Psychotherapie & Sozialwissenschaft

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Die Zeitschrift versteht sich als Forum fr qualitative Forscher und klinische Praktiker. Es geht um Psychotherapie als Ereignis, das sich in jeder professionellen und alltglichen Situation auf subtile und kunstvolle Weise gestaltet.

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  • ImpressumHerausgeber: Brigitte Boothe, Jrg Frommer, Bernhard Grimmer, Jrgen Straub, Ulrich Streeck

    Bestellungen/Abo-Verwaltung: Telefon 06 41/96 99 78 18E-Mail: bestellung@psychosozial-verlag.de

    Verlag: Psychosozial-Verlag, Walltorstrae 10, 35390 GieenE-Mail: info@psychosozial-verlag.de, www.psychosozial-verlag.de

    Bezugsgebhren: Fr das Jahresabonnement EUR 36,90 (inkl. MwSt.) zuzglich Versandkosten. Studentenabonnement EUR 22,43 (inkl. MwSt.) zuzglich Versandkosten. Lieferungen ins Ausland zuzglich Mehrporto. Das Abonnement verlngert sich jeweils um ein Jahr, sofern nicht eine Abbestellung bis zum 15. November erfolgt. Preis des Einzelheftes: EUR 22,90.

    Erscheinungsweise: Zweimal im Jahr.

    Copyright: Psychosozial-Verlag, Gieen.

    Die in der Zeitschrift verffentlichten Beitrge sind urheberrechtlich geschtzt. Alle Rechte, insbesondere das der bersetzung in fremde Sprachen, bleiben vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form durch Fotokopie, Mikrofilm oder andere Verfahren reproduziert oder in eine von Maschinen, insbesondere von Datenverarbeitungsanlagen, verwendbare Sprache bertragen werden. Auch die Rechte der Wiedergabe durch Vortrag, Funk- und Fernsehsendung, im Magnettonverfahren oder hnlichem Wege bleiben vorbehalten.

    ISSN 14364638

    Psychosozial-Verlag

  • Heft 1, 2006 (8. Jg.)Schwerpunktthema:

    Biographieforschung in der Psychosomatischen Medizin

    Herausgegeben vonJrg Frommer

    Einzelartikel:Die Bedeutung der Biographie fr

    das subjektive Erlebeneiner Herztransplantation

    Michael Langenbach

    Psychosozial-Verlag

  • Die Bedeutung der Biographie fr das subjektiveErleben einer Herztransplantation

    Michael Langenbach

    Zusammenfassung

    Herztransplantationen sind aus Sicht der betroffenen Patienten dramatische Ein-griffe, die ihr Leben verndern. Doch wird die Wechselwirkung zwischen indivi-dueller Biographie und Transplantationseingriff in empirischen Untersuchungenhufig nicht ausreichend gewrdigt. Wir berichten ber eine qualitative Studiean 18 Patienten vor und nach Herztransplantation, die wir in narrativen Inter-views befragten. Die Interviews wurden mit der Methode der Grounded Theory ausgewertet. Das subjektive Erleben der Patienten wurde nach der Methode der Verstehenden Typenbildung analysiert. Dabei erschlossen sichfnf typische Lebensverlufe, die mgliche Weisen des Bezugs von Transplantationund Lebenslauf beschreiben: Umdichtung des eigenen Lebens in ein erfolgreichesNarrativ; Hilflosigkeit, nachdem sich die Erwartungen an die Herztransplantationnicht erfllt haben; die Herztransplantation als typische Szene des Lebenskampfes;Leiden unter dem Verlust der beruflichen Anerkennung, der durch die Trans-plantation nicht zu kompensieren ist; habituelle Angstverdrngung.

    Schlsselwrter: Biographie, Herztransplantation, qualitative Forschung, Patienten-narrative, verstehende Typenbildung

    Abstract: The relevance of biography for the subjective experienceof heart transplantation

    Heart transplantations are dramatic events from the perspective of patientswhich may change their lives. The interaction between individual biography andtransplantation is rarely addressed in empirical studies in a sufficient way. We report on a qualitative study on 18 patients before and after heart transplantation.We performed narrative interviews which we analyzed by Grounded Theory.Subjektive experiences of patients were further analyzed by understanding typology. We were able to construct five different typical life trajectories whichdescribe possible ways of relating transplantation and life course: re-interpretationof life into a successful narrative; helplessness after expectations regarding life af-ter heart transplantation were disappointed; heart transplantation as typical

  • scene of the struggle for life; suffering from the loss of occupational approvalwhich is not compensated by transplantation; habitual repression of anxiety.

    Key words: biography, heart transplantation, qualitative research, understandingtypology.

    Michael Langenbach

  • Heft 1, 2009 (11. Jg.)JubilumsheftHerausgegeben von

    Brigitte Boothe & Markus Matthys

    Einzelartikel:Vergeben und vergessen? Eine

    Redensart unter VerdachtKte Meyer-Drawe

    Psychosozial-Verlag

  • Vergeben und vergessen? Eine Redensart unter VerdachtKte Meyer-Drawe

    Klaus-Michael Kodalle zum 65. Geburtstag Es knnte sein, dass sich menschliche Freiheit [] in keinem anderen Akt so un-missverstndlich zu manifestieren vermag wie im Akt der Verzeihung, in dem auch der Schwchste und Unbedeutendste Souvernitt und Gre des Menschseins zum Ausdruck bringt (Kodalle, Annherungen an eine Theorie des Verzeihens).

