

    929

    588

    430

    340

    334

    249

    183

    161

    113

    110

    Die 10 häufigsten Krebstodesursachen bei Männern 2000 Die 10 häufigsten Krebstodesursachen bei Frauen 2000

    Nicht-melanotischeHauttumoren

    Prostata

    Trachea, Bronchien,Lunge

    Colon

    Harnblase

    Rektum

    Magen

    Niere, ohneNierenbecken

    Melanom

    Non-Hodgkin-Lymphome

    2187

    1782

    847

    768

    721

    466

    286

    285

    224

    173

    Brustdrüse

    Nicht-melanotischeHauttumoren

    Colon

    Corpus uteri

    Rektum

    Ovar

    Melanom

    Harnblase

    Magen

    Trachea, Bronchien,Lunge

    2359

    1943

    725

    429

    307

    302

    254

    234

    229

    229

    Die 10 häufigsten gemeldeten Diagnosen bei Männern 2000 Die 10 häufigsten gemeldeten Diagnosen bei Frauen 2000

    Die regionale Verteilung der Mortalität 2000 wird kartiert.Wenn die Vollzähligkeit über 90 % liegt, wird auch die re-gionale Verteilung der Inzidenz (Europastandard) kartiert.

    Altersspezifische, rohe und standardisierte Mortalitätsratenwerden angegeben, wenn die Vollzähligkeit über 70 %liegt.

    Bis zum Stichtag gingen insgesamt 178.615 Meldungenund 68.914 Todesbescheinigungen im Register ein, die Re-gisterdatenbank umfasst damit zum Zeitpunkt der Auswer-tung Datensätze mit Informationen über 166.618 Perso-nen und 175.811 Tumoren.

    Kreb

    s ge

    sam

    t

    1992

    1993

    1994

    1995

    1996

    1997

    1998

    1999

    2000

    2001

    0

    20000

    40000

    Todesbescheinigungen Meldungen

    Meldungsverlauf seit 1992

  • 4Kr

    ebs

    gesa

    mt

    Krebs gesamt

    Krebs gesamt: Mortalität (je 100.000) und Sterbefälle,Männer 2000

    Krebs gesamt: Mortalität (je 100.000) und Sterbefälle,Frauen 2000

    Epidemiologie

    Unter Krebs gesamt werden alle bösartigen Neubildungeneinschließlich der malignen Lymphome und Leukämienzusammengefasst. Zur Berechnung der Inzidenz für Krebsgesamt werden die nicht-melanotischen Hauttumoren mitAusnahme des malignen Melanoms nicht berücksichtigt.Dieses Verfahren ist international üblich, da nicht-melano-tische Hauttumoren eine sehr gute Prognose haben.

    In Deutschland erkranken pro Jahr ca. 168.500 Männerund ca. 179.000 Frauen neu an einem bösartigen Tumor.Das mittlere Erkranklungsalter liegt für Männer bei 65und für Frauen bei knapp 67 Jahren.

    Für beide Geschlechter stieg die altersstandardisierte Inzi-denz bis in die 80er Jahre an. Danach zeigt sich kein An-stieg der Inzidenz mehr für die Frauen, bei den Männern

    deutet sich ein Rückgang der Inzidenz seit Mitte der 90erJahre an.

    Mit ca. 210.000 Todesfällen pro Jahr in Deutschland lie-gen die bösartigen Neubildungen hinter den Herz-Kreis-lauferkrankungen an zweiter Stelle der Todesursachensta-tistik. Etwa jeder vierte Mensch in Deutschland stirbt aneinem Krebsleiden.

    Seit den 70er Jahren zeigt sich insgesamt eine Verbesser-ung der Überlebensraten von Krebspatienten.

    Beobachtungen in Rheinland-Pfalz

    In Rheinland-Pfalz wurden für das Diagnosejahr 2000 beiden Männern 7.444 und bei den Frauen 6.849 bösartigeNeubildungen registriert. Bezieht man die nicht-melanoti-

    Übersicht Mortalität Männer Frauen

    Summe Sterbefälle 5.616 4.940Verhältnis Männer zu Frauen, SterbefälleMittleres Sterbealter

    Altersstandardisierte Mortalität(/100.000)

    1,1 : 169,6 72,5

    Rohe RateWeltstandardEuropa-StandardBRD 1987

    284,3158,8

    240,396,9

    242,9323,7

    145,1188,9

    0-4

    5-9

    10-1

    415

    -19

    20-2

    425

    -29

    30-3

    435

    -39

    40-4

    445

    -49

    50-5

    455

    -59

    60-6

    465

    -69

    70-7

    475

    -79

    80-8

    485

    +

    0

    1000

    2000

    3000

    Altersspezifische Mortalität 2000 (/100.000)

    Mortalität

    233,0 und mehr

    218,0

    203,5

    bis unter

    bis unter

    233,0

    218,0

    189,5

    176,0

    163,0

    150,5

    bis unter

    bis unter

    203,5

    189,5

    bis unter

    bis unter

    176,0

    163,0

    138,5

    127,0

    116,0

    105,5

    bis unter

    bis unter

    150,5

    138,5

    bis unter

    bis unter

    127,0

    116,0

    95,5

    86,0

    77,0

    68,5

    bis unter

    bis unter

    105,5

    95,5

    bis unter

    bis unter

    86,0

    77,0

    60,5

    53,0

    46,0

    39,5

    bis unter

    bis unter

    68,5

    60,5

    bis unter

    bis unter

    53,0

    46,0

    0 bis unter 39,5

    Männer Frauen

  • 5

    Krebs gesamt

    Krebs gesamt: Registrierte Fälle und Vollzähligkeit derErfassung, Männer 2000

    Krebs gesamt: Registrierte Fälle und Vollzähligkeit derErfassung, Frauen 2000

    Vollzähligkeit

    unter 50 %

    50 % bis unter 60 %

    60 % bis unter 70 %

    70 % bis unter 80 %

    80 % bis unter 90 %

    90 % und mehr

    0-4

    5-9

    10-1

    415

    -19

    20-2

    425

    -29

    30-3

    435

    -39

    40-4

    445

    -49

    50-5

    455

    -59

    60-6

    465

    -69

    70-7

    475

    -79

    80-8

    485

    +

    0

    1000

    2000

    3000

    Altersspezifische registrierte Inzidenz 2000 (/100.000)

    Männer Frauen

    schen Hauttumoren mit ein, wurden für Männer 9.631,für Frauen 8.792 Krebsneuerkrankungen gemeldet.

    Im Krebsregister Rheinland-Pfalz war die am häufigstengemeldete Erkrankung bei Frauen im Jahr 2000 Brust-krebs, gefolgt von nicht-melanotischen Hauttumoren. BeiMännern wurden die nicht-melanotischen Hauttumorenam häufigsten gemeldet, gefolgt von Prostatakrebs.

    Die mit Abstand häufigste Krebstodesursache bei Män-nern in Rheinland-Pfalz ist Lungenkrebs. Bei Frauen istdie häufigste Krebstodesursache Brustkrebs. Die nächst-häufigsten Krebstodesursachen bei Männern sind Prosta-takrebs und Krebs des Colons, bei Frauen Krebs des Co-lons und Lungenkrebs.

