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Methoden der Betriebswirtschaftslehre Einleitung Literaturhinweise Wissenschaft – grundlegende wissenschaftstheoretische Positionen Erkenntnis – grundlegende erkenntnistheoretische Positionen Erkenntnisquellen Begriffe Philosophie von der Vorzeit bis zum 20. Jahrhundert Prof. Dr. Martin Moog 1 Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre Philosophie wissenschaftstheoretische und erkenntnistheoretische Positionen Theorien und Falsifikation kritischer Rationalismus Raffinierter Falsifikationismus Immunisierungsstrategien Weiterentwicklung von Theorien Disziplinen und Paradigmen Forschungsprogramme, Paradigmen, Paradigmenwechsel Paradoxien und Antinomien Disziplinen und ihre Funktionen

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  • Methoden der Betriebswirtschaftslehre

    Einleitung LiteraturhinweiseWissenschaft – grundlegende wissenschaftstheoretische PositionenErkenntnis – grundlegende erkenntnistheoretische PositionenErkenntnisquellenBegriffe

    Philosophie von der Vorzeit bis zum 20. Jahrhundert

    Prof. Dr. Martin Moog1 Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    Philosophie von der Vorzeit bis zum 20. Jahrhundertwissenschaftstheoretische und erkenntnistheoretische Positionen

    Theorien und Falsifikation

    kritischer RationalismusRaffinierter FalsifikationismusImmunisierungsstrategienWeiterentwicklung von Theorien

    Disziplinen und Paradigmen

    Forschungsprogramme, Paradigmen, ParadigmenwechselParadoxien und AntinomienDisziplinen und ihre Funktionen

  • Literatur (betriebswirtschaftlich-methodisch)

    • Haug, Sonja: Wissenschaftstheoretische Problembereiche empirischer Wirtschafts- und Sozialforschung. Induktive Forschungslogik, naiver Realismus, Instrumentalismus, Relativismus. In: Wissenschaftstheorie in Ökonomie und Wirtschaftsinformatik. Deutscher Universitäts-Verlag, Wiesbaden 2004

    • Maurer, Rainer Willi: Zwischen Erkenntnisinteresse und Handlungsbedarf. Metropolis Verlag, Marburg 2004

    • Raffée, Hans: Gegenstand, Methoden und Konzepte der

    Prof. Dr. Martin Moog2

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    • Raffée, Hans: Gegenstand, Methoden und Konzepte der Betriebswirtschaftslehre. In: Vahlens Kompendium der Betriebswirtschaftslehre, Band 1, 2. Auflage, Verlag Franz Vahlen, München 1989

    • Schanz, Günther: Methodologie für Betriebswirte, Poeschel, 1988• Schweitzer, Marcel: Gegenstand der Betriebswirtschaftslehre.

    In: Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. Band 1 -Grundfragen, 3. Auflage, Gustav Fischer UTB, 1985

    • Methodik der empirischen Forschung, hrsg. von Sönke Albers u.a., Gabler 2006

  • Literatur – betriebswirtschaftlich-methodisch (2)

    • Schneider, Dieter: Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. Oldenbourg 1987• Schneider, Dieter: Betriebswirtschaftslehre (4-bändig), insbes. Band 4

    Oldenbourg, 2001• Chmielewicz, Klaus: Forschungskonzeptionen der Wirtschaftswissenschaft.

    2. Auflage Poeschel, 1979• Fischer-Winkelmann, Wolf F.: Methodologie der Betriebswirtschaftslehre,

    Goldmann, 1971

    Prof. Dr. Martin Moog3

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    Goldmann, 1971• Wöhe, Günter: Methodologische Grundprobleme der

    Betriebswirtschaftslehre• Auffassungen und Wissenschaftsziele der Betriebswirtschaftslehre, hrsg.

    von Marcell Schweitzer, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 1978enthält viele klassische Quellen (Schmalenbach, Heinen, Ulrich)

    • Brockhoff, Klaus: Betriebswirtschaftslehre in Wissenschaft und Geschichte. Gabler, 2009

  • Literatur (3) betriebswirtschaftlich-methodisch

    • Schanz, Günther: Erkennen und Gestalten, C.E. Poeschel, 1988

    • Schanz, Günther: Betriebswirtschaftslehre als Sozialwissenschaft, Kohlhammer, Stuttgart, 1979

    • Schanz, Günther: Einführung in die Methodologie der Betriebswirtschaftslehre. Kiepenheuer & Witsch, Köln, 1975

    • Albers, Sönke u.a.: Methodik der empirischen Forschung. 3. Auflage, 2009, Gabler, Wiesbaden

    Prof. Dr. Martin Moog4

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    2009, Gabler, Wiesbaden

    • Scherer, Georg: Kritik der Organisation oder Organisation der Kritik? Wissenschaftstheoretische Bemerkungen zum kritischen Umgang mit Organisationstheorien. In Organisationstheorien, hrsg. von Alfred Kieser und Mark Ebers, Kohlhammer, 6. Auflage, 2006

  • Literatur – wissenschaftstheoretisch (4)

    • Ernst, Gerhard: Einführung in die Erkenntnistheorie. Darmstadt, 2007• Carrier, Martin: Wissenschaftstheorie. Hamburg, 2006• Detel, Wolfgang, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie. Reclam, Stuttgart, 2007

    (€ 4,40)• Poser, Hans: Wissenschaftstheorie. Reclam, Stuttgart 2001• Felt, Ulrike u.a.: Wissenschaftsforschung, Campus Studium, Frankfurt a.M.,

    1995• Eberhard, Kurt: Einführung in die Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie. 2. Aufl.,

    Kohlhammer, Stuttgart, 1999

    Prof. Dr. Martin Moog5

    Kohlhammer, Stuttgart, 1999• Balzer, Wolfgang: Die Wissenschaft und ihre Methoden. Karl Alber, Freiburg,

    1997• Leinfellner, Werner: Einführung in die Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie,

    Mannheim, 1980• Seiffert, Helmut: Einführung in die Wissenschaftstheorie (2 Bände, 11. und 9.

    Auflage), Beck, 1991 • Dlugos, Eberlein, Steinmann (Hrsg.): Wissenschaftstheorie der Wirtschafts- und

    Sozialwissenschaften, Bertelsmann Universitätsverlag 1972• Vollmer, Gerhard: Evolutionäre Erkenntnistheorie. 3. Auflage, Hirzel Verlag,

    Stuttgart, 1983• Schurz, Gerhard: Einführung in die Wissenschaftstheorie. WBG, 2. Aufl., 2008

  • Literatur – wissenschaftstheoretisch – leichter verständlich (5)

    • Chalmers, Alan F.: Wege der Wissenschaft, Springer, 6. Aufl. 2007

    • Vollmer, Gerhard: Wissenschaftstheorie im Einsatz. Stuttgart, 1993• Vollmer, Gerhard: Auf der Suche nach der Ordnung. Stuttgart, 1995• Vollmer, Gerhard: Was können wir wissen? Band 1 und 2, Stuttgart• Vollmer, Gerhard: Wieso können wir die Welt erkennen? Stuttgart 2003

    Prof. Dr. Martin Moog6

    • Lauth, Bernhard u. Sareiter, Jamel: Wissenschaftliche Erkenntnis. Mentis Verlag 2005

    • Kuhn, Thomas S.: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. 1976

    • Karl Popper: Lesebuch: Ausgewählte Texte zur Erkenntnistheorie. UTB Mohr Siebeck

