Sonderbeilage zum Monat der Weltmission 2014

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Sonderbeilage der Kirchenzeitungen in den Bistümern Fulda, Limburg und Mainz zum Monat der Weltmission 2014

Text of Sonderbeilage zum Monat der Weltmission 2014

  • Vorbilder Vorsngerin VorkmpferWie die Christen in Pakistan in allem Kummer weiter hoffen3 Seiten 2 15

    Wie die Musikerin Judy Bailey ihren Glauben auf die Bhne bringt3 Seite 5

    Wie Ordensleute fr Frieden zwischen den Religionen streiten3 Seiten 12 13

    KostenloseAusgabe Oktober2014

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    Da sein fr die Menschen am Rand

    Christen aus Pakistan zu Gast in Fulda Erffnung der missio-Aktion zum Monat der Weltmission

    EXTRAMonat der Weltmission

  • Liebe Schwestern und Brder,

    in diesem Jahr stellt missio im Rahmen seiner Jahresaktion zum Monat der Weltmission das Wirken der katholischen Kirche in Pakistan vor. Die bun-desweite Aktion wird vom 3. bis 5. Oktober im Bistum Fulda erffnet. Die Nach-richten, die uns aus Pakistan erreichen, sind geprgt von Unruhen und Gewalt: Anschl-ge religiser Fanatiker, blutige Machtkmpfe zwischen Regie-rung und Opposition, Angriffe auf religise Minderheiten. Christen werden aufgrund des Blasphemiegesetzes willkrlich angeklagt und zum Tode ver-urteilt.

    Trotz dieser schwierigen Si-tuation lebt die kleine Minder-heit der Christen ihren Glauben mit Freude und Begeisterung. Die Christen in Pakistan sind

    dankbar dafr, dass ihr Land im Mittelpunkt der diesjhrigen missio-Solidarittsaktion der Katholiken in Deutschland steht.

    Im Bistum Fulda freuen wir uns, dass die diesjhrige Erffnung der missio-Aktion zum Monat der Weltmission in unserem Bistum stattfindet. Mit der Zusage aus dem Johannes-evangelium Euer Kummer wird sich in Freude verwan-deln (16,20b) prsentieren

    wir im Rahmen des Monats der Weltmission die Arbeit der katholischen Kirche in diesem vom Islam geprgten Staat.

    Uns erwarten spannende Begegnungen mit Gsten aus Pakistan. Lernen Sie beein-druckende Persnlichkeiten kennen, die gegen menschen-feindliche Traditionen eintreten und an der Idee des Dialogs festhalten, auch wenn dies in einer sich radikalisierenden Gesellschaft immer mehr Mut erfordert.

    Herzlich laden wir Sie zur Teilnahme an der diesjhrigen missio-Aktion ein. Freuen wir uns auf interessante Gesprche und lebendige Begegnungen mit unseren Schwestern und Brdern aus Pakistan.

    + Heinz Josef Algermissen Bischof von Fulda Prlat Dr. Klaus Krmer Prsident missio-Aachen

    Beeindruckende Christen Gruwort von Fuldas Bischof Algermissen und missio-Prsident Krmer

    Das Erste

    Liebe Leserin, lieber Leser!

    Das sind beein-druckende Zeugen ihres Glaubens: die pakistanischen Chris-tinnen und Christen, die in diesem Extra-Heft vorgestellt wer-den. In einem Land voller Widersprche und mit muslimischer Bevlkerungs-mehrheit leben sie selbstbewusst ihren christlichen Glauben. In ihrer Arbeit setzen sie auf gute Erzie-hung und Bildung. Sie kmmern sich um gesunde Ernhrung, menschenwrdiges Wohnen und gute Gesundheit. Sie suchen das Gesprch mit allen Menschen guten Willens ber die Religionsgrenzen hinweg.

    Euer Kummer wird sich in Freude verwandeln: Das Wort aus dem Jo-hannes-Evangelium (16,20b) beschreibt sehr gut die Span-nung zwischen dem Alltag und der Hoff-nung der pakista-nischen Christen.

