Venedig - ÖBB EuroNight - über Nacht nach Venedig

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Text of Venedig - ÖBB EuroNight - über Nacht nach Venedig

  • Jhrlich besuchen etwa 27 Millionen Menschen die Lagu-nenstadt. Da sich die Menschenlawine unaufhrlich durch die Stadt zieht, beschftigt sich dieses eBook mit zwei Themen: energiesparend anreisen und nervenschonend urlauben.

    WILLKOMMEN

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  • INHALT

    1! WILLKOMMEN

    2! VENEDIGS SESTIERE

    3! MUSEEN

    4! MURANO

    5 ! BURANO

    6! KARNEVAL

    7! HISTORISCHES

    8! LOKALER TRANSPORT

    9! ANREISE

    10 ! IMPRESSUM

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  • GEHEIMNISSE DER SERENISSIMA

    Fr mich ist jeder Besuch in Venedig ein neues Erleb-nis. Schritt fr Schritt lerne ich die Stadt immer bes-ser kennen und langsam enthllen sich neue Geheim-nisse der Serenissima.

    Aus Tradition geniee ich am Tag meiner Ankunft im Florian oder im Quadri am Markusplatz einen Cap-puccino. Abgesehen vom exorbitanten Preis von 9,00 bis 11,00 Euro ist es einfach unbeschreiblich dort zu sitzen und das Treiben am Markusplatz zu verfolgen.

    Entweder mag man Venedig, dann kommt man so-wieso wieder, oder man wrde es mgen, wenn man es besser kennen wrde. Das wird sich ndern, wenn dieses eBook seinen Zweck erfllt und Geheim-nisse der Lagune von Venedig verrt.

    In meinem eBook mchte ich die Stadt Venedig ein wenig erklren. Da sind zum Beispiel die Sestieri, die Stadtteile, die vor Jahrhunderten von der Verwaltung eingefhrt wurden und die Stadt in sechs Bezirke ein-

    teilt. Millionen von Besuchern wlzen sich jhrlich durch die weltbekannten Museen der Stadt. Es gibt aber auch beeindruckende Pltze, die von Touristen noch nicht bernommen wurden.

    Mit dem Vaporetto erreicht man Murano und Burano. Dass Murano weit mehr zu bieten hat, als nur Glas-insel zu sein, fllt sofort auf. Burano beherbergt so-gar einen Weingarten und ist Ruhepol der Lagune.

    Venedig ist zu jeder Jahreszeit ein fantastisches Ur-laubsziel. Der BB Intercitybus mit direkter Anbin-dung von Klagenfurt erffnet sogar den Tagestouris-mus fr Krntenurlauber. Von Wien ist die bequems-te Art der Anreise der Nachtzug. Fr mich beeindru-ckend ist die Tatsache, dass man direkt am Canale Grande aus dem Zug steigt.

    Dieses eBook entstand in Zusammenarbeit mit den sterreichischen Bundesbahnen, Enit und den regio-nalen Tourismusorganisationen in Venedig, ACTV und Fondazione Musei Civici di Venezia.

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    Rudolf J. StrutzAutor & Fotograf

  • VENEDIGS SESTIERI2

  • Cannaregio

    Castello

    Dorsoduro

    San Marco

    San Polo

    Santa Croce

    VENEDIGS SESTIERIDie Stadtteile des historischen Zentrums Venedigs werden als Ses-tiere bezeichnet. Die Stadt ist in sechs Teile gegliedert. Sestiere wur-de von sesto (Sechstel) abgeleitet.

    Sestieri zur Linken des Canale Grande werden als de citra und Stadtteile zur Rechten als de ultra bezeichnet.

    Die Einteilung in sechs Bezirke bertrugen die Venezianer auch auf ihre Kolonien.

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  • Cannaregio ist der zweitgrte und am dichtesten besiedelte Stadtteil von Venedig. Wenn man am Bahnhof von Santa Lucia in der Lagunenstadt eintrifft, ist man in der Sestiere Cannaregio.

