unterwegs 6/2012

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Das Magazin der Evangelisch-methodistischen Kirche

Text of unterwegs 6/2012

  • 11. Mrz 2012ISSN 1436-607X

    Magazin der Evangelisch-methodistischen Kirche 6/2012Magazin der Evangelisch-methodistischen Kirche

    Mein Garten: Auf der Suche nach dem Paradies

    Jacke wie Hosen Hilfe fr Kinder in

    Mazedonien kommt an. Seite 8

    Europa trifft sichn Wie Krakau zum Zentrum

    des Methodismus wird. Seite 9

    An der Frontn Wie EmK-Pastoren

    in der US-Armee dienen Seite 11

  • unterwegs 6/2012 ::: 11. Mrz 2012

    ::: Editorial2

    kurz gesagt

    So ErrEicHEn SiE unS:Redaktion unterwegs Telefon 069 242521-150 E-Mail: unterwegs@emk.deAboservice: 0711 83000-0 T

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    unterwegs 6/2012 ::: 11. Mrz 2012

    Ab in den Garten

    Was habe ich gefroren im Februar! Jacke, Schal, Mtze auf und Handschuhe nicht vergessen. Wie schn ist es jetzt, wenn es wrmer wird und der Frhling um die Ecke schaut. Die dicke Jacke brauche ich nicht mehr. In der Natur spre ich den langsamen Wandel. Wer in unserer Familie zuerst ein Schneeglckchen gesehen hat, gibt es lautstark bekannt. Alle, die einen Garten haben, freuen sich auf die nchsten Wochen: Bald geht es raus. Der Garten ruft. Es wird eingest und gepflanzt, es werden Beete angelegt und das erste Mal wieder Rasen gemht. Haben Sie jetzt den Duft eines frisch gemhten Rasens in der Nase? Fr viele Menschen sind Grten ein wichtiger Teil ihres Lebens. Gartenarbeit tut der Seele gut. Selbst gezogenes Gemse, Salat und Obst schmecken am besten. Die Bedeutung des Gartens spiegelt sich selbst in der Bibel wieder: Jeder kennt die Geschichte von Adam und Eva im Garten Eden. Das Bauen und Bewahren der Erde ist Auftrag Gottes an den Menschen. Mit dem Thema Garten wird in der Bibel erzhlt, was unser Menschsein ausmacht, wie unsere Beziehung zu Gott aussieht und warum Menschen scheitern knnen. Wie zum Beispiel im Garten Gethsemane, wo die Jnger schlafen. Zum Glck folgt dann Ostern: Ein Friedhof wird zum Garten der Auferstehung. Deswegen widmen wir diese Ausgabe von unterwegs dem Thema Garten. Lassen Sie sich inspirieren.Viel Freude beim Lesen wnscht Michael Putzke

    WEltWEit WcHSt dEr ProtESt gegen die mgliche Hinrich-tung eines Pastors im Iran. Youcef Nadarkhani wurde wegen seines Glaubens in-haftiert. Seine umgehende Freilassung fordern unter anderen das Weie Haus, US-Auenministerin Hillary Clinton, die EU-Auenbe-auftragte Catherine Ashton sowie Auenminister Guido Westerwelle. Nadarkhani habe kein Verbrechen be-gangen, sondern lediglich sein Recht auf Religions-freiheit wahrgenommen. Die Verurteilung und Hin-richtung einer Person aus Glaubensgrnden verstoe sowohl gegen die Grundstze der Menschenrechte wie auch gegen die vlkerrecht-lichen Verpflichtungen der Islamischen Republik Iran.

    cHriStinE cHriSt-von WEdEl ist neue Vorstandsprsiden-tin von mission 21 (frher Basler Mission). 25 Delegierte aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa haben die Historikerin aus Basel einstimmig gewhlt. Christ-von Wedel wurde 1948 in Reinbek bei Ham-burg geboren, ist promo-vierte Historikerin und Mutter von vier erwachse-nen Kindern. Sie hat bereits vor ihrer Wahl zur Vor-standsprsidentin die Gruppe Strukturen und Prozesse von mission 21 geleitet. Von 1986 bis 2000 war sie Vorstandsmitglied der Basler Mission, von 2005 bis 2011 engagierte sie sich im Missionsrat des Evangelischen Missions-werks in Solidaritt (EMS) in Stuttgart.