    • Cathcart, Thomas und Klein, Daniel: Platon und das Schnabeltier. Goldmann 2010

  • Ratgeber-Literatur zur Erstellung von wissenschaftlichen Arbeiten

    • Sybille Sachs und Andrea Hauser: Das ABC der betriebswirtschaftlichen Forschung – Anleitung zum wissenschaftlichen Arbeiten, Versus Verlag, Zürich 2002

    • Manuel René Theisen: Wissenschaftliches Arbeiten. Technik,

    Prof. Dr. Martin Moog7

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    • Manuel René Theisen: Wissenschaftliches Arbeiten. Technik, Methodik, Form. Verlag Vahlen, 2008

    • Stickel-Wolf, Christine u. Wolf, Joachim: Wissenschaftliches Arbeiten und Lerntechniken. 5. Aufl., Gabler 2009

  • Literatur – Skripten etc. im Internet

    • Brodbeck, K.H.: ABC der Wissenschaftstheorie für Betriebswirte

    • Buder, Johannes: Grundlagen der Wissenschaftstheorie (TU Bergakademie Freiberg)

    • Bauberger, Stefan: Was weiß die Wissenschaft. Hochschule für Philosophie, München

    Prof. Dr. Martin Moog8

    Philosophie, München

    • Froese, Norbert: Aristoteles: Logik und Methodik in der Antike

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

  • nützliche Links

    • http://www.fb12.uni-dortmund.de/archiv/wtheorie/

    • www.neundorf.de

    • www.wissenschaftstheorie.org

    • http://www.st-andrews.ac.uk/~cnm1/PY4815%20Philosophy%20of%20Science

    Prof. Dr. Martin Moog9

    andrews.ac.uk/~cnm1/PY4815%20Philosophy%20of%20Science

    • http://www.philolex.de/philolex.htm

    • http://www.student-online.net/Publikationen/232/

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

  • Wissenschaft – Ebenen des Nachdenkens über Wissenschaft

    • Die begriffliche (sprachliche) Fassung und Ordnung der Welt, um daraus Orientierung für praktisches Handeln zu gewinnen (Verbesserung der Daseinsbewältigung)

    • EntstehungszusammenhangWie hängt Wissenschaft von natürlichen und gesellschaftlichen Grundlagen ab?

    • Begründungszusammenhang

    Prof. Dr. Martin Moog10

    der Daseinsbewältigung)

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    • BegründungszusammenhangWie läßt sich Wissenschaft und das Was und Wie (Methoden) ihres Tuns begründen?

    • VerwertungszusammenhangWelche Wirkung hat (soll haben) Wissenschaft auf Natur und Gesellschaft?

  • Wissenschaft

    Jede intersubjektiv überprüfbare Untersuchung von Sachverhalten und die auf ihr beruhende, systematische Beschreibung und – wenn möglich –Erklärung der untersuchten Sachverhalte.

    Wichtige Aspekte:

    Prof. Dr. Martin Moog11

    Wichtige Aspekte:

    • Methodische Suche nach neuen Erkenntnissen

    • Das Bemühen, die Realität durch systematisches Vorgehen zu erkennen und dies zu ihrer Beherrschung zu nutzen.

  • Wichtige Fragen

    Gibt es eine objektiv erkennbare Realität?

    Gibt es eine objektive Wahrheit?

    Welcher Zusammenhang besteht zwischen Wissenschaft und Werturteilen?

    Wie ist eine wissenschaftliche Sprache aufgebaut?

    Prof. Dr. Martin Moog12

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    Wie sind Argumente nach richtig oder falsch zu unterscheiden?

    Wodurch zeichnet sich eine wissenschaftliche Beobachtung aus?

    Was ist eine Hypothese und was eine Theorie?

    Wie werden Hypothesen und Theorien geprüft?

    Was leistet eine Kausalerklärung, was eine Prognose?

    vgl. Schurz, 2008, S. 11

  • Erkenntnistheorie und Wissenschaftstheorie

    Theorie dermenschlichenErkenntnis

    Theorie der

    Prof. Dr. Martin Moog13

    Theorie derwissenschaftlichenErkenntnis

    vgl. Eberhard, 1999, S. 14

  • Wissenschaftstheorie

    Ein Teilgebiet der Philosophie

    Untersucht werden Voraussetzungen, Methoden und Ziele der Wissenschaft,besonders die Erkenntnisgewinnung (Erkenntnistheorie).

    Beispiele:

    Prof. Dr. Martin Moog14

    Was sind „wahre“ Aussagen und wie findet man sie?

    Wann ist eine Erklärung wissenschaftlich?

    Wie entstehen wissenschaftliche Theorien?

    Wie kann man wissenschaftliche Theorien überprüfen?

    Unter welchen Bedingungen sind wiss. Theorien gültig?

    Bedeutung und Geltungsanspruch von Theorien

    Hilfestellung für das Betreiben von Wissenschaft

  • Warum stammen so viele wissenschaftstheoretische Schriften von Physikern?

    Prof. Dr. Martin Moog15

  • Wissenschaft als Gegenstandsbereich von Wissenschaft

    Wissenschaftstheorie Wissenschaftsgeschichte Wissenschaftssoziologie

    Untersuchung von Bedingungen, Methoden und Zielen von Wissenschaft und von ihren einzelnen Disziplinen

    Untersuchungen über den Ablauf der Erkenntnisgewinnung, die Bildung von Schulen und deren Wirkung.

    Untersuchungen über die Wissenschaftler

    Prof. Dr. Martin Moog16

    einzelnen Disziplinen deren Wirkung.

    Wie funktioniert eigentlich Wissenschaft? Wie wird Wissen „produziert“?

    Wie Wissenschaft Wissen schafft

  • Gegenstand

    Stand des Wissens

    WeltErgebnis

    Verarbeitung

    Prof. Dr. Martin Moog17

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    erkennendes Subjekt

    Gegenstand der Untersuchung

    Gegenstand der ErkenntnisSelektion

    MotiveNormenRahmenbedingungenRessourcen

    Vorrat an wiss. Methoden

  • Metaphysische

    Nicht-

    Theologie

    Teile der Philosophie

    Formal-wissen-schaft

    Logik

    Mathe-matik

    PhysikChemieBiologieusw.

    Wissenschaft

    Wirtschaftswissenschaften im System der Wissenschaften

    Prof. Dr. Martin Moog18

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    Nicht-Metaphysische

    schaft

    Real-wissen-schaft

    matik

    Natur-wissen-schaft

    Kultur-wissen-schaft

    BWLVWL

    SozialpsychologieSoziologieÖkonomiePolitologieusw.Die Betriebswirtschaftslehre im System der

    Wissenschaften Quelle: Raffée 1974, S. 23

  • Wissenschaftsbegriffe

    Realwissenschaften= empirische Wissenschaften

    erfahrungs-wissenschaftlicher

    Bereich

    handlungs-wissenschaftlicher Bereich

    Prof. Dr. Martin Moog19

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    Naturwissen-schaften

    Physik theoretische Physik Ingenieurwissenschaft

    Kulturwissen-schaften

    Ökonomie Wirtschaftstheorie WirtschaftspolitikBWL

  • Wissenschaftsbegriffe

    kultureller Kultur ist Gesamt der Bereiche und Dimensionen der Weltgestaltung, etwa Religion, Recht, Kunst, Wirtschaft. Wissenschaft ist demnach Kultur.

    antropologischer Wissenschaft ist ein spezifischer Produktionsprozeß, der vom Menschen ausgeht. Beinhaltet ist empirische und theoretische Arbeit von Individuen

    propositionaler Wissenschaft umfasst Aussagen oder Systeme von Aussagen, die einen Begründungszusammenhang bilden und am Kriterium der Wahrheit

    Prof. Dr. Martin Moog20

    Begründungszusammenhang bilden und am Kriterium der Wahrheit gemessen werden.

    von Orter Wissenschaft ist das Aufstellen von nachvollziehbaren, d.h. überprüfbaren Behauptungen, die zu einem besseren Verständnis des Gegenstandsbereichs führen sollen.

