„Woran krankt unsere Wirtschaft?“

  • View
    30

  • Download
    0

Embed Size (px)

DESCRIPTION

Woran krankt unsere Wirtschaft?. Vortrag von Prof. Dr. Reinhard Haupt am 17.03.2006 im Rahmen einer Vortragsreihe der EFG Jena. Arbeitslosenquote. Unternehmensinsolvenzen (in 1.000). Zukunft der Rentenversicherung:. immer weniger Beitragszahler - PowerPoint PPT Presentation

Transcript

  • Woran krankt unsere Wirtschaft?

    Vortrag von Prof. Dr. Reinhard Haupt am 17.03.2006im Rahmen einer Vortragsreihe der EFG Jena

  • Arbeitslosenquote

    Diagramm1

    11

    10.4

    9.5

    8.4

    7.6

    5.6

    4.4

    3.7

    3.7037037037

    2.6

    1.2962962963

    0.8

    0.7

    0.8

    0.8

    0.7

    0.7

    2.1

    1.5

    0.9

    0.7

    0.8

    1.1

    1.2

    2.6

    4.7

    4.6

    4.5

    4.3

    3.8

    3.8

    5.5

    7.5

    9.0740740741

    8.8888888889

    9.2592592593

    9.0740740741

    8.8888888889

    8.7037037037

    7.7777777778

    7.037037037

    7.2222222222

    7.5925925926

    9.8148148148

    10.5555555556

    10.3703703704

    11.4814814815

    12.5925925926

    11.1111111111

    10.7407407407

    9.7

    9.6

    9.9

    11.2

    11.7

    %

    Jahr

    %

    Tabelle1

    Entwicklung der Arbeitslosenquote

    Jahr%

    19498.15

    195011.00

    195110.40

    19529.50

    19538.40

    19547.60

    19555.60

    19564.40

    19573.70

    19583.70

    19592.60

    19601.30

    19610.80

    19620.70

    19630.80

    19640.80

    19650.70

    19660.70

    19672.10

    19681.50

    19690.90

    19700.70

    19710.80

    19721.10

    19731.20

    19742.60

    19754.70

    19764.60

    19774.50

    19784.30

    19793.80

    19803.80

    19815.50

    19827.50

    19839.07

    19848.89

    19859.26

    19869.07

    19878.89

    19888.70

    19897.78

    19907.04

    19917.22

    19927.59

    19939.81

    199410.56

    199510.37

    199611.48

    199712.59

    199811.11

    199910.74

    20009.70

    20019.60

    20029.9

    200311.20

    200411.70

    Tabelle1

    %

    Jahr

    %

    Arbeitslosenquote

    Tabelle2

    Tabelle3

  • Unternehmensinsolvenzen (in 1.000)

    Diagramm1

    8.9

    10.9

    15.1

    18.8

    22.3

    25.5

    27.5

    27.8

    26.5

    27.9

    32.4

    37.6

    39.7

    39.2

    Tabelle1

    19918.9

    199210.9

    199315.1

    199418.8

    199522.3

    199625.5

    199727.5

    199827.8

    199926.5

    200027.9

    200132.4

    200237.6

    200339.7

    200439.2

    Tabelle2

    Tabelle3

  • Zukunft der Rentenversicherung:Magisches Dreieck: immer weniger Beitragszahler kommen fr immer mehr Rentenempfnger auf,die immer lnger lebenLsung durch steigende Beitragsstze, geringere Renten oder spteren Eintritt ins Rentenalteroder durch eine Kombination von allen drei Manahmen

  • Objektive, harte Ursachen fr Kriseneindruck:Standortfaktoren, Standort D= Argumente fr/gegen Firmensitz in Deutschland:vor allem: Kosten der Arbeit Stundenlhne+ Lohnzusatzkosten= Arbeitskosten

  • Arbeitskosten (Verarbeitendes Gewerbe, im Jahr 2004, in pro Stunde)