    Die Vollzähligkeit der Erfassung variiert regional undnach Tumorlokalisation. Besonders im nördlichen Rhein-

    land-Pfalz sind Defizite in der Meldefrequenz zu sehen.Hier liegt die Vollzähligkeit (bezogen auf die erwartetenFallzahlen, Basis Saarland) z. T. unter 50 %, d. h. dasshier nicht einmal die Hälfte der erwarteten Fälle gemel-det werden. Es ist dringend erforderlich, dass die Ärzte-schaft in diesen Gebieten ihre Meldetätigkeit intensiviert,damit für ganz Rheinland-Pfalz Aussagen über die Krebs-inzidenz möglich sind.

    1 M/I bezeichnet das Verhältnis von Mortalität zu Inzidenz (siehe auch

    „Methoden“)

    Übersicht Inzidenz Männer Frauen

    Summe registrierte Fälle 7.444 6.849Mittleres ErkrankungsalterVerhältnis Männer zu Frauen,Neuerkrankungen

    Altersstandardisierte Inzidenz (/100.000)

    66,9

    1,1 : 1

    66,3

    Rohe RateWeltstandardEuropa-StandardBRD 1987

    376,9225,7

    333,2181,7

    319,6397,9

    247,6290,0

    VollzähligkeitAnteil histologisch gesicherterErkrankungenDCO-Anteil

    76,0 % 74,1 %

    97,5 %

    30,1 %

    97,6 %

    30,3 %Anteil Tumoren mit unbekanntem oderungenau bezeichneten PrimärsitzM/I1

    1,3 %

    0,8

    1,0 %

    0,7

  • 6Br

    ust,

    Frau

    en (C

    50)

    Brust Frauen

    Brustkrebs: Mortalität (je 100.000) und Sterbefälle,Frauen 2000

    Epidemiologie

    Brustkrebs ist bei Frauen in Deutschland die häufigsteKrebserkrankung und macht über ein Viertel der jährli-chen Neuerkrankungen aus (25,9 %). Jährlich erkrankenüber 46.000 Frauen neu an Brustkrebs, davon etwa19.000 im Alter unter 60 Jahren.

    Die altersstandardisierte Inzidenz (Europabevölkerung)beträgt etwa 98,9/100.000 pro Jahr.Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 63 Jahren.

    In Deutschland ist die Neuerkrankungsrate in den letzten20 Jahren deutlich angestiegen, die Sterblichkeit in gerin-gerem Maße.

    Brustkrebs ist bei Frauen mit 17,1 % die häufigste Krebs-todesursache in Deutschland.

    Die altersstandardisierte Mortalität (Europabevölkerung)an Brustkrebs lag 1997 bei ca. 30,3/100.000.

    Die relative 5-Jahres-Überlebensrate beträgt etwa 73 %(Saarland, 1985-1988).

    Beobachtungen in Rheinland-Pfalz

    Dem Krebsregister Rheinland-Pfalz liegen Meldungenüber 2.359 Fälle von Brustkrebs bei Frauen im Jahr 2000vor.

    Die Vollzähligkeit der Erfassung wird landesweit auf über95 % geschätzt.

    Die Inzidenz (Europastandard) liegt für 2000 bei 90,7/100.000.

    Übersicht Mortalität Männer Frauen

    Summe Sterbefälle 12 929Anteil an allen KrebssterbefällenVerhältnis Männer zu Frauen, SterbefälleMittleres Sterbealter

    0,2 %1:77,4

    18,8 %

    75,8 68,9

    Altersstandardisierte Mortalität(/100.000)Rohe RateWeltstandardEuropa-Standard

    45,221,330,7

    BRD 1987 37,6

    0-4

    5-9

    10-1

    415

    -19

    20-2

    425

    -29

    30-3

    435

    -39

    40-4

    445

    -49

    50-5

    455

    -59

    60-6

    465

    -69

    70-7

    475

    -79

    80-8

    485

    +

    0

    100

    200

    300

    Altersspezifische Mortalität 2000 (/100.000)

    Mortalität

    85,5

    76,5

    68,0

    und mehr

    bis unter

    bis unter

    85,5

    76,5

    60,0

    52,5

    45,5

    39,0

    bis unter

    bis unter

    68,0

    60,0

    bis unter

    bis unter

    52,5

    45,5

    33,0

    27,5

    22,5

    18,0

    bis unter

    bis unter

    39,0

    33,0

    bis unter

    bis unter

    27,5

    22,5

    14,0

    10,5

    7,5

    5,0

    bis unter

    bis unter

    18,0

    14,0

    bis unter

    bis unter

    10,5

    7,5

    3,5

    1,5

    0,5

    0,06

    bis unter

    bis unter

    5,0

    3,5

    bis unter

    bis unter

    1,5

    0,5

    0 bis unter 0,06

    Frauen

  • 7

    C50

    Brustkrebs: Stadienverteilung und Vollzähligkeit derErfassung, Frauen 2000

    Brustkrebs: Inzidenz (je 100.000) und registrierte Fälle,Frauen 2000

    Übersicht Inzidenz

    Summe registrierte Fälle

    Männer Frauen

    8 2.359Anteil an allen registriertenKrebserkrankungenMittleres ErkrankungsalterVerhältnis Männer zu Frauen,Neuerkrankungen

    0,1 %

    69,9

    34,4 %

    63

    1 : 294,9

    Altersstandardisierte Inzidenz (/100.000)Rohe RateWeltstandardEuropa-Standard

    114,866,690,7

    BRD 1987

    VollzähligkeitAnteil histologisch gesicherterErkrankungen

    103,0

    77,6 %

    100,0 %

    > 95 %

    99,3 %

    DCO-AnteilM/I

    50,0 %1,5

    17,0 %0,4

    0-4

    5-9

    10-1

    415

    -19

    20-2

    425

    -29

    30-3

    435

    -39

    40-4

    445

    -49

    50-5

    455

    -59

    60-6

    465

    -69

    70-7

    475

    -79

    80-8

    485

    +

    0

    100

    200

    300

    Altersspezifische registrierte Inzidenz 2000 (/100.000)

    UICC-Stadienverteilung beim weiblichen Brustkrebs

    1Anzahl

    735Anteil in %

    31,22A2B3A3B

    627411

    26,617,4

    126147

    5,36,2

    4Fehlende AngabenSumme

    107206

    4,58,7

    2.359 100,0

    Histologieverteilung

    Invasive duktale Karzinome, invasive duktuläreKarzinome

    n

    1.533

    %

    65,0

    Lobuläre KarzinomeMedulläre KarzinomeMuzinöse KarzinomePapilläre Karzinome

    55025

    23,31,1

    339

    1,40,4

    Tubuläre KarzinomeAdenokarzinome ohne nähere AngabePlattenepithelkarzinomeAndere spezifische Karzinome

    4315

    1,80,6

    42

    0,20,1

    Unspezifische Karzinome (NOS)Sarkome und andere WeichteiltumorenAndere spezifische bösartige NeubildungenUnspezifische bösartige Neubildungen

    1304

    5,50,2

    47

    0,20,3

    Summe 2.359 100,0

    Frauen

    Vollzähligkeit

    unter 50 %

    50 % bis unter 60 %

    60 % bis unter 70 %

    70 % bis unter 80 %

    80 % bis unter 90 %

    90 % und mehr

    Tumorstadium

    T1

    T2

    T3

    T4

    Tx

    Inzidenz

    115,5 und mehr

    105,0

    95,0

    bis unter 115,5

    bis unter 105,0

    85,5

    76,5

    68,0

    60,0

    bis unter 95,0

    bis unter 85,5

    bis unter 76,5

    bis unter 68,0

    52,5

    45,5

    39,0

    33,0

    bis unter 60,0

    bis unter 52,5

    bis unter 45,5

    bis unter 39,0

    27,5

    22,5

    18,0

    14,0

    bis unter 33,0

    bis unter 27,5

    bis unter 22,5

    bis unter 18,0

    10,5

    7,5

    5,0

    3,0

    bis unter 14,0

    bis unter 10,5

    bis unter 7,5

    bis unter 5,0

    0 bis unter 3,0

  • 8Br

    ust,

    Frau

    en (C

    50)

