E-Learning Konzept, PHSG

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Ein Konzept zur Förderung von Innovationen und ein Beitrag zur Weiterentwicklung der Lehrerinnen- und Lehrerbildung in den Schulen (Quelle: phsg.ch, 2008)

Text of E-Learning Konzept, PHSG

  • Pdagogische Hochschule des Kantons St.Gallen

    E-Learning Konzept Dezember 2008 Martin Hofmann Ralph Kugler

  • M. Hofmann / R. Kugler 2

    E-Learning Konzept

    Inhaltsverzeichnis

    1 Einleitung 4

    2 Begriffe 5 2.1 Medien 5 2.2 Medienpdagogik 6 2.3 Medienkompetenz 7 2.4 Mediendidaktik 9 2.5 E-Learning 10

    3 Teilkonzept E-Learning 13 3.1 Konzeptionelle berlegungen 13 3.2 E-Strategien 14

    4 Ist-Analyse 16 4.1 Notebook-Obligatorium 16 4.2 Informatikzimmer und Schulungsrume 16 4.3 E-Learning-Werkzeuge 17 4.4 PHSG-Homepage/Extranet 18 4.5 Homepages einzelner Fachbereiche 19 4.6 Medienwerkstatt 20 4.7 E-Portfolios 21

    5 Soll-Analyse I 22 5.1 Befragung der Studiengangsvertretungen 22

    6 Soll-Analyse II 24 6.1 Das mediendidaktische Viereck 24 6.2 Aktionslinien 26 6.3 Didaktische Reformen 26 6.4 Medien (Produktion, Distribution) 32 6.5 Entwicklung (Organisation, Personal) 34 6.6 Infrastruktur (Ausstattung, Dienstleistungen) 38

    7 Massnahmen 42 7.1 Zusammenfassung der Aktionslinien 42 7.2 Diskussionspunkte (fr den Konvent, Diskussion in Fachgruppen) 43

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    E-Learning Konzept

    8 Zeitplanung und Meilensteine 43

    9 Schluss 44

    10 Literaturverzeichnis 45

    11 Anhang 47

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    E-Learning Konzept

    1 Einleitung

    Die Schulleitung hat an der Strategietagung im April 2008 entschieden, auf der Grundlage eines Konzepts im Bereich E-Learning nchste Schritte in die Wege zu leiten. Martin Hofmann (Studiengang Kindergarten- und Primarstufe) und Ralph Kugler (Studiengang Sekundarstufe) wurden mit der Aufgabe betraut, gemeinsam ein E-Learning-Konzept fr die Pdagogische Hochschule des Kantons St.Gallen (PHSG) zu entwickeln. Als erste Anhaltspunkte wurden das Leitbild der PHSG und die Profilmerkmale herbeigezogen. In der Folge sind die relevanten Punkte kurz aufgefhrt. Gemss dem Leitbild frdert die PHSG Innovationen und leistet damit einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Lehrerinnen- und Lehrerbildung und der Schule. Zudem frdert sie Lernen in vielfltigen Formen und mit Hilfe moderner Technik. Selbstverantwortetes und kooperatives Lernen nehmen dabei eine zentrale Stellung ein. In den Strategieschwerpunkten (2010) wird erwhnt, dass die PHSG ber ein medienpdagogisches Konzept verfgt. Neue Medien sollen an der PHSG als untersttzendes Mittel bedeutsam und in der Lehre didaktisch reflektiert eingesetzt werden. Zur Untersttzung soll ein zuverlssiges, schnell verfgbares und kompetentes Supportsystem installiert werden. In den Profilmerkmale wird unter dem Titel "Bezug zur Forschung und Entwicklung" auf E-Learning-Projekte hingewiesen (E-Portfolio, LMS usw.). Unter dem Titel "Mglichkeiten fr die Kontaktschulen" werden Unterrichtsprinzipien wie "eigenstndiges Lernen" oder "altersgemischtes Lernen" aufgefhrt, welche bereits mit E-Learning-Projekten wie der "Computermaus" erprobt werden. Im Absatz ber die Bedeutung fr die Studierenden wird auf die Arbeit mit Lern-Portfolios hingewiesen, welche die eigene Lernbiografie, Lernstandsanalyse fr den Lernenden und die Lehrenden ermglichen knnen. Auf Grund dieser Schwerpunkte haben wir eine E-Strategie entwickelt, welche im Kapitel Soll-Analyse mit Aktionslinien und konkreten Massnahmen ausgefhrt werden. Zustzlich wurden E-Learning-Konzepte anderer Pdagogischen Hochschulen und speziell das Konzept der E-University Duisburg-Essen (http://www.uni-due.de/e-learning/) in die konzeptionellen berlegungen mitbeibezogen.

