Ausgabe 45/12 (Spezial: Die US-Wirtschaft)

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  • SPEZIAL > SEItE 9

    P f l i c h t b l a t t d e r b r s e n d s s e l d o r f s t u t t g a r t h a m b u r g b e r l i n m n c h e n

    L I E B E L E S E R I N N E N U N D L E S E R ,

    die Wahlen 2012 in dem groartigsten Land der Welt sind nun vorber. Damit steht fest, wer weiter versuchen darf, die USA aus dem wirtschaftlichen und haushaltspolitischen Schlamassel zu fhren. And the winner is: Barack Obama. Zu beneiden ist er um die Aufgaben nicht. So muss er z. B. das riesige Haushalts-defizit stopfen und den gigantischen Schuldenberg abbauen. We-gen der unvernderten Machtverhltnisse im US-Kongress sind ihm jedoch die politischen Hnde gebunden. Im Senat regieren weiterhin die Demokraten, im Reprsentantenhaus weiterhin die Republikaner. Die geteilte Macht knnte die US-Politik weiter-hin lhmen. Daher ist nun auch das zu Beginn 2013 drohende

    Fiscal Cliff wieder strker in den Fokus gerckt. Sollten sich beide Lager in Sachen Schuldenabbau nicht einigen, drohen automatische Einsparungen und Steuererhhungen. Die damit verbundene Unsicherheit sowie die daraus mglicherweise re-sultierenden negativen Folgen fr die US-Wirtschaft, aber wohl auch die Annahme, dass Obama die Regulierung der US-Finanz-industrie weiter vorantreiben wird, sorgten an der Wall Street nach der Wahl fr Trbsal und einbrechende Kurse.

    Herzlichst,Ihre Redaktion von BRSE am Sonntag

    Editorial

    45 Sonntag , 11 . November 2012

    US-Wirtschaft besser als ihr Ruf

  • AKTIEN & MRKTE

    Schliekers Woche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Tops und Flops-, Zitat- und Zahl der Woche. . . . . . . . . . . . 3Markt im Fokus: Griechenland Weiteres Sparpaket zum Niedergang . . . . . 4Mrkte im berblick: S&P 500, DAX, EURO STOXX 50 . . . . . . .5Aktie der Woche: Ryanair Holdings . . . . . 6

    SPEZIAL

    Die US-Wirtschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9Gastbeitrag: Christophe Eggmann . . . . . 12

    UNTERNEHMEN

    Unternehmen der Woche: Canyon . . . . . 13News: Freenet, Pfeiffer Vacuum . . . . . . . . 14

    FONDS

    Fonds der Woche: Baring High Yield Bond Fund . . . . . . . . .15Fonds-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17

    ZERTIFIKATE

    Zertifikate-Idee: Leoni-Discount-Zertifikat . . . . . . . . . . . 18Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19

    ROHSTOFFE

    Rohstoff der Woche: Gold . . . . . . . . . . . . . .20Rohstoffanalysen: Zucker, Weizen, WTI-l, Mageres Schwein. . . . . . . . . . . 21

    LEBENSART

    Event der Woche: Picasso Black & White, Ausstellung . . . . 22Kulturkalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22Coffeetable-Favourites: Picasso Black & White . . . . . . . . . . . . . 23Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . 24

    SONNTAG, 11. NOVEMBER 2012

    AKTIEN & MRKTE SPEZIAL UNTERNEHMEN FONDS ZERTIFIKATE ROHSTOFFE LEbENSART

    Es gibt nur eine Sorte Leute, die wei, was ihr blht: die Grt-ner. Alle anderen mssen hilf los her-umraten und besten-falls ber den gr-nen Daumen gepeilt annehmen, was so kommt. Frher be-schftigte man im Umgang mit dem Ostblock regelrechte Wahrsager und Polit-