    Die Behauptungsgenauigkeit ist Maß für das Verständnis.

    von Brinkmann Wissenschaft ist geordnete Erkenntnis, die zum einen durch einen Prozeß gekennzeichnet ist, zum anderen das Prozeßergebnis repräsentiert.

    Das Ergebnis ist intersubjektiv überprüfbar.

    Nach Buder, Johannes, TU-Freiberg, Sommersemester 2009, Folien

  • Klassifikation der Realwissenschaften

    sezierende Wissenschaften

    experimentelle Wissenschaften

    empirische

    Prof. Dr. Martin Moog21

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    empirische Wissenschaften

    Spekulation

    nach Schurz, 2008, S. 38

  • Wozu Wissenschaft?

    Erkenntnisgewinnung

    Erleichterung der Daseinsbewältigung der Menschen

    Streben nach Theorien

    Prof. Dr. Martin Moog22

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    für die Menschen„Diener der Praxis“

    Erkennen um des Erkennens willen?

    Es gibt aber oft auch gegen den wiss. Fortschritt gerichtete Interessen:Beispiel: keynesianische Wirtschaftspolitik

    Die begünstigten Gruppen halten daran fest, obwohl Wirkungslosigkeit erwiesen

    Elfenbeinturm?

  • Wissenschaftstheoretische Schulen, Paradigmen oder Programme

    • Realistische Theorien

    • Nicht-Realistische Theorien

    • Gesellschaftskritische Theorien (Marxismus)

    • Methodische Programme

    Eine Kunstlehre ist eine Sammlung von praktischen Ratschlägen, von Handlungsanleitungen.

    Prof. Dr. Martin Moog23

    Wikipedia - Wissenschaftstheorie

    Ontologie = Lehre vom Sein

    ( Ontogenese = Entwicklung des Lebewesens )

    Epistemologie = Erkenntnislehre

  • Die vier Hauptrichtungen der Wissenschaftstheorie

    Es gibt eine von uns unabhängige Wirklichkeit, die wir wahrnehmen und auch durch Denken erkennen können.

    Realismus

    Theorien über Theorien

    In der Senkrechten die ontologische Dimension(Seinslehre, Wissenschaftstheorie)

    In der Waagerechten die epistemologische Dimension(Erkenntnislehre)

    Prof. Dr. Martin Moog24

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    Idealismus und Instrumentalismus

    EmpirismusRationalismus

    Es gibt keine von uns unabhängige Wirklichkeit.

    Die sinnliche Wahrnehmung ist die alleinige / wichtigste Quelle der Erkenntnis

    Vernunft / Denken ist die alleinige / wichtigste Quelle der Erkenntnis.

  • Theorien und die Hauptrichtungen der Wissenschaftstheorie

    Realismus

    Eine Theorie versucht, einenTeil der Wirklichkeit zu beschreiben.

    In der Senkrechten die ontologische Dimension(Seinslehre, Wissenschaftstheorie)

    In der Waagerechten die epistemologische Dimension(Erkenntnislehre)

    Prof. Dr. Martin Moog25

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    Idealismus und Instrumentalismus

    EmpirismusRationalismus

    Ist eine Theorie nützlich?

    Beobachtungen setzen eine Theorie voraus. Daher ist es wichtig, wie es zu den Experimenten kommt.

    Summe der Erfahrungen ausden Experimenten und Beobachtungen.Sie sollen möglichst zuverlässig erworben sein.

  • Ist die Welt real?

    Realismus Idealismus

    Die Welt ist real existierend, unabhängig von den Beobachtern.

    Die Welt in der wir leben, ist ein Produkt des Geistes (unseres oder eines anderen).

    Prof. Dr. Martin Moog26

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    Ontologie = Lehre vom Sein

    Realismus Idealismus

    Die reale Welt kann von uns (mindestens zum Teil) erkannt werden.

    Wir haben Beobachtungen und können logisch schließen. Ob die Gegenstände unserer Beobachtungen real sind, können wir nicht wissen.

  • Wissenschaftstheoretischer Streit

    Realismus Instrumentalismus

    Wissenschaftliche Theorien bilden Strukturen der realen Welt ab, die unseren Sinnen unmittelbar zugänglich ist.

    Wissenschaftliche Theorien sind Zusammenfassungen vergangener Beobachtungen und Instrumente zur Prognosezukünftiger Ereignisse.

    Ziel der Wissenschaft ist die Ziel von Wissenschaft ist der

    segensreiche Anwendung(Vollmer)

    Aussage

    Ziel

    Prof. Dr. Martin Moog27

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    Aufdeckung der Wahrheit, also einer realen Struktur in einer realen Welt.

    Erfolg der Theorien hinsichtlich Prognosen über die Zukunft und Ordnung vergangener Beobachtungen.

    Erfolg der Theorie ist ihre Übereinstimmung mit der Realität – sie ist wahr.

    Solange die Menschen sich über den Erfolg einig sind, ist die Theorie erfolgreich.

    Bei mangelnder Übereinstimmung mit der Realität.

    Wenn keine genügende Zustimmung da ist.

    Ziel

    Erfolg

    Scheitern

  • Wissenschaftstheoretischer Streit

    Realismus Instrumentalismus

    Zufall ist in das realistische Weltbild integrierbar, wo es keine wissenschaftliche Erklärung gibt.

    Da nicht erklärbar, ist Zufall einfach ein die Prognosen erschwerendes Ärgernis.

    Prof. Dr. Martin Moog28

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    Erklärung gibt.

    Naturkonstanten sind Realitäten, die wir bei jeder Beobachtung als gleich wahrnehmen.

    Naturkonstanten sind Teile der Theorien.

  • Rationalismus Empirismus

    analytische Sätze(Wahrheit beruht auf der Logik und auf Konventionen)

    Nur die analytischen Sätze lassen sich a priori durch den Verstand und mit Gewißheit begründen

    Wie und Was können wir erkennen?

    Prof. Dr. Martin Moog29

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    synthetische Sätze(Aussagen zur realen Welt)

    Rationalisten meinen, auch über den Verstand Wissen über die reale Welt erlangen zu können.

    Über die reale Welt kann man nur über die Erfahrung etwas sagen

    vgl. z.B. Schurz, 2008, S. 13

    a priori-Aussagen können allein auf der Basis der Vernunft getroffen werden

    a posteriori-Aussagen basieren auf der sinnlichen Wahrnehmung der Welt

  • Realistische Theorien

    • Wissenschaftlicher Realismus (z.B. McMullin, Putnam und Boyd)

    • Struktureller Realismus (John Worrall)

    • Entitätenrealismus (Ian Hacking, Nancy Cartwright)

    • Raffinierter Falsifikationismus (Imre Lakatos)

    reale Entitäten = Dinge, die wirklich existieren

    Entität = Dasein

    Prof. Dr. Martin Moog30

    reale Entitäten = Dinge, die wirklich existieren

    Mit „realistischer Ontologie“ ist eine philosophische Position gemeint,die von der Existenz einer theorie- und subjektunabhängigen Realität(Außenwelt) ausgeht.vgl. Lauth & Sareiter, 2005, S. 180

    Beobachter Realität

    Die Realität existiert unabhängigvom Beobachter und dessenTheorien.

