LM Sonderbeilage Getreide und Alternativen 2013

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Agrarische Fachzeitung der steirischen Kammer für Land- und Forstwirtschaft

Text of LM Sonderbeilage Getreide und Alternativen 2013

  • &Sonder beilageinhalt

    Landwirtschaftliche MitteiLungen

    Mus

    ch

    WintergetreideDngetipps fr einen optimalen start ins Frhjahr und Leitfaden fr den Pflanzenschutz. Seiten 2-6

    SommergetreideMglichst frher Anbau ist gefragt. sortenempfehlung und hinweise fr eine erfolgreiche saat. Seite 7

    Krnerhirseunkrautbekmpfung grte herausforderung. Lsungsanstze bei Reihenweite und saattermin. Seiten 8, 9

    SojabohneTrotz rekordverdchtiger Ertragserwartung in sdamerika, bleibt die Nachfrage sehr hoch. Seiten 10, 11

    Raps-StartGnstiges septemberwetter lsst ideale Frhjahrsentwicklung erwarten. Dngung steuert. Seite 12-14

    HerbizidlistenDetaillierte Wirkungen der zugelassenen herbizide fr den Einsatz in hirse und Getreide. Seiten 9, 16

    Landwirtschaftliche Mitteilungen 15. Februar 2013

    Hirse: Die Antwort auf den Maiswurzelbohrer

    alternativengetreide

    Durch Dngung steuern Zwicklhuber

  • 2 15. Februar 2013getreideLandwirtschaftliche MitteiLungen

    Die Vorwinterentwicklung des steirischen Wintergetreides ist je nach Anbau

    termin extrem unterschiedlich. Whrend die Anbautermine im september, insbesondere bei Wintergerste und Roggen, zu einer prchtigen Entwicklung mit mindestens neun Blttern oder drei Trieben gefhrt hat, haben vor allem spt bestellte Winterweizen nur das Ein bis Zweiblattstadium erreicht. unter der schneedecke oder bei wrmeren Phasen des Winters kann sich Getreide durchaus noch weiter entwickeln. Die kurzen Tage und doch niedrigen Bodentemperaturen werden diese Entwicklung aber auf sparflamme halten. Fr die ab frhestens 1. Februar ge

    setzlich mgliche stickstoffdngung bei Wintergerste und ab 16. Februar fr restliche Getreidearten auerhalb von schon und schutzgebieten bedeutet dies eine Andngung entsprechend der Blatt und Triebentwicklung. Vorausgesetzt natrlich, dass der Boden nicht schneebedeckt, tiefgefroren oder wassergesttigt ist.

    Die erste StickstoffdngungWintergetreide bentigt zu Vegetationsbeginn je nach Entwicklung zwischen 30 und 60 Kilo stickstoff (N) je hektar, bei schlechter Bodenstruktur sogar um 20 Prozent mehr. Gering ist der Bedarf bei guter Vorwinterentwicklung von beispielsweise mehr als drei bis vier Trieben

    (neun bis zwlf Bltter) je Pflanze. Entsprechend hoch ist der Bedarf bei schlechter Entwicklung, wo die Pflanze nur ein bis drei Bltter aufweist. Auch die Phosphordngung kann bei dieser Gabe in Form von Volldngern mit verabreicht werden. Auf schlecht strukturierten Bden ist die Phosphordngung noch wichtiger. heuer ist zudem mit geringeren stickstoffnachlieferungen aus dem herbst, aufgrund der hohen Niederschlge, zu rechnen.

    Blattdngungsollte ein Bestand so dicht aus dem Winter kommen, dass weit mehr als vier Triebe je Pflanze vorhanden sind und nicht einmal mehr die braune Erde sichtbar ist,

