Ausgabe 46/12 (Spezial: Staatsanleihen und Unternehmensanleihen)

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Text of Ausgabe 46/12 (Spezial: Staatsanleihen und Unternehmensanleihen)

  • SPEZIAL > SEItE 9

    P f l i c h t b l a t t d e r b r s e n d s s e l d o r f s t u t t g a r t h a m b u r g b e r l i n m n c h e n

    L I E B E L E S E R I N N E N U N D L E S E R ,

    der jngste Bericht der Troika zu Griechenland, in dem sie die Reform- und Sparanstrengungen wrdigt und empfiehlt, dem Land zwei Jahre mehr Zeit zu geben, die Auflagen zu erfllen, reiht sich nahtlos in die haarstrubende Lgenpolitik der vergan-genen Jahre ein. Einmal mehr will man uns fr bld verkaufen, wie z. B. die Aussage: Der Troika-Bericht ist im Grundton po-sitiv, weil die Griechen ja wirklich geliefert haben, von Euro-Gruppenchef Juncker verdeutlicht. Das ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht fr die braven Steuerzahler in Europa, sondern auch fr den Groteil der Griechen, die unter der EU-Hilfsrepression leiden. Zudem wird auch der zeitliche Aufschub nichts daran

    ndern, dass Hellas mit Spardiktaten ohne Schuldenerlass weder die geforderte Defizitgrenze erreichen noch langfristig bei den Staatsfinanzen geschweige denn wirtschaftlich wieder auf einen grnen Zweig kommen wird. Die Geldgeber werden nach ihrem Sondertreffen am Dienstag, auf dem es auch darum geht, wie man die neue Finanzlcke Athens stopfen will, was wohl auf ein weiteres Hilfskreditpaket hinausluft, die Lage aber wie blich schn zu reden wissen.

    Herzlichst,Ihre Redaktion von BRSE am Sonntag

    Editorial

    46 Sonntag , 18 . November 2012

    Wem Sie jetzt noch Ihr Geld leihen knnen

  • AKTIEN & MRKTE

    Schliekers Woche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Tops und Flops-, Zitat- und Zahl der Woche. . . . . . . . . . . . 3Markt im Fokus: Eurozone Rosarote Brille ntzt nichts . . . . . . . . . . . . 4Mrkte im berblick: S&P 500, DAX, EURO STOXX 50 . . . . . . .5Aktie der Woche: Wirecard. . . . . . . . . . . . 6

    SPEZIAL

    Staatsanleihen und Unternehmensanleihen . . . . . . . . . . . . . . . 9Gastbeitrag: Dr. Georg Graf von Wallwitz . . . . . . . . . 12

    UNTERNEHMEN

    Unternehmen der Woche: Nordsee . . . . . 13News: E.ON, Frankfurter Wertpapierbrse . . . . . . . . . . 14

    FONDS

    Fonds der Woche: WestInvest InterSelect . . . . . . . . . . . . . . .15Fonds-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17

    ZERTIFIKATE

    Zertifikate-Idee: Vietnam-Top-Select-Basket-Zertifikat . . . 18Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19

    ROHSTOFFE

    Rohstoff der Woche: Orangensaft . . . . . . . .20Rohstoffanalysen: Gold, Kaffee, Palladium, Sojabohnen . . . . . . . . . . . . . . 21

    LEBENSART

    Event der Woche: Bond, James Bond, Ausstellung . . . . . 22Kulturkalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22Coffeetable-Favourites: Magical Tattoos and Scarification . . . . . 23Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . 24

    SONNTAG, 18. NOVEMBER 2012

    AKTIEN & MRKTE SPEZIAL UNTERNEHMEN FONDS ZERTIFIKATE ROHSTOFFE LEbENSART

    Manch einer denkt, die gegenwrtige Situation, so ganz allgemein und unge-schminkt, sei doch zum Davonlaufen. Nun ja, je nachdem, wo man gerade ist, stimmt das sicher. Gut ausgebi ldete Leute in den bekann-ten Krisenlndern des sonnigen Sdens tun dergleichen, neh-