    Brust FrauenVerteilung der Tumorstadien

    Tumorgröße Anzahl Anteil in %T1, bis 2 cmT2, > 2 cm bis 5 cmT3, > 5 cmT4, Haut, Brustwand

    1.014923

    43,039,1

    121191

    5,18,1

    T unbekanntSumme

    Verteilung des Lymphknotenbefalls

    1102.359

    4,7100,0

    N0N1N2

    Anzahl1.166

    Anteil in %49,4

    76898

    32,64,2

    N3Keine AngabeSumme

    4323

    0,213,7

    2.359 100,0

    Verteilung der Metastasierung

    M0M1

    Anzahl Anteil in %1.689

    10071,6

    4,2Keine AngabeSumme

    5702.359

    24,2100,0

    Seitenlokalisation

    Anzahl Anteil in %RechtsLinksBeidseitsOhne nähere Angabe

    1.0621.167

    45,049,5

    5872

    2,53,0

    Summe 2.359 100,0

    Sublokalisation Anzahl Anteil in %

    Mamille 65 2,8Zentraler DrüsenkörperOberer innerer QuadrantUnterer innerer QuadrantOberer äußerer Quadrant

    59173

    2,57,3

    70729

    3,030,9

    Unterer äußerer QuadrantAxilläre AusläuferMehrere TeilbereicheüberlappendNicht näher bezeichnet

    1282

    5,40,1

    227

    906

    9,6

    38,4Summe 2.359 100,0

    Selbst-unter-

    suchung

    Gesetz-liche

    Vorsorge

    Nicht-gesetzlicheVorsorge-

    unter-suchung

    Tumor-sympto-matik

    Nachsorge SonstigeAnlässe

    0

    10

    20

    30

    40

    50

    42,6

    22,3

    9,2

    15,5

    0,6

    5,8

    Operation Strahlen-therapie

    Chemo-therapie

    Hormon-therapie

    Immun-therapie

    0,0 %

    10,0 %

    20,0 %

    30,0 %

    40,0 %

    50,0 %

    60,0 %

    70,0 %

    80,0 %

    90,0 %

    100,0 %

    59,0 %

    3,5 %

    28,3 %

    48,4 %39,7 %

    56,5 %

    5,4 %

    0,3 %

    16,7 %

    21,1 %

    9,5 %

    35,0 %

    8,9 %

    34,8 %39,2 %

    34,0 %

    59,6 %

    Häufigkeit der Angabe durchgeführte Therapie(Mehrfachnennungen sind möglich)

    Anlass der Diagnosestellung (in %)

    kurativ palliativ ja nein keine Angabe

  • 9

    C50

    UICC Stadium in Abhängigkeit von Gesetzlicher Vor-sorge als Anlass der Diagnosestellung

    UICC Stadium in Abhängigkeit vom Alter beiDiagnosestellung

    unter 50 Jahre 50 bis 69 Jahre 70 Jahreund mehr

    0,0 %

    10,0 %

    20,0 %

    30,0 %

    40,0 %

    50,0 %

    60,0 %

    70,0 %

    80,0 %

    90,0 %

    100,0 %

    35,9 % 32,9 %25,8 %

    26,4 % 28,4 %

    24,1 %

    20,8 %16,7 %

    16,4 %

    5,1 %5,7 %

    4,9 %

    2,7 %

    4,4 %

    11,1 %

    1,8 %

    4,8 %

    5,8 %

    7,3 % 7,1 %12,0 %

    ja nein keine Angabe0,0 %

    10,0 %

    20,0 %

    30,0 %

    40,0 %

    50,0 %

    60,0 %

    70,0 %

    80,0 %

    90,0 %

    100,0 %

    45,2 %

    29,1 %18,8 %

    30,6 %

    26,5 %

    20,8 %

    14,6 %

    20,0 %

    10,8 %

    3,4 %

    6,3 %

    4,3 %

    2,3 %

    7,2 %

    8,3 %

    1,0 %

    5,9 %

    4,0 %

    2,9 % 5,1 %

    33,0 %

    Tumorstadium

    In über 95 % der registrierten Fälle liegen Angaben zurGröße des Tumors vor, zu Lymphknotenbefall gibt es fürüber 85 % Angaben, zu Metastasen in gut 75 % der Fäl-le. Aus diesen Angaben und der ebenfalls erfassten Tu-morausbreitung kann in über 90 % aller Fälle das UICC-Stadium bestimmt werden.Insgesamt werden knapp ein Drittel der Brustkrebser-krankungen im prognostisch günstigen Stadium 1 diag-nostiziert, mehr als ein weiteres Viertel im Stadium 2A.Der Anteil der frühen Stadien nimmt mit zunehmendenAlter ab.

    Diagnoseanlass

    In 22,3 % der gemeldeten Erkrankungen wurde die ge-setzliche Früherkennung als Diagnoseanlass angegeben.Diese Tumoren weisen eine deutlich günstigere Stadien-verteilung auf als die 62,8 % Tumoren, die auf andereWeise entdeckt wurden. In 42,6 % der Fälle wird dieSelbstuntersuchung als Diagnoseanlass genannt. Andereals die gesetzliche Vorsorge wurden in 9,2 % der Fällegenannt. Für 14,9 % der Erkrankungen liegt keine Anga-be über den Diagnoseanlass vor. Diese Fälle wurden oftausschließlich von Pathologen gemeldet und haben häu-fig unvollständige Angaben zum Tumorstadium.

    Lokalisation

    Am häufigsten sind mit 30,9 % die oberen äußeren Qua-dranten der Brust betroffen, in 10,3 % der Fälle die inne-ren Quadranten. Der untere äußere Quadrant ist in5,4 % betroffen, Mamille und zentraler Drüsenkörpermachen zusammen 5,3 % aus. Allerdings gibt es in fast40 % der Fälle keine genaueren Angaben zur Lokalisati-on.

    Tumoren auf der linken Seite sind mit 49,5 % etwas häu-figer als auf der rechten Seite mit 45,0 %. In 2,5 % derFälle sind primär beide Seite betroffen.

    Therapie

    Eine Operation wurde in über 90 % der Fälle durchge-führt, zu fast 60 % definitiv mit kurativer Absicht. Fürknapp die Hälfte der gemeldeten Patientinnen wird an-gegeben, dass eine Strahlentherapie durchgeführt wurde,Hormon- und Chemotherapie wurden in 56,5 % bzw.39,7 % genannt. Die hohen Anteile fehlender Angabensind eventuell darauf zurückzuführen, dass zum Zeit-punkt der Meldung die Therapie noch nicht abgeschlos-sen und die Angabe daher noch nicht möglich war.

