Ausgabe 10/13 (Spezial: Growth-Investing)

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Text of Ausgabe 10/13 (Spezial: Growth-Investing)

  • P f l i c h t b l a t t d e r b r s e n d s s e l d o r f s t u t t g a r t h a m b u r g b e r l i n m n c h e n

    Editorial

    10 Sonntag , 10 . Mrz 2013

    Wachstum ohne Grenzen

    SPEZIAL > SEItE 9

    L I E B E L E S E R I N N E N U N D L E S E R ,

    die Entwicklung einiger groer Aktienindizes in der vergange-nen Woche vermittelt einmal mehr den Eindruck einer heilen Welt. Der Dow Jones sprang auf ein neues Allzeithoch. Beim japanischen Nikkei 225 setzte sich die Rally seit Ende 2012 fort und er kletterte sogar erstmals seit Oktober 2008 wieder ber die Marke von 12.000 Punkten. Und auch der hiesige DAX lie sich nicht lumpen und lugte zum ersten Mal seit Anfang Januar 2008 wieder ber 8.000 Zhler. Allerdings hat die po-sitive Entwicklung an vielen Aktienmrkten nichts, aber auch gar nichts mit der wirtschaftlichen Realitt zu tun. Diesbezg-lich sieht es vielmehr teils uerst dster aus und es hat den

    Anschein, dass sich daran so bald nichts ndert. Im Gegenteil. Damit geht die Schere zwischen der von den Geldschwemmen der Notenbanken angefeuerte Party am Aktienmarkt und den harten wirtschaftlichen Fakten weiter auseinander. Es wird jedoch die Zeit kommen, in der das aberwitzige Missverhlt-nis wieder abgebaut wird. Passieren knnte dies durch einen drastischen Kurseinbruch oder einen Konjunkturboom. Wenig wahrscheinlich scheint dabei Letzteres.

    Herzlichst,Ihre Redaktion von BRSE am Sonntag

  • SONNtAG, 10. MRZ 2013

    AKTIEN & MRKTE SPEZIAL UNTERNEHMEN FONDS ZERTIFIKATE ROHSTOFFE LEbENSART

    AKtIEN & MRKtEKolumne: Dr. Wolfram Weimer . . . . . . . . 2 tops und Flops-, Zitat- und Zahl der Woche. . . . . . . . . . . . 3Markt im Fokus: Japan Yen wertet weiter ab. . . . . . . . . . . 4Mrkte im berblick: S&P 500, DAX, EURO StOXX 50 . . . . . 5Aktie der Woche: NORMA Group . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

    SPEZIALGrowth-Investing . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9

    UNtERNEHMENUnternehmen der Woche: Hella . . . . . . . 12News: Henkel, Deutsche Post, Adidas . . . . . . . 13

    FONDSFonds der Woche: GS&P Family Business Fonds . . . . . . . . 14Fonds-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15

    ZERtIFIKAtEZertifikate-Idee: DAX-Sprint-Zertifikat. . . . . . . . . . . . . . 16Zertifikate-News. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17

    ROHStOFFERohstoff der Woche: Mageres Schwein . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18Rohstoffanalysen: Baumwolle, Kakao, Palladium, Weizen . . . . . . . . . . . . . . . . . 19

    LEBENSARtRefugium der Woche: DAS KRANZBAcH . . . . . . . . . . . . . 20coffeetable-Favourites: The Story of Eames Furniture . . . . . . . . 21Impressum/Disclaimer . . . . . . . . . . . . . . 22

    Der Deutsche Ak-tienindex f lirtet mit der Marke von 8.000 Punkten, die Um-stze steigen und im-mer mehr Privatanle-ger trauen sich an die Aktienbrsen zurck. Da nun auch die Konjunkturdaten aus den USA erfreulicher werden, scheint alles