    men die Beine in die Hand und machen sich auf nach Deutschland. Auch ohne jegliche Sprachkenntnisse, also sozusagen linguistisch nicht vorbelastet und determinierbar, besu-chen sie die Personalabteilungen deutscher Unternehmen und werden gern genommen.Im schwbischen Mittelstand, so wei es der Spiegel zu berichten, nimmt der Meister die Portugiesen und Griechen so-fort unter seine Fittiche und macht sie mit den folkloristischen Besonderheiten ver-traut man muss nicht sprechen knnen, um Kegeln zu lernen, und das mit den Maultaschen klappt sicher auf Anhieb, denn beim Essen spricht man nicht, wei doch jeder. Wer also zurckbleibt, wenn der Angehrige sich Richtung Allgu oder Mittelfranken aufmacht, um dort zu se-hen, was 17er-Schlssel auf Deutsch heit, dem bleibt kaum etwas anderes brig, als gegen Merkel zu demonstrieren, wenn der Tag sonst nicht so viel hergibt. Nun fehlt es erwiesenermaen nicht nur den protest-gemeinten Deutschen nicht ganz leicht zu verstehen, warum man gegen Reprsentan-ten jenes Landes demonstriert, das die meis-ten Hilfsverpflichtungen bernommen hat, und nicht gegen jene, die den Karren in den Dreck gefahren haben. Die nmlich verste-hen durchweg die jeweilige Landessprache und wren nicht nur fr bildliche, sondern auch textliche Schmhungen ein lohnendes Ziel. Noch heute ja vermeidet die griechi-sche Regierung es peinlichst, jenen Mitbr-gern, die ihr unversteuertes Geld aus dem

    Land schaffen, nachzustellen. Die mssen schon den Eindruck bekommen, dass sie als Letztes sogar ihre Immobilien mitneh-men knnten, unversteuert, so wie manche historische Burg oder Brcke aus der Alten Welt in Missouri oder Kansas nach Ver-schiffung dorthin wieder im alten Glanze erstrahlt. Akropolis adieu im wahrsten Sinne des Wortes! Wahrscheinlich knnte sich jeder PIIGS-Regierungschef unsterbli-chen Ruhm bei vielen der Demonstranten erwerben, wenn er mal ein wenig Steuer-fahndung spielen wrde. Die Freunde, die er bei einer solchen Aktion zwangslufig verliert, wren allerdings weitaus potenter als ein Haufen Rentner und Arbeitsloser. Trotzdem Retter des Vaterlandes auf einem die Jahrhunderte berdauernden Denkmal mitten auf dem Syntagma-Platz, das wre doch schon was ... auch wenn man dafr ein paar angenommene Geschenke vielleicht zurckgeben msste. Aber lassen wir die griechische Seele, die ist im Moment durch saudumme Kommentare deutscher Hobby-Diplomaten noch zu aufgewhlt. Davon abgesehen sollte man sich in der EU mal Gedanken machen, warum man Mil-liarden spenden kann, ohne auch nur den Hauch eines guten Rufes dabei zu erlangen. Liegt es daran, dass die EU-Politbrokratie noch wirklich jede Aktion, die jedem ande-ren wie von selbst gelingen wrde, mhelos versemmelt? Oder ist es einfach nur vlliges Desinteresse gepaart mit solider Inkom-petenz? Die Marketing-Abteilungen gan-zer Nationen krmmen sich jedenfalls vor Schmerz und wollen gar nicht mehr zuse-hen. Und unsereiner eigentlich auch nicht.

    Als die Immobilien laufen lernten

    WAS DENKEN SIE BER DIESES THEMA? Schreiben Sie direkt an den Autor, Herrn Reinhard Schlieker unter schlieker@boerse-am-sonntag.de

    Schliekers Woche

    Reinhard Schlieker

    ZDF Wirtschafts-korrespondent

    bRSE am Sonntag 46/1 202

  • Home Depot: Prognosen bertroffenDie US-Baumarktkette Home Depot (WKN: 866953) steigerte den Gewinn im 3. Quartal von 934 auf 947 Mio. US-Dollar beziehungsweise von 0,60 auf 0,63 US-Dollar je Aktie. Vor Sonderposten legte der Gewinn je Aktie von 0,60 auf 0,74 US-Dollar zu. Der operative Gewinn zog von 1,62 auf 1,73 Mrd. US-Dollar an. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kletterte der Umsatz von 17,33 auf 18,13 Mrd. US-Dollar. Experten hatten 17,9 Mrd. US-Dollar Umsatz sowie 0,70 US-Dollar Gewinn je Aktie vor Sonderposten erwartet.