    Diagramm1

    15.5

    10.6

    16.7

    21.1

    9

    13

    2.1

    13.6

    10.8

    10.4

    18.5

    4.1

    Stundenlhne

    Diagramm2

    15.512.2

    10.67.3

    16.78.7

    21.17.1

    97.6

    135.8

    2.11.2

    13.66.3

    10.810

    10.46.8

    18.58.9

    4.13.1

    Stundenlhne

    Lohnzusatzkosten

    pro Stunde

    Tabelle1

    StundenlhneLohnzusatzkostenArbeitskosten

    D - West15.5012.2027.70

    J10.607.3017.90

    CH16.708.7025.40

    DK21.107.1028.20

    E9.007.6016.60

    USA13.005.8018.80

    PL2.101.203.30

    GB13.606.3019.90

    F10.8010.0020.80

    D - Ost10.406.8017.20

    N18.508.9027.40

    P4.103.107.20

    Diagramm3

    21.17.1

    15.512.2

    18.58.9

    16.78.7

    10.810

    13.66.3

    135.8

    10.67.3

    10.46.8

    97.6

    4.13.1

    2.11.2

    Stundenlhne

    Lohnzusatzkosten

    Diagramm4

    18.58.927.3

    16.78.725.3

    10.81020.7

    13.66.319.9

    135.818.8

    10.67.318

    10.46.817.2

    97.616.6

    4.13.17.2

    2.11.23.3

    pro Stunde

    asd

    Tabelle2

    StundenlhneLohnzusatzkostenArbeitskosten

    DK21.17.128.1

    D -West15.512.227.60

    N18.58.927.30

    CH16.78.725.30

    F10.810.020.70

    GB13.66.319.90

    USA13.05.818.80

    J10.67.318.00

    D -Ost10.46.817.20

    E9.07.616.60

    P4.13.17.20

    PL2.11.23.30

    NL12.610.022.64

    S12.99.021.86

    Tabelle3

    28.1

    27.6

    27.3

    25.3

    20.7

    19.9

    18.8

    18.0

    17.2

    16.6

    3.3

    7.2

  • Standortdiskussion besonders verschrft durch Globalisierung der Wirtschaft:Offene Grenzen machen aus heimischer Wirtschaft einen internationalen Marktplatz mit grenzenlosem WettbewerbNicht nur Waren-, Geld- und Datenstrme flieen praktisch ungehindert und weltweit, sondern auch Arbeitspltze wandern leicht in die Lohnkostenoasen ab.

  • Andere Standortargumentepro D:InfrastrukturAusbildungssystemRechtssicherheitsozialer Frieden. . . contra D:ArbeitskostenAbgabenbelastunglangwierige Genehmigungsverfahren (Brokratie, Regelungsdichte). . .

  • Gegenwrtige wirtschaftliche Schwierigkeitenbesonders bedrckend empfundenvor Hintergrund der goldenen Grnderjahre:drastische wirtschaftliche Verbesserungen (sprbarer jhrlicher Rckgang der Arbeitslosigkeit)

    massive Einkommenserhhungen: Anstieg der Realeinkommen auf das Vierfache zwischen 1950 und 1980Kaufkraftzuwachs und Nachholbedarfhaben eine Aufwrtsspirale erzeugt aus Aufbauwillen und Leistungselan Wachstum und WohlstandSignale von Hoffnung, Optimismus, Zukunft

  • Aufbauwille, Leistungsbereitschaft:Hinweis auf auerwirtschaftliche, weiche Ursachen, z.B. Einstellungen, Werte, berzeugungenNicht nur Preise und Kosten, Renditechancen und Ertragserwartungen catch-up - Effekte des Nachholbedarfs (Nachkriegszeit)fhren zu harten -Ergebnissen,sondern auch Haltungen, Mastbe, Denkweisenschlagen sich in wirtschaftlichen Zahlen nieder.Hat der Wertewandel - neben offensichtlichen konomischen Ursachen - zu kritischen Entwicklungen mitbeigetragen ?Hat eine Ethikkrise unsere Erfolgskrise mitverursacht ?Hat ein Werteverfall das Geflle vom Wirtschaftswunder zur Wirtschaftskrise verschrft ?