    1

    2A

    2B

    3A

    3B

    4

    keine Angabe

  • 10Co

    lon,

    Rek

    tum

    (C18

    -C20

    )

    Colon Rektum

    Colon, Rektum: Mortalität (je 100.000) und Sterbefälle,Männer 2000

    Colon, Rektum: Mortalität (je 100.000) und Sterbefälle,Frauen 2000

    Epidemiologie

    Darmkrebs ist in Deutschland bei Frauen die zweithäufigs-te Krebserkrankung (16,7 %), bei Männern die dritthäu-figste (16,1 %). Jährlich erkranken über 27.000 Männerund ca. 30.000 Frauen neu an Darmkrebs.In Deutschland blieben die Neuerkrankungsraten fürMänner und Frauen in den letzten 20 Jahren etwa kon-stant.

    Die altersstandardisierte Inzidenz je 100.000 (Europabe-völkerung) an bösartigen Neubildungen des Colons be-trägt etwa 47,1 für Männer pro Jahr und etwa 30,3 fürFrauen pro Jahr. Die altersstandardisierte Inzidenz je100.000 (Europabevölkerung) an bösartigen Neubildun-gen des Rektums beträgt etwa 30,9 für Männer pro Jahrund etwa 18,4 für Frauen (Krebsregister Saarland, 1998).

    Das mittlere Erkrankungsalter für Darmkrebs beträgt beiden Männern 67, bei Frauen 72 Jahre.

    Darmkrebs ist bei Frauen mit 15,4 % und bei Männernmit 12,6 % die zweithäufigste Krebstodesursache.Die altersstandardisierte Mortalität je 100.000 (Europabe-völkerung) an Colonkarzinomen betrug 1997 für Männerca. 21,3 und für Frauen ca. 15,3. Für Rektumkarzinomelag sie bei 10,8 für Männer und bei 5,9 für Frauen.

    Die relative 5-Jahres-Überlebensrate lag für Männer mitColonkarzinomen bei 52 % und für Frauen bei 54 %, beiRektumkarzinomen für Männer bei 45 %, für Frauen bei47 % (Saarland, 1985-1988).

    Beobachtungen in Rheinland-Pfalz

    Im Jahr 2000 wurden 79 % der erwarteten Fälle von Co-lonkarzinomen registriert. Von den erwarteten Rektumkar-zinomen wurden 74,7 % registriert.

    Übersicht Mortalität Männer Frauen

    Summe Sterbefälle 730 776Anteil an allen KrebssterbefällenVerhältnis Männer zu Frauen, SterbefälleMittleres Sterbealter

    13,0 %1 : 1,1

    15,7 %

    71,3 76,8

    Altersstandardisierte Mortalität(/100.000)Rohe RateWeltstandardEuropa-Standard

    37,0 37,819,831,2

    12,219,6

    BRD 1987 43,0 27,5

    0-4

    5-9

    10-1

    415

    -19

    20-2

    425

    -29

    30-3

    435

    -39

    40-4

    445

    -49

    50-5

    455

    -59

    60-6

    465

    -69

    70-7

    475

    -79

    80-8

    485

    +

    0

    100

    200

    300

    400

    500

    Altersspezifische Mortalität 2000 (/100.000)

    Mortalität

    85,5

    76,5

    68,0

    und mehr

    bis unter

    bis unter

    85,5

    76,5

    60,0

    52,5

    45,5

    39,0

    bis unter

    bis unter

    68,0

    60,0

    bis unter

    bis unter

    52,5

    45,5

    33,0

    27,5

    22,5

    18,0

    bis unter

    bis unter

    39,0

    33,0

    bis unter

    bis unter

    27,5

    22,5

    14,0

    10,5

    7,5

    5,0

    bis unter

    bis unter

    18,0

    14,0

    bis unter

    bis unter

    10,5

    7,5

    3,5

    1,5

    0,5

    0,06

    bis unter

    bis unter

    5,0

    3,5

    bis unter

    bis unter

    1,5

    0,5

    0 bis unter 0,06

    Männer Frauen

  • 11

    C18-C20

    Colon, Rektum: Stadienverteilung und Vollzähligkeit derErfassung, Männer 2000

    Colon, Rektum: Stadienverteilung und Vollzähligkeit derErfassung, Frauen 2000

    Übersicht Inzidenz Männer Frauen

    Summe registrierte Fälle 1.293 1.087Anteil an allen KrebserkrankungenMittleres ErkrankungsalterVerhältnis Männer zu Frauen,Neuerkrankungen

    17,4 %68,7

    15,9 %72,8

    1,2:1

    Altersstandardisierte Inzidenz (/100.000)Rohe RateWeltstandardEuropa-Standard

    65,5 52,937,155,0

    22,633,5

    BRD 1987

    VollzähligkeitAnteil histologisch gesicherterErkrankungen

    71,1 43,0

    84,9 %

    99,3 %

    71,0 %

    98,5 %

    DCO-AnteilM/I

    21,9 %0,6

    28,5 %0,7

    0-4

    5-9

    10-1

    415

    -19

    20-2

    425

    -29

    30-3

    435

    -39

    40-4

    445

    -49

    50-5

    455

    -59

    60-6

    465

    -69

    70-7

    475

    -79

    80-8

    485

    +

    0

    100

    200

    300

    400

    500

    Altersspezifische registrierte Inzidenz 2000 (/100.000)

    Verteilung der Tumorstadien

    Männer Frauen

    T1, SubmukosaT2, Muscularis propriaT3, Subserosa, nichtperitoneali-siertes perikolisches / perirektalesGewebe

    n149

    %11,5

    202

    645

    15,6

    49,9

    n95

    %8,7

    165

    537

    15,2

    49,4

    T4, Andere Organe oderStrukturen, viszerales PeritoneumT unbekanntSumme

    131

    166

    10,1

    12,81.293 100,0

    162

    128

    14,9

    11,81.087 100,0

    Histologieverteilung

    Männer Frauen

    PlattenepithelkarzinomeAdenokarzinomeAndere spezifische Karzinome

    n0

    %0,0

    1.2319

    95,20,7

    n3

    %0,3

    1.0278

    94,50,7

    Unspezifische Karzinome (NOS)

    Sarkome und andereWeichteiltumorenAndere spezifische bösartigeNeubildungenUnspezifische bösartigeNeubildungen

    46

    2

    3,6

    0,2

    0

    5

    0,0

    0,4Summe 1.293 100,0

    37

    1

    3,4

    0,1

    1

    10

    0,1

    0,9

    1.087 100,0

    Vollzähligkeit

    unter 50 %

    50 % bis unter 60 %

    60 % bis unter 70 %

    70 % bis unter 80 %

    80 % bis unter 90 %

    90 % und mehr

    Tumorstadium

    T1

    T2

    T3

    T4

    Tx

    Männer Frauen

  • 12Br

    onch

    ien,

    Lun

    ge (C

    33-C

    34)

    Bronchien Lunge

    Bronchien, Lunge: Mortalität (je 100.000) und Sterbefälle,Männer 2000

    Bronchien, Lunge: Mortalität (je 100.000) und Sterbefälle,Frauen 2000

    Epidemiologie

    In Deutschland erkranken jährlich etwa 27.900 Männeran Lungenkrebs (16,6 % aller Krebsneuerkrankungen).Damit wurde, wenn die Neuerkrankungszahlen des Diag-nosejahres 1998 zugrunde gelegt werden, Lungenkrebserstmalig vom Prostatakrebs als häufigste Krebsneuer-krankung beim Mann abgelöst.

