Geistiges Leben 2009-2

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Zeitschrift im Geiste christlicher Mystik

Text of Geistiges Leben 2009-2

Gott als Vater Leben in Gesundheit in der gttlichen Ordnung ber die Stille Gottes Gebet - Wie - Warum - Was Im Namen Jesu die Hnde auflegen Vergebung und Vershnung Die goldene Regel Psalm XVIII

INHALTGerhard Tersteegen Klaus W. Kardelke Jakob Lorber Arne Haase Jakob Lorber John Main Jakob Lorber Laurence Freeman Jakob Lorber Prof. Dr. Helmut Renner Jakob Lorber Hermann Kissener Jakob Lorber Wolf Aumller Jakob Lorber Weisheitsgeschichten Jakob Lorber Gott rufet noch Editorial Gott als Vater Leben in Gesundheit in der gttl. Ordnung Bekenntnis eines Snders ber die Stille Gottes Bleibet in der Liebe Gebet - Wie - Warum - Was Im Namen Jesu die Hnde auflegen Vergebung und Vershnung Im Namen des Herrn Die goldene Regel Von der geschmckten Braut Sich an Jesus bergeben Eine Verheiung des Herrn Der Sprung in der Schssel Der kleine Prinz Die beiden Brder, der Greis und der Vogel Psalm XVIII Verschiedenes S. 2 S. 3 S. 5 S. 9 S. 13 S. 14 S. 17 S. 18 S. 21 S. 23 S. 37 S. 38 S. 46 S. 47 S. 49 S. 50 S. 50 S. 51 S. 52 S. 54

Mit Namen des Verfassers versehene Beitrge mssen nicht mit der Auffassung der Schriftleitung bereinstimmen. Die Zeitschrift erscheint zweimonatlich auf freiwilliger Spendenbasis. Beitrge richten Sie bitte an die Schriftleitung.

IMPRESSUMHerausgeber: Verwaltungsanschrift: E-Mail-Anschrift: Internet-Seite: Schriftleitung: Redaktion: Lorber-Gesellschaft e.V. Postfach 114 83731 Hausham / Deutschland Tel.: 08026-8624 / Fax: 08026-3294 Lorber-Gesellschaft@web.de www.Lorber-Gesellschaft.de www.andritzquelle.de Klaus W. Kardelke Angelika Penkin, Michael Nolten

SPENDENKONTENBaden-Wrttemb. Bank AG Bietigheim-Bissingen Kto.: 7818500173 BLZ: 60050101 BIC: SOLADEST IBAN: DE27 6005 0101 7818 5001 73 Postgiro Stuttgart Kto. 9096-705 BLZ 600 100 70 Kreisspark. Miesbach/Tegernsee Kto. 430 203 240 BLZ 711 525 70 Creditanstalt Bankv. Graz (A) Kto 01873 312 101 BLZ 12 000 Postscheckkonto Basel (CH) Kto. 80-50414-3

- Zeitschrift im Geiste christlicher Mystik Jahrgang 29 2009 Heft 2

Wem Mein Lebenslicht leuchtet, der wird auf dem Wege mit seinen Fen nicht leichtlich mehr an einen Stein stoen, und die Dornen wird er wohl vermeiden mgen. Wer mit Mir wandelt, der hat allenthalben schon einen wohlgebahnten Weg; wer aber ohne Mich dem Reiche Gottes, als dem inneren Reiche des Lebens und aller Wahrheit, zuwandelt, der hat wohl einen langen, schmalen und sehr dornigen Weg zu durchwandern, wie das bei gar vielen alten Weisen aller Vlker der Erde von jeher der Fall war und auch knftighin der Fall sein und bleiben wird.(Gr.Ev.Joh. 9; 58,1)

