Geistiges Leben 2010-4

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Text of Geistiges Leben 2010-4

  • 8/2/2019 Geistiges Leben 2010-4

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    Vom Kommen des Herrn in unsere HerzenVom Kommen des Herrn in unsere HerzenVon der DankbarkeitVon der Dankbarkeit

    Wo sind Himmel und Hlle?Wo sind Himmel und Hlle?

    Der MenschDer Mensch -- ein Tempel Gottesein Tempel Gottes

    Meister EckhartMeister Eckhart

    Die trichte und die kluge JungfrauDie trichte und die kluge Jungfrau

    Der HolzstoDer Holzsto

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    SPENDENKONTEN

    Baden-Wrttemb. Bank AG Bietigheim-Bissingen

    Kto.: 7818500173 BLZ: 60050101

    BIC: SOLADEST IBAN: DE27 6005 0101 7818 5001 73

    Postgiro Stuttgart Kto. 9096-705 BLZ 600 100 70

    Kreisspark. Miesbach/Tegernsee Kto. 430 203 240 BLZ 711 525 70

    Creditanstalt Bankv. Graz (A) Kto 01873 312 101 BLZ 12 000Postscheckkonto Basel (CH) Kto. 80-50414-3

    IMPRESSUM

    Herausgeber: Lorber-Gesellschaft e.V.Verwaltungsanschrift: Postfach 114

    83731 Hausham / DeutschlandTel.: 08026-8624 / Fax: 08026-3294

    E-Mail-Anschrift: Lorber-Gesellschaft@web.de

    Internet-Seite: www.Lorber-Gesellschaft.de

    Schriftleitung: Klaus W. Kardelke

    Redaktion: Angelika Penkin

    INHALT

    Michael Haydn Heiligste Nacht S. 2

    Klaus W. Kardelke Editorial S. 3

    Johanne Ladner Vom Kommen des Herrn in unsere Herzen S. 5

    Klaus Kardelke Von der Dankbarkeit S. 10Jakob Lorber Wo sind Himmel und Hlle S. 31Johannes Tauler Der Mensch - ein Tempel Gottes S. 33Gerhard Wehr Meister Eckhart S. 37

    Jakob Lorber Die trichte und die kluge Jungfrau S. 43

    Richard Wurmbrand Eins aber ist Not S. 45

    Lena Lieblich Der Holzsto S. 46

    Weisheitsgeschichten Als die Christen die Sprache verloren S. 49

    Gott gibt es doch gar nicht S. 50

    Ein freier Platz in der Hlle S. 51

    Was knnen wir tun S. 52Ein Brief an Dich, mein Kind S. 53

    Phil Bosmans Liebe heit S. 54

    Verschiedenes S. 55

    Mit Namen des Verfassers versehene Beitrge mssen nicht mit der Auffassung der

    Schriftleitung bereinstimmen.Die Zeitschrift erscheint viermal jhrlich auf freiwilliger Spendenbasis.

    Beitrge richten Sie bitte an die Schriftleitung.

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    2 GL 4/2010Heiligste Nacht! Heiligste Nacht!

    Heiligste Nacht! Heiligste Nacht!

    Michael Haydn (1737 - 1806)

    Finsternis weichet! Es glnzet hieniedenLieblich und krftig vom Himmel ein Licht!Engel erscheinen, verknden den Frieden

    Frieden den Menschen! Wer freuet sich nicht?Kommet ihr Christen! O kommet geschwind!

    Seht da die Hirten, wie eilig sie sind!

    Eilt mit nach Davids Stadt!Den Gott verheien hat,

    liegt dort als Kind! liegt dort als Kind!

    Gttliches Kind! Gttliches Kind!Du der gottseligen Vter Verlangen!

    Zweig der der Wurzel von Jesse entspriet!Lass Dich mit inniger Liebe umfangen!

    Sei uns in herzlicher Demut gegrt!Gttlicher Heiland! Der Christenheit Haupt!

    Du gibst uns wieder, was Adam geraubt!Schenke uns Deine Huld!Sie tilgt die Sndenschuld!