    LPKF Laser: Umsatz- und GewinnsprungIm 3. Quartal erhhte LPKF Laser (WKN: 645000) den Gewinn von 2,68 auf 4,73 Mio. Euro. Vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte der Gewinn von 3,94 auf 7,34 Mio. Euro. Der Umsatz zog dank eines Groauftrages von 23,09 auf 32,15 Mio. Euro an. 2012 will der Laserspezialist statt 100 bis 105 Mio. nun 106 bis 109 Mio. Euro umsetzen. Die EBIT-Marge soll statt 15% bis 17% nunmehr 16% bis 17% erreichen. Im kommenden Jahr erwartet LPKF eine Abschwchung des Umsatzwachstums sowie eine EBIT-Marge von 14% bis 16%.

    Cisco: Mehr umgesetzt und verdientDer kalifornische Netzwerkausrster Cisco (WKN: 878841) steigerte den berschuss im 1. Quartal von 1,78 auf 2,09 Mrd. US-Dollar. Je Aktie legte der Gewinn von 0,33 auf 0,39 US-Dollar zu, vor Sonderposten von 0,43 auf 0,48 US-Dollar. Der Umsatz zog von 11,26 auf 11,88 Mrd. US-Dollar an. Experten hatten 11,78 Mrd. US-Dollar Umsatz sowie 0,46 US-Dollar Gewinn je Aktie vor Sonderposten prognostiziert. Im laufenden Quartal will Cisco 11,9 bis 12,1 Mrd. US-Dollar umsetzen sowie vor Sonderposten 0,47 bis 0,48 US-Dollar je Aktie verdienen.

    Tops und Flops der Woche

    AKTIEN & MRKTE SPEZIAL UNTERNEHMEN FONDS ZERTIFIKATE ROHSTOFFE LEbENSART

    TERMINE DER WOCHE

    19.11. 16:00 USA Verkufe bestehende Huser Oktober

    20.11. 08:00 DE Index der Erzeuger-preise Oktober

    20.11. 14:30 USA Baubeginne und Baugenehmigungen Oktober

    22.11. 02:45 China Einkaufsmanagerindex verarb. G. (HSBC) (1. Verff.) November

    22.11. 10:00 EU Einkaufsmanager-indizes (1. Verffentli-chung) November

    22.11. 16:00 EWU Kommission, Index Verbrauchervertrauen (Vorabsch.) November

    23.11. 10:00 DE ifo Geschftsklima-index November

    ZITAT DER WOCHE

    Heute wird niemand mehr durch Leistung reich, sondern nur durch eine reiche Familie oder ein Erbe!

    Journalist und Autor Walter Wllenberger fordert im Schulden-Talk bei Maybrit Illner, die Kapitalertragsteuer zu erhhen, um die deutsche Mittelschicht zu untersttzen. Diese msse derzeit das Vermgen der Rei-chen zum Beispiel durch Bankenrettungen schtzen und gleichzeitig fr die Sozialleis-tungen der Unterschicht aufkommen.

    ZAHL DER WOCHE

    4,5 Mrd. US-DollarDer britische lkonzern BP muss wegen der lkatastrophe im Golf von Mexiko vor zweieinhalb Jahren 4,5 Mrd. US-Dollar Strafe an die US-Regierung zahlen. Das ist die hchste Strafe, die je ein Unternehmen in den USA bezahlen musste.

    SolarWorld: Quartalsverlust vervielfachtVon Juli bis Ende September vervielfachte SolarWorld (WKN: 510840) den Fehlbetrag von 10,98 auf 68,73 Mio. Euro. Vor Steuern (EBT) brach das Ergebnis von +2,71 auf 66,32 Mio. Euro, vor Zinsen und Steuern (EBIT) von +19,23 auf 45,78 Mio. Euro ein. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum schrumpfte der Umsatz von 218,76 auf 128,82 Mio. Euro. 2012 werde der Umsatz deutlic