    nur unvErkuFlicHE Lebens-mittel sollen Tafellden ausgeben. Das hat der als Kritiker der Tafel-Bewe-gung bekannte Soziologe Stefan Selke gefordert. Arme wrden von den Tafeln abhngig, verlren Eigeninitiative und die Fhigkeit, sich am Leben der Gesellschaft zu beteili-gen. Der Spa hrt da auf, wo Grundrechte durch Almosen ersetzt werden, sagte Selke.

    SolidAritt Mit GriEcHEn-lAnd in der Schuldenkrise fordert die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD). Europa wachse zu einer kulturellen und sozia-len Gemeinschaft zusam-men, sagte der EKD-Rats-vorsitzende Nikolaus Schneider Ende Februar in einem Interview: Da kann es uns nicht egal sein, was mit den Menschen in Griechenland passiert.

    StArkE untErScHiEdE gibt es zwischen den Evangelikalen in den USA und in Deutschland. Das hat die Professorin fr multi-sprachliche und multi-kulturelle Studien an der Universitt von New York, Marcia Pally, betont. Die evangelikale Landschaft in Deutschland sei stark von den Verhltnissen in den Landeskirchen geprgt. Dagegen sei die evangelikale Bewegung in den USA eine von unten aufgebaute Graswurzelbewegung. Zudem sei die Entstehung der USA wesentlich durch die Evangelikalen geprgt worden. epd/idea

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    Titelthema: Gartentrume ::: 3

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    ich &der baumUm den fremdenverkehr zu beleben, wur-de fr den Kreis Hersfeld in Nordhessen der Name Waldhessen kreiert. Dass der Wald eine starke Anziehungskraft ausbt, das ist aber absolut nichts Neues. Bereits bei der Schpfung hat Gott dem Menschenge-schlecht das leben auf Erden durch Bume schmackhaft machen wollen. Dann hat er als fremdenfhrer selbst die Menschen zum Wald gebracht. Gott lie aus der Erde alle Arten von Bumen wachsen. Es waren prch-tige Bume. Dorthin brachte Gott den Men-schen (1. Mose 2,8). Mir wurde das Privileg zuteil, ein Stck Wald zu pflanzen und zu pflegen. 1987 tagte die Norddeutsche Jhrliche Konferenz mit dem

    Thema leben zu Gottes lob in Bebra. Beim Jugendabend wurden in Blumentpfchen gepflanzte, etwa fnf Zentimeter groe fichten verteilt. Weil fast 100 Stecklinge brig blieben, pflanzte ich damit eine Hecke.Als wir drei Jahre spter umziehen mussten, wollte der Gartenbesitzer die fichtenhecke nicht behalten. 70 Bumchen, inzwischen etwa dreiig bis fnfzig Zentimeter gro, nahmen wir mit nach Kassel, wo sie einen neuen Standort fanden. Auf dem Wald- und Wiesengrundstck unserer Gemeinde gab es reichlich Platz. 60 Bumchen wuchsen wie-der an, jetzt im Abstand von etwa einem Meter. Inzwischen haben einige die stattliche Hhe von zehn Metern erreicht. Die ersten

    Jahre war es eine besondere Herausforderung, alle mit ausreichend Wasser zu versorgen. Im beraus trockenen Sommer 2003 konnte ich nicht alle Bume retten. 15 vertrockneten. Der seelische Schmerz, den ich wegen des Absterbens der Bume empfand, ist mir noch in Erinnerung. Damals wagte ich nicht, meine Gedanken auszusprechen. Heute tue ich es. Ich dachte: So muss es Gott zumute sein, wenn sich seine Menschenkinder von ihm abwenden und das leben gering achten, das er durch den Glauben an Jesus Christus schenken will. Armin Hanf

    Wo man Respekt vor der Schpfung lernen kannVon jeher haben Grten eine groe Bedeutung fr die Menschheit angefangen beim Garten Eden. Wie sich die Sehnsucht nach dem Paradies durch die Geschichte zieht, beschreiben wir in diesem Heft. Hier erzhlt der Gartenexperte Heinrich leumer, warum jeder Mensch einen Garten braucht.