    Descartes hat gezeigt,daß diese Annahme keineswegsselbstverständlich ist.

    vgl Lauth & Sareiter, 2005, S. 163 ff.

  • Nicht-Realistische Theorien

    • PositivismusKonventionalismus (Ernst Mach, Henri Poincaré)

    • Instrumentalismus

    • Pragmatismus

    • Historizismus

    Prof. Dr. Martin Moog31

    • Historizismus

    • Relativismus (Paul Feyerabend)

    • Sozialkonstruktivismus (Bruno Latour, Karin Knorr-Cetina)

    • Konstruktiver Empirismus (Bas van Fraassen)

    • Konstruktiver Realismus (Friedrich Wallner)

  • Methodische Programme

    • Logischer Empirismus (auch Neopositivismus) (Rudolf Carnap)

    • Kritischer Rationalismus (Karl Popper)

    • Analytische Philosophie

    Zum sogenannten empirisch-analytischen Paradigma (naturwissenschaftlich geprägt) gehörenNaiver EmpirismusLogischer EmpirismusKritischer Rationalismus

    Prof. Dr. Martin Moog32

    • Analytische Philosophie

    • Erlanger oder Methodischer Konstruktivismus (Paul Lorenzen, Wilhelm Kamlah, Jürgen Mittelstraß)

    • OperationalismusMethodische Programme

    wissenschaftstheoretische Positionen

    Was kannman überhauptwissen?

    Wie ist methodischvorzugehen?

  • Was ist Wahrheit - Wahrheitsbegriffe

    pragmatisch Wahrheit ist gleich Nützlichkeit einer Theorie für Erklärungen und Vorhersagen

    Konsens Eine Aussage ist wahr, wenn intersubjektiver Konsens über ihre Gültigkeit erzielt werden kann.

    epistemisch(nach der

    Eine Theorie ist wahr, wenn sie mit den uns verfügbaren epistemischen Ressourcen beweisbar oder verifizierbar ist.

    Prof. Dr. Martin Moog33

    (nach der Erkenntnislehre)

    epistemischen Ressourcen beweisbar oder verifizierbar ist.

    Korrespondenztheorie der Wahrheit

    Eine Aussage ist wahr, wenn die Aussage mit den Tatsachen übereinstimmt.

  • Grundpositionen des wissenschaftlichen Realismus

    • Die meisten wissenschaftlichen Theorien sind zumindest näherungsweise wahr.

    • Die meisten wissenschaftlichen Begriffe beziehen sich auf real existierende Phänomene (Objekte, Eigenschaften, Relationen usw.)

    • Wissenschaftlicher Fortschritt besteht in der sukzessiven Annäherung

    Realistische Positionen

    Prof. Dr. Martin Moog34

    • Wissenschaftlicher Fortschritt besteht in der sukzessiven Annäherung an die Wahrheit (unsere Theorien kommen der Wahrheit immer näher).

    vgl. Lauth & Sareiter, 2005, S. 185

    Die Wissenschaften haben offenbar explanatorischen Erfolg.Man kann mit Hilfe der Theorien immer mehr Phänomene erklären undvorhersagen.Das ist aber natürlich kein Beweis!

  • Naturalismus

    Gerhard Vollmer (1995, S. 21 ff.) bezeichnet seine Position als Naturalismus.

    Er charakterisiert sie mit der These: Überall auf der Welt geht es mit rechten Dingen zu.

    Er vertritt die folgenden Thesen:

    1. Nur soviel Metaphysik wie nötig

    2. Soviel Realismus wie möglich

    Realistische Positionen

    Prof. Dr. Martin Moog35

    2. Soviel Realismus wie möglich

    3. Bei der Erforschung der Natur ist die erfahrungswissenschaftliche Methode allen anderen überlegen

    4. Die Natur ist primär materiell-energetisch, und zwar in zeitlicher als auch in kausaler Hinsicht

    5. Alle realen Systeme unterliegen der Entwicklung der Evolution

    6. Kompliziertere Systeme be- und entstehen aus einfacheren Teilsystemen

    7. Instanzen, die alle menschliche Erfahrung übersteigen, sind zwar denkbar, für die Betrachtung, Beschreibung, Erklärung und Deutung der Welt jedoch entbehrlich.

    8. Wunder gibt es nicht.

    9. Es gibt keine außersinnliche Wahrnehmung

  • struktureller Realismus

    Die Wissenschaft ist nicht in der Lage, den Inhalt der Realität zu erkennen.

    Wissenschaft beschreibt die Struktur der Realität.

    Es kommt nicht auf die Objekte an (z.B. Elektronen), sondern darauf,ob die von der Theorie behaupteten mathematischen Gesetzmäßigkeitendie Ordnung der Natur beschreiben.

    Realistische Positionen

    Prof. Dr. Martin Moog36

    Hauptvertreter:John Worrall

  • Entitätenrealismus

    Der Entitätenrealismus glaubt nicht an die Realität aller in der Formulierungeiner Theorie erwähnten Entitäten.

    Real sind nur diejenigen, die in den Experimenten eine ursächliche Rolle spielen (Teilchen, Kräfte).

    Es ist danch nicht gerechtfertigt, Theorien vollständig für wahr zu halten.

    Realistische Positionen

    Prof. Dr. Martin Moog37

    Es handelt sich bei den Naturgesetzen nur um nützliche Hilfsmittel.

    Hauptvertreter:Ian HackingNancy Cartwright

    Entität = Dasein

  • Raffinierter Falsifikationismus

    Realistische Positionen

    Versuch der Verbindung von Poppers Position (kritischer Rationalismus)mit der von Kuhn (historische Betrachtung, Paradigmen und Paradigmen-wechsel).

    Forschungsprogramme als kohärente Theorien- und Regelsysteme,Leitfäden für zukünftige Forschung.

    Prof. Dr. Martin Moog38

    Hauptvertreter:Imre Lakatos

    Leitfäden für zukünftige Forschung.

  • Positivismus

    nicht-realistische Positionen

    Der Positivismus ist eine der einflußreichsten Schulen der Wissenschaftstheorie.von 1830 bis in die 2. Hälfte des 20. Jh.

    Drei-Stufen-Theorie Comptes

    Ideal der exaktenNaturwissenschaften

    Angleichung der Methoden der Kulturwissenschaften an dieNaturwissenschaften

    Die Forderung nach Metaphysik

    Wissenschaft

    Diese Einordnung ist erst etwas Überraschend, weilauf die Beobachtung der Phänomene so viel Wertgelegt wird. Die Phänomene werden aber nicht alsRealität verstanden.

    Prof. Dr. Martin Moog39

    Nur was beobachtet werden kann, wird akzeptiert.

    Compte kann als Begründer der Soziologie (im Sinne einer Physik der Gesellschaft)gelten. Die Soziologie hatte für ihn besondere Bedeutung.

    Hauptvertreter:

    Auguste CompteJohn Stuart MillHerbert SpencerErnst MachR. Avenarius

    Der Begriff des Positivismus wird oft sehr weit benutzt.

    Die Forderung nach intersubjektiver Überprüfbarkeit ist geblieben.

    Religion

    Metaphysik

    viele Gegensätze zum kritischen Rationalismus

  • Die Thesen und Forderungen des Positivismus

    1. Erkenntnis ist nur durch wissenschaftliche Methoden möglich (Omnikompetenz der Wissenschaft)

    2. Intersubjektive Überprüfbarkeit

    3. Quelle der Erkenntnis ist die Sinneserfahrung – nur das Beobachtbare ist erkennbar, die Dinge dahinter nicht.

    4. Metaphysik ist Unsinn, über metaphysische Begriffe zu diskutieren ist

    Prof. Dr. Martin Moog40

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    4. Metaphysik ist Unsinn, über metaphysische Begriffe zu diskutieren ist sinnlos.