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    CANNAREGIO

  • Madonna dellOrtoDie rmisch-katholische Pfarrkirche beher-bergt einige wichtige Werke Tintorettos und Cima de Coneglianos. Obwohl der Bau der Kirche schon im Jahr 1400 beendet wurde, dauerte die Fertigstellung der Fassade bis 1464. Neben der Kirche befindet sich ein freistehender Glockenturm, der bereits 1332 erbaut wurde. Angeblich diente die Spitze des Turms als Vorbild fr die welschen Hau-ben der Mnchener Frauenkirche.

    Die Kirche ist dem heiligen Christophorus ge-weiht, dessen Statue ber dem Eingang thront. Auf den beiden flankierenden Sulen, die 1481 hinzugefgt wurden, befindet sich je eine Marienstatue.

    Der Name der Kirche ist von einer wundertti-gen Marienstatue abgeleitet, die im nahen Garten gefunden wurde. Diese Statue kann man heute in der Kirche bewundern.

    Jacopo Tintoretto wohnte in der Nhe der Kirche und entwickelte eine innige Verbin-dung zu dieser. Zum Beweis birgt das Gottes-haus einige seiner Hauptwerke und seine letz-te Ruhesttte.

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  • GhettoAuch den jdischen Bereich, das Ghetto, fin-det man im Stadtteil Cannaregio. Die Be-zeichnung stammt von dem Ausdruck Geto oder Gheto. Im venezianischen Dialekt be-deutet das soviel wie Metallguss oder Gie-erei. Die ersten Juden wurden im Gebiet der ehemaligen Metallgieereien angesiedelt. Das erste Ghetto Europas entstand 1516. Die jdischen Zuwanderer lebten von der b-rigen Bevlkerung getrennt. Venedig gewhr-te den Juden Schutz von der Inquisition und bestrafte alle bergriffe gegen die jdischen Mitbewohner sehr hart. Heute ist Ghetto ein sehr ruhiges und freundliches Gebiet. Gleich hinter dem Jdischen Museum gibt es einige Cafs, die zu einer Rast einladen.

    Im Norden des Lido, an der Riviera San Nichol, befindet sich der alte Jdische Fried-hof aus dem 14. Jahrhundert. Besichtigun-gen knnen im Museum arrangiert werden.

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    Museo Comunit EbraicaCannaregio 2902\b 30121 Veneziaprenotazioni.mev@coopculture.it

  • Am Campo dei Mori zeugen vier Mohrenstatuen von den Handels-beziehungen des ehemaligen Ei-gentmers mit dem Orient. Gleich daneben steht das Geburtshaus von Jacopo Robusti. Der Sohn ei-nes Wollfrbers ging als Tintoretto in die Kunstgeschichte ein. Tinto-retto (tintureiro) kommt von der Be-rufsbezeichnung Frber.

    Dieser Teil der Stadt leidet sehr un-ter den regelmigen winterlichen berflutungen bei Acqua Alta, dem hohen Wasser.

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  • Dies ist der grte Stadtteil von Venedig. Der Name Castello rhrt von der ehemali-gen Residenz des Bischofs von Olivolo. Heute erinnert nur mehr das Fondamenta di Castel Olivolo an den historischen Sitz der venezianischen Bischfe. Vorgelagert ist die zu Castello gehrende Friedhofsinsel San Michele.

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    CASTELLO

  • San Zaccaria ist eines der wichtigsten und ltesten Klster Venedigs. Erstmals erwhnt wurde das Kloster in den Jahren 828 und 829. Das Nonnenkloster war immer eng mit den Dogen verbunden. Die Ge-schichte der Umgebung birgt viele grausame Details: zwei Dogen wur-den in unmittelbarer Nhe von San Zaccaria ermordet.

    Das Kloster war immer sehr reich begtert. berlieferungen zufolge ver-fgte es im 14. Jahrhundert ber 153 Huser in Venedig. Auch Lnde-reien im damaligen Gebiet der Terraferma (heute Oberitalien), vor allem der Gegend von Padua und Verona gehrten dem Kloster. Das Grund-stck, auf dem sich der Markusdom befindet und ein stattlicher Teil der

    Piazza San Marco zhlten zu den Besitztmern des betuchten Klos-ters. Unter Napoleons Besetzung wurden die Gebude des Klosters zu einer Kaserne umgewandelt.