    Die letzte Ernte hat es wieder eindrucksvoll gezeigt: Der Mais legt die Latte fr die Alternati-ven sehr hoch. Fr viele Land-wirte scheint sie noch immer zu hoch. Es gibt sie aber schon bei uns, die dramatischen Anzei-chen, dass die Dauermaiskul-tur so nicht weitergehen wird. Einerseits lagerten 2012 bereits zahlreiche Felder kreuz und quer, anderseits gab es im Os-ten und Sdosten unseres Lan-des bereits sehr schlechte Be-fruchtungsergebnisse, vor allem bei spt gestem Mais, bei dem die Blte direkt mit der Haupt-schlupfzeit der Maiswurzelboh-

    rer zusammenfiel. Diese zeig-ten sich durch Kolben, denen bereits ein Drittel der Krner und mehr fehlten. Besonders prekr wrde die Lage, wenn uns die insektiziden Beizmittel nicht mehr zur Verfgung stn-den. Sie sind gerade jetzt massiv unter Druck und Ende Februar fllt in Brssel die Entschei-dung, ob sie im nchsten Jahr noch erlaubt sind. Was es heit, auf die Beizmittel verzichten zu mssen, zeigt Slowenien. In unserem Nachbarland wur-den 2012 rund 65.000 Hektar Mais gebaut, wobei ein Drittel der Flche, etwa 22.000 Hek-tar, stark mit Maiswurzelboh-rer befallen ist. Nach dem kurz-fristigen Verbot der Beizmittel kam es auf rund 6.500 Hektar zu so schweren Schden, dass auf diesen Flchen mehr als die Hlfte der Maispflanzen zer-strt wurden und nicht geern-tet werden konnten. Die slowe-nische Landwirtschaftskammer schtzt den Schaden durch das Verbot der Beizmittel auf mehr als 20 Millionen Euro. Als Landwirtschaftskammer bie-ten wir zur Begleitung unserer Landwirte auch Flurbegehun-gen zu Getreide und Alternati-ven an. Nutzen Sie die Mglich-keit, mit unseren Experten vor Ort brennende Themen anzu-sprechen.

    kommentar

    Arno Mayerleiter der lk-abteilung Pflanzenbau

    Alternativen

    Wintergetreide: Auf die Pltze, fertig, Stickstoff Durch die Dngung lsst sich noch viel steuern. Sie hngt davon ab, wie das Getreide aus dem Winter kommt

    Zielvorgaben fr ertrag unD ertragsstruktur

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    erste

    Kornertrag dt/ha 100 100 100 90 95hren/m 450 550 450 550 450 550 850 1000 550 650Krner/hre 35 45 50 60 45 55 18 22 35 40

    krner / m 20.000 25.00022.000 30.000

    20.000 25.000

    18.000 20.000

    20.000 22.000

    TKG 45 55 35 40 40 45 48 52 40 45Einzelhrengewicht g 1,8 2,4 1,8 2,4 1,8 2,4 0,8 1,2 1,6 2,0

    Faustzahlen zur AnbautechnikSaattermin: 1. 10.10. 20. - 30.9 25.9 5.10. 15. 25.9. 15. 25.9.Saatstrke Krner/m 220 250 170 200 180 220 280 320 220 - 250Pflanzen Ende Oktober 220 180 180 280 200triebe bei veg.-beginn (gezhlt werden nur krftige Triebe, mind. 3 Bltter) 400 500 350 450 350 450 10001200 600 800

    N-Dngeraufwand / dt Korn 1,8 2,4 1,5-1,7 1,6 - 1,8 1,7 2,0 1,6 - 1,9kg N/ha / % Herbst ----- ----- ----- 0 25 / 10 0 25 / 10kg N/ha / % Veget.Beginn 30 50 / 22 30 40 / 30 40 70 / 40 50 70 / 40 40 60 / 30kg N/ha / % EC 30 32 40 70 / 33 30 60 / 35 30 40 / 30 30 50 / 25 50 60 / 35kg N/ha / % EC 37 49 50 100 / 44 40 50 / 35 40 50 / 30 40 50 / 25 40 50 / 25

    N-Dngergaben bei EC 30 32 und 37 49 je nach Bodennachlieferung usw. evtl. splittenP und K-Dngeraufwand/dt Kornertrag: ca. 0,8 kg P2O5 u. 0,6 kg K2O; (Zuschlag bei Strohbergung ca. 0,3 kg P2o5 u. 1,5 kg K2O je dt Kornertrag; auf leichten u. auf Tonbden ca. 0,2 bis 0,5 kg Zuschlag bei Kali)Kalkdngung, zur Regulierung des pH-Wertes und zur Strukturverbesserung, zhlt mit zu den Standartmanahmen, ebenso wie die Schwefel- und Magnesiumdngung (Bedarf: ca. 20 30 kg S und MgO, abzglich Bodennachlieferung).Spurennhrstoffdngereinsatz kann je nach Standort und Nachlieferungsbedingungen notwendig werden. Entzugsmengen der wichtigsten Spurennhrstoffe ca.: 600 g/ha Mangan, 65 g/ha Kupfer, 400 g/ha Zink, 50 g/ha Bor.