    5. Aufgabe der Wissenschaft ist es, Erscheinungen zu beschreiben, nicht sie durch dahinter verborgene Eigenschaften oder mechanismen zu erklären.

    6. induktives Vorgehen – Gesetze werden aus Beobachtungen gewonnen

    7. Instrumentalismus – wiss. Theorien sind lediglich Instrumente für Prognosen etc., sie beschreiben nicht die „Dinge an sich“

    8. Einheit der Wissenschaft – gemeinsame Eigenschaften aller Disziplinen

  • Instrumentalismus

    nicht-realistische Positionen

    Theorien können nicht wörtlich genommen werden und nicht wahr oderfalsch sein.

    Die Theorien sind nur Werkzeuge

    Die in der Theorie verwendeten Begriffe sind lediglich nützliche Hilfsmittel,um die Gesetzmäßigkeiten von Experimenten zu strukturieren.

    Was ist Ziel der Wissenschaft –Wahrheit oder erfolgreiche Theorien?

    Prof. Dr. Martin Moog41

    Wenn eine Theorie „Atome“ erwähnt, bedeutet das nicht, das es Atomewirklich gibt.

    Instrumentalistische Positionen werden auch gern vonVertretern der neoklassischen Ökonomie eingenommen,und von Sozialwissenschaftlern, die mit Annahmen überrationales Handeln arbeiten.Diese Annahme der Rationalität ist zwar empirisch falsch,aber kombiniert mit Situationsvariablen sind sie instrumentell brauchbar.

    Hauptvertreter:Pierre DuhemErnst MachHenri Poincaré

  • Pragmatismus

    nicht-realistische Positionen

    Wer pragmatisch handelt, handelt nicht nach unveränderlichen Prinzipien.

    Der praktische Nutzen steht im Vordergrund. Deshalb wurde der Pragmatismusaber auch kritisiert (Utilitarismus).

    kein wissenschaftstheoretischer Fundamentalismus, keine Letztbegründung,intersubjektive Nachprüfbarkeit; Wissen so formulieren, daß klar wird, was

    Prof. Dr. Martin Moog42

    Hauptvertreter:Charles S. Peirce (Begründer, 1878)William James (1898)John DeweyWillard Van Orman Quine

    Konsenstheorie der Wahrheit,nicht Korrespondenztheorie der Wahrheit.

    intersubjektive Nachprüfbarkeit; Wissen so formulieren, daß klar wird, wasman zur Prüfung tun muß.

  • Historizismus

    nicht-realistische Positionen

    Wissenschaftliches Arbeiten beruht auf historisch gewachsenenGrundpositionen.

    Prof. Dr. Martin Moog43

    Hauptvertreter:Kurt Hübner

  • Relativismus

    nicht-realistische Positionen

    Paradigmen können vollständig oder teilweise unvergleichbar sein.

    Es gibt kein gemeinsames Maß, das es ermöglicht, Sätze des einenParadigmas mit denen des anderen zu vergleichen.

    Von Wahrheit kann man daher nur unter Bezugnahme auf ein bestimmtes Paradigma sprechen.

    Prof. Dr. Martin Moog44

    bestimmtes Paradigma sprechen.

    Hauptvertreter:Paul Feyerabend

  • Sozialkonstruktivismus

    nicht-realistische Positionen

    Alles ist soziale Konstruktion.

    Es gibt keine objektiven naturwissenschaftlichen Tatsachen.

    Im Unterschied zum Realismus halten Anhänger des

    Prof. Dr. Martin Moog45

    Hauptvertreter:Bruno LatourKarin Knorr-Cetina

    Im Unterschied zum Realismus halten Anhänger des Konstruktivismus die Wirklichkeit für vom Menschen konstruiert. Es gibt also keine vom Beobachter unabhängige Realität.Die Wirklichkeit, Wissen und Wahrheit sind konstruiert.

    Konsenstheorie der Wahrheit

    nicht Korrespondenztheorie der Wahrheit

  • Konstruktiver Empirismus

    nicht-realistische Positionen

    Entscheidend ist, ob sich eine Theorie durch Beobachtungen bestätigenläßt.

    Ziel der Wissenschaft ist empirische Adäquatheit.

    Es kommt nicht auf die Begriffe an (Atom, Gen etc.).

    Prof. Dr. Martin Moog46

    Hauptvertreter:Bas van Fraassen

  • Konstruktiver Realismus

    nicht-realistische Positionen

    Wirklichkeit

    konstruierte Realitätdisziplinäre Mikrowelten

    Es gibt einen Zirkel vonGegenstand und Methode.

    Prof. Dr. Martin Moog47

    Lebenswirklichkeit(tradierte Systeme von

    Regeln und Überzeugungen)

    Hauptvertreter:Friedrich Wallner

  • Logischer Empirismus

    Methodische Programme

    Unterschieden werden Entdeckungszusammenhang und Begründungszusammenhang

    Es kommt nicht auf den Entdeckungszusammenhang an (Zufall, subjektiveEinflüsse), sondern nur auf den Begründungszusammenhang.

    Die Behauptungen sind mittels Logik zu rechtfertigen.

    Prof. Dr. Martin Moog48

    Hauptvertreter:Hans Reichenbach

    Die Behauptungen sind mittels Logik zu rechtfertigen.

    synonym: Rechtfertigungszusammenhang, Erklärungszusammenhang.

  • Kritischer Rationalismus

    Methodische Programme

    Allgemeiner Satz

    Folgerung

    Überprüfung

    Induktion kann keine Gesetzmäßigkeitenbegründen.

    Aber wie kommt man zum Ausgangspunkt,von dem aus man die Hypothesen ableitenkann, die dann empirisch überprüft werdensollen?

    Prof. Dr. Martin Moog49

    Hauptvertreter:Karl Popper

    Überprüfung

    Falsifikation Bewährung

    vorläufig !!!

    Eine Letztbegründung ist dafür nicht möglich.

    Bei den Überprüfungen kann man sich auch irren!

  • Analytische Philosphie

    Methodische Programme

    möglichst exakte Sprache

    Nutzung formaler Instrumente (mathematische Logik)

    facettenreiche RichtungDie Vertreter des Wiener Kreises sammelten sichnach der Emigration mehr oder weiniger unterdieser Richtung.

    Prof. Dr. Martin Moog50

    Nähe zum Neo-Positivismus

  • Erlanger oder Methodischer Konstruktivismus

    Methodische Programme

    Zielt auf die methodisch einwandfreie Re-Konstruktion der Wissenschaftssprache.

    Kern des Erlanger Konstruktivismus ist die allgemein lehr- und lernbareund damit von jedermann nachvollziehbare Konstruktion von Begriffenals Grundelementen aller theoriegestützten Praxis.

    Prof. Dr. Martin Moog51

    Hauptvertreter:Paul LorenzenWilhelm KamlahJürgen Mittelstraß

    u.v.a.

  • Operationalismus

    Methodische Programme

    Der Operationalismus konzentriert sich auf die Operationalisierung der Begriffe.

    Um empirisch gültig zu sein, muß ein Begriff nach Meßverfahren definiert sein.

    Die Bedeutung eines Begriffs erschöpft sich in einer Reihe angebbarerMeßoperationen – der Begriff wird bedeutungsgleich mit diesen Operationen.

    Das ist eine erkenntnistheoretische Radikalposition.