    Wozu braucht der Mensch einen Garten?HEinricH lEuMEr: Aus vielen Grn-den. Zum Beispiel, weil man die Na-tur erleben kann. Wer sich kein Haus mit Garten leisten kann, sollte auf jeden Fall einen Kleingarten pachten. Das knnen sich auch rmere Men-schen leisten. Besonders fr Kinder ist ein Garten wichtig: Sie lernen mit den Pflanzen zu leben und sie zu schtzen und reien zum Beispiel dann nicht sinnlos Bltter ab. Auer-dem kann man Kindern die Zusam-menhnge der Schpfung, von Wer-den und Vergehen, im Garten sehr gut erklren.

    Was raten Sie einem Gartenanfnger: Zier oder Nutzgarten?HEinricH lEuMEr: Ich wrde zum Nutzgarten raten! Ein Ziergarten al-leine befriedigt nicht so und er braucht er enorm viel Pflege oder er verwildert schnell. Auerdem sieht man im Nutzgarten schnell einen Er-folg. Die Kartoffeln aus Opas Garten

    schmecken einfach besser weil sie nicht mit Glle belastet sind, weil man sich die Sorte aussuchen kann und weil das Ernteerlebnis etwas ganz Besonderes ist. Viele Menschen haben heute kaum noch Erfolgser-lebnisse. Eine Gemse- oder Obst-ernte dagegen ist immer ein Erfolg! Und wenn man nach Hause geht, kann man dem Nachbarn mal einen Salatkopf schenken. Das schafft Ver-bindungen!

    Wie haben sich die Gartenvorlieben der Deutschen in den vergangenen Jahrzehnten verndert?HEinricH lEuMEr: Es ist nicht mehr lebensnotwendig, sich selbst Obst und Gemse anzubauen. Man kann alles wenn auch gespritzt kaufen. Heute berwiegt die Freude am eige-nen, naturnah angebauten Erzeugnis. Fr grere Familien wird allerdings zunehmend die Selbstversorgung durch den eigenen Garten wieder wichtig. Das wird auch in den nchs-ten Jahren bestimmt mehr werden.

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    Heinrich leumer: Mit Grovater leumer im Garten, Kosmos Verlag, Stuttgart 2010, 136 Seiten, laminierter Pappband, 12,95 Euro. ISBN: 978-3-440-12299-0.

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    Heinrich leumer stammt aus Bremen und hat schon als Kind Petersilie gepflanzt. Viele Jahre hat der Grtner im Radioprogramm Bremen Eins Gartenfragen beantwortet. 2004 erhielt er die Verdienstmedaille fr sein Engagement im Gartenbau. leumer ist Glied der EmK.

  • ::: Titelthema: Gartentrume

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    Gott ist ein Grtner, so erzhlt der zweite Schp-fungsbericht (1. Mose 2,4b25). Nicht der Mensch legt den Garten Eden an, Gott selbst ist es. Bei der Bezeichnung Eden schwingt im Hebr-ischen die Empfindung der Wonne mit. Man kann also Garten der Schpfung als Wonnegarten verstehen. Mich erinnert das an meine Kindheit. Am Anfang mei-nes Lebens war mein liebster Spielplatz ein etwas ver-wilderter Garten mit hohen Birnbumen, breitstigen Apfelbumen, vielen Beerenbschen und drei Lauben. Und ich denke daran, wie vorsichtig Setzlinge behan-delt werden. Gute Grtner achten auf