  • Zwei Seiten des Werteverfallsniedrigere Hemmschwelle zum Betrug (z.B. Unwahrheit, Diebstahl)Anspruchsdenken (z.B. Erwartungshaltung, Besitzstandsdenken)Betrug, z.B. Bilanzflschung, Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit, ist offensichtlich illegal.Anspruchsdenken, z.B. Spitzengehlter, -abfindungen, Ausnutzen des sozialen Netzes, kann durchaus legal, aber zugleich illegitim sein;bertritt vielleicht keine gesetzlichen, aber moralische Normen (z.B. Rcksichtnahme, Entgegenkommen, Gesamtwohldenken)

  • Grauzone des Anspruchsdenkens schwieriger zu beurteilen als offensichtliches Fehlverhalten des BetrugsAnspruchsdenken oft in Formder sozialen Klte (Malosigkeit von Managervergtungen)des sozialen NeidesWehleidigkeit gegenber NullwachstumAnspruchsdenken kultivierteine Vollkasko - Mentalitt (was geht mich das an ?)einen Mitnahmeeffekt (holen, was zu holen ist !)

  • Beide Fehlhaltungen berhren Normen der Zehn GeboteAnspruchsdenken:10. Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nchsten Haus . . . noch alles, was dein Nchster hat !Betrug:8. Gebot: Du sollst nicht stehlen !9. Gebot: Du sollst nicht falsch Zeugnis reden !Betrug geschieht versteckt (List, Hinterhalt):Falsche Waage ist dem HERRN ein Greuel (Spr. 11,1)

  • Fehlhaltungen betreffen alle Bereiche der Wirtschaftsethik:Arbeitgeber und ArbeitnehmerProduzenten und KonsumentenReprsentanten des Staates und IndividuenAnspruchsdenken bedeutet Willkr, Malosigkeit statt Fairness: . . . Wer schndlichen Gewinn hat, . . . der wird in der Hhe wohnen (Jes. 33,15) Es kamen auch die Zllner . . . `Was sollen denn wir tun? Er sprach zu ihnen: `Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist! (Luk. 3,12 f.)

  • Anspruchsdenken

    Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (Das Gesetz des Dschungels, ZEIT / 04.12.03):Die sichtbare Spitze des Eisberges . . . ist die Bezahlung von Spitzenmanagern . . . In Deutschland hat die Habgier die Bezge nicht ganz so hoch [wie in den USA] getrieben. Aber immerhin erreichen einige unserer angestellten Spitzenmanager das Zweihundert- und Dreihundertfache des Jahresverdienstes eines durchschnittlichen gewerblichen Angestellten.

  • Alt-Bundesprsident Roman Herzog (2003):Schauen Sie sich die Sozialhilfe an! Was ich jetzt sage, gilt natrlich nicht fr alle. Aber fr viele ist es komfortabler, sich vom Staat aushalten zu lassen, als sich anzustrengen und etwas zu leisten.Wir haben wegen berzogener Ansprche auf allen Seiten mehr Staat, als wir uns leisten knnen. Und wir haben auch mehr Staat, als fr die Eigenverantwortung und Eigeninitiative der Menschen gut ist. Bundesprsident Horst Khler (Rede zum 3. Oktober 2004):

  • beispielhaft: SubventionsforderungenAusnutzen des sozialen Netzesbeides kommt zusammen:(ber-) Versorgung durch Staat: Politik signalisiert Grozgigkeit bei ffentlichen LeistungenScheu, eigene Ansprche geltend zu machen, ist rcklufig Forderungs- und Empfnger-Mentalitt

  • z.B. Verzerrung der Arbeitslosenstatistik:Jeder 5. Arbeitslose ist scheinarbeitslos (BRH / April 2003)berbrckung einer Beschftigungslcke bis zum Antritt einer schon sicheren StelleWahrung von Ansprchen auf Rentenanwartschaften und auf KindergeldArbeitslosigkeit zur Umgehung von Lohnpfndungen (bei berschuldung, Unterhaltspflichten)Arbeitslosigkeit und gleichzeitig Schwarzarbeit gnstiger als regulre Beschftigung

  • Manche tarifrechtlichen, sozialen Regelungen in guter Absicht (soziale Sicherheit), aber mit schdlichen Folgen (Lhmung der Privatinitiative und Eigenverantwortung)Einstieg in Reformagenda 2010: Zu

Recommended

View more >