Die Bedeutung von Bindung fr die Entwicklung des Kindes ...kinderschutz- Winnicott,1949) emotionale Regulation – zentrale Besonderheit und Ziel frher Bindungsbeziehungen (Sroufe,

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  • Die Bedeutung von Bindung fr die Entwicklung des Kindes -Interaktionsdiagnostik als Chance

    Ute Ziegenhain

    Fachtag Erkennen Beurteilen HandelnJugend- und Sozialamt Frankfurt am MainFrankfurt, 16. Juli 2014

  • Kindliche Basisbedrfnisse und Entwicklungsgefhrdung

    Bindung als Fundament und Startbasis

    . wenn die Bindungsperson emotional verfgbar ist

    . wenn die Bindungsperson emotional nicht verfgbar ist : hochunsichere Bindungen /Bindungsstrungen

    Eterliche Erziehungsfhigkeit als Ansatzpunkt zur Risikoeinschtzung

    Um Hilfen werben und die Bindung spezifisch frdern

    Fazit

    Gliederung

  • Basic Need UN-Kinderrechtskonvention

    Liebe und AkzeptanzPrambel, Art. 6;

    Art. 12, 13, 14

    Ernhrung und Versorgung Art. 27, Art. 26, Art. 32

    Unversehrtheit, Schutz vor Gefahren, vor materieller emotionaler und sexueller

    Ausbeutung

    Art. 16, Art. 19,

    Art. 34, 35, 36, 37, 38, 39, 40

    Bindung und soziale BeziehungenArt. 8, 9, 10, 11;

    Art. 20, 21, 22

    Gesundheit Art. 24, 25, 23, 33

    Wissen und BildungArt. 17;

    Art. 28, 29, 30, 31

    Kindliche Basisbedrfnisse und die Bercksichtigung dieser Tatsachen in der UN-Kinderrechtskonvention

  • Hufigkeit von Missbrauch und Vernachlssigung in Kindheit und Jugend (N=2504; Mehrfachnennungen mglich)

    15,0%12,0% 12,6%

    49,5% 48,4%

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    Prvalenz von Misshandlungen in Kindheit und Jugend (Husers, Schmutzer, Brhler & Glaesmer, 2011)

  • Im ersten Lebensjahr sterben mehr Kinder in Folge von Vernachlssigung und Misshandlung als in jedem spterenAlter

    77% aller misshandlungsbedingten Todesflle ereignensich in den ersten 48 Lebensmonaten

    abrupte bergnge von dezenten Hinweisen bis zur akuten Gefhrdung:- Gefahr raschen Austrocknens bei unzureichender Flssigkeitszufuhr

    - Gefahr lebensgefhrlicher Verletzungen aufgrundunbeherrschten Handlings

    Besondere Verletzlichkeit von Suglingen und Kleinkindern

  • Prvention Schtteltrauma

    (Bsp. Australien)

    www.chw.edu.au/parents/kidshealth/crying_baby

    Besondere Verletzlichkeit von Suglingen und Kleinkindern

  • 159

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    hauptschlicheGefhrdungslage

    Ergebnisse einer Befragungvon 16 Jugendmtern(Mnder et al., 2000)

    (n = 318)

    < 3 Jahre: 71 %

    Hufigkeiten von Kindesvernachlssigung (nach Sttzel, 2007)

  • kognitive Verzgerungen (Barnett, Manley & Ciccetti, 1991;Crittenden, 1994)

    hochunsichere Bindung (Cicchetti & Toth, 1995)

    Verhaltensprobleme und Probleme der Emotionsregulation (aggressives Verhalten ggb. Gleichaltrigen, fehlendes Einfhlungsvermgen, Selbstwertprobleme) (Cicchetti & Toth, 1995, Erickson, 1989; Laucht et al., 1992, 1996)

    Entwicklung psychiatrischer Strungsbilder (Depression, Alkoholismus, Suizidgedanken, -versuche) (Manley et al., 2000; Dinwiddie et al., 2000)

    Entwicklungsrisiken bei vernachlssigten/misshandelten Kindern

  • sozio-konomische Belastungenjugendliche Mttersuchtmittelabhngige Eltern/psychisch kranke Elternvorhergehende Vernachlssigung/Misshandlung

    Kumulation und Wechselwirkung von Risiken, die nicht durch Schutzfaktoren abgepuffert werden: chronische, schwerwiegende berforderungssituationen

    mangelnde/fehlende positive Beziehungsvorerfahrungen/ emotionales Repertoire: eingeschrnkte elterliche Beziehungs- und Erziehungskompetenzen

    (Kindler, 2007)

    Risikoindikatoren fr Vernachlssigung und Misshandlung

  • Lange bevor familire Situationen entgleisen und Kinder massiv gefhrdet sind, haben viele Familien Kontakte mit Helfern aus unterschiedlichen institutionellen Zusammenhngen. Viele der tragischen Flle, ber die als Spitze des Eisberges in der Presse berichtet wird, beginnen mit frher Vernachlssigung. Hier wird die Notwendigkeit frher und rechtzeitiger Hilfen und Angebote deutlich.