    Jedem, der glaubt! Jedem, der glaubt!

    Snder bedenkt! Snder bedenkt!

    Zitternd vor Klte in Windeln gewundenLiegt hier der groe, gewaltige Gott!

    Ach und dies Kind soll noch einstens voll WundenLeiden am Kreuze den schmerzlichsten Tod!

    Hret wie liebreich es klaget und spricht:Sndige Seele erweich Ich dich nicht!

    Sieh her, wie lieb Ich dich!

    Du aber kreuzigst Mich!Mich liebst du nicht! Mich liebst du nicht!

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    GL 4/2010 3

    Editorial

    Das Jahr neigt sich dem Ende, die Advents- undWeihnachtszeit naht. Die Adventszeit bezeichnet dieJahreszeit, in der sich die Christen auf die Ankunft desHerrn vorbereiten. Sie war ursprnglich auch eineFastenzeit, in der man sich auf das Wesentliche besann undalles Unwesentliche weglie.

    Diese Vorbereitungszeit auf die Geburt Christi war somitauch eine Zeit der inneren und ueren Reinigung. EinLeermachen und Leerwerden von weltlich Materiellem, um so bereit zusein, den Herrn der Unendlichkeit in sich aufzunehmen.

    So sollen auch wir uns in dieser Zeit wohl vorbereiten, um Gott inunseren Herzen am Heiligen Abend eine Wohnsttte zu bereiten, eineKrippe, in der das Gotteskindlein wohl versorgt ruhen kann.

    Dieses Sinnbild soll uns den Weg der geistigen Wiedergeburtverdeutlichen. Es geht weniger um den historischen Hintergrund, als umdie Geburt Gottes im Menschenherzen, denn wird Christus tausendmal zuBethlehem geboren und nicht in dir, du bleibst noch ewiglich verloren.sagt uns Angelus Silesius.

    Christus will in uns Gestalt annehmen, in uns geboren werden. Soleidete schon Paulus abermals Geburtswehen, bis dass Christus in unsGestalt gewinne (Gal. 4,19), denn wir wissen, dass die ganze Schpfungseufzt und in Geburtswehen liegt und sehnschtig harrt auf dieOffenbarung der Kinder Gottes. (Rm 8,19+22)

    Diese vom Schpfergeist getragene sehnschtige Erwartung der ganzenSchpfung erfllt sich nach christlichem Glauben an Weihnachten mit derAnkunft" oder Fleischwerdung, der Menschwerdung Gottes in der

    Welt, die aber zugleich Zukunft bleibt, bis Christus in uns Gestaltannimmt.

    Da Gott die Liebe ist, muss diese in uns immer mehr an Raumgewinnen, muss uns erfllen, in uns geboren und gro werden. Doch leiderist diese gttliche Eigenschaft immer noch das Armseligste in unserenHerzen, wie uns der Herr selbst besttigt:

    Am drftigsten und am rmsten ist bei jedem Menschen die eigentlicheLebenskraft seines Herzens, euer Herz muss vollends lebendig werden aus

    der Liebe zu Mir. Ich Selbst muss eure ganze Liebe ausmachen; dannerst knnet ihr aus dieser Liebe wahrhaft Verdienstliches zum ewigen

    Leben wirken, und das darum, weil da das Verdienstliche allein Mir

    Editorial

    Klaus W. KardelkeGeschftsfhrender

    Vorsitzender derLorber-Gesellschaft

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    4 GL 4/2010Editorial

    zukommt. Ihr aber bleibet bloe reine Konsumenten Meiner Liebe, Gnade

    und Erbarmung. (Ste. 30,15)

    Die Advents- und Weihnachtszeit sollte eine besinnliche und friedvolle

    Zeit sein, in der wir unsere Herzen zur Ruhe bringen und dem Herrn zurReinigung und Wohnsttte hinhalten.Wie weit dieser Wunsch von der Realitt entfernt ist, wissen wir alle

    nur zu gut. Es scheint keine hektischere Zeit zu geben als gerade dieWeihnachtszeit, in der wir durch die Tempel der Kaufhuser nach denletzten Geschenken fr unsere Lieben jagen und uns sorgen um dieGaumenfreuden an den nicht mehr ganz so stillen Tagen. Selbst wirChristen, die wir die Bedeutung dieser Tage doch eigentlich kennensollten, knnen uns nur schwerlich diesem Treiben entziehen.

