Fröhlich-buntes Marktvergnügen bei Kunst, Wein und Musik

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  • Herausgegeben von A. Bommersheim Theresenstrae 2 61462 Knigstein Tel. 0 61 74 / 93 85 61 Fax 0 61 74 / 93 85 50

    21. Jahrgang Donnerstag, 11. August 2016 Kalenderwoche 32

    Frhlich-buntes Marktvergngen beiKunst, Wein und Musik

    strickten Unikaten wie Taschen, Mtzen, Schals, Windeltaschen, Sommerponchos, Dreiecktchern, Produkte aus Afrika in allen mglichen Variationen so manche finale Entscheidung bereitete Kopfzerbrechen und wurde erst nach einem oder mehreren Gls-chen Rebensaft und gemeinsamer Beratung getroffen. Wein und GesangDie aus der Gemeinde Guldental an der Nahe angereisten Winzer verwhnten die Gaumen der Freunde und ihrer Marktgste aus nah und fern teils mit Gngigem wie den jngsten Jahrgngen von Dornfelder, Sptburgunder oder Riesling, teils mit ausgefallenen som-merlichen Ideen. So verbargen sich hinter dem Duo Laura und Hildegard beispiels-weise geeiste Himbeeren namens Hildegard, eingebracht in Laura-Rosecco. Ebenso fruchtig und sffig der Peach-Secco. Zu-dem wehte den Besuchern im Recepturhof verfhrerischer Duft vegetarischer Zuchini-Schnitzel und Guldentaler Bratwurst um die Nase. Fans von Apfelwein-Cocktail mit Cal-vados und Granatapfel oder Kirschen waren dagegen am Stand des Obsthofs Krieger an der richtigen Adresse. Neben der rtlichen Gastronomie und den grillenden Jochmnnern gelten die teilneh-menden Partnerschaftsvereine mit interna-tionalen Spezialitten von deftig bis s seit Jahren zu den festen Gren des Kunst- und Weinmarktes. Sprachenmix und durch Wie-dersehensfreude geprgtes frhlich-buntes Bild sind beim Lnder-Eck Ballenstedt Le Lavandou Porto Recanati auf dem Tanzhaus obligatorisch. Voller Herzlichkeit und Begei-sterung wurde auch mitreiende Aberystwyth Youth Brass Ensemble aus der walisischen Partnerstadt empfangen, das zum Mitwippen und -klatschen animierte. Neben dem Weih-nachtsmarkt zhlt das August-Sommerver-gngen zum fixen Treffpunkt der Freunde aus den Partnerstdten, die dafr nur gerne die Koffer packen, um ein paar frhliche Stunden miteinander zu verbringen. Ein gutes Hndchen hatten die Veranstalter auch mit dem Bad Homburger Jazzprojekt Schrgsekunde bewiesen, das Sonntagmor-