    Jährlich erkranken etwa 8.900 Frauen neu an Lungen-krebs. Lungenkrebs macht 5 % aller bösartigen Neubil-dungen bei Frauen aus.Die altersstandardisierte Inzidenz je 100.000 (Europabe-völkerung) beträgt pro Jahr etwa 95,7 für Männer undetwa 23,4 für Frauen.Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Männer und Frau-en bei etwa 66 Jahren.

    Bei Männern ist seit Ende der 80er Jahre ein rückläufiger

    Trend bei den Neuerkrankungsraten zu beobachten. BeiFrauen steigt die Inzidenz kontinuierlich an.

    Lungenkrebs ist bei Männern mit 26,4 % die häufigste,bei Frauen mit 9 % die dritthäufigste Krebstodesursache.Die altersstandardisierte Mortalität (Europastandard) anLungenkrebs betrug 1997 für Männer ca. 65,6/100.000und für Frauen ca. 14,3/100.000.

    Die relative 5-Jahres-Überlebensrate (Saarland 1985-88)lag bei Männern bei ca. 9 %, bei Frauen bei ca. 17 %.

    Beobachtungen in Rheinland-Pfalz

    Dem Krebsregister Rheinland-Pfalz liegen 1.076 Meldun-gen über Erkrankungen an Lungenkrebs für das Jahr 2000vor. Die Vollzähligkeit der Erfassung wird landesweit auf50,6 % geschätzt.

    Übersicht Mortalität Männer Frauen

    Summe Sterbefälle 1.527 430Anteil an allen KrebssterbefällenVerhältnis Männer zu Frauen, SterbefälleMittleres Sterbealter

    27,2 %3,6 : 1

    8,7 %

    68,4 68,2

    Altersstandardisierte Mortalität(/100.000)Rohe RateWeltstandardEuropa-Standard

    77,3 20,943,665,2

    10,214,8

    BRD 1987 84,1 18,0

    0-4

    5-9

    10-1

    415

    -19

    20-2

    425

    -29

    30-3

    435

    -39

    40-4

    445

    -49

    50-5

    455

    -59

    60-6

    465

    -69

    70-7

    475

    -79

    80-8

    485

    +

    0

    100

    200

    300

    400

    500

    Altersspezifische Mortalität 2000 (/100.000)

    Mortalität

    85,5

    76,5

    68,0

    und mehr

    bis unter

    bis unter

    85,5

    76,5

    60,0

    52,5

    45,5

    39,0

    bis unter

    bis unter

    68,0

    60,0

    bis unter

    bis unter

    52,5

    45,5

    33,0

    27,5

    22,5

    18,0

    bis unter

    bis unter

    39,0

    33,0

    bis unter

    bis unter

    27,5

    22,5

    14,0

    10,5

    7,5

    5,0

    bis unter

    bis unter

    18,0

    14,0

    bis unter

    bis unter

    10,5

    7,5

    3,5

    1,5

    0,5

    0,06

    bis unter

    bis unter

    5,0

    3,5

    bis unter

    bis unter

    1,5

    0,5

    0 bis unter 0,06

    Männer Frauen

  • 13

    C33-C34

    Bronchien, Lunge: Registrierte Fälle und Vollzähligkeit derErfassung, Männer 2000

    Bronchien, Lunge: Registrierte Fälle und Vollzähligkeit derErfassung, Frauen 2000

    Übersicht Inzidenz Männer Frauen

    Summe registrierte Fälle 847 229Anteil an allen KrebserkrankungenMittleres ErkrankungsalterVerhältnis Männer zu Frauen,Neuerkrankungen

    11,4 %66,5

    3,3 %64,0

    3,7 : 1

    Altersstandardisierte Inzidenz (/100.000)

    Rohe Rate

    Weltstandard

    Europa-Standard

    Keine Angaben wegenunzureichenderVollzähligkeit

    BRD 1987

    VollzähligkeitAnteil histologisch gesicherterErkrankungen

    51,5 %

    95,0 %

    47,8 %

    91,7 %

    DCO-AnteilM/I

    49,2 %1,8

    50,3 %1,9

    0-4

    5-9

    10-1

    415

    -19

    20-2

    425

    -29

    30-3

    435

    -39

    40-4

    445

    -49

    50-5

    455

    -59

    60-6

    465

    -69

    70-7

    475

    -79

    80-8

    485

    +

    0

    100

    200

    300

    400

    500

    Altersspezifische registrierte Inzidenz 2000 (/100.000)

    Verteilung der Tumorstadien

    Männer Frauen

    T1, ≤ 3cmT2, > 3cm, Hauptbronchus≥ 2 cm von der Carina, viszeralePleura, partielle Atelektase

    T3, Brustwand, Zwerchfell,Perikard, Hauptbronchus < 2cmvon der Carina, totale Atelektase

    n72

    %8,5

    220

    125

    26,0

    14,8

    n27

    %11,8

    53

    23

    23,1

    10,0

    T4 Mediastinum, Herz, großeGefäße, Luftröhre, Ösophagus,Pleuraerguß

    T unbekanntSumme

    165

    265

    19,5

    31,3847 100,0

    44

    82

    19,2

    35,8229 100,0

    Histologieverteilung

    Männer Frauen

    PlattenepithelkarzinomeAdenokarzinomeKleinzellige Karzinome

    n272

    %32,1

    238150

    28,117,7

    n28

    %12,2

    9254

    40,223,6

    Großzellige KarzinomeAndere spezifische KarzinomeUnspezifische KarzinomeSarkome

    4614

    5,41,7

    943

    11,10,4

    Unspezifische bösartigeNeubildungenSumme

    30

    847

    3,5

    100,0

    127

    5,23,1

    211

    9,20,4

    14

    229

    6,1

    100,0

    Vollzähligkeit

    unter 50 %

    50 % bis unter 60 %

    60 % bis unter 70 %

    70 % bis unter 80 %

    80 % bis unter 90 %

    90 % und mehr

    Männer Frauen

  • 14M

    elan

    om (C

    43)

    Melanom

    Melanom: Mortalität (Je 100.000) und Sterbefälle,Männer 2000

    Melanom: Mortalität (Je 100.000) und Sterbefälle,Frauen 2000

    Epidemiologie

    Das maligne Melanom macht in Deutschland etwa 2 %aller bösartigen Neubildungen aus.

    Jährlich erkranken ca. 3.400 Frauen und 2.900 Männerneu an einem malignen Melanom.

    Die altersstandardisierte Inzidenz des malignen Melanomsbeträgt pro Jahr etwa 9,5/100.000 für Männer und etwa7,3/100.000 für Frauen.

    Das mittlere Erkrankungsalter liegt jeweils bei 56 Jahren.In Deutschland sind die Neuerkrankungsraten in den letz-ten 30 Jahren deutlich angestiegen. Seit den 70er Jahrenhaben sich die Erkrankungsraten etwa vervierfacht.

    Das maligne Melanom verursacht ca. 1 % aller Krebsto-desfälle.

    Die altersstandardisierte Mortalität an malignem Mela-nom (Europabevölkerung) betrug 1997 für Männer ca.2,5/100.000 und für Frauen ca. 1,6/100.000. Trotz dersteigenden Inzidenz hat sich die Mortalität im zeitlichenVerlauf kaum verändert.

    Die relative 5-Jahres-Überlebensrate lag bei Männern beietwa 69 %, bei Frauen bei etwa 80 % (Saarland 1985-1988).

    Beobachtungen in Rheinland-Pfalz

    Dem Krebsregister liegen 478 Meldungen über Erkran-kungen an Melanomen für das Jahr 2000 vor.