    QuEllE: DENNERT ROggENSTEiN

  • getreide 315. Februar 2013 Landwirtschaftliche MitteiLungen

    dann wre eine harnstoffblattdngung sinnvoll, um die Bestockung nicht noch zustzlich anzuregen. Mit dieser Manahme werden nur die besten Triebe gefrdert, weil nur sie in den Genuss des stickstoffs ber das Blatt kommen. Von der Aufwandmenge an harnstoff werden 40 bis 50 Kilo harnstoff (20 bis 25 Kilo stickstoff) in 300 Liter Wasser je hektar empfohlen. Vom zeitlichen Rahmen wird die erste stickstoffdngung so frh wie mglich und wenn wasserrechtlich erlaubt durchgefhrt (siehe erster Absatz). spezielle zeitliche Auflagen existieren fr pulBetriebe und in Wasserschutz und schongebieten. Fr jene, die ihre phWerte noch etwas auf Vordermann bringen wollen. Niedrige phWerte (unter 5,5 bis 6,0 je nach Bodenschwere) fhren sowohl bei Mais aber noch strker bei Getreide zu Ertragseinbuen. Notfalls kann mit kohlensaurem Kalk, Mischkalk aber auch Brandkalk (lose oder granuliert) auf Wintergetreide gekalkt werden, wenn es die Bodenbedingungen erlauben. sollten zu Vegetationsbeginn innerhalb der Bestockungsphase trockene Bedingungen herrschen, dann empfiehlt es sich die Bestnde mit einer zwei bis drei Kilo Mangansulfatlsung in 300 Liter Wasser zu besprhen. Dringend empfohlen kann bei extremer Trockenheit das berwalzen der Bestnde werden. Denn Trockenheit oder zu lockere Bden blockieren die Manganaufnahme, die fr die Bestockung wesentlich ist. Danach sieht es aber derzeit nicht aus, eher knnte heuer ein striegeleinsatz zur besseren Durchlftung der Bden sinnvoll sein.

    SchosserdngungMit der schosserdngung, die zwischen schossbeginn (Ec 30) nur in Einzelfllen frher und

    Zweiknotenstadium (Ec 32) ausgelegt wird, beeinflussen wir einerseits noch die Triebreduktion und anderseits die Kornzahl je hre. Die hhe der schosserdngung schwankt zwischen 30 und 70 Kilo stickstoff je hektar. Entscheidend ist die Wahl des Dngungszeitpunktes, weil in diesem Zeitraum die Triebreduktion abluft. Wird zu frh und zu hoch gedngt, laufen die Bestnde aus dem Ruder und werden lageranfllig. Wird zu spt und zu niedrig gedngt, fallen die hrenzahlen je Quadratmeter und, schlimmer noch, die Kornzahl je hre. Gerade die letzten beiden Jahre haben mit dnnen Bestnden bewiesen,

    dass die groen Ertrge nur dann erreichbar sind, wenn die Bestnde nicht zu dicht aus dem schossen kommen. Dichte Bestnde mit vielen qualitativ schlechten und kurzen Trieben haben einfach schlechtere Tausendkorngewichte und damit auch eine

    schlechtere Futterqualitt. Eine zu hohe Andngung zu Vegetationsbeginn und/oder eine hohe stickstoff und Wasserversorgung zu schossbeginn sind Auslser dafr.

    Situation entscheidetsumma summarum sollten dnne Bestnde mit weniger als 600 Trieben je Quadratmeter (Boden ist sichtbar) zum frhesten Termin (schossbeginn, Ec 29 bis 30) gedngt werden. Das gleiche gilt auch auf leichten und trockenen standorten. Dichte Bestnde mit mehr als 2.000 Trieben je Quadratmeter sollten in Richtung Zweiknotenstadium gedngt werden. Die Kontrolle der Tr