    Prof. Dr. Martin Moog52

    Hauptvertreter:Percy Williams Bridgman (1927

    Das ist eine erkenntnistheoretische Radikalposition.

    Es ist aber denkbar, daß ein Begriff – Ergebnis einer Theorie – mit verschiedenenVerfahren gemessen werden kann.

    Begriffe sind mehr als Meßverfahren

  • Ein Mann fällt in einen tiefen Brunnen und stürzt gut 30m in die Tiefe. Dann kann er sich an einer dünnen Wurzel festhalten. Unter ihm gähntschwarze Leere. Während sein Griff schwächer und schwächer wird, ruft er verzweifelt: „Ist da oben irgendwer?“

    Es dauert einen Moment, dann scheint ein Lichtstrahl zu ihm hinunter

    Prof. Dr. Martin Moog53

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    Es dauert einen Moment, dann scheint ein Lichtstrahl zu ihm hinunter und eine tiefe Stimme spricht. „Ich, der Herr, bin hier. Laß die Wurzel los, und ich werde Dich retten.“

    Der Mann überlegt kurz. Dann ruft er: „Ist noch jemand anderes dort oben?“

    vgl. Cathcart und Klein, 2010, S. 70

  • Pseudowissenschaften

    • Alchemie

    • Anthroposophie

    • Astrologie

    • Esoterik

    • Graphologie

    • Handlesen

    Pseudowissenschaften sind Disziplinen,die mit dem Anspruch auf Wissenschaftlichkeit auftreten,

    den Standards der Wissenschaftlichkeit aber nicht genügen,so daß sie den Anspruch nicht einlösen.

    Prof. Dr. Martin Moog54

    • Homöopathie

    • Kreationismus

    • Zahlenmystik

    • Okkultismus

    • Parapsychologie

    • Ufologie

    • Psychoanalyse nach Freud

    • Wissenschaftlicher Sozialismus

    Das Urteil ist nicht endgültig:Die Beschäftigung mit Kugelblitzen konnte früher als Pseudowissenschaft angesehen werden. Das hat sich offenbar geändert.

  • Wer legt die Standards für Wissenschaftlichkeit fest?

    Die WissenschaftstheoretikerWer kontrolliert eigentlich die

    Wissenschaftstheoretiker, wenn sie Standards festlegen?Wenn ich es

    von anderen verlange, muß ich mich selbst daran halten.

    Prof. Dr. Martin Moog55

    unendlicher Regreß

    Selbstanwendung könnte die Lösung sein.

    Eine Letztbegründung wird aber nicht gegeben.

    daran halten.

  • unendlicher Regreß

    Dimitri Tasso

    Wenn Atlas die Welt auf seinem Rücken trägt, auf wem steht dann Atlas?

    Atlas steht auf dem Rücken einer

    Prof. Dr. Martin Moog56

    Atlas steht auf dem Rücken einer Schildkröte.

    Aber worauf steht die Schildkröte?

    Auf einer zweiten Schildkröte

    Und worauf steht diese Schildkröte?

    Mein lieber Dimitri, es sind lauter Schildkröten, bis ganz nach unten!

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

  • Können wir Pseudowissenschaft verantworten?

    • Ist es sinnvoll, nach einem Lawinenabgang Wünschelrutengänger nach Verschütteten suchen zu lassen, statt Lawinenhunde einzusetzen?

    • Ist es sinnvoll, nach einem graphologischen Gutachten über eine Stellenbesetzung zu entscheiden?

    • Soll man seinen Partner nach dem Sternzeichen auswählen?

    Prof. Dr. Martin Moog57

    • Soll man seinen Partner nach dem Sternzeichen auswählen?

    Dummerweise lassen sich Theorien nicht beweisen.Deshalb ist es schwierig,

    die Grenze zu Pseudowissenschaften zu

    ziehen.

    Sollen Horoskope

    staatlich gefördert werden?

  • Methoden – Theoriebildung - Falsifikation

    Prof. Dr. Martin Moog58

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

  • Was sind eigentlich „Probleme“, Fragen, auf die sich unser Interesse richtet?

    Sachverhalte, die wir uns nicht erklären können.

    Die Sachverhalte passen nicht in die Theorie, mit der wir uns die Welterklären.

    Prof. Dr. Martin Moog59

    Chalmers (2007, S. 60) bringt das Beispiel der Fledermäuse.Wir wissen, daß die Fledermäuse schlechte Augen haben.Trotzdem fliegen sie nachts umher, ohne an die vielen Hindernisse zustoßen, die sich in ihrem Flugraum befinden.

    Experiment 1: Wir verbinden den Fledermäusen die Augen.Experiment 2: Wir verstopfen den Fledermäusen die Ohren.

  • Die Fortschritte der Wissenschaft durch Galileo

    • Beschreibung der Realität mit einem mathematischen Modell

    • Überprüfung mit einem Experiment

    Galileo hat manche Experimente wahrscheinlichnicht wirklich durchgeführt, sondern sie nur als

    Prof. Dr. Martin Moog60

    nicht wirklich durchgeführt, sondern sie nur alsGedankenexperimente benutzt.

  • Erkenntnis

    • Das Streben nach Wahrheit, das richtige Erfassen von Teilen der Wirklichkeit

    • Wissen bedeutet Unzweifelhaftigkeit

    Prof. Dr. Martin Moog61

    • Intellektuelle Neugier des Menschen ist die Triebkraft

    • Das Gestaltungsinteresse beruht auf dem Streben nach Bedürfnisbefriedigung

    epistemisch = auf Erkenntnis bezogen

    pragmatisch = auf den Menschen bezogen

    Was ist Wissen?

  • Was können wir wissen?

    Wissen Sie, wie Sie heißen?

    Prof. Dr. Martin Moog62

  • Was ist wahr, und was ist falsch?

    Korrespondenztheorie der Wahrheit

    Ist die Aussage: „Die Katze liegt auf der Matratze.“, wahr oder falsch?

    Wissenschaft will nicht nur den direkt beobachtbaren Teil der Weltbeschreiben, sondern darüber hinaus auch den nicht direkt bebachtbaren.

    Beispiele: Vegetation im Tertiär, Molekülstrukturen.

    Prof. Dr. Martin Moog63

    Aussagen, die sich auf nicht direkt beobachtbare Dinge beziehen, stellensich im Nachhinein oft als falsch heraus (z.B. über das Licht).

    Vertreter des Realismus und Nicht-Realisten vertreten im Hinblick aufdie Wahrheit und die Bedeutung von Theorien sehr unterschiedliche Standpunkte.

    Realisten messen Theorien viel größere Bedeutung bei.Für die Realisten ist Wahrheit Korrespondenz mit den Tatsachen.

    Realistische Ontologie ist ein Standpunkt, der von der Existenz einer sprach- und subjektunabhängigen Realitätausgeht. Die physikalische Welt ist unabhängig vom Beobachter und von Meinungen und Überzeugungen.

  • Erkenntnisdefinitionen

    Phänomenales Erkenntnisinteresse

    •Benennung und Beschreibung wahrgenommener Gegebenheiten, ihren Eigenschaften und Merkmalen

    •Erkenntnisinteresse auf Erscheinungen

    Kausales Erkenntnisinteresse

    •Untersucht die Ursachen des Phänomens, die nicht beweisbar, aber widerlegbar sind

    Prof. Dr. Martin Moog64

    •Warum und Wozu

    Aktionales Erkenntnisinteresse

    •Umfasst Handeln in der Praxis

    •Generative Aktionen und präventive Aktionen

  • Erkenntnisquellen

    Quellen

    empirische logische

    Prof. Dr. Martin Moog65

    empirische(Sinneswahrnehmungen)

    logischeAnalyse

  • Begrenztes Wahrnehmungsvermögen

    Eddington (1939) vergleicht den Naturwissenschaftler mit einemIchthylogen, der das Leben im Meer erforscht. Er wirft ein Netz ausund untersucht seinen Fang.

