NOIR - Ausgabe 24: Vorhang auf

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NOIR - Ausgabe 24: Vorhang auf

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  • Ausgabe 24 (Februar 2012)www.noirmag.de

    SPORT

    Olympia vor Augen: David Rudisha

    REPORTAGE

    Lange nur Pro-paganda: Kinoin Rumnien

    QUERBEET

    Lange Tage, kurze Nchte: Studium als Vollzeitjob

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  • Editorial

    1NOIR Nr. 24 (Februar 2012)

    Als ich im Theater anrief, freuten sie sich, dass sich ein junges Magazin fr das Thema interessiert, erzhlt Franziska. Die NOIR-Autorin schau-te genau hin; entdeckte Mchtegern-Rocker und Liebesuchende, aber wenig Jugendliche. Wie Theater mit dem Jugend-Mangel umgehen, er-fahrt ihr in ihrem Feature ab Seite 4.

    Sebastian hat sich einen Seemanns-Bart wachsen lassen. Den braucht er: Als NOIR-Layouter und Bundesvor-stand der Jugendpresse blst ihm oft strmischer Wind ins Gesicht. Doch Sebastian trotzt allen Widrigkeiten. Jetzt hat er nur einen Wunsch: den NOIR-Oskar fr sein "grandioses" Fliegen-Layout auf Seite 14.

    Katharina lief viele tausend Schrit-te. Neben ihr der Olympiasieger Da-vid Rudishain ihrem Kopf die Idee von einem Interview. Doch nach dem Lauf war der Medienrummel zu gro. Zufllig traf die NOIR-Autorin Rudi-sha am nchsten Tag im Elektromarkt und bekam schlielich ein Interview per E-Mail. Ihr lest es auf Seite 22.

    Mein erster Kinofilm war Knig der Lweneine trnenreiche Disney-Angelegenheit. Noch

    trnenreicher war der nchste Geburtstag: Mein Papa schenkte mir den Soundtrack und

    der war nur instrumental. Kein Hakuna Matata fr mich, nur schndes Karaoke-Getrommel

    auf Kassette. Trost fand ich wieder im Kinosessel: Bequem gepolstert in der Parallel-Welt

    des Kinos. Im Dunkeln Cola schnorren durch Nachbars Strohhalm, heimlich mit Taccos wer-

    fen, sich auf bessere Pltze vorschummeln, das Unmgliche wagen schchterner Kuss von

    rechts, der Mrder von links! War das jetzt im Film? Popcorn-knisternde Kinorituale bis man

    im Bilderrausch vergeht, mitgerissen von trampelnden Hufen in Dolby-Surround und einer

    Schlagfertigkeit, die sonst erst auf dem Heimweg triumphiert. Hier auf der Leinwand spielt

    das wahre Leben. Moment wo sind wir gleich? Schlielich den Saal und Mll zurcklassen,

    geschoben von der Masse ber Popcorn-Reste stolpernd, beseelt vom Happy-End. Mit einem

    Fu im Film und einem Ohr im Soundtrack. Dann grausam ausnchtern bei der leblosen

    Karaoke-Version. Wenn ihr jetzt diese Film- und Theater-NOIR in den Hnden haltet, seid euch

    sicher: Sie ist mehr als Karaoke, die Texte sind dabei. Anika Pfisterer, Chefredakteurin

    Hakuna Matata!

    auS dEM rEdaktionSlEBEn ...

  • NOIR Nr. 24 (Februar 2012)2

    inHalt

    inHaltSBErSicHt

    01 Editorial. auS dEr rEdaktion03 kultur. argEntiniEr iM kino03 kultur. ScHlEr auf dEr BHnE04 titEltHEMa. BuHlEn uM ZuScHauEr06 intErviEw. tHEatEr in MoSaMBik 08 titEltHEMa. filMkliScHEES

    10 rEportagE. ScHauSpiElScHulE fr kidS12 wiSSEn. tatort-fiEBEr13 titEltHEMa. kindErSEriEn14 wiSSEn. 3d-filME und din-norMEn15 portrt. HErr BEr rauM und filM

    16 kultur. ponyS dEr HErZEn17 fotorEportagE. HintEr dEn kuliSSEn22 Sport. goldaMBitionEn23 rEportagE. land oHnE kinoS24 QuErBEEt. vollES StudiuM iMprESSuM

    12 wiSSEn

    17 fotorEportagE

    23 rEportagE

    08 titEltHEMa

  • 3NOIR Nr. 24 (Februar 2012)

    kultur

    D er Vorhang hebt sich ein letztes Mal, Applaus ertnt. Auf der Bhne stehen zehn Schler Hand in Hand und lachen. Die Jngste ist sechs und der lteste 18 Jahre alt. Das ist die Altersspanne der Schler an der Gustav-Werner Schule, einer Sonderschule fr Ju-gendliche mit geistiger Behinderung. Die Besttigung durch den Applaus ist aufregend und motivierend, wei Bettina Rose, die als eine von drei Lehrerinnen die Theater-AG mitbe-treut hat.

    Zuerst musste fr jeden Schler eine Rolle gefunden werden, in der er seine Fhigkeiten optimal ein-setzen kann, ohne berfordert zu werden. Man muss sehr aufpassen, die Aufgaben an die Schler anzu-

    passen, sonst wirkt es schnell l-cherlich, sagt Bettina Rose. Es gehe nicht darum, die Defizite der Sch-ler zu zeigen, um zu belustigen oder Mitleid zu erzeugen. Am Ende soll jedes Kind mit Recht sagen knnen: Ich habe zum Erfolg beigetragen!