    Landesweit werden über 95 % der erwarteten Erkrankun-gen erfasst. Die registrierte Inzidenz (Europastandard) be-trägt 9,8/100.000 für Männer, für Frauen 10,3/100.000.

    Übersicht Mortalität Männer Frauen

    Summe Sterbefälle 58 56Anteil an allen KrebssterbefällenVerhältnis Männer zu Frauen, SterbefälleMittleres Sterbealter

    1,0 %1 : 1

    1,1 %

    65,3 71,4

    Altersstandardisierte Mortalität(/100.000)Rohe RateWeltstandardEuropa-Standard

    2,9 2,71,72,5

    1,21,7

    BRD 1987 3,3 2,1

    0-4

    5-9

    10-1

    415

    -19

    20-2

    425

    -29

    30-3

    435

    -39

    40-4

    445

    -49

    50-5

    455

    -59

    60-6

    465

    -69

    70-7

    475

    -79

    80-8

    485

    +

    0

    20

    40

    60

    Altersspezifische Mortalität 2000 (/100.000)

    Mortalität

    85,5

    76,5

    68,0

    und mehr

    bis unter

    bis unter

    85,5

    76,5

    60,0

    52,5

    45,5

    39,0

    bis unter

    bis unter

    68,0

    60,0

    bis unter

    bis unter

    52,5

    45,5

    33,0

    27,5

    22,5

    18,0

    bis unter

    bis unter

    39,0

    33,0

    bis unter

    bis unter

    27,5

    22,5

    14,0

    10,5

    7,5

    5,0

    bis unter

    bis unter

    18,0

    14,0

    bis unter

    bis unter

    10,5

    7,5

    3,5

    1,5

    0,5

    0,06

    bis unter

    bis unter

    5,0

    3,5

    bis unter

    bis unter

    1,5

    0,5

    0 bis unter 0,06

    Männer Frauen

  • 15

    C43

    Melanom: Inzidenz (je 100.000) und registrierte Fälle,Männer 2000

    Melanom: Inzidenz (je 100.000) und registrierte Fälle,Frauen 2000

    Übersicht Inzidenz Männer Frauen

    Summe registrierte Fälle 224 254Anteil an allen KrebserkrankungenMittleres ErkrankungsalterVerhältnis Männer zu Frauen,Neuerkrankungen

    3,0 %62,5

    3,7 %53,8

    1 : 1,1

    Altersstandardisierte Inzidenz (/100.000)Rohe RateWeltstandardEuropa-Standard

    11,3 12,47,39,8

    8,410,3

    BRD 1987

    VollzähligkeitAnteil histologisch gesicherterErkrankungen

    11,5 11,4

    > 95 %

    99,1 %

    > 95 %

    99,2 %

    DCO-AnteilM/I

    10,4 %0,3

    9,3 %0,2

    0-4

    5-9

    10-1

    415

    -19

    20-2

    425

    -29

    30-3

    435

    -39

    40-4

    445

    -49

    50-5

    455

    -59

    60-6

    465

    -69

    70-7

    475

    -79

    80-8

    485

    +

    0

    20

    40

    60

    Altersspezifische registrierte Inzidenz 2000 (/100.000)

    Verteilung der Tumorstadien 2000

    Männer Frauen

    T1, bis 0,75 mmT2, > 0,75 mm bis 1,5 mmT3, > 1,5 mm bis 4 mm

    n69

    %30,8

    3523

    15,610,3

    n104

    %40,9

    3120

    12,27,9

    T4, > 4 mm, SatellitenT unbekanntSumme

    1681

    7,136,2

    224 100,0

    990

    3,535,4

    254 100,0

    Histologieverteilung

    Männer Frauen

    Superfiziell spreitendes Melanom(SSM)Noduläres Melanom (NM)Akrales lentiginöses Melanom

    n

    93

    %

    41,5

    241

    10,70,4

    n

    149

    %

    58,7

    113

    4,31,2

    Lentigo-maligna-Melanom(LMM)Andere spezifische MelanomeMalignes Melanom der Hautohne nähere AngabeSumme

    20

    8

    8,9

    3,6

    78

    224

    34,8

    100,0

    22

    6

    8,7

    2,4

    63

    254

    24,8

    100,0

    Männer Frauen

    Inzidenz

    115,5 und mehr

    105,0

    95,0

    bis unter 115,5

    bis unter 105,0

    85,5

    76,5

    68,0

    60,0

    bis unter 95,0

    bis unter 85,5

    bis unter 76,5

    bis unter 68,0

    52,5

    45,5

    39,0

    33,0

    bis unter 60,0

    bis unter 52,5

    bis unter 45,5

    bis unter 39,0

    27,5

    22,5

    18,0

    14,0

    bis unter 33,0

    bis unter 27,5

    bis unter 22,5

    bis unter 18,0

    10,5

    7,5

    5,0

    3,0

    bis unter 14,0

    bis unter 10,5

    bis unter 7,5

    bis unter 5,0

    0 bis unter 3,0

  • 16Pr

    osta

    ta (C

    61)

    Prostata

    Prostata: Mortalität (je 100.000) und Sterbefälle,Männer 2000

    Epidemiologie

    Prostatakrebs ist bei Männern mit 18,7 % in Deutschlandinzwischen die häufigste Krebsneuerkrankung und hatden Lungenkrebs als häufigsten Tumor bei Männern ab-gelöst. Jährlich erkranken ca. 31.500 Männer neu an ei-nem Prostatakarzinom.

    Die altersstandardisierte Inzidenz (Europabevölkerung)beträgt etwa 77,3/100.000 pro Jahr.Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 72 Jahren.

    In Deutschland sind seit Ende der 80er Jahre die Neuer-krankungsraten deutlich angestiegen. Die Sterblichkeitsteigt seit den 70er Jahren nur gering an, seit Mitte der90er Jahre zeichnet sich möglicherweise ein Rückgang derSterberaten ab.

    Der Prostatakrebs steht bei Männern mit 10,5 % an drit-ter Stelle der zum Tode führenden Krebserkrankungen.

    Die altersstandardisierte Mortalität (Europabevölkerung)an Prostatakarzinom betrug 1997 ca. 27,7/100.000.

    Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt etwa bei 70 %(Saarland, 1985-1988).

    Beobachtungen in Rheinland-Pfalz

    Dem Krebsregister liegen Meldungen über 1.782 Erkran-kungen an Prostatakrebs im Jahr 2000 vor.

    Die Vollzähligkeit der Erfassung wird landesweit auf über95 % geschätzt. Während in etlichen Kreisen noch deutli-che Untererfassung vorliegt, werden aus einigen anderenKreisen mehr Fälle als erwartet gemeldet.

    Die Inzidenz (Europastandard) liegt für das Jahr 2000 bei73,6/100.000.