    gen zum Jazz-Frhschoppen aufspielte. Der Mnnergesangverein 1860 Kronberg gab im Rahmen der Veranstaltung ebenfalls seine Visitenkarte ab.Pnktlich um 12 Uhr ffneten am zweiten Markttag Einzelhndler ihre Tren zum Ver-kaufsoffenen Sonntag und es hat Tradition, dass der eine oder andere Gewerbetreiben-de neben zahlreichen Sonderangeboten zum ausklingenden Sommer etwas vorbereitet hat-te, um den gemtlichen Einkaufsbummel mit einem besonderen Schmankerl zu versen.Kein Kunst- und Weinmarkt ohne Gewinn-spiel und davon gab es in diesem Jahr sogar zwei. Neben dem bewhrten Quiz der Veran-stalter samt Tombola und Gewinner-Ziehung durch den Vorsitzenden des Vereinsrings Kronberg, Hans Willi Schmidt, lud der Ka-mera-Klub-Kronberg (KKK) dazu ein, acht Kronberger Fenster zu finden. Eine diffizile Aufgabe. Zwar gab es jeweils drei mgliche vorgegebene Zuordnungsmglichkeiten, al-lerdings waren die Motive wunderschn, aber geschickt und mit viel Raum fr Spekulation fotografiert, sodass durchaus einige Personen dabei beobachtet werden konnten, die nach der richtigen Lsung suchend spontan durch die Innenstadt spazierten.Kabarettistischer Protest gegen Wahnsinn der ZeitSchon einmal von DADA gehrt? Spte-stens seit dem Wochenende wissen einige mit diesem Begriff mehr anzufangen. Dirk Sackis von der Kronberger Bcherstube war der Ansicht gewesen, viel Kunst, viel Wein, aber etwas fehlt, vor allen Dingen, wenn man einen Innenhof mit viel Atmosphre zur Verfgung hat, der sich geradezu fr Veran-staltungen anbietet. Da Knstler bekanntlich ihre ganz eigenen Methoden haben mit schwierigen Situatio-nen und Zeiten umzugehen, hielt Sackis das DADASchwittersDADABallDADA mit Schauspieler, Regisseur, Sprecher und Rezi-tator Jochen Nix und Verleger Raphael Pfaff fr geradezu prdestiniert, den stndigen Negativnachrichten Kontrastprogramm ent-gegenzusetzen. Gemeinsam begab man sich daher in den Februar 1916. Damals erffne-

    ten Hugo Ball, Hans Arp, Richard Hlsen-beck und andere in einer Kneipe der Zricher Spiegelgasse das Cabaret Voltaire aus dem der Dadaismus hervorging. DADA verstand sich als kabarettistischer Protest gegen den Wahnsinn seiner Zeit. Unter anderem wurde in einem Schwitters-Text von dem Jungen Hahnemann berichtet, der ein Ei mit einer platte Ecke findet. Ratsuchend wendet er sich an einen Arzt, der ihn aufklrt, es handele sich weder um ein Hhner- noch um ein Gn-se-Ei, vielmehr um ein Hahne-Ei, aus dem nach exakt 13 Brut-Tagen am wrmenden Ofen ein Hahne-Peter schlpfen werde. Und tatschlich, am 13. Tag lugte Hahne-Peter aus der Schale und wnschte Guten Tag! Eine der zitierten kleinen simplen Geschichten, Gedichte und Texte, die gerade wegen ihrer einfachen Sprache und den begleitenden T-nen gefielen.So vergingen zwei sommerliche Tage im Fluge. Von Wetterkapriolen blieb man glck-licherweise verschont. Im Gegensatz zur Pre-miere 1986. Damals, so plauderten Kronbergs Marktvater Horst Neugebauer und seine Frau Klara aus dem Nhkstchen, herrschte derar-tige Gluthitze, dass im Anschluss Kranken-hausaufenthalte wegen Hitzschlag zu bekla-gen waren, whrend im Jahr darauf, aufgrund ungewhnlich khler Temperaturen, Glh-wein der Renner gewesen sei. Auch das gehrt zur langen erfolgreichen Hi-storie des Kunst- und Weinmarktes. Auf ein Neues im kommenden Jahr! Impressionen auf Seite 6