    Er gelangt zur Entdeckung eines Grundgesetzes der Ichthylogie:alle Fische sind größer als 5 cm!

    Dies wurde bei jedem Fang bestätigt.

    Prof. Dr. Martin Moog66

    Dies wurde bei jedem Fang bestätigt.

    Der Einwand eines Kritikers, der auf die Maschenweite des Netzes hinweist,erwidert der Ichthyloge:

    “ Was ich mit meinem Netz nicht fangen kann, liegtprinzipiell außerhalb fischkundlichen Wissens. Was ich nicht fangen kann,ist kein Fisch.“

    vgl. Dürr, Hans Peter, 2003

  • Täuschung über das eigene Wahrnehmungsvermögen

    Ein Mann fürchtet, seine Frau könnte ihr Gehör verlieren.

    Ein befreundeter Arzt schlägt ihm vor, zuhause einen einfachen Test durchzuführen.

    Der Mann soll sich hinter seine Frau stellen und dann eine Frage stellen. Erst mit sechs Meter Entfernung, dann drei Meter hinter ihr und dann direkt hinter ihr.

    Zuhause fragt der Mann als seine Frau sechs Meter vor ihm in der Terrassentür steht

    Prof. Dr. Martin Moog67

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    Zuhause fragt der Mann als seine Frau sechs Meter vor ihm in der Terrassentür steht in normaler Lautstärke: „Liebling, was gibt es heute zum Abendessen?“Keine Antwort.

    Er wiederholt dies mit drei Meter Entfernung. Keine Antwort. Nochmal wiederholt er den Satz direkt hinter ihr stehend.

    Da dreht sich die Frau um und sagt: „Liebling, zum dritten Mal – heute gibt es Huhn“

    vgl. Cathcart und Klein, 2010, S. 74

  • Noch ein Witz zum Vertrauen in Wahrnehmungen

    Marty kommt unverhofft nach Hause und sieht seine Frau mit seinem besten Freund Lou zusammen im Bett.

    Er will gerade losbrüllen, da springt Lou auf und ruft:„Bevor Du etwas sagst, alter Knabe, wem glaubst Du mehr? Mir oder Deinen Augen?“

    Prof. Dr. Martin Moog68

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    Mir oder Deinen Augen?“vgl. Cathcart und Klein, 2010

  • Beobachtungen

    Ich sehe, daß der Student Wasser trinkt.

    Normalform der Beobachtungsaussage:Wahrnehmungssubjekt, Wahrnehmungstyp, Wahrnehmungsinhalt

    In der Alltagssprache gilt:

    Regel 1: Ich sehe, daß A Ich weiß daß A

    Prof. Dr. Martin Moog69

    Regel 2: Ich weiß daß A A

    Wegen der Transivität gilt: Ich sehe, daß A A

    Woher weißt Du, daß es regnet?

    Ich sehe, daß es regnet.

    Die Berufung auf eine Beobachtungsaussage reicht für den Abbruchdes Begründungsregresses.

  • Theorieabhängigkeit von Beobachtungen

    Unsere Sprache ist von Theorien durchsetzt; es gibt keine reinen Beobachtungssätze (…).Sogar in einer sogenannten „phänomenalen“ Sprache, die etwa „jetzt hier rot“ zuläßt, würdedas Wort „jetzt“ eine (rudimentäre) Theorie der Zeit implizieren; das Wort „hier“ eine Theoriedes Raumes; und das Wort „rot“ eine Theorie der Farben.Popper, zitiert nach Lauth & Sareiter, 2005, S. 161

    Beobachtungen setzen oft Vorwissen voraus:Ein Missionar beobachtet, daß der Fahrer den Zündschlüssel des Jeeps dreht und der Motor anspringt.

    Prof. Dr. Martin Moog70

    Ein Missionar beobachtet, daß der Fahrer den Zündschlüssel des Jeeps dreht und der Motor anspringt.Der Eingeborene beobachtet, daß der Fahrer irgendwelche Manipulationen vornimmt.

    Was sehen Sie hier?

    Ich sehe, daß Wasser im Glas ist.

    Dieser Beobachtungssatz kann jedoch hinterfragt werden.Woran sehen Sie, daß es ein Glas ist?Woran sehen Sie, daß es Wasser ist?Was ist Wasser?

    Bei Zeitmessungen mit einerUhr müssen wir voraussetzen,daß der vom Zeiger zurückgelegteWeg proportional zur Zeit ist.Ähnliches gilt für Temperatur-messungen, Längenmessungenetc.vgl. Lauth & Sareiter, 2005, S. 173

  • Zwei-Stufen-Konzeption der Wissenschaftssprache

    Beobachtungs-sprache

    Diese Sprache enthält nur Prädikate, die in einer Beobachtungsaussage auftreten können. „Dieses Glas ist grün.“

    Theoretische Sprache

    Diese Sprache enthält zusätzlich Ausdrucksmittel, die sich auf nichtbeobachtbare Eigenschaften und Objekte beziehen können (z.B. auf Atome und ihre Massen und Ladungen)

    Prof. Dr. Martin Moog71

    Empirisch überprüfbar sind nur Aussagen, die in der Beobachtungsspracheformuliert sind.

    Die Zwei-Stufen-Konzeption der Wissenschaftssprache setzt einen „scharfen Schnitt“ zwischen Beobachtungsaussagen und theoretischen Aussagenvoraus. Wegen der Theoriebedingtheit der Beobachtungen ist das kaum gegeben.

    Messungen sind keine einfachen Beobachtungen, sondern setzen Theorie voraus.

    Die Zwei-Stufen-Konzeption hat jedoch einen gewissen heuristischen Wert für die Analyse von

    Theorien.

  • Erfahrungen und Interpretation von Sinneswahrnehmungen

    Ein Wissenschaftler und seine Frau fahren im Auto über Land.

    Sie fahren an einer Weide vorbei.

    Die Frau: „Schau, die Schafe sind frisch geschoren.“

    Prof. Dr. Martin Moog72

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    Die Frau: „Schau, die Schafe sind frisch geschoren.“

    Der Wissenschaftler: „Ja, auf unserer Seite.“

  • Können für Natur- und Sozialwissenschaften dieselben Methoden verwendet werden?

    Diese Fragestellung ist begrenzt auf Erfahrungswissenschaften,denen es um Erklärung der Phänomene geht.

    Sobald es um die Formulierung von Normen geht, ergibt die Frage keinen Sinn.

    Eine Position, die die Frage bejaht, nennt man methodologischen Monismus

    Prof. Dr. Martin Moog73

    Eine Position, die die Frage bejaht, nennt man methodologischen Monismus(Einheitswissenschaft).

    Die Gegenposition vertritt die Meinung, in den Sozialwissenschaften bedürfees teleologischer (intentionalistischer) Erklärungen.

    Regeln in Organisationen sind von Menschen geschaffen und werdenvon Menschen geändert.

    Es ist nicht sehr sinnvoll, Organisationen so zu untersuchen, als würdensie unveränderlichen Naturgesetzen unterliegen.