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    E-Learning Konzept

    2 Begriffe

    Bei der Erarbeitung des E-Learning-Konzepts ist man mit einer Reihe von begrifflichen Einordnungsproblemen konfrontiert. Dies beginnt schon bei der einfachen Definition von E-Learning oder Lernen mit elektronischen/digitalen Medien. Lehren ist zwar ohne Hilfsmittel, aber schwer ohne Medien mglich. Trotz der scheinbar selbstverstndlichen Rede von Lehr- und Lernmedien, Unterrichts- und Bildungsmedien bleibt gerade der Begriff des Mediums mehrdeutig. Der Begriff Medien hat eine Doppeldeutigkeit, welche den Gebrauch dieses Begriffs per se schon schwierig macht. Daher werden die relevanten Begriffe fr dieses Konzept vorgngig kurz erlutern, um etwas Licht in den Begriffswirrwarr zu bringen. 2.1 Medien

    Der Begriff des Mediums beinhaltet zum einen die medientechnische Apparatur zur Speicherung, Wiedergabe, zum Transport, Austausch sowie Abruf von Informationen, zum anderen verweist er auf die medialen Inhalte (vgl. Reiser & Gagn, 1983). Der Medienbegriff kann sich daher beziehen auf:

    den Trger von Information und die technische Einrichtung zu deren Aufnahme, Wiedergabe, Transport etc.

    die medial zwischen Sender und Empfnger vermittelt, didaktisch aufbereitete Information.

    Diese Doppeldeutigkeit macht den Umgang mit dem Begriff Medien / Medium so schwierig. Vielfach wird nicht explizit der Aspekt, auf welchen sich der Begriff bezieht, angegeben. Fr Fragestellungen im mediendidaktischen Sinn ist es deshalb wichtig, zwischen Medientechnik und systemen einerseits und didaktisch aufbereiteten, medialen Informationen andererseits zu unterscheiden. In der englischen Sprache wird von delivery system (den Medientechniken, Gerten, Gegenstnden etc.) und von media content (den didaktisch aufbereiteten Inhalten) gesprochen, was einen differenzierteren sprachlichen Gebrauch zulsst. Gegenstnde, die sich fr Lehr- und Lernaktivitten heranziehen lassen (z.B. Bltter eines Baumes, Multimedia-Computer, ), werden in der Folge als Bildungsmittel bezeichnet. Solche Gegenstnde werden erst durch eine didaktische Verwendung zu Bildungsmedien. Diese Betrachtung lsst die Vermutung zu, die Medien sollen das Lernen und Lehren nur einfacher, effizienter oder anschaulicher machen. Wir verwenden Medien aber immer, um bestimmte didaktische Intentionen zu erreichen. Wir entwickeln Medien nicht nur, um das Lehren und Lernen zu verbessern, sondern in erster Linie, um Bildungsanliegen zu erreichen. Daher ist die losgelste Bewertung der Qualitt eines Mediums fr die Didaktik wenig sinnvoll. Die didaktische Qualitt oder Wertigkeit eines Mediums lsst sich nicht an Merkmalen des Mediums selbst (seien sie inhaltlicher, konzeptueller oder gestalterischer Art etc.) feststellen,

