LM-Sonderbeilage Landtechnik 2012

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Der Schwerpunkt der Sonderbeilage dreht sich um das Thema Sprit sparen.

Text of LM-Sonderbeilage Landtechnik 2012

  • Sonder beilage

    inhalt

    Bei Teillast Drehzahl senken

    Landwirtschaftliche MitteiLungen

    netz

    wer

    k La

    nd

    Spritsparendurch die richtige Strategie beim Fahren lassen sich bis zu 45 Prozent an teurem diesel einsparen. Seiten 2,3

    Traktorreifenden richtigen reifen zu finden ist oft nicht leicht. einige entscheidungs-grundlagen. Seiten 4,5

    DieselpestMeist sind selten verwende-te traktoren betroffen. was dieselpest eigentlich ist und geeignete Gegenma-nahmen. Seiten 6,7

    Strip-Tilleine mgliche alternative zur Mulchsaat in erosi-onsgefhrdeten Lagen und zudem effizient. Seiten 8,9

    Schweienes gibt viele Gertetypen, die sich mehr oder weniger gut fr die Landwirtschaft eignen. Seiten 10,11

    MalwettbewerbBis 1. dezember suchen wir die tollsten Ideen zum traktor der zukunft, der ohne diesel fhrt. Seite 12

    landtechnikLandwirtschaftliche Mitteilungen 1. Oktober 2012

    Teuren Sprit sparen

  • 2 1. oktober 2012landtechnikLandwirtschaftliche MitteiLungen

    Mit vielen Kleinigkeiten viel Sprit sparen Nicht nur der Gasfu, sondern auch Reifen, Wartung, Gerteeinstellung und vieles mehr, beeinflussen den Dieselverbrauch

    Beim Spritsparen ist es entscheidend, bei alltg-lichen Situationen be-

    wusst an die Sache heranzugehen. ausschlaggebend ist das Fahren mit reduzierter Motordrehzahl, die einhaltung der wartungsinter-valle sowie das anpassen des traktors an die Gerte und ein-satzbedingungen.

    Drehzahlmesser der spezifische kraftstoffver-brauch sinkt bei steigender Mo-torenauslastung. Im teillastbe-reich kann die Motorenauslastung durch reduktion der Motordreh-zahl erhht werden, sodass der absolute Verbrauch bei gleicher

    Leistung sinkt. als Faustregel gilt: Fahren bei rund 70 Prozent der nenndrehzahl und nennlei-stung. Hier liegt bei den meisten arbeitsvorgngen der verbrauch-soptimale Betriebspunkt. Mit ei-ner effizienten Fahrstrategie kann bei gleicher Fahrgeschwindigkeit bis zu 45 Prozent diesel gespart werden.

    Korrekte WartungUnfachmnnische reparaturen an Gerten knnen zu einem Mehrverbrauch von 50 Prozent fhren. Beispielsweise erschwe-ren aufgeschweite Scharspitzen auf einen Pflug das abgleiten des erdstroms auf der Schar, was zu

    einem Mehrverbrauch von bis zu zehn Litern pro Hektar fh-ren kann. es ist spritsparender, die Flchenleistung ber die ar-beitsbreite, statt ber die Fahr-geschwindigkeit zu steigern. der Stoppelsturz mit einer vier Meter Scheibenegge hat einen um 40 Prozent hheren kraftstoffver-brauch, als der Sturz mit einer 6,5 Meter Scheibenegge bei gleicher Flche und zeit. auch berlap-pungen sollen vermieden werden.

    Gerteabhngigder dieselverbrauch wird nicht nur vom traktor, sondern auch von den gezogenen oder angetrie-benen Gerten beeinflusst. Meist