    Übersicht Mortalität

    Summe Sterbefälle

    Männer

    549Anteil an allen KrebssterbefällenMittleres Sterbealter

    Altersstandardisierte Mortalität (/100.000)

    9,8 %77,1

    Rohe RateWeltstandardEuropa-StandardBRD 1987

    27,813,823,936,0 0

    -4 5-9

    10-1

    415

    -19

    20-2

    425

    -29

    30-3

    435

    -39

    40-4

    445

    -49

    50-5

    455

    -59

    60-6

    465

    -69

    70-7

    475

    -79

    80-8

    485

    +

    0

    200

    400

    600

    800

    Altersspezifische Mortalität 2000 (/100.000)

    Mortalität

    85,5

    76,5

    68,0

    und mehr

    bis unter

    bis unter

    85,5

    76,5

    60,0

    52,5

    45,5

    39,0

    bis unter

    bis unter

    68,0

    60,0

    bis unter

    bis unter

    52,5

    45,5

    33,0

    27,5

    22,5

    18,0

    bis unter

    bis unter

    39,0

    33,0

    bis unter

    bis unter

    27,5

    22,5

    14,0

    10,5

    7,5

    5,0

    bis unter

    bis unter

    18,0

    14,0

    bis unter

    bis unter

    10,5

    7,5

    3,5

    1,5

    0,5

    0,06

    bis unter

    bis unter

    5,0

    3,5

    bis unter

    bis unter

    1,5

    0,5

    0 bis unter 0,06

    Männer

  • 17

    C61

    Prostata: Stadienverteilung und Vollzähligkeit derErfassung, Männer 2000

    Prostata: Inzidenz (je 100.000) und registrierte Fälle,Männer 2000

    Übersicht Inzidenz

    Summe registrierte Fälle

    Männer

    1.782Anteil an allen KrebserkrankungenMittleres Erkrankungsalter

    Altersstandardisierte Inzidenz (/100.000)

    23,9 %69,8

    Rohe RateWeltstandardEuropa-StandardBRD 1987

    90,249,173,696,3

    VollzähligkeitAnteil histologisch gesicherter ErkrankungenDCO-Anteil

    > 95 %99,0 %21,3 %

    M/I 0,3

    0-4

    5-9

    10-1

    415

    -19

    20-2

    425

    -29

    30-3

    435

    -39

    40-4

    445

    -49

    50-5

    455

    -59

    60-6

    465

    -69

    70-7

    475

    -79

    80-8

    485

    +

    0

    200

    400

    600

    800

    Altersspezifische registrierte Inzidenz 2000 (/100.000)

    Verteilung der Tumorstadien

    n %T1, nicht sicht- oder tastbarT2, begrenzt auf ProstataT3, KapseldurchbruchT4, Tumor ist fixiert oder infiltriert benachbarteStrukturen

    241710

    13,539,8

    357

    78

    20,0

    4,4

    T unbekanntSumme

    3961.782

    22,2100,0

    Histologieverteilung

    n %PlattenepithelkarzinomeAdenokarzinomeAndere spezifische Karzinome

    Unspezifische Karzinome (NOS)

    51.545

    0,386,7

    3221

    0,212,4

    Sarkome und andere WeichteiltumorenUnspezifische bösartige NeubildungenSumme

    17

    0,10,4

    1.782 100,0

    Männer

    Vollzähligkeit

    unter 50 %

    50 % bis unter 60 %

    60 % bis unter 70 %

    70 % bis unter 80 %

    80 % bis unter 90 %

    90 % und mehr

    Tumorstadium

    T1

    T2

    T3

    T4

    Tx

    Inzidenz

    115,5 und mehr

    105,0

    95,0

    bis unter 115,5

    bis unter 105,0

    85,5

    76,5

    68,0

    60,0

    bis unter 95,0

    bis unter 85,5

    bis unter 76,5

    bis unter 68,0

    52,5

    45,5

    39,0

    33,0

    bis unter 60,0

    bis unter 52,5

    bis unter 45,5

    bis unter 39,0

    27,5

    22,5

    18,0

    14,0

    bis unter 33,0

    bis unter 27,5

    bis unter 22,5

    bis unter 18,0

    10,5

    7,5

    5,0

    3,0

    bis unter 14,0

    bis unter 10,5

    bis unter 7,5

    bis unter 5,0

    0 bis unter 3,0

  • 18M

    etho

    den

    MethodenBerücksichtigte Krankheitsentitäten

    Das Krebsregister Rheinland-Pfalz erfasst alle Erkrankun-gen an bösartigen Neubildungen, die den Positionen C00bis C97 der ICD-10 (International Classification of Disea-ses, 10. Revision) entsprechen. Ferner werden in-situ-Neu-bildungen (D00-D09), Neubildungen unsicheren Verhal-tens (D37-D48) und gutartige Hirntumoren (D32-D33) re-gistriert.

    Für die Inzidenzberechnung werden die Erkrankungen un-ter den Positionen C00 bis C97 gezählt. Als inzidente Fäl-le werden außerdem gemäß den internationalen Vorga-ben alle Harnblasentumoren mit Dignität /1 (unsicherenVerhaltens), /2 (in situ) und /3 (invasiv) registriert. Für dieBerechnung der Vollzähligkeit auf der Basis der Inzidenz-zahlen aus dem Saarland werden nur die im Saarland ge-zählten Tumoren eingeschlossen. Ferner werden gutartigeHirntumoren und Hirntumoren unsicheren Verhaltens ge-zählt.

    Methodik der Auswertung

    Dieser Bericht enthält neben einer Aufstellung der regist-rierten Neuerkrankungen auch Mortalitätsdaten des Sta-tistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz.

    Inzidenzzahlen werden angegeben für Krebs gesamt undfür Erkrankungen mit einer geschätzten Vollzähligkeit von70 % und mehr. Als aussagekräftig gelten Inzidenzzahlenjedoch erst bei einer Vollzähligkeit von über 90 %. Liegtdie geschätzte Vollzähligkeit über 90 %, so wird die Inzi-denz kartiert, andernfalls die Vollzähligkeit.

    Maßzahlen für Inzidenz und Mortalität

    Die Berechnung der epidemiologischen Maßzahlen erfolgtaus den absoluten Fallzahlen und den Bevölkerungsdaten.Die rohe Inzidenz gibt an, wie viele neue Fälle pro Jahr ineiner definierten Region im Verhältnis zu allen dort leben-den Personen (Bevölkerung unter Risiko) auftreten. DieRate wird auf 100.000 Personen bezogen. Die „rohe Inzi-denz“ eignet sich zum Feststellen des Versorgungsbedarfseiner definierten Region. Die entsprechende Formel lautet:

    Ij = (Nj /Bj)*100.000

    Ij = Rohe Inzidenz im Zeitraum jNj = Anzahl der Neuerkrankungen im Zeitraum jBj = Bevölkerung unter Risiko im Zeitraum j

    Sind die Erkrankungsraten in bestimmten Altersgruppenvon Interesse, berechnet man altersspezifische Inzidenzra-ten. Für die interessierende Altersgruppe wird die Anzahlneu erkrankter Personen ins Verhältnis zur entsprechen-den Bevölkerung unter Risiko gesetzt. Die Formel lautet:

    Aij = (Nij/Bij)*100 000

    Aij = Altersspezifische Inzidenz der Altersgruppe i im Zeit-raum j

    Nij = Anzahl der Neuerkrankungen der Altersgruppe i imZeitraum j

    Bij = Bevölkerung unter Risiko der Altersgruppe i im Zeit-raum j

    Für den Vergleich von Inzidenzen unterschiedlicher Popu-lationen werden Altersstandardisierungen durchgeführt.Dazu verwendet man sogenannte Standardpopulationen,deren Altersverteilung vorgegeben ist. Die direkt alters-standardisierte Inzidenzrate ergibt sich als gewichtetesMittel der altersspezifischen Inzidenzraten. Als Gewichtewerden die Anteile der jeweiligen Altersgruppen an derGesamt-Standardbevölkerung verwendet. Für alle zu ver-gleichenden Populationen wird der gleiche Standard ver-wendet.

