schung SOZIALVERWALTUNGSRECHT (Grundkurs) .Sozialrecht Verfassungsrecht Ausländerrecht Baurecht

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  • Luthe, IRS 1

    Prof. Dr. Ernst-Wilhelm Luthe Institut fr angewandte Rechts- u. Sozialfor-

    schung

    SOZIALVERWALTUNGSRECHT (Grundkurs)

    Inhalt

    1. Staatliche Steuerung 3

    2. Die ffentlich-rechtliche Ordnung 4

    3. Gerechtigkeitsprinzipien des Sozialrechts 5

    4. Rechtsquellen und Handlungsformen (bersicht) 6

    5. Verwaltungsvorschriften (Fall) 7

    6. Verwaltungs- und Widerspruchsverfahren 9

    7. Das gerichtliche Verfahren 10

    a) Hauptsacheverfahren 10 b) Eilverfahren 16 c) Prfungsschritte 17 d) Flle Rechtsbehelfe und Rechtsmittel 20

    8. Strukturprinzipien der Verfassung 21

    9. Ermessen 23

    a) Modellkonstruktion 23 b) Rechtmigkeitsanforderungen(bersicht) 24 c) Allgemeines zum Ermessen 25 d) Fall (AuslRecht) 29 e) Fall (Weiterbildung) 30 f) sonstige Flle 34

    10. Wirtschaftlichkeitsgebot im Recht 35

  • Luthe, IRS 2

    11. Subjektiv-ffentliches Recht 37

    a) Merkmale 37 b) Konstellationen 38 c) Beispiele 39

    12. Verwaltungsakt 40

    a) Merkmale, Innen- und Auenwirkung 40 b) Erluterung 42 c) Flle 45 d) Praxisbeispiel 46

    13. Verwaltungsverfahren 50

    a) bersicht 50 b) Mitwirkungspflicht 53 c) Aufhebung von Verwaltungsakten 55 d) Nebenbestimmungen 56 e) Flle zur Heilung, Erheblichkeit, Begrndungspflicht 57

    14. Rechtsgrundlagen der Finanzierung von Leistungserbringern 58

    a) bersicht 58 b) Dreiecksverhltnis 59

    15. Staatsorganisation 60

    a) Bund 60 b) Land 61 c) Kommune 62

    16. Information des Brgers 64

    a) bersicht 64 b) Beratung und Rechtsberatung 65 c) Haftung 67 d) Rechtsberatung durch Dritte 68 e) Datenschutz und Verschwiegenheitspflicht (bersicht) 71

  • Luthe, IRS 3

    1. Staatliche Steuerung

    Gesetzgeber

    Brger Brger Verwaltung Brger

    Zivilgerichte Verwaltungsgerichte

    insb. Familiengericht Sozialgerichte

    insb. Arbeitsgericht Finanzgerichte Strafgerichte

    I. Netzwerk von Entscheidungen II. Politik Verwaltung

    Brger?

  • Luthe, IRS 4

    2. Die ffentlich-rechtliche Ordnung

    insbesondere Menschenwrde, Gleichbehandlung, Sozialeigentum, Schutz von Ehe und Familie, Verbot der Diskriminierung Behinderter, Berufsfreiheit der Leistungserb-ringer, Sozialstaat

    - Grundsicherung fr

    Arbeitsuchende

    - Krankenversicherung - Sozialhilfe - Opferentschdigung

    - Rentenversicherung - Kinder- und Jugendhilfe - Soldatenversorgung

    - Pflegeversicherung - Kindergeld - Kriegsopfer

    - Unfallversicherung - Wohngeld

    - Arbeitsfrderung /Arbeits - Ausbildungsfrderung

    losenversicherung

    Vorsorge Frsorge Entschdigung

    Allgemeines (Sozial-) Verwaltungsrecht

    Besonderes Verwaltungsrecht

    Umweltrecht Steuerrecht

    Sozialversicherungs-

    recht

    Recht sozialer Frsorge

    und Frderung

    Entschdigungs-

    recht

    Sozialrecht

    Verfassungsrecht

    Baurecht Auslnderrecht

  • Luthe, IRS 5

    3. Gerechtigkeitsprinzipien des Sozialrechts

    Ausgleichende Gerechtigkeit Austeilende Gerechtigkeit

    = quivalenzprinzip = verteilende Gerechtigkeit

    =Versicherungsprinzip = Frsorgeprinzip

    = Risikoquivalenz = Bedarfssicherung

    = beitragsquivalente Gegenleistung = individuelle und aktuelle

    Lebensstandardsicherung Defizitkompensation und

    Chancenangleichung

    = bei Vorsorgeleistungen = bei eingetretenen

    (Rente, Invaliditt, Pflege ), Defizitlagen

    aber im dt. System nur

    ansatzweise realisiert Vermischung

    Sozialversicherung

    Rente (Alters-, Invaliditts-)

    teilweise Pflege (pauschalierte Stze)

    Aber:

    Reha, Krankenbehandlung, Fortbildung

    und Umschulung im Sozialversiche-

    rungsrecht ist bedarfsorientiert

    Sozialhilfe, Reha,

    KJHG = individueller Bedarf

    (Notlage)

    Wohngeld, Kindergeld

    BAfG = abstrakter Bedarf

    (Chancen)

    Leistungsgerechtigkeit Bedarfsgerechtigkeit

  • Luthe, IRS 6

    4. Rechtsquellen und Handlungsformen

    Auenrecht Innenrecht

    Verfassung

    (Parlaments-)Gesetze

    Rechtsverordnung Art. 80 GG

    Satzungen

    Gewohnheitsrecht?

    Richterrecht?