    Auguren, um aus dem Rauschen des Windes in der groen Halle des Volkes zu ermitteln, wohin die Reise geht.Heute liefert die Kommunistische Partei Chi-nas, die erst ihren 18. Parteitag abhlt und so-mit kaum bung hat, eine relativ klare Ana-lyse dessen, was sein wird und was ist, nicht hingegen, was war. So weit geht die Offenheit dann doch nicht. Aber wenn man die Prmisse einfach mal akzeptiert, nmlich die, dass der Sozialismus ewiglich whrt und westliche Normen keine Chance haben, im Riesenreich derer zu Hu und Wen und ihrer Nachfolger, dann kann man eigentlich ganz entspannt analysieren. Sicherlich, man ist hier pikiert ber den Beharrungswillen der Kader, wobei sich eigentlich weder FAZ noch Welt noch sonst jemand gro wundern sollte, denn andere beharren mindestens genauso, kommen aber weit weniger gut voran. Also, mal angenom-men, der Sozialismus bleibt, wie ja auch die Berliner Mauer, bis ans Ende aller Tage, dann fllt zunchst auf, dass da etwas beschworen wird, was entweder noch nie da war oder was sich irgendwie im Laufe der Jahre davonge-stohlen hat. Was fr ein Sozialismus soll das denn sein? Eine reiche Oberschicht, badend im Golde des eigenen Glanzes und im Glanze des eigenen Goldes, die alles zusammengerafft und in Amerika angelegt hat, was man halt so braucht, und ansonsten in der Hoffnung lebt, nach dem Abtritt von der Bhne nicht noch irgendwie gemetzelt zu werden (so wie Bo Xilai, den es erwischte und der neben dem Rauswurf aus dem Politbro nun auch noch

    vor den Richter kommt). Es gebe Korruption und Selbstbedienungsmentalitt, sowie For-malismus: Der scheidende Parteichef beklagt damit auch typisch westliche Unwerte, wobei man Formalismus mit Behrdenwillkr und Schikane bersetzen darf. Auch zu viele un-sinnige Projekte wrden finanziert da scht-teln Wowereit und Platzeck leise lchelnd und wissend das Haupt: Oh du geheimnisvolle stliche Weisheit!Die Folgerungen aus den Missstnden, die es der jetzigen Fhrungselite nicht vergnnt war zu beheben, sind weder westlich noch stlich, sondern erst mal vernnftig: Mehr Rechtssicherheit, mehr Kontrolle der Funk-tionre, eine gleichere Verteilung des knftig angestrebten bescheidenen Wohlstands fr alle. Da war kein Sozialismus und da kommt auch keiner man muss die autokratische Herrschaft immerhin zusehends jnger werdender parteigebundener Mnner schon anders bezeichnen, aber wenn sie nun mal Wert darauf legen, warum nicht Sozialismus. Hat ja jeder so seine Marotten. Was wir uns merken sollten: China kommt mit Macht aus dem Feudalismus in die moderne Au-tokratie und hlt sich selbst vermutlich fr eine wohlmeinende Diktatur eines gtigen Proletariats. Das sind Voraussetzungen, um vom Billigproduzenten und Raubkopierer zur echten Wirtschaftsmacht (und das mit ordentlich Militr) zu werden. Demokra-tie braucht sehr lange und ist immer work in progress. So hnlich haben es ein paar Auen seiter und Hinterwldler angegangen, so etwa um die Mitte des 18. Jahrhunderts, nur schlechter organisiert. Es gab Kriegs-gruel, Gesetzlosigkeit, Verfolgung und Hybris, aber heraus kamen die Vereinigten Staaten von Amerika.

    Die vielen Chinas

    WAS DENKEN SIE BER DIESES THEMA? Schreiben Sie direkt an den Autor, Herrn Reinhard Schlieker unter schlieker@boerse-am-sonntag.de

    Schliekers Woche

    Reinhard Schlieker

    ZDF Wirtschafts-korrespondent

    bRSE am Sonntag 45/1 202

  • Mnchener Rck: Quartalsberschuss vervielfachtIm dritten Quartal steigerte der Rckversicherer Mnchener Rck (WKN: 843002) den berschuss von 290 Mio. auf 1,14 Mrd. Euro. Der im operativen Geschft erzielte Ge-winn legte von 839 Mio. auf 1,43 Mrd. Euro zu. Die Beitragseinnahmen erhhten sich von 12,22 auf 13,24 Mrd. Euro. Der Gewinn aus Kapitalanlagen stieg von 1,35 auf 2,22 Mrd. Euro. Im Gesamtjahr wollen die Bayern rund 3 Mrd. Euro verdienen. Anfang Au-gust hatte der Versicherer etwas mehr als 2,5 Mrd. Euro in Aussicht gestellt.