    Die direkt altersstandardisierte Inzidenzrate gibt die Er-krankungsrate im Zeitraum j an, die zu erwarten wäre,wenn die Alterszusammensetzung der untersuchten Popu-lation mit der Alterszusammensetzung der Standardbevöl-kerung übereinstimmte. Die Formel lautet:

    Dj = ∑ Aij * Gi / 100.000

    Dj = Direkt standardisierte Inzidenzrate im Zeitraum jAij = Altersspezifische Inzidenz der Altersgruppe i im Zeit-

    raum j der untersuchten PopulationGi = Angehörige der Altersgruppe i der Standardbevölke-

    rung (∑ Gi = 100.000)

    In diesem Bericht beziehen sich Inzidenzangaben immernur auf Fälle, die dem Krebsregister direkt gemeldet wur-den. Fälle, die dem Krebsregister nur durch die Todesbe-scheinigung bekannt wurden, sogenannte DCO-Fälle, sinddarin nicht enthalten.

    Formal analog werden Mortalitätsraten berechnet: es ist„Inzidenz“ durch „Mortalität“ zu ersetzen und die Anzahlder Neuerkrankungen durch die Anzahl der Sterbefälle.

    i

    i

  • 19

    MethodenSchätzung der Vollzähligkeit

    Für die Schätzung der Vollzähligkeit kommen zwei Verfah-ren zum Einsatz.

    Für Krebserkrankungen, die selten auftreten oder seltenzum Tode führen, werden die über die Jahre 1996-2000gemittelten altersspezifischen Inzidenzraten aus demSaarland mit den Bevölkerungszahlen der entsprechendenAltersgruppen in Rheinland-Pfalz multipliziert, woraussich die erwartete Fallzahl für die einzelnen Altersgruppenergibt. Durch die Summation über alle Altersgruppen er-hält man die erwartete Gesamtfallzahl. Die Vollzähligkeitist der Quotient aus registrierten und erwarteten Fällen.Dieses Verfahren wird hier für das maligne Melanom an-gewandt.

    Für häufigere Krebserkrankungen, die oft zum Tode füh-ren, werden die erwarteten Fallzahlen aus den Inzidenz-und Mortalitätsdaten aus dem Saarland 1996-2000 undden Mortalitätsdaten für Rheinland-Pfalz für das Jahr2000 geschätzt. Dabei wird jeweils altersspezifisch ausden saarländischen Daten das Verhältnis von Mortalitätzu Inzidenz (M/I) geschätzt. Unter der Annahme, dass dasVerhältnis von Mortalität zu Inzidenz in beiden Länderngleich ist, ergibt sich die erwartete Fallzahl durch Multipli-kation der Sterbefälle in Rheinland-Pfalz mit 1/(M/I).Durch die Summation über alle Altersgruppen erhält manwieder die insgesamt erwartete Fallzahl. Die Vollzähligkeiterrechnet sich wie oben als Verhältnis von registrierten zuerwarteten Fällen. Das zweite Verfahren wurde in diesemBericht angewandt für folgende Krankheitsentitäten:Krebs des Colons und des Rektums, Lungenkrebs, Brust-krebs bei Frauen, Prostatakrebs und Krebs gesamt ohnenicht-melanotische Hauttumoren.

    Erkrankungs- und Sterbealter

    Als mittleres Erkrankungsalter wird der Median des Altersbei Diagnosestellung angegeben. Damit lag das Alter beiDiagnose für je 50 % der erkrankten Personen über bzw.unter dem hier angegeben mittleren Erkrankungsalter.Vorteil des Medians ist, dass er durch „Ausreißer“ mitsehr niedrigem oder sehr hohem Alter kaum beeinflusstwird.

    Für das Sterbealter (Alter zum Zeitpunkt des Todes) lagendie Rohdaten nur in Altersgruppen vor. Hier konnte dasmittlere Sterbealter nur als gewichteter Mittelwert berech-net werden.

    DCO-Anteil

    Zusätzlich zu den Meldungen erhält das Krebsregister alleTodesbescheinigungen aus Rheinland-Pfalz. Damit ist esmöglich, Überlebenszeiten nach Krebserkrankungen zubestimmen. Außerdem erhält das Krebsregister damitKenntnis über Krebserkrankungen, die zu Lebzeiten desPatienten nicht gemeldet wurden. Fälle, die dem Krebsre-gister auf diese Weise bekannt werden, werden als DCO-Fälle (DCO = death certificate only) bezeichnet. Ihr Anteilsollte möglichst gering sein, da über sie weniger Informa-tionen vorliegen. Insbesondere lässt sich das Diagnosejahroft nicht ermitteln, daher geht ein solcher Fall in die Inzi-denz des Sterbejahres ein - sicher oft zu Unrecht.

    Der DCO-Anteil ist ein Kriterium zur Beurteilung der Qua-lität eines Krebsregisters. In der Anfangsphase einesKrebsregisters ist der DCO-Anteil naturgemäß hoch, daviele Todesbescheinigungen sich auf Erkrankungen vordem Beginn der Registrierung beziehen.Der hier angegebene DCO-Anteil ist der Anteil der DCO-Fälle des Jahres 2000 an allen mit Diagnosejahr 2000 re-gistrierten Patienten (registrierte Neuerkrankungen 2000+ DCO-Fälle des Jahres 2000).

    Kartographische Darstellungen

    Für die einzelnen Krebserkrankungen werden die regiona-le Verteilung von Mortalität und Inzidenz auf Ebene derLandkreise und kreisfreien Städte dargestellt.Die Inzidenzkarten stellen durch Flächenfärbung die al-tersstandardisierten Inzidenzraten (Europa-Standard) dar.Soweit eine Inzidenzberechnung wegen mangelnder Voll-zähligkeit noch nicht sinnvoll ist, wird nur die Vollzählig-keit der Erfassung der Erkrankung kartiert. In einem Säu-lendiagramm wird die Verteilung der T-Kategorie derTNM-Klassifkation gezeigt. Außerdem ist jeweils die abso-lute Anzahl registrierter Fälle angegeben.

    Für die Mortalität werden in der Fläche die altersstandar-disierten Mortalitätsraten (Europa-Standard) dargestellt.Außerdem wird die absolute Anzahl an Sterbefällen ange-geben. Die Einfärbung der Inzidenz- und Mortalitätskar-ten erfolgt auf Basis einer absoluten Skala, die sich anden Krebsatlas anlehnt. Dies erlaubt den direkten Ver-gleich der Mortalität und Inzidenz zwischen verschiede-nen Krankheitsentitäten.

    Die Vollzähligkeit der Registrierung wird auf einer 6-stufi-gen Skala dargestellt.

  • Impressum

    Herausgeber: Krebsregister Rheinland-Pfalz, Registerstelle

    Autoren: Schmidtmann, I., Husmann, G., Krtschil, A., Seebauer, G.

    Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und StatistikKlinikum der Johannes Gutenberg-UniversitätObere Zahlbacher Straße 6955131 MainzeMail: [email protected]: www.krebsregister-rheinland-pfalz.de

    © Krebsregister Rheinland-Pfalz, Mainz 12/2002Auflage: 18.000Layout und Satz: G. HusmannDruck: Leipziger Messe Verlag, Leipzig

    Der Druck dieser Broschüre wurde durch das Bundesministerium fürGesundheit und Soziale Sicherung finanziert.