    Dieses Wort steht als Motto auch ber der missio-Aktion zum Monat der Welt-mission. Das Interna-tionale Katholische Hilfswerk erffnet die Aktion in diesem Jahr im Bistum Ful-da. Vom 3. bis zum 5. Oktober gibt es in der Bischofsstadt ein buntes Programm mit Gottesdiensten,

    Diskussionen, Talk-Runden und einem Konzert. Das Pro-gramm und der Plan der Veranstaltungs-orte schmcken die Heftmitte (Seiten 8 und 9).

    Auch wenn kei-ne Jahresaktion in einem der drei hessischen Bistmer erffnet wird, ar-beiten dort missio-Referenten fr ein besseres Miteinander in der Weltkirche. Sie frdern Projekte, pflegen Partner-schaften und bringen Impulse aus der Seelsorge von der sdlichen Halbkugel in den deutschen Bis-tumsalltag ein.

    Dieses Extra ist die Frucht der Arbeit der missio-Mitarbei-ter in der Zentrale des Hilfswerks in Aachen. Ihrem Sachverstand und ihrer Nhe zu Men-schen und Projekten sind die Texte ber das vielfltige und hilfreiche Leben der Kirche in Pakistan zu verdanken.

    Viel Freude beim Lesen!

    Und vielleicht ist ja eine Lcke frei in Ihrem Terminkalen-der: Der Besuch einer Veranstaltung mit den pakistanischen Gsten whrend der Erffnung der missio-Aktion in Fulda lohnt sich ganz sicher.

    Herzlich willkom-men!

    Ihre Redaktion

    Im Zeichen des Kreuzes: Ein Mitarbeiter der katholischen Kirche ist im Auto unterwegs auf einer Landstrae in Pakistan. Foto: missio / Hartmut Schwarzbach

    Dieses extra ist ein kostenloses Sonderheft der Kirchenzeitungen fr die Bistmer Fulda (Bonifatius-bote), Limburg (Der Sonntag ) und Mainz (Glaube und Leben)

    Herausgeber: Das Bistum Fulda. Das Bistum Limburg. Das Bistum Mainz.Verlag: Gesellschaft fr kirchliche Publizistik mbH & Co. KG, Mainz

    Verlag: Gesellschaft fr kirchliche Publizistik Mainz GmbH & Co. KG, 90 HRA Mainz 3889; phG: Ver-waltungsgesellschaft fr kirchliche Publizistik Mainz mbh, HRB Mainz 7715; Geschftsfhrer: Dr. Hans-Paul Kaus, Hochheim am Main

    Redaktion: Johannes Becher (job), Mainz (Redaktionsleiter), Ruth Lehnen (nen)Anzeigenleiterin: Sylvia EhrengardVertriebsleiterin: Rita Hundebeck

    Anschrift fr Vertrieb und Anzeigenannahme:Frankfurter Strae 9, 65549 Limburg, & 06431/91130Druck: Verlagsgruppe Rhein Main GmbH & Co. KG, Erich-Dombrow-ski-Strae 2, 55127 Mainz. Zur Zeit ist Anzeigenpreisliste Nr. 35 gltig.

    Kontakt zur Redaktion: Fulda: Telefon 06 61 / 97 24 11 Limburg: Telefon 0 64 31 / 91 13 36 Mainz: Telefon 0 61 31 / 2 87 55 20

    Impressum

    missio-Prsident Klaus Krmer

    Bischof Heinz Josef Algermissen

    Liebe Freundinnen und Freunde in Deutschland,

    dass die Kirche in Deutschland und das Internationale Katho-lische Missionswerk missio die Aufmerksamkeit auf die Situati-on der Christen in Pakistan len-ken, ist ein wundervolles Bei-spiel der Solidaritt, der Liebe und der Sorge. Zu wissen, wir

    sind nicht al-lein, bedeutet uns sehr viel. Selbst, wenn wir leiden.

    Bitte beten Sie fr uns. Ih-re Gebete wer-den gebraucht. Sie ermutigen uns, sie strken

    uns und geben uns Kraft. Ich erbitte fr die bundesweite Erffnung des Monats der Welt-mission im Bistum Fulda alles erdenklich Gute und fr Sie alle Gottes reichen Segen.