    Heute befindet sich in dem einst mchtigen Kloster eine Kaserne der Carabinieri. Die Kirche blieb eine religise Sttte und dient heute als Pfarrkirche.

    In der Kirche befindet sich eines der schnsten Renaissance-Gemlde: die Sacra Conversazione von Giovanni Bellini. Dieses Gemlde (Abbil-dung links unten) entstand etwa zeitgleich zu Leonardos Mona Lisa.

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    Oster-Prozession des DogenFrancesco Guardi war ein venezi-anischer Veduten- und Land-schaftsmaler des Rokoko. Das Original dieses Gemldes (Abbildung rechts) befindet sich im Muse du Louvre in Paris.

  • Dorsoduro liegt im Sden von Venedig. Der Name leitet sich vom soliden Boden des Stadtteils ab. Dorso duro bedeutet harter Rcken und bezieht sich auf den felsigen Un-tergrund. Der berhmteste Bau des Stadtteils ist die Kirche Santa Maria della Salute. Das Gotteshaus wurde zum Dank der Errettung vor der Pest erbaut.

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    DORSODURO

  • San Marco wird als geistiges und politisches Zentrum Venedigs angesehen. Der Bau der Basilika Di San Marco geht in das Jahr 1063 zurck. Nach der Fertigstellung 1094 wurde laufend an der Verschnerung gearbeitet. Die Eroberung Konstan-tinopels erschloss wertvolles Marmor, welches in die Basilika eingearbeitet wurde.

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    SAN MARCO

  • Die Insel San Giorgio Maggiore liegt sdlich vor San Marco. In der Benediktiner Abtei, die den-selben Namen trgt, wohnen alle 11 Einwoh-ner der Insel. Die Ursprnge des Klosters ge-hen in das Jahr 982 zurck. Der Markusturm (Campanile di San Marco) ist knapp 100 Meter hoch und damit das hchste Gebude der Stadt. 1902 strzte der Turm zusammen und wurde 1912 feierlich neu eingeweiht. Der Mark-usplatz ist traditionell der optimale Ausgangs-punkt fr eine Fahrt mit der Gondel.

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  • Bei der Station San Marco-Vallaresso liegt der kleine knigliche Park (Giardini ex Reali). Angelegt wurde er 1806-1814 unter Napole-on. In dieser stillen Oase gibt es zahlreiche Bnke, aber auch Picknickgelegenheiten. Auf der Strae davor findet man zahlreiche Knst-ler, die ihre Werke anbieten und Reiseanden-ken in jeder Ausfhrung. Das geschftige Trei-ben auf dem Markusplatz ist gleich um die Ecke, hier kann man dem Trubel entfliehen und eine Rast einlegen.

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  • Die erste Kirche, die dem heiligen Markus ge-weiht war, stand bereits 832 an dieser Stelle. Nach deren Zerstrung erfolgte 1094 die Fer-tigstellung des heutigen Markusdoms.

    Die Pferde auf dem Dom knnen auf eine sehr bewegte Geschichte zurckblicken. Ur-sprnglich waren sie auf dem Triumphbogen Kaiser Neros in Rom. Konstantin der Groe holte sie nach Konstantinopel, von wo sie 1204 als Kriegsbeute nach Venedig kamen. 1798 entfhrte Napoleon sie nach Paris. Im Jahr 1815 beschloss man auf dem Wiener Kongress die Rckkehr der Pferde.

    Der Uhrturm (Torre dellOrologio) wurde im Jahr 1499 fertiggestellt. Das Zifferblatt der Uhr ist aus Lapislazuli. Neben der Zeit wer-den auch die Mondphasen, Sonnenkonstella-tionen, Jahreszeiten und die Tierkreiszeichen angezeigt.

    Die Glocke wird von zwei riesigen Bronzefigu-ren geschlagen. Die meisterhafte Uhr wurde von den Parmenser Gebrdern Giampaolo und Giancarlo Ranieri Ende des 15. Jahrhun-derts gebaut. Barto