    u Ntige Traktorleistung ab-schtzen: Die leistung des traktors soll auf den Bedarf der zu betreiben-den Gerte abgestimmt sein. u Traktoren mit wenig Ver-brauch whlen: Beim Kauf auf die herstellerangaben und auf die unab-hngigen Praxistests achten. u Leichte Maschinen whlen: So wird eine den jeweiligen Einsatz-bedingungen angepasste Ballastie-rung ermglicht. u Traktor und Gerte warten: Ein gereinigter Khler und Luftfilter spart rund 15 Prozent des Kraftstof-fes. u Richtiger Reifendruck: Bei Straenfahrten soll er ausreichend hoch sein, auf dem acker soll er ab-gesenkt werden. u Traktor richtig ballastieren: Frontgewichte bei leichten arbeiten abmontieren, bei schweren Zugar-beiten montieren. u Motorisierung an Gerte an-passen: Die angepasste Motor-leistung ist Voraussetzung fr eine energieeffiziente Arbeitsweise. u Arbeitsgnge zusammenle-gen: So werden leerfahrten und Wendezeiten vermieden. Spriter-sparnis: Bis zu 30 Prozent. u Mit geeigneter Drehzahl fah-ren: Beim traktor eine entsprechen-de Drehzahl und eine Sparzapfwelle verwenden. u Mgliche Arbeitsbreite voll ausntzen: Groe Schwaden erh-hen Durchsatz bei ladewagen, Bal-lenpresse und hcklser. u Optimaler Bearbeitungszeit-punkt: Gut getrockneter Boden ver-mindert Zugkraftbedarf, Schlupf u. Bodenverdichtungen. u Bodenverdichtungen vermei-den: nasse Bden nicht befahren. Radlast minimieren.

    SPRitSPaRtiPPS

  • landtechnik 31. oktober 2012 Landwirtschaftliche MitteiLungen

    Mit vielen Kleinigkeiten viel Sprit sparen Nicht nur der Gasfu, sondern auch Reifen, Wartung, Gerteeinstellung und vieles mehr, beeinflussen den Dieselverbrauch

    wird mit einer einheitlichen Ge-rteeinstellung gearbeitet. So wird beispielsweise die Pflugtiefe nicht immer verndert, obwohl aus pflanzenbaulicher Sicht nicht alle kulturen 30 zentimeter tief gepflgt werden mssen. Bei va-riabler Pflugtiefe in der Frucht-folge knnen bis 15 Prozent ein-gespart werden.

    Einstellungssachezudem werden einstellungs-mglichkeiten durch Spindeln oder Bolzen nur unzureichend genutzt, da der arbeitsaufwand fr den Fahrer zu gro ist und die nutzung nicht sofort sprbar ist (beispielsweise die einstellung

    des zugpunkts beim Pflgen). Fr einen umfassenden Boden-schutz ist auf die Fahrbarkeit des Bodens und auf die wahl des richtigen reifendrucks zu achten. Spurrillen verweisen auf eine unsachgeme Bodenbear-beitung. diese erfordern bei den nachfolgearbeiten einen erhh-ten zug- kraftbedarf und mindern die Fahrgeschwindigkeit, was gleichzeitig zu einem erhhten kraftstoffbedarf fhrt.

    Bodenbearbeitung Bei der wahl des reifendrucks am acker gilt: Je niedriger der Luftdruck, desto grer die Bo-denaufstandsflche des reifens

    und desto schonender die Boden-bearbeitung. Mit einem niedrigen reifendruck beim Gllefass kann man bis zu 20 Prozent diesel spa-ren und dazu wertvolle arbeits-zeit. nicht alle spritsparenden Manahmen sind ohne Investiti-onen mglich: Bereits beim kauf hat man die Mglichkeit einen spritsparenden traktor zu erwer-ben. Bei den knftig zu erwar-tenden steigenden Spritpreisen knnen hhere anfangsinvestiti-onen durchaus rentabel sein.

    Spritsparinvestitionen traktoren mit einem Verbrauch von unter 290 Gramm je kilo-wattstunde sind als sehr gut und

    mit 295 bis 320 Gramm je ki-lowattstunde als gut zu bewer-ten. Bei einer neuanschaffung sollte abgewogen werden wo der traktor hauptschlich verwendet wird. Bei der schweren Bodenbe-arbeitung ist dem Lastschaltge-triebe der Vorrang zu geben. das stufenlose Getriebe braucht fnf bis 20 Prozent mehr. Beim Stra-en-transport schneidet das stu-fenlose Getriebe besser ab. auch die Mechanisierung sollte den betriebsspezifischen erfordernis-sen angepasst sein. die Bearbei-tung von kleineren Flchen und ungnstigen Feldformen fhrt zu einem Mehrverbrauch von 25 Prozent. Thomas Loibnegger