    ZusammenfassungSchon vergeben ist oft schwierig, aber zu vergeben und dann auch noch zu vergessen, scheint unmglich zu sein. Dennoch sind wir Menschen, die niemals vllig wissen knnen, was sie tun, und deshalb stets riskie-ren, schuldig zu werden, auf Verzeihung angewiesen. Verzeihen ist ein sozialer Akt, in dem in erster Hinsicht nicht die Tat, sondern dem Tter verziehen und somit auf Rache verzichtet wird. Die Rolle dessen, der vergibt, ist zwielichtig. Denn er gibt sich zwar dem gegenber gndig, der ihn verletzt oder betrogen hat, er macht sich dadurch aber gleich-zeitig auch zum Herrschenden ber die Situation. Etwas von dieser Attitde klingt nach in der Redensart Vergeben und Vergessen. Man will einen Schlussstrich ziehen und die Erinnerung lschen. Beides steht jedoch nicht in unserer Macht. Man kann Verzeihung nicht for-dern und Vergessen nicht einfach in Angriff nehmen. Das burschikose Vergeben und Vergessen ist vielleicht geradezu ein Indiz dafr, dass sich beides den menschlichen Machtmglichkeiten entzieht. Der Aufsatz geht diesem Verdacht nach, indem er insbesondere die Frage nach dem Unverzeihlichen aufwirft.

    SchlsselwrterVergeben, vergessen, Widerfahrnis, Schuld, Macht, Gebrde

  • Kte Meyer-Drawe

    Abstract: To forgive and forget? A phrase under suspicion

    To forgive is very difficult, but to forgive and forget seems to be impos-sible. As human beings we are nevertheless dependent on forgiveness as we never know in full and with all consequences what we do and therefore we risk becoming guilty. To forgive is a social act in which we dont forgive the deed in the first place but the perpetrator by giving up revenge. The one forgiving is playing an ambiguous part. On the one hand he presents himself as being merciful and on the other as being in control of the situation. The phrase to forgive and forget reflects this ambiguous gesture. One wants to end the matter for good and to erase the memory of it. But you cannot demand forgiveness and you cannot decide to forget. The careless use of the phrase forgiven and forgotten is perhaps a sign for the fact that both are beyond human power. The article deals with this suspicion while focussing primarily on the possible limits of forgiveness.

    KeywordsTo forgive, to forget, occurrance, guilt, power, gesture

  • Heft 2, 2005 (7. Jg.)

    Schwerpunktthema:

    Beratung und Therapie per Internet und Handy

    Herausgegeben von

    Jrg Bergmann

    Einzelartikel:

    Die Anbahnung einer therapeutischen Beziehung per

    E-Mail

    Ulrich Streeck

    Psychosozial-Verlag

  • Die Anbahnung einer therapeutischen Beziehung per E-mail

    Horst Kchele

    AbstractSo berzeugend die Befunde zur Bedeutung der Herstellung einer therapeuti-schen Allianz, einer guten Arbeitsbeziehung, auch sind, so wenig wird problema-tisiert, dass es uns bei vielen Patienten erst gar nicht gelingt, die notwendige Vor-aussetzung fr die Einleitung einer Behandlung zu schaffen. Viele Menschenbleiben vor der Tr stehen, mag sie auch noch so offen sein. Dieser klinische Betrag dokumentiert eine mgliche Hilfestellung durch Nutzung einer brief-lichen Kommunikation, die durch die technologischen Mglichkeiten rasch,zeitlich kontingent gefrdert werden knnen.

    Key wordsTherapeutische Allianz, Arbeitsbeziehung, Einleitung der Behandlung, brieflicheKommunikation, E-Mail-Kontakt

  • Heft 1, 2007 (9. Jg.)Schwerpunktthema:

    Erzhltes Alter erzhlte AngstHerausgegeben von

    Brigitte Boothe

    Einzelartikel:Im Dezember bin ich umgekippt.

    Erzhlen ber Kontrollverlust

    Brigitte Boothe

    Psychosozial-Verlag

  • Im Dezember bin ich umgekippt. Erzhlen ber Kontrollverlust

    Brigitte Boothe

    ZusammenfassungIn Anknpfung an Elisabeth Glichs Analyse der Verwendung vorgeform-ter Ausdrcke bei Patienten im rztlichen oder klinischen Interview wirddieses sprachliche Formulierungsmuster anhand eines ausgewhlten Fall-beispiels auf Beziehungs- und psychodynamische Perspektiven hin unter-sucht. Besondere Beachtung finden dabei narrative Darstellungen, die er-lauben, die vorgeformte Formulierung vom Umkippen sowie die WendungIch bin der Typ der lieber hinten sitzt auf Konflikt- und Abwehrprozessehin zu erschlieen.

    SchlsselwrterErzhlanalyse, psychotherapeutische Beziehung, Inszenierung, erzhlteEmotion, Erzhldynamik und Psychodynamik

    Abstract: In December I overbalanced. Loosing of control in narrative

    To tie up Elisabeth Glichs analysis of using preformed expressions of patients in medical or clinical interviews this formulation pattern will beanalyzed here in a selected case by scrutinising relationship aspects andpsychodynamic perspectives. Special attention is given to narrative repre-sentations allowing the opening up of preformed phrasings like to overba-lance and I am the sitting in the back seat-type on conflict dynamics anddefence mechanisms.

    Key wordsnarrative analysis, psychotherapeutic relationship, enactment,