    Ihr Erzbischof Joseph Coutts, Vorsitzender der Pakistanischen Bischofskonferenz

    Wundervolle Solidaritt

    Erzbischof Joseph Coutts

    EXTRA2

  • Terror und Taliban das sind die Schlagwrter, die in Deutsch-land mit Pakistan verbunden werden. Dass die Mehrheit der Menschen unabhngig von ihrer Religion dort aber in Frieden, Freiheit, Wohlstand und Si-cherheit leben will, wird kaum wahrgenommen. Deshalb stellt das Internationale Katholische Missionswerk missio elf Christen aus Pakistan, die sich fr solche Werte einsetzen, zum Monat der Weltmission im Oktober in Deutschland vor. Sie berichten schon bei der Erffnung der Aktion vom 3. bis 5. Oktober in Fulda ber ihr Leben.

    Angespannte Verhltnisse

    Die islamische Republik Pa-kistan zhlt 180 Millionen Ein-wohner, darunter 2,8 Millionen Christen, von denen wiederum 1,2 Millionen Katholiken sind. 96 Prozent der Brgerinnen und Brger sind Muslime etwa vier Fnftel Sunniten und ein Fnftel Schiiten. Das Verhltnis beider muslimischen Glaubens-richtungen ist gespannt.

    Christen sind vor allem in der Region um Lahore, in Islama-bad und Karachi beheimatet. Sie mssen sich mit sozialer Ungerechtigkeit, feudalen Wirt-schaftsstrukturen, religiser Be-drngnis, fehlenden Bildungs-mglichkeiten, Korruption und Angst vor Terroranschlgen auseinandersetzen. Angehrige aller Religionen leiden insbe-sondere unter den sogenannten Blasphemie-Gesetzen. Die Ge-setze sind so vage formuliert,

    dass sie leicht zu falschen Anklagen missbraucht werden knnen.

    Raum zur Begegnungder Religionen

    Die Glaubensfreude und Tat-kraft der katholischen Kirche in Pakistan angesichts dieser Herausforderungen ist bewun-dernswert. Ihre Bildungs- und Gesundheitsarbeit leistet einen wertvollen Beitrag zur Entwick-lung des Landes.

    Rund die Hlfte der Menschen in Pakistan kann nicht lesen und schreiben. Frauen und Mdchen sind in noch grerem Umfang

    betroffen. In ihren Dorfgemein-schaften und Familien besitzen sie kaum Mitspracherechte, viele werden bereits im Kindesalter verheiratet. Mit Frderprogram-men setzt sich die Kirche fr eine bessere Entwicklung von Mdchen und Frauen ein.

    Mit ihrem breiten sozial-pastoralen Angebot, das allen Menschen offensteht, schafft sie zudem Rume, in denen sich Angehrige unterschied-licher Religionen begegnen und schtzen lernen knnen. Damit leistet die Kirche in Pakistan einen wertvollen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben al-ler Menschen.

    Elf Zeugen auf Tour Pakistan mutige Menschen in einem widersprchlichen Land

    Die Sicherheitslage in Pakistan ist angespannt. Der Eingang zu einer ka-tholischen Schule wird bewacht. Foto: missio / Hartmut Schwarzbach

    Eigentlich htte Sebastian Francis Shaw Offizier in der pakistanischen Marine werden sollen. Doch am Tag des Vorstel-lungsgesprchs zog es ihn in die Kathedrale von Karachi. Er ver-passte den Termin bei der Navy und entschied sich fr einen anderen Weg. Zuerst arbeitete Shaw als Lehrer, trat dann in den Orden der Franziskaner ein. Seit 2013 leitet er das Erzbistum Lahore als Erzbischof.

    Als grtes Problem im Land sieht der 56-Jhrige die wach-sende religise Intoleranz. Die Leute mssen einander als Men-

    schen akzeptieren und nicht aufgrund der Religion, sagt der Erzbischof.

    Einen seiner schlimmsten Tage erlebte Shaw, als im Mrz 2013 fast 200 Huser christlicher F