    Geistige Behinderungen sind oft Wahrnehmungsstrungen oder Schwierigkeiten, sich auszudrcken. Also entwickelte die Gruppe kleine Szenen mit Schwarzlicht. Wer nicht laufen kann, kann tolle Bewegungen mit den Armen machen. Wer nicht sprechen kann, darf eine leuchtende Blume sein. Im Dunkeln knnen vie-le Hilfsmittel benutzt werden, ohne aufzufallen. Man kann einander helfen und die Lehrerin kann unter-sttzen, ohne dass es der Wirkung

    schadet. Es ist wichtig, mit wenig Stress eine gute Auenwirkung zu erzielen. Dazu sind auch techni-sche Mittel und das Know-How der Lehrer gefragt. So entstehen fr die Kinder neue Mglichkeiten, sich aus-zudrcken. Durch Theater lernt man zu verstehen und eigene Ideen zu entwickeln.

    Die Auffhrung sei wichtig. Nicht nur um ein Ziel zu haben, sondern auch der Prsentation wegen. Das Zu-Sich-Selbst-Stehen, wie es Leh-rerin Rose nennt Das erfahren die Kinder nicht oft. Viele Eltern sch-men sich fr ihr behindertes Kind und wollen es nicht auf einer Bhne sehen. Es ist wichtig, dass die Kinder diese Einstellung nicht fr ihr eige-nes Leben bernehmen.

    trotZ BEHindErung auf dEr BHnE

    In Argentinien ist Popcorn fr alle da und wird deshalb berall verkauft. Auch im Park. Dort brau-chen es Vorbeigehende entweder fr sich oder fr die Enten. Man kann Popcorn aber auch klassisch im Kino konsumieren. Dort sollte man allerdings die Lesebrille nicht vergessen, wenn man was vom Film mitbekommen will, denn der ist meistens auf Englisch und mit spanischen Untertiteln. In den Kinos ist es laut. Betritt ein schner Schauspieler oder eine schne Schauspielerin die Leinwand,

    hrt man Mdchen kreischen und Mnner grlen. Whrend des Films tnt Que lindo! (Wie schn) genauso oft wie Che que Bolodu! (So ein Idiot). Ein Paradies fr alle leidenschaftlichen Film-Kom-mentatoren und Besserwisser. Denen kommt das Popcorn brigens besonders zu Gute: Beim Pop-cornwerfen kann man nmlich Frust und Lob glei-chermaen ausdrcken. Also sparsam mit dem Popcorn umgehen, es ist Argentiniens wichtigste Ressource!

    argEntiniScHES popcorntext: Meike krau

    text: Judith daniel | layout: Jan Zaiser

  • 4 NOIR Nr. 24 (Februar 2012)

    titEltHEMa

    S onntagabend in einer kleinen Theaterbar in Stuttgart. Hier im Erdgeschoss verkrpert Sebas-tian Schwab auf der Bhne gleichzeitig sechs Personen. Ein paar Leute suchen

    das Glck und lachen sich tot, heit das Stck. Die dargestellten Personen sind un-terschiedlichen Alters, hadern jedoch alle

    mit dem Leben und hinterfragen seinen Sinn. Jeder Figur verleiht Schwab in den ers-

    ten Minuten Charakter, eine Verhaltensweise mit Wiedererkennungswert: Die liebesuchende

    Mitt-Vierzigerin raucht pausenlos, die Mager-schtige sitzt mit verschrnkten Armen in der Ecke, der erfolglose Mchtegern-Rocker fhrt sich immerzu durch sein zerzaustes Haar. Nach fnf Minuten vergisst man, dass nur ein Mensch auf der Bhne steht.

    Nur wenige Meter von Sebastian Schwab ent-fernt beobachten ihn die Zuschauer. Sie sitzen auf einer der schwarzen Couches oder an silbernen Bistro-Tischen, die man eher in einer italienischen Eisdiele vermuten wrde, trinken Sekt oder Bier. Es sind Studentinnen, junge und ltere Paare, alte Freundinnen, die sich fr diesen Sonntag ein be-sonderes Programm ausgesucht haben: das Live-Schauspiel.

    Alte Kunst mit neuem AnstrichDas erste Theater ist so alt wie die athenische Demokratie, 500 Jahre vor Christus. Schon in den ersten Spielsttten wurden aktuelle Probleme the-matisiert: Die Geschichte um Troja diente oft als tragisches Beispiel fr unmoralisches Verhalten der Menschen, das die Ungunst der Gtter provo-

    zierte. In Athen belustigten sich die Zuschauer an der Komdie Wolken. Das Verhalten des berhm-ten Philosophen Sokrates und der athenischen Ge-sellschaft wurde hier satirisch aufgearbeitet.

    Seit dieser Zeit kritisieren Theaterstcke oft die Gesellschaft oder die Politik: William Shakespeare prangert im 17. Jahrhundert mit seinem Macbeth die Fhrungskultur der herrschenden Klasse an. Bertolt Brecht erarbeitet 1940 mit Der gute Mensch von Sezuan gar eine Kritik des gesell-schaftlich-politischen Systems. Seit jeher liefern live gebotene Schauspiele, sei es Theater, Musik-theater oder Oper, dem Zuschauer Unterhaltung. Gleichzeitig bieten sie Denkanste mal ver-steckt, mal offensichtlich inszeniert.

    der steuerzAhler zAhlt mitDiese Aufforderung zum Denken erhalten auch die Zuschauer an jenem S