    fr den Frhlingsaufschwung bereitet.Beim genauen Hinsehen fllt freilich auf, dass der Aktienboom vor allem Zge von Notwehr trgt. Denn viele Anleger greifen mit unguten Gefhlen und mangels Alterna-tiven zu den Dividendenpapieren. Sie wollen vor allem ihr Kapital schtzen. Denn bei den beliebtesten Anlageklassen sind die Zinsen in Deutschland seit einiger Zeit auf knapp ein Prozent gesunken. Die Inflationsrate be-wegt sich hingegen doppelt so hoch. Das be-deutet, dass die Sparer in diesem Jahr rund ein Prozent (zuzglich Kapitalertragssteuern) Vermgensverzehr hinnehmen mssen.Bei einem Geldvermgen der Deutschen von 4,7 Billionen Euro bedeutet das Prozent 47 Milliarden Euro Verlust mitsamt der Ka-pitalertragssteuern steigt die Summe auf 60 Milliarden Euro im Jahr. Das ist bereits jetzt fnfmal so viel wie die geplante Vermgen-steuer der SPD im besten Falle einbringen knnte. Whrend Sigmar Gabriel also mit dem roten Sandkastenschippchen Sparergeld herbeikratzen will, ist die EZB in Frankfurt lngst mit dem Schaufelradbagger in den Sparvermgen der Deutschen unterwegs.

    Ohne dass es dazu je eine politische De-batte gegeben htte, schrpft die Krisenpo-litik die deutschen Sparer mal eben um den Betrag aller Erbschaftssteuern, Kraftfahr-zeugsteuern, tabaksteuern, Grunderwerbs-steuern, Branntweinsteuern, Stromsteuern, Schaumweinsteuern, Lotteriesteuern, Kaf-feesteuern und des Solidarittszuschlages zusammengenommen. Und es sieht danach aus, dass die Phase negativer Realzinsen lange anhalten knnte. Damit bewegt sich Deutschland in eine der grten Massen-enteignungen seiner Geschichte.Die Politik betrachtet diese kalte Enteignung als geruschlosen Knigsweg aus der Schul-denklemme. Sparen (die serise Variante) fllt der Politik notorisch schwer, denn sie wrde Mut erfordern. Wachstum (die angenehmste Variante) lsst sich nicht erzwingen. Steuerer-hhungen (die linke Variante) bedrohen wie-derum Wachstum. Gewollte Inflationierung (die billigste Variante) ist unkontrollierbar. Und eine Staatspleite (die drastische Vari-ante) wrde katastrophale Verwerfungen mit sich bringen. Also ist die Strategie der Zin-senteignung aus politischer Sicht die perfekt geschmeidige Option auch deshalb, weil Sparer keine Lobby haben.Die gewaltige Umverteilung von Schuld-nern zu Glubigern, die damit in Gang kommt, treibt verzweifelte Anleger nun in die Aktien. Fr den Aktienmarkt ist das kurzfristig gut. Aber der Boom steht auf riskantem Boden. Denn sobald die Noten-banken ihre Dumpingzinspolitik korrigie-ren oder sich der Schuldensozialismus neue Enteignungsopfer sucht, kann es mit dem Frhling rasch vorbei sein.

    Dax auf 8000?Aktienkauf aus Notwehr!

    Dr. Wolfram Weimer

    Verleger

    bRSE am Sonntag 10/1 302

  • Beiersdorf: Mehr umgesetzt und verdientDie Umstrukturierung der Kosmetiksparte hinterlsst auch in der Bilanz Spuren: 2012 steigerte Beiersdorf (WKN: 520000) den Gewinn von 259 auf 451 Mio. Euro. Der Vor-steuergewinn (EBt) legte von 440 auf 709 Mio. Euro, der Gewinn vor Zinsen und Steu-ern (EBIt) von 431 auf 698 Mio. Euro zu. Der Umsatz zog, wie bereits Ende Januar berichtet, von 5,63 auf 6,04 Mrd. Euro an. Die Dividende bleibt unverndert bei 0,70 Euro je Aktie. Keine konkrete Prognose gibt es fr 2013. Nur so viel: In den kommenden Jahren will der Nivea- und tesa-Produzent strker als der Markt wachsen.

    Continental: Dividendensprung2012 erhhte der Reifenhersteller und Automobilzulieferer continental (WKN: 543900) den berschuss von 1,35 auf 1,97 Mrd. Euro. Vor Steuern (EBt) zog der Gewinn von 1,86 auf 2,67 Mrd. Euro an, vor Zinsen und Steuern (EBIt) von 2,60 auf 3,07 Mrd. Euro. Das EBItDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) stieg von 4,23 auf 4,85 Mrd. Euro. Der Umsatz kletterte von 30,50 auf 32,74 Mrd. Euro. Aktionre sollen an der Gewinnentwicklung mit einer von 1,50 auf 2,25 Euro erhhten Dividende beteiligt werden. 2013 will conti mehr als 34 Mrd. Euro umsetzen.