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    E-Learning Konzept

    sondern nur in dem kommunikativen Zusammenhang, in dem das Medium Verwendung findet. (Kerres 2001, S. 23) Der Anspruch an ein Bildungsmedium kann nicht an Merkmalen oder Massstben des Mediums selbst festgemacht werden. Die Situation, in welcher das Medium verwendet wird, bestimmt dessen Wert und nicht das Medium oder das Mediensystem. Diese Betrachtungsweise ist gerade fr ein Konzept wie dieses sehr interessant, da der reine Fokus auf technische Umsetzungen somit auch relativiert wird. In diesem Konzept geht es vornehmlich um die Neuen Medien bzw. digitalen Medien. Der Einsatz dieser neuzeitlichen Medien fhrt keineswegs automatisch zu besseren Lsungen als konventionelle Bildungsangebote. Im Gegenteil der unberlegte Einsatz fhrt oft genug zu berdruss, der geringe Akzeptanz bei Lernenden, geringen Lernerfolg oder mangelnde Effizienz mit sich bringt. Aus mediendidaktischer Sicht besteht kein Grund, bestimmte Medien anderen vorzuziehen. Es gibt keine innovativen oder antiquierten Medien fr Lehr- und Lernzwecke. Und es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass die Einfhrung bestimmter Medientechniken Innovationen oder gar Revolutionen in der Bildungsarbeit auszulsen vermgen. Die Bedeutung des Mediums und seine Wirksamkeit ergeben sich aus dem jeweiligen Kommunikationszusammenhang. Wenn Medien fr Lehr- und Lernzwecke konzipiert werden, dann sind die Bedingungen der didaktischen Kommunikation systematisch zu analysieren (Kerres 2001, S.11). 2.2 Medienpdagogik

    In der Pdagogik hatte die Diskussion ber die Medienthematik lange Zeit den Fokus auf die Bedeutung des Mediums in Bildungseinrichtungen und die Beziehung auf die Unterrichtsaktivitt gerichtet. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob und wie Medien in der pdagogischen Arbeit eingesetzt und thematisiert werden knnen. Die Diskussion ber Computer und Medien in der Schule kann sich auf folgende Sichtweisen beziehen:

    auf den Einsatz von Medien zu Lehr- und Lernzwecken: Medien interessieren dabei als Mittel zur Erreichung fachlicher Lernziele

    auf Kompetenzen im Umgang (Nutzung und Bewertung) mit medial transportierten Inhalten: Dabei werden die Medien selbst (Zeitung, Fernsehen, Internet-Angebote etc.) zum eigentlichen Lerngegenstand

    auf den Erwerb von mehr oder weniger komplexen Fertigkeiten im Umgang mit Medientechnik und werkzeugen u.a. Abruf, Verstehen, Bearbeiten oder Bewerten medialer Informationen

    Medienpdagogik wird dabei blicherweise als bergeordnete Bezeichnung fr alle pdagogisch orientierten Beschftigungen mit Medien in Theorie und Praxis (Issing 1987) verstanden. Darunter fallen:

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    E-Learning Konzept

    die Mediendidaktik, die sich mit der Funktion und Bedeutung von Medien in Lehr- und Lernprozessen beschftigt,

    die Medienerziehung, die auf den reflektierten Medienkonsum und kritischen Umgang mit Medienangeboten abzielt, und auch

    die Informations-, medien- oder kommunikationstechnische Bildung, die den kompetenten Umgang mit Technik (Medienkompetenz) vermitteln mchte, und als Basisqualifikation fr mediendidaktische und erzieherische Bemhungen aufgefasst werden kann.

    Abbildung 1: Medien als Thema der Pdagogik (Kerres 2001) Die Medienpdagogik (siehe Abbildung 1) beschftigt sich als wissenschaftliche Disziplin mit allen erzieherischen Fragen, Problemen und Themen, die mit Medien zusammenhngen. Der Begriff Medienpdagogik ist aber ebenfalls mit einer gewissen Unschrfe behaftet. Medienpdagogik