  • Wissenschaftliche Methode

    • kommunizierbar und lehrbar

    • normativ und präskriptiv (Sanktion bei Nichteinhaltung)

    • intersubjektiv nachprüfbar

    Vorgehensweise, die an Regeln oder Regelsysteme gebunden ist. Sie ist:

    Gegenüber einer Position, die der Wissenschaft wegen der Verwendungvon Methoden einen höheren Wert gegenüber anderen Wegen der Erkenntnis-

    Prof. Dr. Martin Moog74

    von Methoden einen höheren Wert gegenüber anderen Wegen der Erkenntnis-gewinnung einräumt, gibt es Gegenpositionen, die dies bestreiten.

    Zu erwähnen ist auch die Position von Feyerabend (anything goes), derden Methoden und ihrer Einhaltung keine Bedeutung zumißt.

    natursprachlich„qualitativ“Hermeneutik, InhaltsanalyseFeldforschung

    logisch-mathematisch„quantitativ“Logik, Statistik, MeßtheorieTechnologie

    nach Schurz, 2008, S. 39

  • Axiom

    Ein Axiom ist ein als gültig anerkannter Grundsatz, der nicht bewiesenwerden muß und nicht abgeleitet werden kann, aber einsichtig sein muß.

    Jede natürliche Zahl n hat genau einen Nachfolger n´.

    Von den Axiomen ausgehend, können Aussagen abgeleitet (deduziert) werden.

    Prof. Dr. Martin Moog75

    Von den Axiomen ausgehend, können Aussagen abgeleitet (deduziert) werden.

    Erfahrung Axiome wiss. Theorien

    Induktion Deduktion

    Nach der Wissenschaftsauffassung von Aristoteles

    vgl. Lauth und Sareiter, 2005, S. 36

  • Begriffe

    Sind Begriffe Zuordnungen von Eigenschaften oder nur Ergebnis derFestlegung von Meßmethoden?

    Gleichzeitigkeit von Ereignissen

    Einem Beobachter gleichzeitig erscheinende Ereignisse müssen

    Prof. Dr. Martin Moog76

    einem anderen nicht als gleichzeitig erscheinen (spezielle Relativitätstheorie).

    Die Meßmethode definiert den Begriff:

    Forststudenten sind intelligenter als Medizinstudenten.Mit der Meßmethode X wurde dies häufig bestätigt.Aber: bei einer anderen Meßmethode wäre das Ergebnis anders.

    Weiteres Beispiel: Wohlstand – definiert über den gewählten Indikator.

  • Begriffe

    Zwar wird in den empirischen Wissenschaften davon gesprochen, daßObjekte Eigenschaften besitzen, aber es wird mit Recht die Frage gestellt,ob Eigenschaften überhaupt empirisch erkennbar sind.

    Im Zweifel muß man auf die Meßergebnisse zurückgreifen und sich in derAussage entsprechend beschränken.

    Prof. Dr. Martin Moog77

    Beispiel: Intelligenz

    Kriterien für Begriffe:Präzision und Konsistenz

  • Begriffe

    Der Versuch der Definition von Begriffen durch Begriffe muß grundsätzlichscheitern, da er in einem unendlichen Regreß endet.

    Prof. Dr. Martin Moog78

  • Definition und Operationalisierung

    Definition Operationalisierung

    Die Objekte haben bestimmte Eigenschaften. Die Definition ordnet ihnen die Eigenschaften zu.

    Die Operationalisierung legt den wissenschaftlichen Begriff dadurch fest, daß eine Meßmethode gewählt wird, mit der festgestellt werden kann, ob dem betrachteten Objekt der Begriff

    Prof. Dr. Martin Moog79

    betrachteten Objekt der Begriff zugeordnet werden kann.

    Operationalisierbarkeit ist extrem wichtig.Es wird behauptet, Begriffe der Psychoanalyse seien nicht operationalisierbar.

    Eine Meßvorschrift ist zur intersubjektiven Prüfung nötig.

    Eine Definition enthält zwangsläufig ihrerseits Begriffe, die definiert sein müssen.Man gelangt beim Definieren daher in einen unendlichen Regress.

  • Beispiele für Begriffe in den Wirtschaftswissenschaften

    • Gewinn

    • Effizienz

    • Inflation

    • Preis

    • Unternehmenswert

    Begriffe in anderen Wissenschaften

    • Verwahrlosung

    • Liebe

    • Sehkraft

    Prof. Dr. Martin Moog80

    • Unternehmenswert

    • Führungsstil

    • Marktanteil

    • Liquiditätsgrad

    • Deckungsbeitrag

    • Normalgewicht

    • Gesundheit

    • Orkan

  • Begriffe sind oft nicht werturteilsfrei

    Kunst oder Kitsch? Pornographie oder Kunst?

    Prof. Dr. Martin Moog81

    Kunst oder Kitsch? Pornographie oder Kunst?

    Notwendiger Gewinn oder ungerechtfertigter Profit? Leistungsforderung oder Ausbeutung

    GuV Akkordsätze

  • Behauptungen über Tatsachen

    • Tatsachen sind den Beobachtern durch sorgfältige und unvoreingenommene Beobachtung direkt zugänglich

    • Tatsachen gehen der Theorie voraus und sind von ihr unabhängig

    • Tatsachen konstituieren eine stabile und verläßliche Basis für wissenschaftliche Erkenntnis

    Prof. Dr. Martin Moog82

    wissenschaftliche Erkenntnis

    vgl. Chalmers, 2007, S. 7

    Diese Behauptungen können nichtaufrechterhalten werden.

  • naiver Realismus versus radikaler Konstruktivismus

    naiver Realismus radikaler KonstruktivismusDie unabhängig vom Bewußtsein vorhandene Realität kann vollständig oder zumindest in ihren wesentlichen Aspekten wahrgenommen werden.

    Alles, was wir wahrnehmen, ist ein Konstrukt unseres Gehirns

    Ergebnisse empirischer Forschung sind

    Prof. Dr. Martin Moog83

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    Eine direkte Wahrnehmung der Phänomene ist möglich.

    Die Dinge sind so, wie wir sie wahrnehmen.

    Ergebnisse empirischer Forschung sind nicht objektive Erkenntnis, sondern subjektive Konstrukte, die sich im Gehirn der Forscher einstellen.

    Vier WahrnehmungstheorienSinnesdatentheorierepräsenationale Wahrnehmungstheorienaiver wahrnehmungstheoretischer Realismuspsychologische Wahrnehmungstheorie

  • methodischer Individualismus versus methodischer Holismus

    Individualismus HolismusEs wird angenommen, daß die Individuen nach Regeln handeln.

    Dieses regelgeleitete Handeln derIndividuen erklärt auch gesellschaftliche

    Es wird angenommen, daß es Regeln für das Handeln größerer Gruppen gibt.

    Prof. Dr. Martin Moog84

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    Individuen erklärt auch gesellschaftliche Phänomene.Soziale Phänomene können also durch Gesetzesaussagen über individuelles Handeln erklärt werden.

    himmelstürmende DreimastwortbildungenDieter Schneider (2001)

    Vgl. z.B. Schanz 1988, S. 66

  • Werturteile und Wissenschaft

    • im Basisbereich

    • im Objektbereich

    Auswahl der Forschungsfragen

    Untersuchung von Zielen etc.

    Werturteile = Aussagen über das „sein sollen“, gehen also über beschreiben und erklären hinaus

    Prof. Dr. Martin Moog85

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre

    • im Aussagebereich

    Eine Gliederung von Hans Albert (1921, zitiert nach Brockhoff, 2009, S. 28)

    wertende Aussagen

    Forderung nach Wertneutralität: Ein bestimmter Bereich der Wissenschaft,nämlich der Begründungszusammenhang, soll frei sein von fundamentalen wissenschaftsexternen Wertannahmen.Schurz, 2008, S. 45