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Gott rufet noch

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Gott rufet nochGerhard Tersteegen (1697-1769) Gott rufet noch. Sollt ich nicht endlich hren? Wie lass ich mich bezaubern und betren! Die kurze Freud, die kurze Zeit vergeht, und meine Seel noch so gefhrlich steht. Gott rufet noch. Sollt ich nicht endlich kommen? Ich hab so lang die treue Stimm vernommen; ich wusst es wohl: ich war nicht, wie ich sollt; Er winkte mir - ich habe nicht gewollt. Gott rufet noch. Wie, dass ich mich nicht gebe? Ich frcht sein Joch - und doch in Banden lebe; ich halte Gott und meine Seele auf. Er ziehet mich; mein armes Herze, lauf! Gott rufet noch. Ob ich mein Ohr verstopfet, Er stehet noch an meiner Tr und klopfet; Er ist bereit, dass er mich noch empfang; Er wartet noch auf mich. Wer wei, wie lang? Gib dich, mein Herz, gib dich nun ganz gefangen: Wo willst du Trost, wo willst du Ruh erlangen? Lass los, lass los; brich alle Band entzwei! Dein Geist wird sonst in Ewigkeit nicht frei. Gott locket mich; nun lnger nicht verweilet! Gott will mich ganz; nun lnger nicht geteilet! Fleisch, Welt, Vernunft, sag immer, was du willst, meins Gottes Stimm mir mehr als deine gilt. Ich folge Gott, ich will Ihm ganz gengen; die Gnade soll im Herzen endlich siegen. Ich gebe mich; Gott soll hinfort allein und unbedingt mein Herr und Meister sein. Ach nimm mich hin, du Langmut ohne Mae; ergreif mich wohl, dass ich Dich nie verlasse. Herr, rede nur, ich geb begierig acht; fhr, wie du willst, ich bin in deiner Macht!

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Editorial

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EditorialDurch sein Leben auf Erden hat uns Gott in Jesus Christus eine Botschaft des Heils, der Heilung und der Heiligung gebracht und so wurde Er zu unserem und der Welt Heiland. Schon von Anbeginn wirkt in der gesamten Schpfung der Heilsplan Gottes, alles ist auf Heilung angelegt, Heilung von der Trennung und dem Schmerz des Abfalls und der Klaus W. Kardelke Absonderung von Gott und Rckverbindung in die Einheit Geschftsfhrender Vorsitzender der mit Gott, unserem himmlischen Vater, und seiner Lorber-Gesellschaft Schpfung. Da wir ein Teil der Schpfung Gottes sind, so sind wir mit dieser auch innigst verbunden, denn so spricht der Herr: Ihr, und die ganze endlose Schpfung, seid von Mir allernotwendigst schon von Ewigkeit also eingerichtet, dass gerade ihr die Endzwecke und somit die vlligsten Schlusssteine der ganzen sichtbaren und unsichtbaren Welt seid. Demnach muss ja dann aber auch, im Ganzen wie im Einzelnen genommen, alles allergenauest mit euch in der alleruntrennbarsten Korrespondenz (Verbindung) stehen. Der Mensch ist notwendig ber alle Schpfung wie ein Herr gesetzt, von welchem Standpunkte er ebenso auf die ganze Schpfung rckwirken muss, wie die ganze Schpfung auf ihn notwendig vor- und einwirkt! (HGt.3; 13,3-4) Somit ist alles eins und es gibt im Grunde des Grundes keine Trennung, denn alles ist mit und durch den Geist Gottes miteinander innigst verbunden. Trennung ist lediglich eine Illusion, die wir erschaffen. So trgt die Seele als eine Welt im Kleinen alles in sich, was die Erde im groen Mae in und ber sich enthlt und fasst. (Gr.Ev.Joh. 8; 135,3) Eben weil alles in uns vorhanden ist und wir alles das, was wir scheinbar auerhalb von uns wahrnehmen in uns haben, besteht eine gegenseitige Wechselwirkung zwischen dem Innen und dem Auen, denn was in der Auenwelt tot ist gestaltet, das alles hast du zahllosfach lebendig in dir; daher strebe nach dem inneren Leben. (HGt.2; 64,24) Erkennen wir immer, wie unsere innere geistige Welt unsere uere Welt beeinflusst und formt, so knnten wir unserer geistige Bestimmung als Herren der Schpfung gerecht werden, denn ein jeder Mensch ist durch die Art seiner Liebe der Schpfer seiner eigenen inneren Welt (GS2; 119,13) und daraus auch der Selbstschpfer seiner zeitlichen und seiner ewigen Schicksale. (Gr.Ev.Joh. 7; 52,3) Der Grund aller Dinge und Umstnde in unserem Leben liegt lebendig