    Effiziente Fahrstrategie kann den treib-stoffverbrauch um bis zu 45 Prozent senkennEtZWERK lanD

    u Steyr zielt mit dem neu ent-wickelten Multi auf gemischt- und nutztierhaltende Betriebe ab. Er ist mit 99, 107 oder 114 PS zu haben. Und die CVt-Reihe beitet nun auch aBS an. steyr-traktoren.com

    u Lindner stellt im Rahmen ihrer Werksausstellung vom 25. bis 29. Oktober mit dem Geotrac 134ep das strkste Modell der Firmengeschich-te vor. im Bild ist noch der 124er zu sehen. lindner-traktoren.at

    u Massey Ferguson stellte das neue topmodell der mehrfach inter-national ausgezeichneten Baureihe 7600, den MF 7626 vor und rundet sein angebot im Segment von 140 bis 255 PS ab. masseyferguson.at

    tRaKtOR-nEWS

  • 4 1. oktober 2012landtechnikLandwirtschaftliche MitteiLungen

    Die groe Qual der Reifenwahl Welche Bereifung nun Bodenverdichtungen hintan hlt und auch noch effizient und wirtschaftlich ist

    Der reifen ist das Binde-glied zwischen Maschine und Boden. auf dem

    Feld sind hohe zugkraft und Leichtzgigkeit bei anhngern, wenig Schlupf, grtmgliche traktion und mglichst geringer Bodendruck gefragt. auf der Stra-e muss der reifen Fahrkomfort, gute Federung, dmpfung und Laufruhe ermglichen und gleich-zeitig eine hohe tragfhigkeit, gute Seitenfhrung und Spursta-bilitt sowie wenig Verschlei und wirtschaftlichkeit bieten. Be-vor man sich fr einen bestimm-ten reifen entscheidet, sollte man sich mit einigen grundlegenden themen auseinandersetzen.

    Am Hang und im Forstnach der Bauart unterscheidet man zwischen diagonal- und radialreifen. Bei der diagonal-karkasse verlaufen die Gewebela-gen schrg von einem wulst zum anderen. In der regel betrgt der kreuzungswinkel 35 Grad. der diagonalreifen berhrt mit einer beinahe kreisrunden auflagefl-che den Boden. die druckvertei-lung ist stark abgestuft mit relativ hohem druck in der Mitte des reifens. wegen ihrer stabilen Sei-tenwand werden diagonalreifen heute meist im hngigen Gelnde oder im Forst eingesetzt. Beim radialreifen verluft die karkas-senlage quer ber den reifen von wulst zu wulst. ber den reifen-umfang sind die Grtellagen gelegt. der radialreifen ist auf-grund der geringen Lagenzahl in der Seitenwand sehr flexibel und weist gute Federungseigenschaf-ten auf. das sorgt fr hohen Fahr-komfort und gute abrolleigen-schaften. die kontaktflche zum Boden ist annhernd viereckig, die druckverteilung ist ziem-lich gleichmig. Bei gleichem Flldruck ist der radialreifen tragfhiger, die kontaktflche ist deutlich grer und der kontakt-flchendruck wesentlich gleich-miger. an der reifenflanke sind wichtige Informationen ange-

    bracht (siehe links). Bei manchen reifen sind mehrere traglast-zahlen fr unterschiedliche Ge-schwindigkeiten angegeben, zum Beispiel 147a8/144B. das heit, fr die Geschwindigkeit von 40 kilometer pro Stunde (a8) gilt eine traglast von 3.075 kilo-gramm (La 147), bei 50 ki-lometer pro Stunde (B) gilt 2.800 kilogramm (La 144) traglast. In den technischen ratgebern der reifenhersteller findet man meist auf den ersten oder den letzten Seiten tabel-len, aus denen an-hand des Load- und des Speed- Index die entsprechende trag-fhigkeit und die zulssige Geschwin-digkeit abgelesen werden kann. weiters f