    - Verwaltungsakt ( 31 SGB X)

    - ffentl.-rechtl Vertrag ( 53 ff.

    SGB X)

    - Planfeststellungsbeschluss, 72 ff

    VwVfG

    1. Individuelle Weisung

    (konkreter Handlungsauftrag,

    Anordnung von Berichtspflichten,

    Evokationsrecht)

    2. allg. Weisungen:

    Verwaltungsvorschriften (auch Erlass,

    Verfgung, Richtlinie)

    Direktive des Verwaltungsermes-

    sens (mittelbare Auenwirkung

    durch Art. 3 GG)

    Direktive des Subventionsermes-

    sens (Frderrichtlinie)

    Direktive der Auslegung unbe-

    stimmter Gesetzesbegriffe

    Direktive der Organisationsges-

    taltung (Geschftsverteilungs-

    plan)

    Das ranghhere verdrngt das

    niedrige, das speziellere das allge-

    meine, das neuere das ltere Recht

  • Luthe, IRS 7

    5. Verwaltungsvorschriften

    a) Beispiel: X bezieht Arbeitslosengeld II. 21 Abs. 5 SGB II bestimmt: Erwerbsf-

    hige Hilfebedrftige, die aus medizinischen Grnden einer kostenaufwendigen

    Ernhrung bedrfen, erhalten einen Mehrbedarf in angemessener Hhe.

    Eine hierzu erlassene Verwaltungsvorschrift bestimmt: Diabetes-Kranke erhalten

    einen Mehrbedarf in Hhe von 60,-- Euro monatlich.

    b) Fallbeispiel: Der 68-jhrige mittellose X. wird aus mehrjhriger Haft entlassen. Fr

    die Erstausstattung seiner neuen Wohnung stellt er einen Antrag auf Gewhrung

    entsprechender einmaliger Bedarfe. Die Stadt Braunschweig hat durch Verwal-

    tungsvorschrift festgelegt, dass allein stehenden Sozialhilfebeziehern ein Erst-

    ausstattungsbedarf in Hhe von 6.000,-- Euro zusteht. Da die verfgbaren Haus-

    haltsmittel fr diesen Leistungsbereich jedoch frher als erwartet zur Neige ge-

    hen, soll X. nur 5.000,-- Euro erhalten, ohne dass die Verwaltungsvorschrift ge-

    ndert wird.

    bb) Was wird durch die Verwaltungsvorschrift konkretisiert?

    cc) Hat X. einen Anspruch auf Erstausstattungsbedarf in Hhe von 6000,--?

    31 Abs. 1 SGB XII bestimmt: Leistungen fr Erstausstattungen fr die Wohnung

    einschlielich Haushaltsgerten werden gesondert erbracht.

    17 Abs. 2 S. 1 SGB XII bestimmt: ber Art und Ma der Leistungserbringung ist

    nach pflichtgemem Ermessen zu entscheiden, soweit das Ermessen nicht aus-

    geschlossen wird.

    10 Abs. 1 SGB XII bestimmt: Die Leistungen werden als Dienstleistung, Geld-

    leistung oder Sachleistung erbracht.

    c) Abwandlung des Fallbeispiels Haftentlassener

    Die Verwaltungsvorschrift besagt: Fr die Erstausstattung der Wohnung wird ein

    Betrag in Hhe von 6000 Euro gewhrt. Die Leistung erfolgt als Geldleistung.

    X ist alkoholkrank. Es besteht das Risiko, dass er das Geld fr den Alkoholkon-

    sum verwendet.

    Kann der Verwaltungsmitarbeiter vor der Verwaltungsvorschrift abweichen oder

    ist er an den Befehl gebunden?

  • Luthe, IRS 8

    Kontrollfragen:

    1. Kann das Sozialamt Verwaltungsvorschriften ndern und zuknftig wie

    im Beispielsfall nur noch 5.000,-- Euro gewhren?

    2. Sind die Gerichte an Verwaltungsvorschriften gebunden?

    3. Mssen Verwaltungsvorschriften verffentlicht werden? Mssen sie vorge-

    legt werden?

    4. Mssen Verwaltungen in besonders gelagerten Einzelfllen von ihren Ver-

    waltungsvorschriften ggf. auch abweichen? (vgl. hierzu etwa auch 33

    SGB I, 9 Abs. 1 SGB XII).

  • 9

    6. Verwaltungs- und Widerspruchsverfahren Erffnung des Abschluss durch Widerspruch Erstbehrde: Widerspruchsinstanz: Klage Verwaltungsverfahrens VA oder ff.-rechtl. Erffnet Abhilfe Abhilfe oder (neg.) vor SG Vertrag Widerspruchs- 85 Abs. 1 SGG, Widerspruchsbescheid o. VG

    verfahren 72 VwGO 85 Abs. 2 SGG, 73 VwGO

    VwVfG oder SGB X VwGO oder SGG

    fr alles andere fr alle fr alles insb. SozialV Gesetze des SGB andere und Frsorge 40 VwGO 51 SGG

    Rechtsmittel- Widerspruchsverfahren Rechtsmittelbelehrung belehrung 68 ff. VwGO 87 Abs. 1 SGG, 74 VwGO 58, 70 VwGO 78ff. SGG Abs. 1 und 2 66, 84 SGG Zustndigkeit:

    aufschiebende Wirkung 85 Abs. 2 SGG, 73 VwGO 80 Abs. 1 VwGO 86a Abs.SGG Entfllt bei (siehe 86 a Abs. 2 SGG):

    - einigen laufenden Leistungen - Entscheidungen ber Beitrge usw. - Anordnung sofortiger Vollziehung im ff. Inte

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