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Editorial

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in uns selbst (HGt.1;116,7) und lsst sich nirgendwo anders suchen als in unserem eigenen Wesen. Es gilt also immer wieder den Weg der Erkenntnis Gottes in der Liebe zu Ihm zu wandeln, denn so du dich selbst vollkommen erkennen wirst, wirst du auch alles erkennen, was sich da befindet auer dir; da sich auer dir nichts befinden kann, das nicht schon lange in dir vorhanden gewesen wre. (Bischof Martin 45,6) So sind es nicht die Lebenssituationen und Umstnde die unser Leben allein prgen, sondern unser inneres Leben, unsere Liebe formt dieses selbst. Schon Meister Eckhart spricht: Nicht das ist schuld, dass dich die Weise oder die Dinge hindern; du bist es vielmehr selbst in den Dingen, was dich hindert. Bei uns selbst gilt es anzufangen, in uns selbst gilt es zu schauen, damit wir den wahren Grund unseres ueren Lebens erkennen, der in uns liegt. Es hilft kein Jammern und Klagen ber unsere Umstnde, keine Schuldzuweisungen an Gott und unseren Nchsten, denn wir selbst sind die Ursache dessen, was wir und wie wir unsere Welt wahrnehmen, denn alles das, was du siehst, siehst du nur in dir selbst. Deine Seele hat nur mit den Abbildern der ueren Wirklichkeit, die auer ihr sind, zu tun und nicht mit den Wirklichkeiten selbst. (Gr.Ev.Joh.10; 195,14) Unsere innere geistige Welt ist unsere wahre Wirklichkeit, ist unser Reich, zu dessen Herrschaft wir aufgerufen sind. Die uere Welt wird so immer mehr zu einer Entsprechung, zu einem Spiegel unserer inneren Welt, unserer Liebe, unseren Gedanken und Gefhlen. Uns kann nichts im Leben begegnen, dass nicht in uns seinen Grund hat, denn ein jeder empfindet das bel nur von auen; aber in sicht selbst erschaut er es nicht. (EM 64) Wollen wir die Welt und unsere Mitmenschen wirklich verndern, so mssen wir nach innen schauen und uns selbst erkennen und ndern. Denn jedes Ding in der Welt kann entsprechend gut oder schlecht sein, und dazu wird es von der Liebe (des Menschen) gemacht. Ist die Liebe nach der Ordnung Gottes, so wird durch sie alles gut; ist diese gegen die Ordnung Gottes, so wird durch sie alles schlecht. (GS2;119,10) Wir haben immer die Wahl unser Leben in der gttlichen Ordnung aus der Liebe heraus zu leben und zu gestalten oder uns angstvoll dem Zufall und der Welt auszuliefern. Euer Klaus Kardelke

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Gott als Vater

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Gott als VaterWann aber ist der Vater mehr ein Vater, so er sich selbst als solcher zu sein ausspricht, oder so er also gerufen wird von seinen Kindern? Oder so da jemand von sich aussagte: ,Ich bin ein Vater!, htte aber dabei keine Kinder, die ihn als solchen anerkennen mchten und rufen, oder jemand, der da nach Hause kme und die Kindlein liefen ihm entgegen und riefen ihn und sagten: ,Ach Vater, Vater, Vater, o Du lieber Vater! Saget Mir: Wer von diesen beiden Vtern ist hier mehr Vater? Ihr saget es in euren Herzen: ,Der, den seine Kindlein also rufen! Sehet sonach, ihr noch sehr Trichten, wenn denn der von seinen Kindern ausgesprochene Vater mehr Vater ist als der sich selbst also nur bei sich aussprechende, so ist ja doch auch sicher das Wort ,Vater aus dem Munde der Kinder mehr wert und krftiger und mchtiger denn aus dem Munde des Vaters selbst! Oder wann erbaut und erfreut euch das Wort denn mehr: so ihr euch selbst vor euren Kindern Vater nennet, oder so euch eure Kinder frhlich und voll der zartesten Liebe und voll alles Zutrauens also nennen? Wen