    Qualcomm: Erwartungen bertroffenDer Mobilfunkchip-Spezialist Qualcomm (WKN: 883121) erhhte den Gewinn im Schlussquartal von 1,05 auf 1,26 Mrd. US-Dollar beziehungsweise von 0,62 auf 0,73 US-Dollar je Aktie. Vor Sonderposten verdienten die Kalifornier 0,89 US-Dollar je Aktie. Der Umsatz legte von 4,12 auf 4,87 Mrd. US-Dollar zu. Analysten waren vor Sonderposten von 0,82 US-Dollar Gewinn je Aktie sowie 4,7 Mrd. US-Dollar Umsatz ausgegangen. Im laufenden Quartal soll der Gewinn je Aktie von 0,81 auf 0,90 bis 0,98 US-Dollar zulegen.

    Jenoptik: Umsatz und Gewinn erhhtVor allem dank einer brummenden Messtechniksparte steigerte Jenoptik (WKN: 622910) den Gewinn im dritten Quartal von 6,9 auf 11,3 Mio. Euro. Vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte der Gewinn von 10,9 auf 16,1 Mio. Euro zu. Der Umsatz zog von 127,6 auf 139,3 Mio. Euro an, der darin enthaltene Umsatz der Messtechniksparte von 31,4 auf 45,0 Mio. Euro. Das in diesem Geschftsbereich erzielte EBIT stieg von 2,1 auf 7,0 Mio. Euro. Im Gesamtjahr soll der Umsatz um 5% bis 10% zulegen und das EBIT 50 bis 55 Mio. Euro (2011: 49,2 Mio. Euro) erreichen.

    Tops und Flops der Woche

    AKTIEN & MRKTE SPEZIAL UNTERNEHMEN FONDS ZERTIFIKATE ROHSTOFFE LEbENSART

    TERMINE DER WOCHE

    13.11. 11:00 DE ZEW, Index Konjunktur erwartungen November

    14.11. 11:00 EU Industrieproduktion September

    14.11. 14:30 USA Einzelhandelsumstze Oktober

    15.11. 08:00 DE BIP Q3 (1. Verffentlichung)

    15.11. 11:00 EU BIP Q3 (1. Verffentlichung)

    15.11. 16:00 USA Philadelphia Fed Survey November

    16.11. 15:15 USA Industrieproduktion und Kapazittsauslastung Oktober

    ZITAT DER WOCHE

    Das Beste kommt noch!Der wiedergewhlte US-Prsident Barack Obama will die nchsten vier Jahre im Wei-en Haus fr einen neuen Aufbruch nutzen und verspricht dem amerikanischen Volk, alles noch besser als in der ersten Amtszeit zu machen.

    ZAHL DER WOCHE

    +0,8%Die Wirtschaftsweisen beurteilen die wirt-schaftliche Entwicklung in Deutschland zurckhaltender als die Bundesregierung. Die Experten sagen fr 2012 und 2013 ein Wachstum von je nur 0,8% voraus. Die Bundesregierung rechnet 2012 ebenfalls mit 0,8%, fr 2013 aber mit 1,0%.

    Deutsche telekom: MilliardenverlustAbschreibungen auf T-Mobile USA bescherten der Deutschen Telekom (WKN: 555750) im dritten Quartal 6,74 Mrd. Euro Verlust. Die Belastungen bezifferten die Bonner auf rund 7,4 Mrd. Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte die Telefongesellschaft 1,20 Mrd. Euro verdient. Ohne Bercksichtigung von Sonderposten sank der Gewinn von 1,29 auf 0,93 Mrd. Euro. Vor Steuern brach das Ergebnis von +1,88 auf 9,22 Mrd. Euro ein. Der Umsatz blieb mit 14,65 Mrd. Euro nahezu unverndert. Angesichts der Milliardenab-schreibung prognostizi