    Kronberg (pu) 80 Knstler aus dem ge-samten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland, darunter ein Viertel, das in der Burgstadt erstmals ausstellte, verwandelten die Innenstadt beim von Magistrat der Stadt sowie den beiden Vereinen Tourismusfrde-rung in Kronberg (TiK) und Altstadtkreis or-ganisierten 31. Kunst- und Weinmarkt in eine bunte Open-Air-Kreativwelt. Erstmals mit dabei und auf Anhieb von der Burgstadt mit ihren Fachwerkhusern und dem besonderen Flair fasziniert, Willi Schropp aus den Nie-derlanden, der mit seinen Holz-Skulpturen im Innenhof der Zehntscheune die Besucher in den Bann zog. Nach dem Abitur seine tglich getragene Jeans als geschnitzte Erinnerung verewigend, erkannte er Holz ist mein Ma-terial. Beim Verarbeiten von ausschlielich Gehlz von Bumen aus seiner Gegend, gibt er seinem roten Leitfaden Leben Gestalt, lsst berdies Mrchen, Mythologien und Trume einflieen und schafft Werke mit Hinguckereffekt, die zum Nachdenken anre-gen. Das Leben verluft nicht in einer gera-den Linie, sondern wird stndig durch freu-dige und traurige Momente beeinflusst. Das will ich zum Ausdruck bringen. Und welche Inspiration steht hinter einer geschnitzten Jacke? Man hngt seine Jacke auf, wenn man sich zu Hause fhlt! Von Kronberg hat-te der Niederlnder im letzten Jahr auf dem Hchster Kunstmarkt gehrt und sich fr die Teilnahme beworben. Um trotz Standplatzes die Stadt selbst ein wenig kennenzulernen, spazierte er schon frh morgens durch die Gassen und beschloss dabei seine Wieder-kehr: Es ist schn hier! Ebenfalls erstmals dabei Madame Pompi-pom, alias Daniela Hardt, aus Geisenheim mit nostalgischen Hals- und Armbndern. Schmckendes fr Ohren, Hals und Armen gab es in Hlle und Flle, dazu mit dem Malerpinsel oder Fotoapparat fest gehalte-ne, vllig unterschiedliche Motive. Darber hinaus war es vor allem Praktisches, das, ob als Bereicherung fr den eigenen Haushalt oder als Geschenk, nachgefragt war. Die Palette reichte vom Geschirrhandtuch ber Seifen, Porzellan, selbst genhten oder ge-

    So wie hier am italienischen Stand, herrschte berall beste Laune. Foto: S. Puck

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  • Seite 2 - KW 32 Kronberger Bote Donnerstag, 11. August 2016

    (S)TURMisches(S)TRMischesDieser Sommer und das aktuelle Welt-geschehen haben eines gemeinsam: Es ist nichts Gutes in Sicht! Zu viele der besten kreativen Kpfe sind schon im ersten Halbjahr 2016 gestorben, Kriege werden allmhlich unberschaubar und die Einschlge kommen immer nher. Das knnte ein Grund sein fr den Ent-wurf des Bundeshaushalts 2017, von dem gemunkelt wird, dass der fr Bildung, Soziales, Renten und dringend notwendi-ge Investitionen zwar wenig brig habe, dafr aber das Militrbudget auf fast 40 Milliarden Euro aufgestockt werden solle zunchst! Bei diesem dsteren Szena-rio fehlt gerade noch ein amerikanischer Prsident Donald Trump, der die Dumpf-backen in seinem Land nur noch mehr strken wrde und vor dem uns bitte eine hhere Macht bewahren mge. Erdogan ist schlimm genug mit seiner bengstigen-den Nachahmung der Machtergreifung in Deutschland 1933. Umso schlimmer, dass Europa diesem zuknftigen Sultan nun in der Flchtlingsfrage dermaen ausgeliefert ist. Dabei wre alles ganz einfach, wenn es so liefe, wie von Angela Merkel leider viel zu optimistisch einmal angedacht, als sie eigentlich nur den Ver-folgten helfen wollte, weil es sonst keiner tat. Jedes europische Land wrde dann eine bestimmte Quote der vielen Kriegs-flchtlinge aufnehmen, und alles wre gut! Die wollen aber nicht, und dafr hat eine unglaubliche Hetzkampagne gegen eine Kanzlerin eingesetzt, die mit ihrer ruhigen Gelassenheit in einer Welt, die aus den Fugen geraten ist, eigentlich als Geschenk betrachtet werden msste. Wer wrde sie denn wirklich gern durch Populisten wie Seehofer oder Prsidenten wie Hollande oder gar Erdogan ersetzen? Diese Frau ist ein Kopfmensch, unbeirrbar, wenn ihr etwas wichtig ist und bisher auch kaum mal aus der Fassung zu bringen, egal, welche Krise sie gerade meistern mu