    Kindeswohlgefhrdung

  • Die Ausgangssituation

    Vernachlssigung als zentrales Risiko; Ziel: Sicherstellung von kindlichen Basisbedrfnissen

    Vernetzung als zentrales Problem und Ansatz der Verbesserung

    Familienbeziehungen insbesondere Feinfhligkeit in der Eltern-Kind-Interaktion als wichtiger familienbezogener Ansatzpunkt

  • Bindung als Fundament und Startbasis

  • JohnBowlby(1907-1991)

  • Alle Kinder entwickeln im Verlaufe derersten beiden Lebensjahre eine intensive Gefhlsbindung (emotionaleBindung) an ihre Hauptbezugs-

    person(en), in der Regel die Eltern, - auch, wenn diese das Kindmisshandeln/ vernachlssigen -sowie: Groeltern, Pflegeeltern, Erzieherin

    Babys und Erwachsene sind dazu von der Evolution - ausgerstet:intuitives Kindverhalten

    Signale des Kindes Hilflosigkeit und tiefes Vertrauen

    Verhaltensweisen Schreien, Lcheln, Hinterherkrabbeln, die Erwachsene in seine Nhe bringen und dort halten

    intuitives Elternverhalten

    Entwicklung der Bindung: 4 Phasen1. Vorphase: Personen nicht-unterscheidende Ansprechbarkeit auf soziale Signale2. Personen-unterscheidende Ansprechbarkeit (5 -- 6 Monate)3. eigentliche personenspezifische Bindung(ab 7 -- 8 Monate, Hhepunkt 12 - 18 Monate)4. zielkorrigierte Partnerschaft(ab 3 Jahren): Kind passt sein Verhalten an die jeweilige Person und Situation an

    Ethologische Bindungstheorie

  • Trennung, unvertraute Situation,

    (krperliche, emotionale)berforderung

    Belastetheit, Verunsicherung,(Herzfrequenz-

    Anstieg)

    Entlastung, Interesse an Erkundung

    (AbsinkenHerzfrequenz)

    Bindungsperson

    Biologische Grundlagen des Bindungssystems

  • Entwicklung vollzieht sich in Beziehungen -

    Bindungspersonen knnen den Entwicklungsverlauf des Kindesentscheidend frdern oder hemmen

    In der frhen Kindheit werden nahezualle Erfahrungen durch die Eltern vermittelt und gesteuert.

    frhe Verhaltensprobleme und strungen zeigen sich (zunchst) inder Beziehungsdynamik

    - oft nur in Interaktion mit einemElternteil

    - Verhalten des Kindes / Beziehungals objektivierbare Quelle von Informationen

    Bedeutung von Bindung fr die Einschtzung und Abwgung von mglicher Entwicklungsgefhrdung

    There is no such a thingas a baby

    (Winnicott,1949)

  • emotionale Regulation zentrale Besonderheit und Ziel frher Bindungsbeziehungen (Sroufe, 1996)

    emotionale Strungen Psychopathologie

    - Problem in der Emotionsregulation und Beziehungsschwierigkeiten hufig berlappend

    - frhe Beziehungserfahrungen als Vorlufer von psychopathologischer Entwicklung (Sroufe et al., 2000)

    Entwicklungs- und beziehungsbezogene Perspektive von Psychopathologie

  • . wenn die Bindungsperson emotional verfgbar ist

  • rasch ablaufende Reifungs-, Lern- und Anpassungsprozesse

    Entwicklungsaufgabe: Regulation von Verhalten, emotionalen und physiologischen Erregungszustnden

    Entwicklungsaufgabe von Eltern: intuitive und kontinuierliche Regulation der wechselndenErregungsniveaus und der emotionalen Befindlichkeitdes Suglings

    dyadische Emotionsregulation (Sroufe, 1996)

    Entwicklung in der frhen Kindheit

  • Entwicklungsalter Entwicklungskompetenzen Beziehungsregulationerste Lebenswochen Unbehagen und Wohlbefinden

    signalisieren Co-Regulation(Signale mssen gelesen werden)

    erste Monate zunehmend grere Bandbreite von Gefhlen und Bedrfnissen signalisieren

    elterliches intuitives /feinfhliges Verhalten

    Ende erstes Lebensjahr Wnsche und Intentionen signalisieren (Arme ausstrecken, um hochgenommen zu werden, nach Bindungsperson rufen, wenn ngstlich)

    Secure Holding Framework

    zweites Lebensjahr zielgerichtetes Verhalten, aktiveBeteiligung am Regulationsprozess

    zunehmendeund elterlich untersttzte

    drittes Lebensjahr beginnende Selbstkontrolle, moderate Frustrationstoleranz, sekundre Emotionen, wie Scham, Stolz und Schuldgefhle

    Selbstregulation

    automatisch, intuitives, Signalisieren

    aktives, intentionales Signalisieren

    Regulationsentwicklung im Beziehungskontext

  • kontinuierliche und stabileBeziehungen

    emotional zuverlssige, erwartbare und sichereBeziehungen

    Bindung als sichere Basis fr Erkundung und Autonomie

    Psychobiologische Regulation in der Bindungsbeziehung

  • Feinfhligkeit in der Bindungstheorie

    - kindliche Signale undKommunikationen wahrnehmen, angemessen interpretieren und darauf reagieren sowie prompt reagieren

    - Abstimmung des emotionalen Ausdrucksverhaltens

    intuitives Elternverhalten

    - spontanes, nicht gelerntes elterliches Verhalten, das komplementr den Fhigkeiten und Bedrfnissen des Suglingsentspricht

    - basiert nicht auf bewussten Handlungen der Eltern, sondernist unbewusst oder vorrational

    Konzepte elterlicher Feinfhligkeit

  • sichere Basis kindliches Verhalten / Hafern d