    Linde: bernahme poliert Bilanz aufLinde (WKN: 648300) steigerte den Gewinn im vergangenen Jahr von 1,24 auf 1,32 Mrd. Euro. Der Vorsteuergewinn (EBt) legte von 1,62 auf 1,69 Mrd. Euro zu. Auch dank der bernahme des amerikanischen Sauerstoffgerteherstellers Lincare zog der Umsatz von 13,79 auf 15,28 Mrd. Euro an. Der Industriegaseproduzent und Anlagenbauer will die Dividende fr 2012 von 2,50 auf 2,70 Euro je Aktie anheben. Im laufenden Jahr sollen der Umsatz weiter zulegen und operativ mindestens 4 Mrd. Euro (2012: 3,53 Mrd. Euro) verdient werden.

    Tops und Flops der Woche

    AKTIEN & MRKTE SPEZIAL UNTERNEHMEN FONDS ZERTIFIKATE ROHSTOFFE LEbENSART

    tERMINE DER WOcHE

    11.03. 10:00 Italien BIP Q4 (2. Verffentlichung)

    12.03. 20:00 USA Staatshaushalt Februar

    13.03. 11:00 EU Industrieproduktion Januar

    13.03. 14:30 USA Einzelhandelsum-stze Februar

    15.03. 14:30 USA NY Empire State Manufacturing Index Mrz

    15.03. 15:15 USA Industrieproduktion und Kapazittsaus-lastung Februar

    15.03. 15:55 USA Verbraucherstim-mung Uni Michigan (1. Umfr.) Mrz

    ZItAt DER WOcHE

    Das Vertrauen in die Finanzmrkte der Euro-zone kehrt zurck.Europas Whrungshter sehen zunehmend Anzeichen fr ein Ende der Krise in Europa. Noch sei die Lage fragil, aber es zeichne sich eine Erholung ab, sagte EZB-Prsident Mario Draghi am Donnerstag in Frankfurt.

    ZAHL DER WOcHE

    28,3 Mrd. EuroDie gute Konjunktur und moderate Ausga-ben haben der gesetzlichen Krankenversiche-rung im vergangenen Jahr Rekordreserven von 28,3 Mrd. Euro beschert.

    RWE: Umsatz gestiegen Gewinn gesunkenIm vergangenen Jahr schrumpfte der von RWE (WKN: 703712) erzielte Gewinn von 2,17 auf 1,70 Mrd. Euro. Der Vorsteuergewinn (EBt) sank von 3,02 auf 2,23 Mrd. Euro, der operative Gewinn von 4,13 auf 3,84 Mrd. Euro. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBItDA) legte der Gewinn von 8,46 auf 9,31 Mrd. Euro zu. Der Umsatz zog von 49,15 auf 50,77 Mrd. Euro an, inklusive Erdgas-/Stromsteuer von 51,69 auf 53,23 Mrd. Euro. RWE will sich aus der Frderung von Erdgas und Erdl zurckziehen. Die tochter RWE Dea soll verkauft werden. Fr 2013 prognostiziert RWE ein EBItDA von 9 Mrd. Euro.

    SolarWorld: Verbannung aus tecDAXStationen eines Niedergangs: Nachdem SolarWorld (WKN: 510840) Ende Januar Schwierigkei-ten bei der Bedienung seiner Anleihen einrumen musste, erfolgt mit Wirkung zum 18. Mrz die Verbannung aus dem tecDAX. Der freie Platz geht an den Brsenneuling telefnica Deutsch-land (WKN: A1J5RX), besser bekannt als O2. Der Schienenfahrzeughersteller Vossloh (WKN: 766710) steigt vom MDAX in den SDAX ab. Im Gegenzug wechselt Norma Group (WKN: A1H8BV) vom SDAX in den MDAX. Mehr zur Norma Group unter Aktie der Woche.

    QSC: Vorsteuergewinn geschrumpftDer Vorsteuergewinn (EBt) des auf Geschftskunden spezialisierten telekommunikations-dienstleisters QSc (WKN: 513700) sank 2012 von 23,4 auf 20,7 Mio. Euro. Der Gew