    Der eigentliche Sinn dieser stillen Zeit scheint verloren gegangen undnur selten finden wir die innere Stille in der Stillen Nacht und knnen unsdem Herrn hingeben.

    Denn gerade in diesen Tagen neigt sich der Himmel mehr und mehr zurErde, neigt sich der gttliche Geist nher zur Seele hin als in anderenZeiten. Doch selten gewahren wir diese gttliche Annherung, da wir nichtachtsam genug sind, nicht ruhig und stille werden knnen. So gehen wirdieser gttlichen Annherung verlustig und knnen das Christkind nicht

    empfangen, welches uns sehnsuchtsvoll zuruft:Nimm Mich auf, auf dassIch dann auch dich aufnehmen kann in Meine groe Gnade!(HiG.1S.210)

    Jedes Jahr ruft es uns dies zu. Doch um Den es in der Weihnachtszeiteigentlich geht, der bleibt auen vor und wird nicht hereingelassen in dieStuben und Herzen der Menschen, die allesamt seine Kinder sein sollten.

    Machen wir doch die Tren und Tore unseres Herzens weit auf, um denHerrn der Herrlichkeit einzulassen, Der sich nach nichts anderem sehnt alsSeine Kinder mit Seiner Gegenwart zu beglcken und zu segnen und in

    ihren Herzen Wohnung zu nehmen.

    Die Lorber-Gesellschaft dankt allen Freunden und Frderern fr diefreundliche Untersttzung durch Spenden und Gebete in diesem Jahr.

    Wir wnschen euch eine gesegnete und besinnliche Advents undWeihnachtszeit und ein gesundes und glckliches Neues Jahr.

    Eure Geschwister der Lorber-Gesellschaft

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    GL 4/2010 5

    Vom Kommen des Herrn in unsere HerzenJohanne Ladner (1824-1886)

    Mein Kommen ist es, welches heute in der christlichen Kircheverkndet und in einer formellen Weise angepriesen wird, so dass dieZuhrer schon vorher wissen, was sie heute hren werden; es ist zumeistein Rsonnieren ber die ganze Menschheit, dass dieselbe Mich nichtwrdiger aufnimmt. Dieses ist ganz wahr; aber es fehlt, wenn auch inuern Formen mehr geschehen wrde, dennoch die wahreEmpfangsfeierlichkeit im Herzen; dort will Ich thronen, in jedemMenschen; denn diese alleinige Sttte habe Ich Mir erwhlt zu MeinemKommen, und diese soll lauter gefegt werden von allem Unrate, der durchSatans List hineingekommen ist, dann werde Ich Einzug halten.

    Und gleich wie Ich bei Meinem Einzug in Jerusalem zwei Jngervorausschickte, um eine Eselin zu holen, darauf Ich Mich setzte, und demVolke Meine Macht durch eine geheime Einwirkung zu erkennen gab, dasssie Mich verehrten, so habe Ich allen, welche sich Christen nennen, zweiDiener zugesandt, bestehend in Geist und Lehre, welche ihnen kundgeben,was ntig ist, zu Meinem Kommen. Eine Eselin ist das Sinnbild wahrerDemut, welche Mir gegenber willig dargebracht werden muss, eine

    bergabe, wonach Ich Mich dann als Knig erblicken lasse, bei denen, dieMich dadurch verehren.

    So sollet auch ihr die wahre Herzensdemut Mir immer wieder aufsNeue entgegenbringen; denn dort ist fr euch immer wieder die Gefahr,wenn ihr Meine Nhe fhlen drfet, so berhebet ihr euch gern ber eure

    Nchsten, und meinet eure Wrdigkeit habe euch einen Vorzug verschafft.Oh liebe Kinder, wenn Ich mit euch